Ein paar Bemerkungen

Bei Abbildungen, die mit Hilfe von ChatGPT entstanden sind, besteht kein Anspruch auf Korrektheit. Es handelt sich um Rekonstruktionen, die Fehler enthalten können.

Dieser Blog enthält Werbung. Jeder Link außerhalb dieses Blogs kann Werbung enthalten (das schließt auch Links zum Buchgelaber ein).
Links zu Amazon (das betrifft viele Bücherlinks) sind Affiliate Links. „Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.“ (davon profitiert allerdings der Artenschutz)
Mehr zum Thema Werbung findet man auf der Bildschirmseite rechts.

Ich bitte von Kooperationsanfragen abzusehen. Ebenso besteht kein Interesse meinerseits an Gastartikeln (hier oder auf anderen Blogs). Entsprechende Anfragen werden ignoriert, auch nach mehrfacher Nachfrage. Weiterlesen →

Veröffentlicht unter Uncategorized | 1 Kommentar

9. Zooreise 2026: Heidelberg

Morgen geht es wieder los… wobei es nur eine kleine Reise ist … ein Kurztrip nach Heidelberg… weil … wir einfach mal weg wollten und es schön ist, mal wo anders zu übernachten. Auch wenn wir nicht gerade selten in Heidelberg sind.
Die Planung sieht auch nur Zoobesuche vor (abgesehen von Hotel und Moe’s Roadhouse).

Am Freitag werden die Zoos in Augsburg und Karlsruhe besucht. Tatsächlich wollen wir neben dem Zoologischen Stadtgarten auch den Tierpark Oberwald aufsuchen (zum wiederholten Mal … aber diesmal bin ich guter Dinge, ChatGPT wird mich schon nicht in die Wüste schicken, und wenn, dann ist es auch nicht besser als ich, ich habe ja bisher auch nie hin gefunden… aber wie gesagt … ich gehe davon aus, dass es diesmal klappen wird)

Am Samstag stehen der Zoo in Heidelberg und die Wilhelma auf dem Programm.

Veröffentlicht unter Zoo-Reise | Kommentar hinterlassen

Sarah Yarwood-Lovett: Tod unter dem Herrenhaus (Rezension)

Dr. Nell Ward verbringt ihre Tage damit, seltene Tiere aufzuspüren und verborgene Lebensräume zu erforschen. Als sie auf einem alten Landsitz einen verborgenen Tunnel untersucht, wird sie ungewollt Zeugin eines Verbrechens. Kurz darauf wird eine junge Frau tot aufgefunden, und ausgerechnet Nell gerät ins Visier der Ermittlungen.
Fest entschlossen, ihren Namen reinzuwaschen, beginnt sie mit ihrem Kollegen Adam nach Antworten zu suchen. Mit ihrem geschulten Blick für kleinste Spuren entdeckt Nell Hinweise, die allen anderen entgehen – doch je näher sie der Wahrheit kommt, desto gefährlicher wird ihre Suche.

Ein charmanter Cosy Crime mit einer ungewöhnlichen Ermittlerin … wieder mal. Aber, ohne darauf rumreiten zu wollen, was ist heutzutage eine ungewöhnliche Ermittlerin. Weiterlesen →

Veröffentlicht unter Rezension | Kommentar hinterlassen

Jörg Schneider: Wildbienen haben es auch nicht leicht (Rezension)

Wildbienen gelten als Inbegriff von Fleiß und Nützlichkeit. Doch ihr Alltag ist kein friedliches Summen, sondern ein Überlebenskampf voller List, Gefahr und erstaunlicher Strategien. Hornissen überfallen sie beim Sammeln, Spinnen spannen Netze in ihre Flugbahnen, Parasiten plündern ihre Vorräte oder fressen ihren Nachwuchs auf. Und was tun die Wildbienen? Sie kontern mit ausgetüftelten Vermehrungsstrategien, betonharten Nestern und perfekter Tarnung. All dies ist Ausdruck eines fein austarierten biologischen Gleichgewichts; ein hochkomplexes, faszinierendes Netzwerk, das direkt vor unserer Haustür existiert und beobachtet werden kann. Das vorliegende Buch lädt Sie ein, diese spannende und aufregende Welt zu entdecken – bestimmt auch in Ihrem Garten. Weiterlesen →

Veröffentlicht unter Rezension | Kommentar hinterlassen

Leigh Ann Henion: Wunder der Nacht (Rezension)

Eines der schönsten Bekenntnisse zur Natur und der Magie der Nacht
Unser Verhältnis zu Dunkelheit ist ein zwiespältiges: Was dunkel ist, ist unberechenbar, manchmal bedrohlich. Doch Tiere, Pflanzen und Menschen brauchen die Dunkelheit zum Überleben. New-York-Times-Bestsellerautorin Leigh Ann Henion lädt uns ein, die unzähligen Wunder der Nacht zu entdecken, zu staunen und unsere Beziehung mit der Natur zu überdenken.
In der Abenddämmerung erwacht um uns eine Welt, die bei Tageslicht nicht sichtbar ist: Pilze erhellen wie kleine Laternen den Waldboden, Glühwürmchen versammeln sich zum synchronen Leuchten. Salamander lugen aus dem feuchten Laub hervor und gehen auf Wanderschaft, während die Mondblumen ihre Blüten öffnen und die Motten von Kelch zu Kelch flattern. Als in der Corona-Pandemie das Leben hinter flimmernden Bildschirmen verschwindet, bemerkt Leigh Ann Henion, dass etwas fehlt. Auf der Suche nach Verbindung streift sie im Dunkeln durch die Wälder der Appalachen und entdeckt die Magie der Nacht. Je tiefer sie eintaucht, desto deutlicher erkennt sie, wie sehr künstliches Licht Tiere, Pflanzen und uns Menschen aus dem Rhythmus bringt. Henion forscht nach und lässt uns sehen, verstehen – und schließlich staunen: über eine Welt, die nur aufblüht, wenn wir das Licht auslassen. Poetisch geschrieben, weckt sie die leise Sehnsucht, der Natur und uns selbst wieder achtsamer zu begegnen.
Weiterlesen →

Veröffentlicht unter Rezension | Kommentar hinterlassen

TTT: Gruselfilm


Weiterlesen →

Veröffentlicht unter Top Ten Thursday | 4 Kommentare

Ausgestorbene Hauspferdrassen 5

Ausgestorbene Hauspferderassen
Ausgestorbene Hauspferderassen 2
Ausgestorbene Hauspferderassen 3
Ausgestorbene Hauspferderassen 4

Emscherbrücher (ChatGPT)

Der Emscherbrücher oder Emscherbrücher Dickkopp war eine wild lebende Hauspferderasse. Ihr Vorkommen wurde 1369 erstmals urkundlich erwähnt. Sie war bis Anfang des 19. Jahrhunderts im Bruch entlang der Emscher zwischen Waltrop und Bottrop verbreitet. Die letzten Emscherbrücher wurden in den 1840er Jahren eingefangen und an den Herzog Alfred von Croÿ nach Dülmen verkauft. Sie bildeten damit die Basis zur Zucht des Dülmener Pferds.
Die Emscherbrücher erreichten ein Stockmaß bis 135 cm bei einem maximalen Körpergewicht von 300 kg. Als Vertreter der Hauspferde hatten sie kurze Ohren, Hornwarzen an allen vier Beinen und einen von der Rückenwurzel herabhängenden behaarten Schweif.
Seit dem Mittelalter hatten die Adelsfamilien entlang der Emscher das Privileg, das Pferdevorkommen im Emscherbruch zu nutzen. Zum Fang berechtigte Adelshäuser zeigten dies gelegentlich durch eine Prame in ihrem Wappen. Die Prame war eine spezielle Zange, die den Pferden zur Zähmung an die Nüstern geklemmt wurde. Ein oder mehrere Pramen in ihren Wappen führten entlang des Emscherbruchs die Familien op dem Berge in Essen-Bergeborbeck, von Dyck in Essen-Schonnebeck, von Carnap in Essen-Karnap, von der Horst und von der Leythe in Gelsenkirchen-Buer, von Schalke in Gelsenkirchen-Schalke, von Sevinghausen in Wattenscheid und von Dorneburg, gen. Aschebrock in Eickel.
Der älteste schriftliche Nachweis der Pferdehaltung im Emscherbruch stammt aus dem Jahr 1369. Bei der Niederlegung seines Amtes listete Adam von Dalhusen, Landkomtur der Deutschordensballei Westfalen, detailliert das Vermögen aller Kommenden auf. Für die Kommende Welheim im heutigen Bottrop an der Emscher wurden dabei 11 im Bruch gehaltene Wildpferde genannt.
Die Robustheit der Tiere war bekannt und geschätzt, veränderte sich aber einerseits infolge der Durchmischung mit entlaufenen Tieren, z. B. während des Dreißigjährigen Krieges, sowie durch gezielte Züchtung und Einkreuzung. 1714 machte Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz seinem Schwager, dem toskanischen Großherzog Cosimo III. de’ Medici, ein Gespann von acht Pferden zum Geschenk. Aus dem Vest Recklinghausen ließ sich Napoleon vom vestischen Landesherrn ein berittenes Kontingent mit den Emscherbrücher Dickköppen stellen, die sich auf den Schlachtfeldern im Norden und Osten Deutschlands bewährt haben sollen. Die Verwendung der Emscherbrücher Dickköppe als Grubenpferde im untertägigen Bergbau ist auch Teil der Regionalgeschichte, allerdings wurden zunehmend andere kleine Pferderassen dort eingesetzt und die Bedeutung der Emscherbrücher Dickköppe ging zurück.
Zwischen dem heutigen Castrop-Rauxeler Stadtteil Ickern und dem heutigen Dortmunder Stadtteil Mengede wurden ab 1810 von Ludwig Freiherr von Vincke die „Emscherbrucher“ eingefangen und „veredelt, wodurch er recht gute, ausdauernde Pferde zog“. Die Wildpferde, bzw. die aus Wildpferden gezüchteten Tiere, waren auch die Ursache zur Entstehung der berühmten Pferdemärkte von Bodelschwingh und Crange.
Die Haltung von Pferden in der Wildbahn war in Westfalen eine verbreitete Zuchtform. Bis heute wird sie beim Dülmener Wildpferd praktiziert, in der ostwestfälischen Senne gibt es seit 1999 wieder ein Projekt Wildbahn Senner Pferde. Durch die 1841 nach Dülmen verkaufte Herde der letzten Emscherbrücher Dickköppe und die Weiterzucht mit der dort vorgefundenen Herde der Dülmener gelten die Emscherbrücher im Prinzip als ausgestorben, wobei die überführte Zahl von 200 Emscherbrüchern zu diesem Zeitpunkt 90 % der Individuen in der Dülmener Herde ausmachte. Das Ursprungsstammbuch der Dülmener wird beim Westfälischen Pferdestammbuch e. V. geführt. Weiterlesen →

Veröffentlicht unter Ausgestorben | Kommentar hinterlassen

Zoopresseschau

Tiergarten Nürnberg 23.10.2026
Tiergarten: Aktion in den Herbstferien für Kinder undJugendliche
Mit einer großen Herbstferienaktion lädt der Tiergarten der Stadt Nürnberg Familien ein, gemeinsame Zeit in der Natur zu verbringen: Vom 31.Oktober bis zum 8. November 2026 haben Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre freien Eintritt in den Tiergarten. Dieses Angebot gilt nicht für Kinder- oder Freizeitgruppen. Eine Kürbissafari und eine Ausstellung bringen am 31. Oktober zusätzliche Spannung in den Besuch. Für Menschen mit Behinderung oder Hilfebedarf wird es wieder einen kostenlosen Fahrdienst zum Klimawaldpfad geben. „Aufgrund der vielen Hitzetage in diesem Jahr haben in den Sommermonaten deutlich weniger Kinder und Jugendliche unseren Zoo erlebt. Gerade die Beschäftigung mit Themen des Natur- und Artenschutzes ist ein Bildungsauftrag. Mit dieser Aktion wollen wir Familien und junge Leute ermuntern, zusammen unseren schönen Tiergarten zu erkunden, Natur und Tiere zu erleben und einfach einen wunderbaren Tag miteinander zu erleben“, sagt der 2. Bürgermeister Andreas Krieglstein, der für den Tiergarten zuständig ist. Kinder unter 14 Jahren müssen bei ihrem Besuch von einer volljährigen Person begleitet werden. Jugendliche ab 16 Jahren werden gebeten, für den Einlass einen Altersnachweis mitzubringen – zum Beispiel einen Schüler- oder Auszubildendenausweis oder einen Personalausweis. Kinder- und Freizeitgruppen zahlen im Aktionszeitraum den vergünstigten Eintritt von 7,50 Euro pro Person oder 5,50 Euro, wenn sie eine Kinderaktionskarte aus dem begrenzten Kontingent erwerben. Letzteres ist ausschließlich online möglich. Kürbissafari und Ausstellung mit Fühlstationen zu Halloween Am 31. Oktober gibt es im Tiergarten wieder eine Kürbissafari – ein gemeinsames Quiz von Tiergarten und Bionicum: Kürbisse, die auf dem Tiergartengelände verteilt sind, verraten, wo die Antworten zu dem Quiz zu finden sind. Wer alle Kürbisse entdeckt und die Fragen damit korrekt beantwortet hat, erhält ein Lösungswort und kann damit -solange der Vorrat reicht- zwischen 14 und 16 Uhr im Bionicum in der ersten Etage des Naturkundehauses einen kleinen Sofortgewinn abholen. Außerdem steht am Eingang des Tiergartens eine Gewinnbox bereit, aus der die Gewinner für weitere Preise gezogen werden. Die Gewinner werden im Nachgang per E-Mail informiert. Neben der Kürbis-Safari gibt es zu Halloween im Vortragssaal des Naturkundehauses auch eine kleine Ausstellung: Sie beleuchtet typische Attribute, die bei Halloween nicht fehlen dürfen, aus einer ungewohnten Perspektive. Unter anderem laden ein Schädelquiz, Fühlstationen und eine Slideshow mit skurril anmutenden Tierarten dazu ein, Halloween zur Abwechslung auch gruselfrei zu erleben – Süßes oder Saures wartet aber auf jeden Fall auf alle Kinder, die den ausgefüllten Rätselbogen im Foyer des Naturkundehaus abgeben Fahrdienst zum Klimawaldpfad für Menschen mit Behinderung Für Menschen mit Behinderung oder Hilfebedarf wird es im gesamten Aktionszeitraum, täglich von 9 Uhr bis 15.30 Uhr wieder einen kostenlosen Fahrdienst vom Haupteingang zum Klimawaldpfad und zurück geben. Gäste, die den Fahrdienst in Anspruch nehmen möchten, wenden sich bitte mit gültiger Eintrittskarte direkt an den Fahrer des Fahrdienstes. Er steht mit seinem Wagen im linken Teil des Eingangsbereiches, nahe der Behinderten-Parkplätze bereit. Da er zwischen dem Haupteingang und dem Klimawaldpfad pendelt, kann es sein, dass sie wenige Minuten warten müssen. Dieses Angebot wird ermöglicht vom Verein der Tiergartenfreunde Nürnberg e.V. Infos zum Fahrdienst gibt es hier: https://tgnbg.de/51 „Wir freuen uns, dass wir den Tiergarten in den Ferien auf diese Weise für alle noch zugänglicher machen können“, sagt Tiergartendirektor Dr. Dag Encke. Der Tiergarten wünscht allen Familien schöne Herbstferien mit tollen Erlebnissen in der Natur. Weiterlesen →

Veröffentlicht unter Zoopresseschau | Kommentar hinterlassen

Parasiten des Karolinasittich

Karolinasittich (ChatGPT)

Der letzte wilde Karolinasittich starb nach 1927 in Florida, der vermutlich letzte in Gefangenschaft lebende mit dem Namen Incas starb am 21. Februar 1918 im Zoo von Cincinnati, kurze Zeit nach dem Tod seiner Partnerin, mit der er 30 Jahre zusammenlebte.
Über seine Parasiten ist erstaunlich wenig bekannt, da kaum lebende Tiere parasitologisch untersucht wurden. Erst durch Untersuchungen an Museumsexemplaren konnten einige spezialisierte Ektoparasiten nachgewiesen werden. Und wie der Karolinasittich sind sie (vermutlich) ausgestorben.
Der Karolinasittich ist dennoch eines der besten Beispiele für Koaussterben von Parasiten. Nach heutigem Kenntnisstand gingen mit seinem Verschwinden mindestens sechs Federmilbenarten und eine Federkielmilbenart verloren – also mindestens sieben hochspezialisierte Parasitenarten. Weitere, noch unentdeckte wirtsspezifische Läuse oder Milben könnten ebenfalls zusammen mit dem Karolinasittich ausgestorben sein. Weiterlesen →

Veröffentlicht unter Ausgestorben | Kommentar hinterlassen

Neues aus Wissenschaft und Naturschutz

20.10.2026, Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) im Forschungsverbund Berlin e.V.
Strategien für invasive Art: Kontrazeption könnte Waschbär-Populationen gezielt begrenzen
Der Waschbär ist in Deutschland längst etabliert und gilt vielerorts als problematisch. Auf EU-Ebene ist er als invasive Art gelistet, weshalb wirksame Management-Maßnahmen zum Schutz der lokalen Biodiversität ergriffen werden müssen. Forschende des Leibniz-IZW und der Universität Potsdam zeigen mit einer neuen Studie auf, wie ein stärker auf einzelne Tiere und deren Lebensräume zugeschnittenes Management aussehen könnte. Eine besondere Bedeutung spielt dabei die Kontrolle der Fortpflanzung: In Gebieten mit dauerhaft hohen Waschbärdichten könnte eine Unfruchtbarmachung einzelner Individuen langfristig dazu beitragen, das Populationswachstum zu begrenzen – ohne die Tiere zu töten.
Kaum ein Wildtier sorgt in Deutschland für so gegensätzliche Reaktionen wie der Waschbär (Procyon lotor). Für die einen ist er ein putziger, hochintelligenter Kulturfolger, für andere ein gefährlicher Eindringling mit negativen Auswirkungen auf heimische Amphibien- und Vogelarten. Als ursprünglich aus Nordamerika stammendes Wildtier steht er auf der EU-Liste der invasiven Arten gemäß der EU-Verordnung Nr 1143/2014 über invasive gebietsfremde Arten. Da er in Deutschland bereits weit verbreitet ist, steht nicht eine europaweit verbindlich festgelegte Reduktionsquote oder eine generelle Ausrottungspflicht im Vordergrund wirksamer Managementmaßnahmen, sondern die Begrenzung seiner negativen Auswirkungen auf die biologische Vielfalt. Dazu zählen unter anderem Bestandskontrolle, rechtlich zulässige Entnahme, gezielter Schutz gefährdeter heimischer Arten und Maßnahmen zur Verringerung anthropogener Nahrungsquellen. Die konkrete Umsetzung obliegt in Deutschland den Bundesländern.
Der Waschbär ist als Raubsäuger ein Allesfresser und äußerst anpassungsfähig. Klassische Bejagung allein reduziert stabile Populationen vielerorts nicht nachhaltig, da unter anderem die hohe Fortpflanzungsrate des Waschbären eine schnelle Wiederbesiedlung der durch Bejagung frei gewordenen Lebensräume ermöglicht. Forschende schlagen daher eine andere Möglichkeit für ein gezieltes Populationsmanagement vor: Unfruchtbarmachung (Kontrazeption) durch Arzneimittel – die allerdings nicht flächendeckend, sondern lokal und auf die jeweilige Waschbärpopulation zugeschnitten verabreicht werden sollen.
Nicht jeder Waschbär ist ein gleich großes Problem
Grundlage für mögliche Managementstrategien ist eine GPS-Tracking-Studie aus der Uckermark. 20 Waschbären wurden dort mit GPS-Halsbändern ausgestattet und über mehrere Monate beobachtet. Dabei zeigte sich, dass sich die Tiere in ihrer Raumnutzung deutlich unterschieden: Rund 80 Prozent nutzten vor allem größere Gewässer und bewegten sich in relativ stabilen Streif- und Jagdgebieten. Etwa 20 Prozent der Tiere zeigten dagegen eine besonders hohe Mobilität und suchten gezielt verschiedene Kleingewässer auf. Solche Gewässer gelten in strukturarmen Agrarlandschaften als wichtige Biodiversitätshotspots: Wo geeignete Lebensräume selten sind, konzentrieren sich hier zahlreiche Arten auf wenige verbliebene Rückzugsorte. Für den Waschbären kann dies einem reichgedeckten Buffet gleichkommen – auf kleinem Raum trifft er auf ein vielfältiges Nahrungsangebot und muss vergleichsweise wenig Aufwand für die Nahrungssuche betreiben. Als opportunistischer Allesfresser kann er dabei unterschiedlichste Beute nutzen und dank seiner hohen Mobilität sowohl am Boden, in Bäumen als auch an Ufern und im flachen Wasser jagen. Damit können gerade die für viele bedrohte Arten besonders wichtigen Kleingewässer zu Hotspots der Prädation werden. Die Beutetiere sind dort räumlich konzentriert und können dem Waschbären kaum ausweichen, während dieser die verschiedenen Nahrungsquellen flexibel nutzen kann. Die ausgeprägte Nutzung der Kleingewässer könnte darauf hindeuten, dass die besonders mobilen Waschbären einen überproportionalen negativen Einfluss auf empfindliche Amphibien-, Vogel- und Kleinsäugerpopulationen ausüben.
Der Waschbär erreicht in urbanen Gebieten in Deutschland, beispielsweise in Kassel, mitunter Dichten von etwa 100 Tieren pro km² – ein Wert, der unter vergleichbaren Raubsäugern einzigartig ist. Die urbanen Lebensräume bieten ihm nicht nur ein reiches Angebot an Nahrungsquellen wie Müll, Kompost und Gartenfrüchte, sondern auch vielfältige Unterschlupfmöglichkeiten auf Dachböden, in Schuppen oder unter Carports. Waschbären gelten als äußerst erfolgreiche Kulturfolger und kommen in urbanen Gebieten in sehr viel höheren Populationsdichten vor als in ländlichen Gebieten. Die Forschenden gehen davon aus, dass sich die Tiere auch in urbanen, ressourcenreichen Räumen in ihrer Mobilität unterscheiden. „Wenn wir den Einfluss des Waschbären auf heimische Wildtiere – insbesondere auf bereits bedrohte Arten – reduzieren wollen, sollten wir nicht nur fragen, wie viele Waschbären es in einem Gebiet gibt, sondern auch, wo und wie sie jagen und was sie fressen“, sagt Dr. Carolin Scholz vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW). „Unsere Ergebnisse sprechen dafür, Managementmaßnahmen stärker auf die individuelle Population und die jeweiligen Lebensräume zuzuschneiden.“
Das bedeutet: Wo einzelne, besonders mobile Waschbären nachweislich einen hohen Druck auf die lokale Vogel- und Amphibienpopulation ausüben, könnte eine gezielte Entnahme sinnvoller sein als eine flächendeckende Bejagung. In Gebieten mit dauerhaft hohen Dichten – etwa in Städten oder an besonders ressourcenreichen Gewässern – könnten dagegen Kontrazeptionsstrategien gefragt sein.
Fortpflanzung kontrollieren statt Tiere entnehmen
Grundsätzlich stehen verschiedene Verhütungsverfahren zur Verfügung: von Kastration und Sterilisation bis hin zu hormonellen oder immunologischen Methoden. Diese können neben der Fallenjagd der weiteren Populationszunahme entgegenwirken. Einige Präparate werden bereits bei anderen Tierarten eingesetzt und getestet. Für den Waschbären ist jedoch bislang nur sehr wenig über ihre konkrete Eignung bekannt.
„Kontrazeption könnte für Waschbären langfristig eine wichtige Methode sein, die Fortpflanzung gezielt zu begrenzen.“, sagt Dr. Myriam Schröder, Tierärztin am Leibniz-IZW. „Auch bei invasiven Arten müssen Wirksamkeit, Dauer der Behandlung und mögliche Nebenwirkungen sehr sorgfältig untersucht werden. Tierschutz und wissenschaftliche Evidenz müssen dabei die Grundlage jeder Anwendung sein.“
Ein möglicher zusätzlicher Vorteil der Fortpflanzungskontrolle besteht darin, dass sie neben der Begrenzung des Nachwuchses auch den Energiebedarf reproduzierender Weibchen beeinflussen könnte. Während der Trächtigkeit und insbesondere während der Säugephase steigt der Energiebedarf weiblicher Waschbären, da sie ausreichend Nahrung aufnehmen müssen, um die Milchproduktion und die Entwicklung ihrer Jungtiere sicherzustellen. Wird die Fortpflanzung verhindert, entfällt dieser reproduktionsbedingte Mehrbedarf. Dies könnte dazu führen, dass die betroffenen Weibchen weniger Nahrung benötigen. Auf diese Weise könnte die Fortpflanzungskontrolle neben der Reduktion des Nachwuchses indirekt dazu beitragen, den Prädationsdruck auf bedrohte Tierarten zu verringern.
Kontrazeption durch Medikamente und KI-unterstützte Fallen
Eine Herausforderung besteht darin, die Tiere gezielt zu erreichen. Eine flächendeckende Verabreichung von Kontrazeptiva wäre kaum mit einem selektiven Wildtiermanagement vereinbar, da auch andere Tiere den Wirkstoff aufnehmen könnten. Die Forschenden skizzieren deshalb eine technologische Perspektive: Automatisierte Fallen könnten künftig mithilfe von Kameras und künstlicher Intelligenz einzelne Waschbären anhand ihrer individuellen Merkmale erkennen und gezielt Medikamente ausgeben.
Für eine erfolgreiche Umsetzung möglicher Kontrazeptionsmaßnahmen seien klare Zuständigkeiten und eine enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Naturschutz, Jagd und Politik entscheidend, betonen die Forschenden. Eine wissenschaftliche Begleitung – etwa durch Monitoring, GPS-Tracking und Kamerafallen – könne die Grundlage schaffen, um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu überprüfen, sie bei Bedarf anzupassen und ihre Akzeptanz in der Bevölkerung zu stärken. Langfristig brauche es zudem geeignete Finanzierungsmodelle, die kontinuierliche Management-Maßnahmen und deren Evaluation ermöglichen. Ziel solle ein ökologisch fundiertes und tierschutzkonformes Waschbär-Management sein, das zum Schutz der Biodiversität sowohl in ländlichen wie auch urbanen Landschaften beiträgt.
Originalpublikation:
Scholz C, Schröder M, Jeltsch F, Roeleke M (2026): Intelligenter Umgang mit dem Waschbär – Individuenbasiertes Management invasiver Arten. Naturschutz und Landschaftsplanung 58 (10), 28–33. DOI: 10.1399/NuL.279322. Weiterlesen →

Veröffentlicht unter Wissenschaft/Naturschutz | Kommentar hinterlassen

Portrait: Neapolitaner

Ordnung: Unpaarhufer (Perissodactyla)
Familie: Pferde (Equidae)
Gattung: Pferde (Equus)
Art: Wildpferd (Equus ferus)
Unterart: Hauspferd (Equus ferus caballus)

Neapolitaner (van Diepenbeeck, ca. 1650: Nobilissimo Coursier Nappolitain)

Der Neapolitaner (italienisch: *Cavallo Napoletano* oder einfach *Napolitano*) ist eine Pferderasse, die ihren Ursprung in der Ebene zwischen Neapel und Caserta in der italienischen Region Kampanien hat, möglicherweise aber im gesamten Königreich Neapel gezüchtet wurde.Das Neapolitanische Pferd wird in der Literatur vom 16. bis zum 19. Jahrhundert häufig erwähnt und zeichnet sich durch seine hohe Qualität aus. Corte schrieb 1562: „In Italien werden die Pferde aus dem Königreich Neapel sehr geschätzt; dort kommen viele edle Rösser zur Welt […], die sich für den Kriegseinsatz, die Arbeit in der Reitbahn sowie für jeden anderen vom Reiter gewünschten Zweck eignen.“ Der Niedergang der Rasse wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Mascheroni (1903) und Fogliata (1908) beschrieben. Einigen Quellen zufolge galt das ursprüngliche Neapolitanische Pferd um 1950 als ausgestorben, doch seine Blutlinien flossen in andere Rassen ein – allen voran in die der Lipizzaner. Ein Versuch, diese Rasse wiederzubeleben, führte zur heutigen Rasse, die als *Napolitano* bezeichnet wird. Weiterlesen →

Veröffentlicht unter Ausgestorben, Tierportrait | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen