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Neues aus Wissenschaft und Naturschutz

01.04.2026, Max-Planck-Institut für chemische Ökologie
Millionen Jahre alte Insekten-Symbiosen sind fragiler als gedacht
Ein eingeführtes Bakterium verdrängt den Symbiose-Partner von Getreideplattkäfern – und führt innerhalb weniger Generationen zum vollständigen Zusammenbruch einer bislang stabilen Symbiose.
Viele Insekten leben seit Millionen von Jahren in enger Symbiose mit Bakterien, die ihnen lebenswichtige Nährstoffe liefern – eine Verbindung, die so eng ist, dass beide Partner ohne den anderen nicht überleben können. Wie und warum Symbionten trotzdem gelegentlich im Laufe der Evolution ausgetauscht werden, war jedoch bislang unklar. In einer neuen Studie haben Forschende des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie in Jena und der Universität Utah nun gezeigt, dass ein neues Bakterium (Sodalis praecaptivus) innerhalb weniger Generationen die Millionen von Jahren alte Symbiose des Getreideplattkäfers Oryzaephilus surinamensis mit seinem Symbionten Shikimatogenerans silvanidophilus zerstören kann. Käferweibchen, denen Sodalis injiziert worden war, konnten das Bakterium über die Eier an ihre Nachkommen weitergeben. Bei mit Sodalis infizierten Käfern wurde jedoch eine verminderte Wirtsfitness festgestellt. Während die Käfer eine starke Immunreaktion auf Sodalis entwickelten, konnte der ursprüngliche Symbiont aufgrund seiner hochgradigen Spezialisierung auf die Nährstoffversorgung nicht auf den Eindringling reagieren und ging schließlich zugrunde. Die Studie zeigt, dass selbst Millionen von Jahren alte Symbiosen fragil sind. Ein neuer Bakterienpartner kann sich schnell durchsetzen. Dies ist ein entscheidender Schritt, um die Dynamik von Symbiosen in der Evolution zu verstehen.
Ein Modell für die Dynamik von Symbiosen: Sodalis als Treiber des Symbiontenaustauschs
Die wechselseitige Abhängigkeit zwischen Insekten und ihren bakteriellen Symbionten ist das Ergebnis einer Millionen Jahre währenden Koevolution. Viele Insekten leben in enger wechselseitiger Beziehung mit symbiotischen Bakterien, die ihnen essentielle Nährstoffe liefern. Diese Partnerschaft hat sich über Jahrmillionen entwickelt und bewährt. Doch eine scheinbar stabile Symbiose ist nicht unveränderlich: Bei manchen Insektenarten beobachtet man gelegentlich den Verlust ursprünglicher Symbionten oder deren Ersatz durch neue Bakterien, obwohl die ursprünglichen Partner über lange Zeiträume hinweg eine enge Symbiose gebildet hatten. Wie und warum dieser Austausch abläuft, ist weitgehend unerforscht, was vor allem auf den Mangel an experimentell manipulierbaren Systemen zurückzuführen ist.
„Das Fehlen einfach handhabbarer Symbiosen war die treibende Kraft unserer Studie“, erklärt Erstautorin Ronja Krüsemer, aus der Abteilung Insektensymbiosen am Max-Planck-Institut für chemische Ökologie. „Unser Ziel war es, ein kontrollierbares Modellsystem zu etablieren, das es ermöglicht, den Prozess des Symbiontenaustauschs direkt zu beobachten und zu untersuchen.“
Sodalis praecaptivus als Eindringling: Verdrängung des ursprünglichen Symbionten im Getreideplattkäfer
In Zusammenarbeit mit Colin Dale von der Universität Utah, der bereits eine künstliche Symbiose zwischen Getreiderüsselkäfern und dem Bakterium Sodalis praecaptivus hergestellt hatte, entschied sich das Team um Martin Kaltenpoth am Max-Planck-Institut für chemische Ökologie für einen gezielten Ansatz: Die Forschenden injizierten Sodalis praecaptivus in weibliche Getreideplattkäfer (Oryzaephilus surinamensis), um den Einfluss des Bakteriums auf die natürliche Symbiose zu testen.
Das neue Bakterium zeigte sich als hoch anpassungsfähig: Es siedelte sich in fast allen Geweben und Organen der Käfer an und wurde erstaunlicherweise erfolgreich über die Eier von der Mutter an die Nachkommen übertragen. Die Forschenden konnten sogar mehrere Generationen aufziehen, was zu einer überraschenden und entscheidenden Erkenntnis führte: In der dritten Nachkommengeneration war der ursprüngliche Symbiont Shikimatogenerans silvanidophilus vollständig verschwunden.
Die Infektion mit Sodalis hatte jedoch nicht nur Auswirkungen auf den ursprünglichen Symbionten. Die Käfer wiesen eine hellere Färbung ihrer Außenhaut auf, ihre Lebenserwartung war verringert und ihre Fortpflanzungsrate war reduziert. Gleichzeitig war das Immunsystem der Käfer aktiviert, was anhand der erhöhten Expression von Immungenen nachweisbar war. Sodalis drang in die Bakteriome ein, die spezialisierten Organe, die den ursprünglichen Symbionten beherbergen, und veränderte die dort vorherrschenden Bedingungen zu dessen Nachteil.
Dabei spielt die Genomerosion eine entscheidende Rolle: Shikimatogenerans, das seit Millionen von Jahren mit seinem Wirt koexistiert und ausschließlich in Käfern zu finden ist, hat durch den fehlenden Selektionsdruck viele Gene verloren. Dadurch ist der Symbiont anfälliger für Veränderungen im Wirtsumfeld. Nach der Injektion von Sodalis war Shikimatogenerans nicht in der Lage, sich an die neuen Bedingungen anzupassen, wies unregelmäßige Zellformen auf und wurde schließlich verdrängt.
„Wir hatten nicht erwartet, dass der Verlust des ursprünglichen Symbionten so schnell erfolgt“, sagt Ronja Krüsemer. „Diese Beobachtung war eine große Überraschung – und ist zugleich der Schlüssel zur Erforschung eines beginnenden Symbiontenaustauschs.“
Ein wegweisendes Modellsystem für die Zukunft der Symbioseforschung
Das System aus Oryzaephilus surinamensis und Sodalis praecaptivus erweist sich nun als vielversprechendes Modell, um die Mechanismen hinter dem Austausch von Symbionten, der Etablierung von Symbiosen und der Evolution von Mutualismen systematisch zu untersuchen. Zukünftige Studien sollen den Einfluss genetischer Mutationen auf die Fitness von Wirt und Symbiont testen und groß angelegte Fitnessexperimente mit infizierten Käfern und deren Nachkommen umfassen.
„Mit unserem System können wir die Dynamiken hinter einem Symbiontenaustausch direkt beobachten“, fasst Studienleiter Martin Kaltenpoth zusammen. „Unsere Studie zeigt, dass neue Bakterien die ursprünglichen Symbionten verdrängen können – und dass dieser Prozess schneller ablaufen kann, als bisher angenommen. Dabei kann der Verlust des ursprünglichen Symbionten im Rahmen eines beginnenden Symbiontenaustauschs erfolgen.“
Originalpublikation:
Krüsemer, R., Carvalho, A.S.P., Keller, J. et al. Experimental Sodalis infection eliminates ancient insect symbiont. Nat Commun 17, 3153 (2026). https://doi.org/10.1038/s41467-026-71143-2 Weiterlesen

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Portrait: Alpenkrähe

Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Rabenvögel (Corvidae)
Unterfamilie: Pyrrhocoracinae
Gattung: Bergkrähen (Pyrrhocorax)
Art: Alpenkrähe (Pyrrhocorax pyrrhocorax)

Alpenkrähe (Zoo Halle)

Mit 38–41 cm Körperlänge gehört die Alpenkrähe zu den mittelgroßen Vertretern der Rabenvögel. Sie ist schlank gebaut und zeichnet sich vor allem durch ihre langen Beine und den schmalen, länglichen und gebogenen Schnabel aus. Wie für Bergkrähen typisch fehlt ihr die Täfelung der Beine, die bei anderen Rabenvögeln üblich ist. Die Nasalborsten sind äußerst kurz und bedecken nur knapp die Nasenlöcher. Weibchen sind im Mittel geringfügig kleiner als Männchen aus der gleichen Population. Am größten sind in der Regel Alpenkrähen im Himalaja, am kleinsten Vögel von den britischen Inseln. Gewicht und Größe nehmen generell mit der geographischen Breite und mit der Höhenlage zu. Weibchen erreichen je nach Region ein Gewicht von 230–390 g und eine Flügellänge von 266–323 mm. Der weibliche Schwanz misst 125–150 mm, ihr Schnabel wird (gemessen von Spitze bis Ansatz) 47–58 mm lang. Der Laufknochen weiblicher Vögel misst zwischen 48 und 56 mm. Männliche Alpenkrähen wiegen ausgewachsen zwischen 230 und 450 g und erreichen Flügellängen von 253–357 mm. Ihr Schwanz wird 120–166 mm lang. Der Schnabel adulter Männchen misst 51–70 mm, ihr Lauf hat eine Länge von 49–63 mm.
In der Färbung bestehen zwischen Weibchen und Männchen keine Unterschiede. Beide Geschlechter besitzen ein tiefschwarzes, glänzendes Alterskleid, einen roten Schnabel und rote Beine. Der metallische Schimmer des eng anliegenden Gefieders ist je nach Population unterschiedlich stark ausgeprägt und kann bläulich oder grünlich sein. Mit der Zeit verlieren die Federn ihren Glanz und ihre Sättigung und bleichen ins Mattbraune aus, bevor sie bei der nächsten Mauser durch neue ersetzt werden. Schnabel und Beine sind bei ausgewachsenen Vögeln karminrot. Ihre Iris ist dunkelbraun, die Krallen schwarz. Jungtiere unterscheiden sich von Altvögeln durch ihr kürzeres und lockereres Gefieder. Ihnen fehlt der metallische Schimmer adulter Individuen und ihr Gefieder erscheint heller und schmutziger. Juvenile Alpenkrähen haben bis zum ersten Herbst einen eher orangen Schnabel, der deutlich kürzer ist als der ausgewachsener Individuen. Leichte Unterschiede zeigen sich auch bei den Krallen der Jungtiere, die eher dunkelbraun sind und eine helle Spitze aufweisen.
Die rötliche Färbung von Schnabel und Beinen inspirierte verschiedene Legenden in der europäischen Folklore. So wurden die Vögel im mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Großbritannien als die Wiedergänger Artus’ betrachtet, die vom Blut seiner letzten Schlacht noch immer rot gefärbt seien. Der britische Volksglaube verdächtigte sie wegen ihrer roten Schnäbel und Beine zudem als Brandstifter, was durch die Beobachtungen von brütenden Alpenkrähen bekräftigt wurde, die Zweige oder Stroh – vermeintliches Brennmaterial – in Gebäude trugen. Ihr charakteristisches Erscheinungsbild ließ die Alpenkrähe regional auch zum Wappenraben werden, etwa für Cornwall oder Thomas von Canterbury. Weiterlesen

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Portrait: Mähnenhirsch

ohne Rang: Stirnwaffenträger (Pecora)
Familie: Hirsche (Cervidae)
Unterfamilie: Cervinae
Tribus: Echte Hirsche (Cervini)
Gattung: Edelhirsche (Cervus)
Art: Mähnenhirsch (Cervus timorensis)

Mähnenhirsch (Zoo Prag)

Der Mähnen- oder Timorhirsch ist eng mit dem Sambar verwandt, aber deutlich kleiner. Er erreicht eine Kopfrumpflänge von 140 bis 185 Zentimeter, eine Schulterhöhe von 83 bis 110 Zentimeter und ein Gewicht von 50 bis 115 Kilogramm, wobei die Männchen deutlich schwerer werden als die Weibchen. Sein Fell ist graubraun gefärbt und erweckt einen zotteligen Eindruck. Das Geweih, das wie bei fast allen Hirscharten nur die Männchen tragen, ist relativ dick und weist pro Stange drei Enden auf. Weiterlesen

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Portrait: Altolamprologus compressiceps

Ordnung: Buntbarschartige (Cichliformes)
Familie: Buntbarsche (Cichlidae)
Unterfamilie: Pseudocrenilabrinae
Tribus: Lamprologini
Gattung: Altolamprologus
Art: Altolamprologus compressiceps

Altolamprologus compressiceps (Zoologischer Stadtgarten Karlsruhe)

Altolamprologus compressiceps hat einen seitlich stark abgeflachten, hochrückigen Körper, dessen Höhe 40 % der Standardlänge erreichen kann. Die Art kann eine Maximallänge von 13 cm erreichen, bleibt in der Regel aber kleiner. Ein Geschlechtsdimorphismus besteht nicht. Im Unterschied zu Altolamprologus calvus ist der Nacken bei A. compressiceps beschuppt. In der auffällig hohen Rückenflosse kann man 20 bis 21 Dorsalstacheln zählen, 9 bis 12 Analstacheln hat die Afterflosse. Das Maul ist dicht bezahnt und sehr dehnfähig. Es gibt verschiedene Lokalpopulationen die eine unterschiedliche Grundfärbung haben und die Fische können braunbeige, olivgrün oder gelblich sein. Die Körperseiten sind durch 6 bis 7 dunkle Querbinden gemustert, die bei jüngeren Exemplaren deutlicher zu sehen sind als bei älteren. Die Brustflossen sind gelb bis rötlich-orange.

Altolamprologus compressiceps lebt in Tiefen von zwei bis zehn Metern, maximal 30 Meter in der Felszone des Tanganjikasees. Die Fische ernähren sich karnivor von sehr kleinen anderen Fischen und von kleinen Süßwassergarnelen, denen sie mit ihrem schmalen Körper auch bei deren Flucht in enge Gesteinsspalten folgen können. Altolamprologus compressiceps ist ein Höhlenbrüter und bildet eine Elternfamilie.

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2025 neu beschriebene „Fische“ der Urzeit

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TTT: 10 gute Autoren (männlich)

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Madeleine Becker: Gekommen um zu bleiben (Rezension)

Von überraschungseierlegenden Hühnern, pensionierten Kühen und einer wilden Wald-WG
Madeleine Becker hat den Schritt gewagt: Gemeinsam mit Freund Lukas und zahlreichen borstigen, gefiederten und befellten Tierfreund*innen zieht sie in das Haus im Wald – einen alten Bauernhof in der Steiermark, den es erst einmal zu renovieren gilt. Klar, dass dabei nicht immer alles reibungslos läuft, vor allem aber findet die »Wald-WG« heraus, was es wirklich zum Glücklichsein braucht. Eine von der Abendsonne in goldenes Licht getauchte Obstwiese zum Beispiel, Krähen, die die Hühner vor Bussarden retten, einen Kater, der am liebsten im Gewächshaus schläft, und jede Menge Tomaten.
In der idyllischen Landschaft im Süden Österreichs kann Madeleine sich auf das Wesentliche besinnen: Wie kann ich Menschen- und Tierwohl bestmöglich vereinen? Was kann ich als einzelne Person im Kleinen für die Umwelt tun? Mit welchen Menschen möchte ich mich umgeben? Und nicht zuletzt die alles entscheidende Frage: Welches Leben möchte ich leben?
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Kafkas Tiergeschichten

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3. Zooreise 2026: Der Zoo Plzen

??? (Zoo Plzen)

Der letzte Tag des kurzen, aber intensiven Osterausflugs war angebrochen und auf dem Heimweg sollten die Zoos in Plzen und das Tierfreigelände in Neuschönau besucht werden. Am Ende war es nur der Zoo in Plzen … weil … wir dort ewig blieben (länger sogar als im Prager Zoo) und danach keine Zeit mehr für etwas anderes gewesen wäre, zumindest nichts, was man noch spontan einschieben hätte können. Türmchen oder Ähnliches gehen natürlich immer nur … man muss auch erst einmal wissen welcher Turm auf dem Weg liegt und eine Onlinesuche ist dann auch eher zeitaufwändig. Also gleich nach Hause, aber … alles der Reihe nach. Weiterlesen

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Zoopresseschau

Zoo Hof 03.04.2026
Der Osterhase im Zoo? Zootier des Monats April: Kaninchen
Ein Hase, der bunte Eier legt? Die Idee vom „Osterhasen“ hat eine lange Tradition und mehrere mögliche Ursprünge. Das Ei gilt seit Jahrhunderten als Symbol für Leben und Neubeginn. Während der christlichen Fastenzeit waren Eier früher tabu – die Hühner legten jedoch weiter. Um sie haltbar zu machen, wurden sie gekocht und zur Unterscheidung oft eingefärbt. Der Hase wiederum stand schon früh als Symbol für Fruchtbarkeit. Einer der ersten schriftlichen Hinweise stammt aus dem Jahr 1682: Darin wird beschrieben, wie ein „Osterhase“ Eier versteckt, die Kinder anschließend suchen dürfen – ein Brauch, der sich bis heute gehalten hat. Zoologisch gesehen ist das Ganze allerdings ein kleines Missverständnis: Der Osterhase ist in der Vorstellung zwar ein Hase – im Alltag hoppelt er aber meist als Kaninchen durchs Bild. Das liegt schlicht daran, dass Feldhasen echte Wildtiere sind und – im Gegensatz zu Kaninchen – nicht domestiziert wurden. Sie lassen sich weder halten noch für Fotos inszenieren. Kaninchen sind da deutlich unkomplizierter und damit die eigentlichen Stars jedes Oster-Shootings. Im Zoo Hof stehen in diesem Monat zwei besondere, bedrohte Hauskaninchenrassen im Mittelpunkt: Sachsengold-Kaninchen und Deutsche Riesen. Das Sachsengold-Kaninchen ist eine kompakte, kräftige Rasse mit auffälligem, warmem rotgoldenem Fell. Mit einem Gewicht von rund 2,5 bis 3 Kilogramm gehört es zu den kleineren Vertretern. Besonders erfreulich: Aktuell gibt es bei unseren Sachsengold-Kaninchen Nachwuchs zu beobachten – passend zur Osterzeit ein echtes Highlight. Die Deutschen Riesen machen ihrem Namen alle Ehre. Sie zählen zu den größten Kaninchenrassen überhaupt und erreichen häufig Gewichte von acht Kilogramm und mehr – unser Bock bringt sogar über 10 Kilogramm auf die Waage. Entsprechend imposant wirken die Tiere. Warum sich der Zoo Hof mit solchen Rassen beschäftigt? Weil viele alte Haus- und Nutztierrassen zunehmend selten werden. Verschwinden sie, geht auch ein Stück genetische Vielfalt verloren. Mit der Haltung und Zucht unserer Kaninchen leisten wir einen Beitrag zum Erhalt dieser besonderen Rassen und zur Bewahrung genetischer Vielfalt. Über die Osterfeiertage ist bei uns richtig was los: Durchgehend finden kommentierte Fütterungen mit spannenden Einblicken statt. Am Ostersonntag und Ostermontag warten zusätzlich Osterhase, Hüpfburg, Spielmobil, Bastelaktionen und Kinderschminken auf unsere kleinen Gäste. Ein Besuch lohnt sich gerade jetzt: Wer dem „Osterhasen“ einmal ganz genau auf die Pfoten schauen möchte, hat im Zoo Hof die beste Gelegenheit dazu. Weiterlesen

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