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Neues aus Wissenschaft und Naturschutz

05.10.2026, Georg-August-Universität Göttingen
Gemeinsam für mehr Biodiversität in Agrarlandschaften
Wie können wir den Artenverlust in Agrarlandschaften aufhalten und dabei soziale und ökonomische Aspekte berücksichtigen? Eine Antwort könnte in einer stärkeren Zusammenarbeit auf Landschaftsebene liegen: In einem neuen Positionspapier beschreiben Forschende der Universität Göttingen, welche Synergien eine kooperative Landschaftsplanung gegenüber einzelnen, isolierten Maßnahmen ermöglichen kann. Der Beitrag ist in der Fachzeitschrift Conservation Biology erschienen.
In vielen Regionen der Welt nehmen Arten in Agrarlandschaften besonders stark ab. Bestehende Agrarumweltmaßnahmen konnten diesen negativen Trend bislang nicht umkehren, weil sie oft nur von einzelnen Betrieben und ohne übergreifende räumliche Planung umgesetzt werden. Für viele Arten reichen solche Maßnahmen jedoch nicht aus, da sie auf verschiedene Ressourcen in der umgebenden Landschaft angewiesen sind. Die landschaftsweite Kooperation ermöglicht es dagegen mehreren landwirtschaftlichen Betrieben, gemeinsam Ziele zu setzen und Flächengröße, Lage, Vernetzung und Qualität von Agrarumweltmaßnahmen abzustimmen. Auf Grundlage von partizipativen Workshops, Expertendiskussionen und wissenschaftlicher Literatur identifizierte das Forschungsteam sechs potenzielle Synergien zwischen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Vorteilen der landschaftsweiten Koordination von Agrarumweltmaßnahmen. So können beispielsweise besser geplante Maßnahmen Ökosystemleistungen wie Bestäubung fördern und dadurch auch landwirtschaftliche Erträge unterstützen. Gleichzeitig kann die Zusammenarbeit soziale Beziehungen stärken und Kosten senken, etwa wenn Betriebe Verwaltungsaufgaben oder Saatgutbestellungen gemeinsam organisieren.
„Anstatt sich auf die Gegensätze zwischen Landwirtschaft und Naturschutz zu konzentrieren, sollten wir Synergien nutzen, wann immer es möglich ist“, so Erstautorin Dr. Annika Hass von der Abteilung Agrarökologie und Funktionelle Agrobiodiversität der Universität Göttingen. „Entscheidend sind dabei geeignete Strukturen, die eine Zusammenarbeit in den Landschaften ermöglichen – wie eine koordinierende Institution, die Einbindung verschiedener Akteure und flexible politische Rahmenbedingungen.“ Zudem betonen die Autorinnen und Autoren, dass viele der identifizierten Synergien zunächst Hypothesen darstellen, die als Ausgangspunkt für neue empirische und interdisziplinäre Forschung dienen können. Die Ergebnisse zeigen das Potenzial der landschaftsweiten Koordination von Agrarumweltmaßnahmen für eine zukunftsfähige Agrarpolitik. Dieser Landschaftsansatz kann dazu beitragen, Biodiversitätsförderung wirksamer zu gestalten und gleichzeitig die Akzeptanz sowie die wirtschaftliche Tragfähigkeit entsprechender Maßnahmen zu erhöhen.
Originalpublikation:
Hass, A. et al. Codesigning synergies among ecological, social, and economic benefits with landscape-scale agri-environmental schemes. Conservation Biology (2026). DOI: http://10.1111/cobi.70376 Weiterlesen →

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Portrait: Gelbkopfamazone

Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
Familie: Eigentliche Papageien (Psittacidae)
Unterfamilie: Neuweltpapageien (Arinae)
Gattung: Amazonenpapageien (Amazona)
Art: Gelbkopfamazone (Amazona oratrix)

Doppelgelbkopfamazone (Zoo Schmiding)

Die kurzschwänzige Gelbkopfamazone ist 35–38 cm groß, ihr Gefieder hauptsächlich grün und der namensgebende Kopf gelb. Je nach Art variiert der Gelbanteil. Der Flügelbug ist weitgehend rot mit unregelmäßiger gelber Befiederung. Schnabel und Wachshaut sind hornfarben hell. Weibchen und Männchen sind anhand optischer Merkmale nicht zu unterscheiden. Die Iris ist leuchtend orange. Noch nicht ausgewachsene Vögel lassen sich an der dunkelbraunen Iris erkennen. Generell sind die gelben Farbpartien am Kopf bei Jungvögeln weniger ausgeprägt als bei adulten.
Es werden vier Unterarten anerkannt:
Doppelgelbkopfamazone (Amazona oratrix oratrix Ridgway, 1887) – Mexiko
Gelbkopfamazone (Amazona oratrix belizensis Monroe & T. R. Howell, 1966) – Belize und im Nordosten von Guatemala
Gelbkopfamazone (Amazona oratrix hondurensis Lousada & S. N. G. Howell, 1997) – Honduras und im Osten von Guatemala
Tres-Marias-Amazone (Amazona oratrix tresmariae Nelson, 1900)[5] – Tres Marias Inseln/Mexiko, wird auch als eigenständige Art (Amazona tresmariae) eingestuft. Weiterlesen →

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Portrait: Narragansett Pacer

Ordnung: Unpaarhufer (Perissodactyla)
Familie: Pferde (Equidae)
Gattung: Pferde (Equus)
Art: Wildpferd (Equus ferus)
Unterart: Hauspferd (Equus ferus caballus)

Narragansett Pacer (John Dimon)

Der Narragansett Pacer war die erste Pferderasse, die im 18. Jahrhundert in den Vereinigten Staaten aus einer Mischung englischer und spanischer Rassen entstand, wobei die genaue Kreuzung unbekannt ist. Die Rasse war eng mit dem Bundesstaat Rhode Island verbunden, starb jedoch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts aus. Der Pacer befand sich im Besitz vieler berühmter Persönlichkeiten jener Zeit, darunter George Washington. Der letzte bekannte Pacer starb um 1880.
Der Pacer galt als trittsichere und zuverlässige Rasse, auch wenn er äußerlich nicht besonders auffällig oder schön war. Pacers wurden sowohl für Rennen als auch als allgemeine Reitpferde eingesetzt. Sie bildeten die Grundlage für mehrere andere amerikanische Rassen, darunter das American Saddlebred, das Standardbred und das Tennessee Walking Horse. Weiterlesen →

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Portrait: Guinas-Buntbarsch

Ordnung: Buntbarschartige (Cichliformes)
Familie: Buntbarsche (Cichlidae)
Unterfamilie: Pseudocrenilabrinae
Tribus: Tilapiini
Gattung: Tilapia
Art: Guinas-Buntbarsch (Tilapia guinasana)

Guinas-Buntbarsch (Haus des Meeres, Wien)

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Neues aus der Wissenschaft – Hausrinder

Entschlüsselung der Geschichte afrikanischer Zebugenome
„Unscrambling the history of African indicine cattle genomes“
Mulusew Kassa Bitew, Helina Solomon Woldekiros, Christian Persichilli, Marika Di Civita, Slim Ben Jemaa, Salvatore Mastrangelo, Joram M. Mwacharo, Olivier Hanotte, Fabio Pilla und Gabriele Senczuk
Veröffentlicht am 10. März 2026 in iScience (Band 29, Artikel 115295), DOI: 10.1016/j.isci.2026.115295
Das genetische Erbe afrikanischer Rinder spiegelt jahrtausendealte Beziehungen zwischen afrikanischen und asiatischen menschlichen Gesellschaften und Zivilisationen wider. Durch die Analyse genomweiter SNP-Daten von 1.043 Individuen aus 38 Rassen – darunter 36 aus Afrika – mittels eines „Approximate Bayesian Computation“-Verfahrens in Kombination mit einer „Random Forest“-Klassifizierung zeigen wir, dass diese Geschichte durch mindestens zwei unabhängige Einwanderungswellen von Zebu-Rindern (Indicinae) vom indischen Subkontinent geprägt ist. Die zeitlichen Einordnungen korrespondieren mit bedeutenden kulturellen Umbrüchen in Afrika, etwa der Entstehung von Staaten, der Verbreitung der Eisenverarbeitung und der Intensivierung der Viehwirtschaft, wie sie beispielhaft durch das Reich von Aksum und die Swahili-Kultur repräsentiert werden. Zudem weisen wir nach, dass Sanga-Rinder aus einer Vermischung zwischen einheimischen afrikanischen Taurin-Rindern und den Zebu-Rindern der ersten Einwanderungswelle hervorgegangen sind. Diese Ergebnisse liefern eine präzisierte Chronologie der Rinderverbreitung und der Viehwirtschaft in Afrika, verdeutlichen, wie kulturelle Wandlungsprozesse der Menschen die Genome der Nutztiere geprägt haben, und unterstreichen die zentrale Rolle Afrikas bei der Gestaltung der weltweiten Rindervielfalt. Weiterlesen →

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Frank Ashwood: Die Welt unter unseren Füßen (Rezension)

Eine faszinierende Expedition in den Untergrund
Der Boden ist die verborgene Lebensader unseres Planeten – und eines seiner letzten großen Rätsel. Der Ökologe Frank Ashwood nimmt uns mit zu außergewöhnlichen Schauplätzen – von den chinesischen Schwarzerdeablagerungen über das grönländische Eisschild bis zu den Urwäldern Neuseelands – und legt dabei eine Bodenschicht nach der anderen frei. Wir erkunden die Wunderkammern der winzigen Erdreichbewohner und erfahren, wie dort Dünger für unser Getreide erzeugt, gewaltige Mengen Kohlenstoff gebunden oder Wasser gespeichert und gefiltert wird. Ashwoods spektakuläre Nahaufnahmen machen die kleinsten Wesen sichtbar. Oft heißt es, um das Staunen über die Welt zu lernen, müssten wir nach oben zu den Sternen blicken. Aber vielleicht sollten wir lieber nach unten schauen?
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Glenn-Peter Saetre: Der Spatz

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Jasmin Schreiber: Gärtnern für die Artenvielfalt (Rezension)

Für mehr Leben zwischen Beet und Baum: Dieses Buch macht Lust, den eigenen Garten zur lebendigen Oase zu verwandeln. SPIEGEL Bestseller-Autorin Jasmin Schreiber (@insektengarten) zeigt, wie jeder Garten – ob groß oder klein – aktiv zur Erhaltung der Artenvielfalt beitragen kann. Von Gemüse im Waldgarten über heimische Pflanzen, Kompost und insektenfreundliche Stauden verbindet sie fundiertes Wissen mit praxisnahen Ideen. Denn Artenschutz beginnt direkt vor der eigenen Haustür – und macht richtig Freude. Weiterlesen →

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Esther Gonstalla: Naturtalente

Um uns herum wimmelt es von Arbeiterinnen und Kollegen, von denen wir nichts wissen: Nacktschnecken, die uns bei Operationen helfen. Meerespflanzen, die einen Großteil unseres Sauerstoffs liefern. Oder Eichhörnchen, die aus Versehen Bäume pflanzen.
Naturtalente zeigt 50 Tiere und Pflanzen in ebenso vielen überraschenden Grafiken – und deckt auf, welche Jobs sie heimlich für uns erledigen, während wir schlafen, essen oder uns mal wieder über eine Mücke ärgern.
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TTT: 10 Cover in schwarz/weiß


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