Das Archiv – Eine Erklärung

An 25.05.2018 ist der Blog umgezogen.
Beiträge, die vor diesem Datum geschrieben wurde (ausgenommen Galerien, Zoovorstellungen und Rezensionen) findet man in der Kategorie ARCHIV

Veröffentlicht unter Archiv | Schreib einen Kommentar

Eine Erklärung zu den Bildern

Die meisten Bilder in diesem Blog wurden von mir selbst „geschossen.“ Ich bin kein guter Fotograf und gehöre wohl in die Kategorie der Einfachdrauflosknipser. Manchmal gelingt aber auch mir ein tolles Bild. Fragen bezüglich Schärfe, Belichtung und Blende kann ich nicht beantworten, das weiß ich entweder nicht oder ich habe nicht darauf geachtet. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Zoopresseschau

Zoo Dresden 14.01.2022
Wiegen, Zählen, Messen – Tierinventur im Zoo Dresden
In den letzten Wochen des vergangenen Jahres wurde in unserem Zoo wieder fleißig gezählt. Nicht nur das Inventar unterlag der Abnahme. Auch der Tierbestand wurde wieder überprüft. Nun stehen die Zahlen der Tierinventur 2021 fest: Im Zoo Dresden gab es zum Stichtag 31. Dezember 2021 insgesamt 60 Säugetier-, 79 Vogel-, 34 Reptilien-, 40 Fisch-, 15 Wirbellose- sowie 7 Amphibienarten. Die insgesamt 235 Tierarten bildeten einen Bestand von etwa 1.370 einzelnen Tieren. Darunter auch einige Arten, die 2021 erstmals zu unserem Bestand zählten. So kamen im vergangenen Jahr Rotschwingenstare, Marmelenten und zwei Löffelhunde neu in unseren Zoo. Bei dem heutigen Inventurtermin ging es zu zunächst zu den Roten Pandas. Hier sollten das Männchen Manchu und Weibchen Louanne gewogen werden. So ganz geheuer waren den beiden die vielen Fotografen und Fotografinnen jedoch nicht. Lediglich Manchu traute sich in die Nähe unserer Tierpflegerin Yvonne Luger. Auf die Waage kam er aber nicht. In vorangegangenen Proben klappte es besser: Manchu ist mit seinen 3,8 Kilogramm sehr viel leichter und kleiner als Louanne, die 5,4 Kilogramm auf die Waage bringt. Dadurch sind die beiden gut voneinander zu unterscheiden. Anschließend fand die Zählung bei den Erdmännchen statt. Hier erhielt unser Tierpfleger Ben Preußler Unterstützung von dem Zoo-Aufsichtsratsvorsitzenden und Ersten Bürgermeister der Stadt Dresden Detlef Sittel. Insgesamt 15 Erdmännchen wurden gezählt. Davon sechs Männchen und neun Weibchen. Wobei die Unterscheidung der einzelnen Tiere selbst für unsere Tierpfleger und Tierpflegerinnen zumindest teilweise schwierig ist. Die Gruppenältesten Hilde, Horst und Hans lassen sich jedoch ganz gut erkennen. Die drei feiern dieses Jahr sogar einen runden Geburtstag. Im Februar beziehungsweise Juni werden sie zehn Jahre alt. Hilde ist das ranghöchste Weibchen der Gruppe und brachte bereits 81 Jungtiere auf die Welt. Darüber hinaus konnten wir uns auch über einige besondere Zuchterfolge freuen. So gab es Nachwuchs bei den Südlichen Tamanduas, Gänsegeiern, Goralen, Schweinshirschen und Tariktik-Hornvögeln. Auch die Handaufzucht unseres Faultier-Jungtieres Lele zählte zu den viel beachteten Nachzuchten. Wirtschaftlich erlebten wir ein Jahr mit Höhen und Tiefen. Nach mehr als vier Monaten lockdownbedingter Schließung folgte am 15. März die Wiedereröffnung mit strengem Hygienekonzept und festgelegter Besucherobergrenze. Trotz aller Einschränkungen kamen insgesamt 575.595 Besucher und Besucherinnen 2021 in den Zoo. „In den Monaten, in denen der Zoobesuch nahezu uneingeschränkt möglich war, hatten wir einen sehr hohen Zuspruch und sogar mehr Gäste, als in vergleichbaren Monaten vor der Pandemie“, so Zoodirektor Karl-Heinz Ukena.Auch seitens der Politik wurden eindeutige Signale gesendet, Zoos als beliebte und attraktive Freizeiteinrichtungen dauerhaft zu erhalten und zu stärken. So half uns der Zuwendungsbescheid in Höhe von 900.000 Euro vom Freistaat Sachsen enorm, die pandemiebedingten Einnahmenausfälle in Höhe von 1 Mio. Euro abzufedern. „Auch mit der Stadt Dresden haben wir einen starken Gesellschafter, der uns nicht nur finanziell unterstützte, sondern auch die Investitionszusage für den Bau eines neuen Orang-Utan-Hauses erteilte.“ Damit konnte im Juli mit dem größten Bauprojekt in unserer Zoogeschichte begonnen werden. Aktuell liegen wir gut im Zeitplan. Die Baugrube ist ausgehoben und das Fundament wird vorbereitet. Als nächstes werden die Grundleitungen eingebaut und die Bodenplatte gegossen. Neben der Großbaustelle Orang-Utan-Haus soll in diesem Jahr auch die Anlage für die Roten Riesenkängurus umgestaltet werden. Zudem möchten und werden wir uns auch in diesen wirtschaftlich eher unsicheren Zeiten unserer Artenschutzaufgabe widmen. Ziel ist es, wie in den vergangenen beiden Jahren auch 2022 250.000 Euro aus den Einnahmen des freiwillig gezahlten Artenschutzeuros an die unterstützten Natur- und Umweltschutzprojekte auszahlen zu können, um den Verantwortlichen vor Ort finanzielle Planungssicherheit zu geben. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Zoopresseschau | Schreib einen Kommentar

Der Hausesel in Brehms Tierleben

Hausesel (Brehms Tierleben)

Mag es auch noch nicht bestimmt entschieden sein, welchem Wildesel wir unser nützliches Hausthier verdanken, so steht doch soviel fest, daß der Onager sowohl wie der Steppenesel von Alters her gezähmt und zur Veredelung der Eselzucht benutzt wurden. Die alten Römer gaben große Summen für diese Veredelung aus, die Perser und Araber thun es noch heute. Nur bei uns ist der zahme Esel (Equus Asinus, Asinus vulgaris) durch fortwährende Vernachlässigung zu einem wahren Krüppel herabgesunken. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Neues aus Wissenschaft und Naturschutz

11.01.2022, Universität des Saarlandes
Sechster Sinn entschlüsselt? Forscher kommen dem inneren Kompass von Lebewesen auf die Spur
Woher kennen Lachse die Route zu ihren Laichgründen? Wie finden Tiere ihr Ziel? Ein internationales Forschungsteam aus Oregon, Straßburg, Oldenburg und Saarbrücken ist dem inneren Kompass von Lebewesen auf der Spur und könnte den geheimnisvollen „sechsten Sinn“ entschlüsselt haben. Der Arbeitsgruppe von Professor Uwe Hartmann von der Universität des Saarlandes ist es erstmals gelungen, die „Kompassnadeln“ von Lachsen mit dem Mikroskop sichtbar zu machen. Das Forschungsteam veröffentlicht seine Erkenntnisse in den Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America, PNAS.
Wie ist es möglich, dass Lachse zielsicher Tausende von Kilometern zu ihren heimatlichen Laichgründen in Oberläufen von Flüssen zurücklegen? Wie finden Meeresschildkröten quer über den Ozean den Strand, an dem sie selbst geschlüpft sind, um dort ihre Eier zu legen? Diese Art von Orientierung wird seit längerem einem „sechsten Sinn“ zugeschrieben, der auf sogenannter „Magnetorezeption“ beruhen soll, also der Fähigkeit, das Erdmagnetfeld wahrzunehmen. „Lebewesen mit Magnetsinn – dazu zählen bedeutend mehr als nur Meeresfische und -schildkröten – könnten sich das Magnetfeld für eine zielgenaue Navigation zunutze machen“, erklärt Physik-Professor Uwe Hartmann, der an der Universität des Saarlandes den Lehrstuhl für Nanostrukturforschung und Nanotechnologie innehat.
Bereits seit fast 50 Jahren ist bekannt, dass bestimmte Bakterien ihre Bewegungsrichtung am Magnetfeld orientieren. „Diese ‚magnetotaktischen‘ Bakterien besitzen in ihrem Innern sogenannte Magnetosomen, winzige Kristalle aus Eisenverbindungen, die ihnen durch das Erdmagnetfeld die Richtung vorgeben, in die sie sich bewegen“, erläutert Hartmann. Allerdings sind diese Bakterien, die zu den Einzellern ohne Zellkern (sogenannte Prokaryoten) gehören, lediglich passiv: Die Magnete geben die Richtung vor, ihr Verhalten wird durch auf sie wirkende Kräfte im Magnetfeld der Erde bestimmt.
Trotz jahrzehntelanger intensiver Bemühungen konnte bislang für Lebewesen, deren Zellen einen Zellkern beinhalten (sogenannte Eukaryoten), also auch etwa bei Tieren, nicht aufgeschlüsselt werden, wie der Mechanismus der aktiven Orientierung am Erdmagnetfeld über Magnetosomen als sinnesphysiologisches Phänomen funktioniert. Dem Forschungsteam um Uwe Hartmann ist es gelungen, körpereigene „Kompassnadeln“ direkt sichtbar zu machen: „Durch höchstauflösende mikroskopische Abbildungen konnten wir nur wenige Nanometer große Eisenoxidpartikel im olfaktorischen Epithel von Lachsen zeigen. Über viele Jahre konnten magnetische Eigenschaften des Gewebes nur über Magnetisierungsmessungen an größeren Gewebeproben nachgewiesen werden. Es gelang jedoch bislang nie, die Magnetosomen einzelnen magnetisch sensitiven Zellen zuzuordnen“, erklärt der Experimentalphysiker und Experte für Nanoskopie.
Die Abbildungen der Saarbrücker Physiker geben erstmalig Einblick in die Beschaffenheit und Verteilung der Magnetitpartikel in den Zellen von Lachsen und weiteren Lebewesen. „Damit könnte ein großer Teil des Rätsels um den ‚sechsten Sinn‘ vieler Lebewesen, vielleicht auch des Menschen, gelöst sein“, sagt Hartmann.
Basierend auf diesen direkten Einblicken in die Orientierungsfähigkeit durch Magnetorezeption wurden unter Federführung einer Arbeitsgruppe der Oregon State University, Newport, USA und unter Beteiligung von Arbeitsgruppen des CNRS in Straßburg sowie der Universität Oldenburg umfangreiche weitere experimentelle und theoretische Analysen durchgeführt. Diese zeigen überraschenderweise eine genetische Verwandtschaft zwischen Einzellern ohne Zellkern (Prokaryoten) – also etwa den magnetotaktischen Bakterien – und Lebewesen, deren Zellen über einen Zellkern verfügen (Eukaryoten) – im vorliegenden Fall den Lachsen: in Form homologer Gene, die für die Biomineralisation der Magnetosomen maßgeblich sind. Dieses ist insofern überraschend, als dass die Prokaryoten vermutlich vor zwei bis drei Milliarden Jahren entstanden, die Kronen-Eukaryoten hingegen vor 1,2 bis 1,8 Milliarden Jahren. Damit stellt sich die fundamentale Frage, welche Bedeutung die Prokaryoten für die Entwicklung der Eukaryoten gespielt haben.
Am Beispiel der Magnetorezeption wirft nun die gemeinsame Arbeit von Genetikern, Sinnesphysiologen und Physikern ein völlig neues evolutionsbiologisches Licht auf das Zusammenspiel von Prokaryoten und Eukaryoten. Prokaryotische Gene, die für bestimmte Funktionalitäten zuständig sind – beispielsweise für die Magnetorezeption – wurden offensichtlich an eukaryotische Zellen vererbt, was zu einer deutlichen Expression dieser Gene in bestimmten Zellen einer Reihe heutiger Lebewesen führt.
Neben neuen Einblicken in den Magnetfeldorientierungssinn hat die Arbeit unter Beteiligung der Saarbrücker Physiker eine fundamentale evolutionsbiologische Bedeutung, indem sie Hinweise liefert, welche Rolle die Endosymbiose – also das Aufnehmen eines Prokaryoten durch eine eukaryotische Wirtszelle – für die Eukaryogenese spielen könnte.
Die Arbeit ist in den Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America erschienen: „Conservation of magnetite biomineralization genes in all domains of life and implications for magnetic sensing“.
M. Renee Bellinger, Jiandong Wei, Uwe Hartmann, Hervé Cadiou, Michael Winklhofer and Michael A. Banks.
Coastal Oregon Marine Experiment Station, Department Fisheries and Wildlife, Hatfield Marine Science Center, Oregon State University, Newport; Experimental Physics Department, Saarland University; Institut des Neurosciences Cellulaires et Intégratives (INCI), Centre National de la Recherche Scientifique Strasbourg, France; Institute of Biology and Environmental Science, University of Oldenburg and Research Center Neurosensory Science, University of Oldenburg.
DOI: https://doi.org/10.1073/pnas.2108655119 Weiterlesen

Veröffentlicht unter Wissenschaft/Naturschutz | Schreib einen Kommentar

Portrait: Smaragdbreitrachen

Systematik

Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Schreivögel (Tyranni)
Teilordnung: Schreivögel der Alten Welt (Eurylaimides)
Familie: Pittabreitrachen (Calyptomenidae)
Gattung: Calyptomena
Art: Smaragdbreitrachen (Calyptomena viridis)

Smaragdbreitrachen (Thomas Horsfield)

Der 20 cm lange Smaragdbreitrachen ist ein Vogel mit großem Kopf, einer Federhaube vorn im Gesicht und einem kurzen Schwanz. Der breite Schnabel ist an der Basis mit Federn bedeckt. Das Gefieder des Männchens ist schillernd grün gefärbt und weist drei schwarze Flügelbinden sowie an den Ohrdecken je einen kleinen schwarzen Fleck auf. Die Weibchen sind weniger prächtig befiedert.

Der Smaragdbreitrachen kommt in Südostasien auf der Malaiischen Halbinsel sowie auf Sumatra und Borneo vor. Er lebt in tropischen und subtropischen Wäldern.

In kleinen Trupps sucht er in den untersten Ästen seine Nahrung. Im dichten Laubwerk der Bäume sind sie schwer zu beobachten, da sie häufig still sitzen und das grüne Körpergefieder ihnen zusätzliche Deckung bieten. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Früchten, beispielsweise Feigen.

In einem birnenförmigen Nest aus verwebten Pflanzenfasern, das an einem niedrigen Ast hängt, bebrüten beide Elternvögel ein bis drei Eier.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit | Schreib einen Kommentar

Portrait: Pharaonen-Ziegenmelker

Ordnung: Schwalmartige (Caprimulgiformes)
Familie: Nachtschwalben (Caprimulgidae)
Unterfamilie: Caprimulginae
Gattung: Ziegenmelker (Caprimulgus)
Art: Pharaonenachtschwalbe (Caprimulgus aegyptius)

Pharaonen-Ziegenmelker (John Gerrard Keulemans)

Pharaonennachtschwalben haben ein sehr helles sandfarbenes Gefieder. Der Bauch und die Kehle sind weiß. Der Schnabel mit langen, borstigen Federn und die Beine sind schwarz. Die Flügel sind zum Ende hin schwarz gefärbt und der Schwanz ist mit schwarzen kleineren Stellen versehen. Die Gefiederfarbe dient den Vögeln als Tarnung vor Fressfeinden. Der einzige Unterschied zwischen den Geschlechtern sind die beim Männchen sandfarbenen Schwanzfedern. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit | Schreib einen Kommentar

Portrait: Grünweißamazilie

Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Tribus: Trochilini
Gattung: Elliotomyia
Art: Grünweißamazilie (Elliotomyia viridicauda)

Grünweißamazilie (John Gould)

Die Grünweißamazilie erreicht eine Körperlänge von etwa 11 Zentimeter, wobei der leicht gebogene Schnabel circa 2,7 Zentimeter ausmacht. Die Oberseite ist hell metallisch grün mit einem golden-bronzenen Schimmer. Die Flanken sind grün gesprenkelt. Der mittlere Bereich der Unterseite ist vom Kinn bis zur Kloake weiß. Die Oberseite des Schwanzes ist matt grün-grau, deren Unterseite oft an den äußeren Steuerfedern weiß gefleckt. Die Basis der Schwanzfedern ist im Gegensatz zur sehr ähnlichen Weißbauchamazilie (Amazilia chionogaster) niemals weiß. Es besteht kein Geschlechtsdimorphismus.

Der Ruf klingt wie tsi tzi tziu, twi, die sie in Sequenzen von fünf bis sechs Tönen von sich geben und die etwa zwei Sekunden dauern. Die Töne können sich alternativ wie tsit tsiit tsew-tsew-tsew klingen, wobei der zweite Laut besonders intensiv klingt.

Diese Kolibriart kommt an den Ostflanken der peruanischen Anden in Höhenlagen von 1000 bis 2750 Metern vor, oft in den Baumkronen von feuchten Wäldern und an Waldrändern. Wahrscheinlich sind sie mehr mit feuchten Wäldern verbunden und lösen hier die Weißbauchamazilie ab, die eher ein trockeneres und offeneres Habitat bevorzugt.

Es ist nicht viel über ihr Verhalten bekannt. Oft sitzen sie zwitschernd auf Gebüschzweigen.

In Cushi in der Provinz Pachitea wurden sie im Juli beim Nestbau beobachtet. Im Januar wurden sie brütend auf einem Nest in der Cusco gesehen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit | Schreib einen Kommentar

Das Hausmeerschweinchen in Brehms Tierleben

Hausmeerschweinchen (Brehms Tierleben)

Unser allbekanntes Meerschweinchen ( Cavia cobaya) theilt das Schicksal vieler Hausthiere: man vermag seine Stammeltern mit Sicherheit nicht zu bestimmen. So viel wir wissen, ist das Thierchen bald nach der Entdeckung Amerikas, im sechszehnten Jahrhundert also, und zwar durch die Holländer zu uns gebracht worden. Geßner kennt es bereits. »Das Indianisch Känele (Kaninchen) oder Seuwle«, sagt sein Uebersetzer in dem im Jahre 1583 erschienenen Thierbuche, »ist bey kurzen jaren auß dem neüwerfundnen land in vnsern teil deß erdtreichs gebracht worden, jetz gantz gemein: dann es ist ein überaus fruchtbar thier, dieweyl es acht oder neun Junge in einer burt harfür gebiert usw.« Von jener Zeit an hat man es fort und fort gezüchtet, noch heutigen Tages aber über den Stammvater nicht sich entscheiden können. Die englischen Naturforscher nehmen ziemlich allgemein die Aperea (Cavia Aperea) als Stammart an, und es ist deshalb wohl am Orte, wenn wir zunächst mit dieser uns bekannt machen. Azara sagt Folgendes: Weiterlesen

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit | Schreib einen Kommentar

TTT: Meine 10 buchigen Flops aus dem Jahr 2021

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Top Ten Thursday | 16 Kommentare

Tom Hillenbrand: Goldenes Gift (Rezension)

Komm, süßer Tod.
Als ein Imker zu Tode kommt und dessen Bienenstöcke verschwinden, beginnt der Luxemburger Koch Xavier Kieffer zu recherchieren. Hat der Tod mit dem weltweiten Geschäft mit dem Honig zu tun? Der ehemalige Sternekoch Xavier Kieffer lässt von einem Imker speziellen Honig aus der Luxemburger Unterstadt für sein Restaurant produzieren. Als der Mann plötzlich stirbt und seine Bienenstöcke nicht mehr aufzufinden sind, geht Kieffer der Sache nach.
Gemeinsam mit seiner Freundin, der Gastrokritikerin Valérie Gabin, findet er sich schnell im Mittelpunkt eines gigantischen Skandals wieder, der um den halben Globus reicht und sowohl die Reinheit des Honigs als auch das Überleben der Bienen gefährdet. Können sie verhindern, dass der Weltmarkt mit gepanschtem Honig geflutet wird? Können sie ihren Widersachern das Handwerk legen, bevor es zu spät ist?

Das Bienensterben ist ja nach wie vor sehr aktuell, aber auch Imker sterben im Moment sehr häufig (zumindest kommt mir das literarisch so vor).
GOLDENES GIFT ist inzwischen bereits der siebte Fall mit Xavier Kieffer. Nach Oliven, Schokolade oder Thunfisch erfährt der Leser nun einiges über die Machenschaften der „Honigmafia“ (bzw. den kleinen und großen Tricks und Verbrechen der Lebensmittelindustrie) und den modernen Möglichkeiten, welche die Gentechnik bietet. Fast könnte man meinen, dass der siebte Fall das gewohnte Konzept bietet, wie man es als Fan der Reihe gewohnt ist, aber doch ist es anders. Valerie bekommt eine größere Rolle, die allerdings nicht wirklich glaubwürdig wirkt, und ich hoffe aus ihr wird nicht ein zweiter unvernünftiger Xavier. Der Koch braucht einen Gegenpool, der ihn auf dem Boden der Tatsachen hält, und dazu ist Valerie eher in der Lage als Pekka, auch wenn ich zugebe, dass sie bisher dabei gut versagt hat. Aber dass sie selbst das Ruder in die Hand nimmt und sich zu illegalen Aktionen hinreißen lässt, das kam unerwartet. Die Rolle des DEUX EGLISES dagegen spielt nur am Rande eine Rolle. Auch die kulinarischen Besonderheiten Luxemburgs sind eher von geringer Bedeutung (aber es wird immer noch Rivaner getrunken). Aber Pekka, Per und Lobato sind ebenfalls mit von der Partie, neben einigen neuen aber ebenso liebenswerten Charakteren.
GOLDENES GIFT bietet das, was man als Fan der Reihe auch lesen möchte, vor allem viel Luxemburg. Aber, und es ist ein kleines aber, der Roman schwächelt ein bisschen. Nicht in der Beschreibung der Personen, des Essens oder Luxemburgs. Auch die Zusammenhänge zwischen gepanschtem Honig, Pestiziden und genetisch veränderten Bienen werden meines Erachtens gut erklärt. Auch ist der Roman am Anfang und am Ende durchaus (sehr) spannend und ein bisschen undurchsichtig, allerdings schwächelt er auch etwas im Mittelteil, wird langatmig und dadurch Langweilig.
GOLDENES GIFT ist gut, immer noch unterhaltsam, aber … in meinen Augen ist es der bisher schwächste Band der Reihe. Und doch freue ich mich auf die Fortsetzung. Es kann ja wieder besser werden.

(Rezensionsexemplar)

Die meisten Bände mit Xavier Kieffer wurden auf dem Buchgelaber rezensiert.
Ausnahme: Rotes Gold, darin geht es um Thunfisch.

Veröffentlicht unter Rezension | Schreib einen Kommentar

Alexander von Humboldt: Die Reise nach Südamerika (Rezension)

Die erste große Expedition von Alexander von Humboldt führte ihn im Februar 1800 von Caracas zum Fluss Apure und auf diesem in das Strombett des Orinoco, das stromaufwärts so weit wie möglich in südlicher Richtung befahren, dann aber verlassen wurde, um über den Rio Atabapo weiter südlich zum Rio Negro, dem Amazonaszufluss, vorzustoßen. Diese Reise beschrieb er in seinem Bericht DIE REISE NACH SÜDMERIKA, der auch heute noch für den Leser interessant ist, vor allem für den naturwissenschaftlich interessierten, welcher vor allem taxonimische Vergleiche (und Vermutungen) zur südamerikanischen Flora und Fauna anstellen kann. Von Humboldt und seine Begleiter befuhren die Flüsse auf einer Piroge, einem mit Axt und Feuer ausgehöhlten Baumstamm von etwa 13 Metern Länge und knapp einem Meter Breite. Sie wurde von einem Steuermann und vier indianischen Ruderern betrieben. Nicht unbedingt das, was man heutzutage als Komfort bezeichnen würde. Käfige mit eingefangenen Vögeln und Affen und die mitgeführten größeren Messinstrumente schränkten die Bewegungsfreiheit zusätzlich ein.
Sehr genau, aber eher aus der Sicht eines Wissenschaftler als aus der eines Reisenden betrachtet, beschreibt von Humboldt seine Reise und vermittelt dem modernen Leser trotz dem den Hauch von Abenteuer und Romantik.
Und auch wenn es sich „nur“ um einen Reisebericht handelt dürfte der Leser von klassischen Abenteuergeschichten wie die von Edgar Rice Burroughs oder Henry Rider Haggard auch daran Gefallen finden, auch wenn man gefährliche Begegnungen mit wilden Tieren und menschenfressenden Eingeborenen vermissen darf.

Veröffentlicht unter Rezension | Schreib einen Kommentar