| Ordnung: | Sperlingsvögel (Passeriformes) |
| Unterordnung: | Singvögel (Passeri) |
| Familie: | Rabenvögel (Corvidae) |
| Unterfamilie: | Pyrrhocoracinae |
| Gattung: | Bergkrähen (Pyrrhocorax) |
| Art: | Alpenkrähe (Pyrrhocorax pyrrhocorax) |
Mit 38–41 cm Körperlänge gehört die Alpenkrähe zu den mittelgroßen Vertretern der Rabenvögel. Sie ist schlank gebaut und zeichnet sich vor allem durch ihre langen Beine und den schmalen, länglichen und gebogenen Schnabel aus. Wie für Bergkrähen typisch fehlt ihr die Täfelung der Beine, die bei anderen Rabenvögeln üblich ist. Die Nasalborsten sind äußerst kurz und bedecken nur knapp die Nasenlöcher. Weibchen sind im Mittel geringfügig kleiner als Männchen aus der gleichen Population. Am größten sind in der Regel Alpenkrähen im Himalaja, am kleinsten Vögel von den britischen Inseln. Gewicht und Größe nehmen generell mit der geographischen Breite und mit der Höhenlage zu. Weibchen erreichen je nach Region ein Gewicht von 230–390 g und eine Flügellänge von 266–323 mm. Der weibliche Schwanz misst 125–150 mm, ihr Schnabel wird (gemessen von Spitze bis Ansatz) 47–58 mm lang. Der Laufknochen weiblicher Vögel misst zwischen 48 und 56 mm. Männliche Alpenkrähen wiegen ausgewachsen zwischen 230 und 450 g und erreichen Flügellängen von 253–357 mm. Ihr Schwanz wird 120–166 mm lang. Der Schnabel adulter Männchen misst 51–70 mm, ihr Lauf hat eine Länge von 49–63 mm.
In der Färbung bestehen zwischen Weibchen und Männchen keine Unterschiede. Beide Geschlechter besitzen ein tiefschwarzes, glänzendes Alterskleid, einen roten Schnabel und rote Beine. Der metallische Schimmer des eng anliegenden Gefieders ist je nach Population unterschiedlich stark ausgeprägt und kann bläulich oder grünlich sein. Mit der Zeit verlieren die Federn ihren Glanz und ihre Sättigung und bleichen ins Mattbraune aus, bevor sie bei der nächsten Mauser durch neue ersetzt werden. Schnabel und Beine sind bei ausgewachsenen Vögeln karminrot. Ihre Iris ist dunkelbraun, die Krallen schwarz. Jungtiere unterscheiden sich von Altvögeln durch ihr kürzeres und lockereres Gefieder. Ihnen fehlt der metallische Schimmer adulter Individuen und ihr Gefieder erscheint heller und schmutziger. Juvenile Alpenkrähen haben bis zum ersten Herbst einen eher orangen Schnabel, der deutlich kürzer ist als der ausgewachsener Individuen. Leichte Unterschiede zeigen sich auch bei den Krallen der Jungtiere, die eher dunkelbraun sind und eine helle Spitze aufweisen.
Die rötliche Färbung von Schnabel und Beinen inspirierte verschiedene Legenden in der europäischen Folklore. So wurden die Vögel im mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Großbritannien als die Wiedergänger Artus’ betrachtet, die vom Blut seiner letzten Schlacht noch immer rot gefärbt seien. Der britische Volksglaube verdächtigte sie wegen ihrer roten Schnäbel und Beine zudem als Brandstifter, was durch die Beobachtungen von brütenden Alpenkrähen bekräftigt wurde, die Zweige oder Stroh – vermeintliches Brennmaterial – in Gebäude trugen. Ihr charakteristisches Erscheinungsbild ließ die Alpenkrähe regional auch zum Wappenraben werden, etwa für Cornwall oder Thomas von Canterbury. Weiterlesen











