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Neues aus Wissenschaft und Naturschutz

31.08.2026, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Warum nicht jede Ameise ihren Nestgenossinnen hilft
Warum helfen manche Ameisen ihren Nestgenossinnen in Not und andere nicht? Dieser Frage ist ein Forschungsteam der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Universität Tel Aviv nachgegangen. Die Forschenden hatten Arbeiterinnen der Ameisenart Cataglyphis niger untersucht, von denen einige Rettungsverhalten gezeigt hatten, andere jedoch nicht. Das vor kurzem im Journal of Experimental Biology veröffentlichte Ergebnis: Entscheidend sind offenbar nicht Körpergröße, Körperbau oder Energiereserven der Tiere, sondern Unterschiede in der Aktivität von Immungenen im Nervensystem.
Aktuelle Studie zeigt, dass Helferverhalten von Ameisen mit Unterschieden in der Genaktivität im Nervensystem zusammenhängt
Warum helfen manche Ameisen ihren Nestgenossinnen in Not und andere nicht? Dieser Frage ist ein Forschungsteam der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und der Universität Tel Aviv mit einer neuen Studie nachgegangen. Die Forschenden hatten Arbeiterinnen der Ameisenart Cataglyphis niger untersucht, von denen einige Rettungsverhalten gezeigt hatten, andere jedoch nicht. Das vor kurzem im Journal of Experimental Biology veröffentlichte Ergebnis: Entscheidend sind offenbar nicht Körpergröße, Körperbau oder Energiereserven der Tiere, sondern Unterschiede in der Aktivität von Immungenen im Nervensystem.
„Unsere Studie zeigt, dass bei Ameisen die Bereitschaft zu helfen mit messbaren Unterschieden in der Genaktivität zusammenhängt“, sagt Prof. Dr. Susanne Foitzik vom Institut für Organismische und Molekulare Evolution der JGU. „Das ist spannend, weil Rettungsverhalten lange vor allem mit Säugetieren in Verbindung gebracht wurde, während sich ein solches Verhalten bei Ameisen unabhängig entwickelt hat.“
Um zu untersuchen, was helfende von nicht-helfenden Arbeiterinnen unterscheidet, hatten die Forschenden im Labor eine Notsituation nachgestellt. Dazu wurde eine Arbeiterin am Boden einer mit Sand ausgelegten Versuchskammer festgebunden. Anschließend wurden einzelne Ameisen aus derselben Kolonie in die Kammer gelassen. Die Forschenden zeichneten das Verhalten der Tiere über 15 Minuten auf. Als Retterinnen stuften sie Ameisen ein, die sich der festgehaltenen Nestgenossin näherten und an ihr zogen oder um sie herum gruben. So verhalten sich Arbeiterinnen dieser Art auch, wenn sie versuchen, verschüttete Nestgenossinen zu befreien. Als nicht-helfende Ameisen klassifizierte das Team Tiere, die sich der festgehaltenen Nestgenossin zwar näherten, jedoch keine Befreiungsversuche zeigten.
Gene im Gehirn von helfenden Ameisen aktiver
Im nächsten Schritt analysierten die Forschenden im Labor, ob sich diese Verhaltensunterschiede auch biologisch widerspiegeln. Dazu untersuchten sie Antennen und verschiedene Bereiche des Gehirns, darunter Sehlappen und zentrale Gehirnbereiche, der zuvor beobachteten Ameisen. Ein Fokus lag auf den sogenannten Pilzkörpern, zentralen Verarbeitungszentren im Insektengehirn, die Sinneseindrücke integrieren und an Lernen und Verhaltenssteuerung beteiligt sind. Aus diesen Geweben isolierte das Team RNA, also Moleküle, die Auskunft darüber geben, welche Gene in den jeweiligen Zellen aktiv sind. Mithilfe von RNA-Sequenzierung verglich das Team anschließend die Genaktivität von rettenden und nicht-rettenden Arbeiterinnen.
Dabei zeigten sich vor allem in den Pilzkörpern deutliche Unterschiede. „Bei rettenden Tieren waren fünfzehn Gene stärker aktiv, darunter Gene, die mit der Duftwahrnehmung, der Hormonsteuerung, Stoffwechselprozessen und Immunfunktionen zusammenhängen“, sagt Luisa Maria Jaimes-Nino, Mitarbeiterin von Foitzik und Erstautorin der Studie. „Über alle untersuchten Gewebe hinweg fanden wir insgesamt neun Gene, die bei rettenden Ameisen stärker aktiv waren als bei nicht-rettenden.“
Zugleich erkannten die Forschenden keine Hinweise darauf, dass die rettenden Ameisen einfach kräftiger oder besser versorgt sind. „Vielmehr deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass Unterschiede in der Verarbeitung von Sinnesreizen und in bestimmten molekularen Signalwegen beeinflussen könnten, ob eine Ameise auf eine gefährdete Nestgenossin reagiert“, sagt Susanne Foitzik.
Unterschiedliches Verhalten hängt mit messbaren molekularen Prozessen zusammen
Ein überraschender Befund betrifft Gene des Immunsystems, die Insekten nicht nur vor Krankheitserregern schützen. Frühere Studien zeigen, dass sie auch Verhalten beeinflussen können, etwa Aktivität, Schlaf oder das Zusammenfinden in Gruppen. Die neue Studie legt nahe, dass Immunfunktionen auch bei der Steuerung sozialer Reaktionen eine Rolle spielen könnten. Möglich ist zudem, dass rettende Ameisen durch ihr Verhalten häufiger Verletzungen oder Infektionen riskieren und deshalb bei solchen Unglücken von einer stärkeren Aktivität von Genen des Immunsystems profitieren.
Die Forschenden betonen jedoch, dass die Studie keinen einzelnen Auslöser für Hilfsverhalten identifiziert. Rettungsverhalten entsteht demnach wahrscheinlich aus dem Zusammenspiel mehrerer Prozesse. Dazu gehören die Wahrnehmung von Alarmsignalen, die Verarbeitung dieser Reize im Nervensystem und molekulare Signalwege, die die Reaktionsbereitschaft der Ameisen beeinflussen.
„Ameisen sind ein besonders gutes Modell, um die biologischen Grundlagen komplexen Sozialverhaltens zu untersuchen“, sagt Foitzik. „Unsere Studie zeigt, dass einzelne Tiere innerhalb derselben Kolonie nicht nur unterschiedlich reagieren, sondern dass diese Unterschiede auch mit messbaren molekularen Prozessen zusammenhängen.“
Das Projekt wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Israel Science Foundation gefördert. Neben Luisa Maria Jaimes-Nino und Susanne Foitzik von der JGU waren Bar Adi und Inon Scharf von der Universität Tel Aviv beteiligt.
Originalpublikation:
L. M. Jaimes-Nino et al.: Transcriptional predictors of rescue behaviour in ants, Journal of Experimental Biology, 23. Juni 2026,
DOI: 10.1242/jeb.252086
https://journals.biologists.com/jeb/article/doi/10.1242/jeb.252086/372047 Weiterlesen

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Portrait: Regenbogenlori

Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
Familie: Altweltpapageien (Psittaculidae)
Unterfamilie: Loriinae
Tribus: Loris (Loriini)
Gattung: Keilschwanzloris (Trichoglossus)
Art: Regenbogenlori (Trichoglossus moluccanus)

Regenbogenlori (Avifauna, Alphen aan den Rijn)

Der Regenbogenlori ist ein mittelgroßer Papagei, mit einer Länge von 25–30 cm. Das Gewicht variiert zwischen 125 und 150 g. Das Gefieder ist hell und leuchtend. Der Kopf ist tiefblau mit einem grünlich-gelben Nackenkragen und die Oberseite der Flügel, der Rücken, der Bürzel und der Schwanz sind grün. Der Schnabel ist orange-rot, die Brust variiert in rot-orange-gelben Tönen und der Bauch ist tiefblau. Im Flug hebt sich der breite gelbe Flügelstreif der Unterhandschwingen deutlich von den roten Unterarmdecken und dem braunen Flügelhinterrand ab.
Es gibt keinen Unterschied im Aussehen bei den Geschlechtern. Eine sichere Geschlechtsbestimmung geschieht deshalb über einen DNA-Test. Die Jungvögel haben ein mattes Gefieder, braune Augen und einen schwarzen Schnabel, der nach und nach in den orange-roten Ton der adulten Vögel übergeht. Weiterlesen

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Portrait: Cheval du Morvan

Ordnung: Unpaarhufer (Perissodactyla)
Familie: Pferde (Equidae)
Gattung: Pferde (Equus)
Art: Wildpferd (Equus ferus)
Unterart: Hauspferd (Equus ferus caballus)

Das Cheval du Morvan – auch bekannt als Morvandiau, Morvandainoder Morvandelle, ist eine ausgestorbene französische Pferderasse aus dem Morvan-Massiv im Burgund, von dem sie ihren Namen hat. Bereits vor der Französischen Revolution wurden im Morvan Pferde gezüchtet – sowohl als Reitpferde für die Fuchsjagd und als Kavalleriepferde als auch für den Einsatz als Zugtiere. Sie waren von kleiner bis mittlerer Statur und für ihre Kraft und Ausdauer bekannt. Mit dem Aufkommen der Industrialisierung und der Verbesserung des Verkehrswesens im 19. Jahrhundert starb das Cheval du Morvan aus. Als Zugpferd wurde es durch die Rassen Nivernais und Comtois verdrängt, als Reitpferd durch das Vollblut. Weiterlesen

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Portrait: Waxdick

Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Knorpelganoiden (Chondrostei)
Ordnung: Störartige (Acipenseriformes)
Familie: Störe (Acipenseridae)
Gattung: Huso
Art: Waxdick (Huso gueldenstaedtii)

Waxdick (Tiergarten Straubing)

Der Waxdick (oder Russischer Stör) kann eine Länge von 210 cm erreichen, wobei eine Größe von 110 bis 140 cm eher der Norm entspricht. Er besitzt eine relativ kurze, abgerundete Schnauze mit drei Paaren ungefranster Barteln, die näher an der Schnauzenspitze als am Maul sitzen. Die Rückenflosse weist 27 bis 48 Weichstrahlen auf, die Afterflosse 16 bis 35. Die Anzahl der Schuppen entlang der Seitenlinie variiert zwischen 21 und 50. Von dem ansonsten ähnlichen Sternhausen lässt sich dieser Fisch anhand der Schnauzenform, der Barteln und der Schuppenanordnung unterscheiden. Die Oberseite ist graugrün, die Seitenschuppen sind hell und der Bauch ist weiß. Weiterlesen

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Leishmaniose

Lebenszirkel der Leishmaniose beim Menschen (CDC)

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René Anour: Die Gejagte (Rezension)

Eine Frau ohne Erinnerungen, ihr Verfolger und eine gnadenlose Hetzjagd – ein Survival Thriller ohnegleichen!
Ohne jede Erinnerung wacht Jess mitten im Dschungel auf – verletzt und in Handschellen. Ein schwerverletzter Mann, dem sie zur Hilfe eilt, hat sichtlich Angst vor ihr. Als endlich Hilfe eintrifft, tötet der vermeintliche Retter plötzlich den Verletzten und eröffnet die Jagd auf Jess. Hals über Kopf flüchtet sie tiefer in den dunklen Regenwald – weg vom Verfolger, weg vom Fundort. Allein im Dschungel muss Jess nicht nur um ihr Leben kämpfen, sondern auch um ihre Erinnerungen. Wie ist sie hierhergekommen? Wo genau ist sie überhaupt? Und wer jagt sie? Ihre Vergangenheit als Biologin in Berlin könnte der Schlüssel für ihre Situation sein. Und ihre einzige Chance die raue Natur zu überleben. Aber ihr Verfolger scheint ihr immer einen Schritt voraus.
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Leonie Ilonka Henning: Wie das Leben lieben lernte (Rezension)

Wie finden sich Lebewesen? Warum wählen sie einander? Und weshalb lohnt sich Nähe überhaupt?
Die Liebe ist älter als das Herz. Sie begann nicht mit Gefühlen, sondern mit Begegnungen zwischen Zellen. Leonie Ilonka Henning zeigt, wie aus chemischen Reaktionen Verhalten wurde, aus Zufall Anziehung und aus Fortpflanzung etwas, das wir heute Liebe nennen.
Ein poetisches Sachbuch voller erstaunlicher Strategien, ungewöhnlicher Beziehungen und überraschender Antworten auf eine der ältesten Fragen des Lebens.
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TTT: 10 Bücher, in deren Titel ein Gebäude genannt wird


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Die Domestikation des Hauspferd

Noriker (Bergtierpark Blindham)

Die Domestizierung des Pferdes brachte den beteiligten Völkern einen außerordentlichen Vorteil: Weite Strecken waren in viel kürzerer Zeit zu überwinden, was das Aufrechterhalten großer Reiche einfacher machte. Des Weiteren wurden sie, wie vielfach auch heute noch, als Fleischlieferant genutzt und leisteten als wertvoller Helfer in kriegerischen Auseinandersetzungen gute Dienste. Durch das Pferd waren neue Angriffs- und Kriegstechniken möglich.
Die frühen Großreiche der Assyrer und Hethiter sowie die Hurriter im Mitanni-Staat profitierten von der Nutzbarmachung des Pferdes im Krieg. Pferde kamen hierbei sowohl als Reit- als auch als Zugtiere (z. B. von Streitwagen) zum Einsatz. Ein Handbuch zur Ausbildung von Pferden stammt von Kikkuli. Um das Jahr 1700 v. Chr. drangen die Hyksos wohl aus der südlichen Levante kommend in Ägypten ein. Den Ägyptern waren Pferde bis dahin unbekannt und sie waren den Hyksos im Kampf so weit unterlegen, dass diese Unterägypten erobern konnten.
David Anthony fand im ukrainischen Derijiwka Pferdezähne mit Abnutzungsspuren, die auf den Gebrauch von Zaumzeug zum Reiten hinwiesen. Er ordnete sie zunächst der Sredny-Stog-Kultur zu (4000 v. Chr.), womit dies als Beleg für die älteste Pferdedomestikation galt. (Lit.: Anthony, 1986, 1991). Doch korrigierte Anthony selbst (2000) die Datierungen des Zahns auf die Zeit zwischen 700 v. Chr. und 200 v. Chr. und damit in die Skythen-Zeit. Weiterlesen

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Zoobesuche im August

Neben einigen Zoobesuchen während einer kurzen Reise nach Zwickau wurde auch der Tierpark Hellabrunn besucht.
Natürlich ist die Zoopresseschau und die Zootierliste (für alle Zoos) aktueller und hilfreicher als meine kleine Momentaufnahme, aber sie zeigt auch Veränderungen in den Zoos. Als Einzelperson ist es natürlich schwierig, alle Zoos in Deutschland und den Nachbarländern im Auge zu behalten, aber zumindest wird auch ein bisschen die Vielfalt der Zoolandschaft gezeigt.
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