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Neues aus Wissenschaft und Naturschutz

08.07.2026, Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) im Forschungsverbund Berlin e.V.
Die Sprache des Spiels: Hyänen deeskalieren mit Mimik und Stimme
In populären Filmen und Geschichten werden Hyänen meist lediglich als Jäger und Aasfresser dargestellt, jedoch verbringen sie in der Realität durchaus viel Zeit mit Spielen und Raufen. Eine neue wissenschaftliche Studie räumt mit Vorurteilen über diese ikonischen Raubtiere auf und zeigt: Tüpfelhyänen verfügen über ein hochentwickeltes Sozialverhalten und eine ausgefeilte Kommunikation mit Mimik und Stimme. Die Studie ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen der Abteilung für Ethologie der Universität Pisa, dem Ngorongoro-Hyänen-Projekt des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung und Siyafunda Wildlife & Conservation.
Das Forscherteam hat Tüpfelhyänen (Crocuta crocuta) in freier Wildbahn beim Spielen beobachtet und dabei festgestellt, dass ihre präzise Kommunikation durchaus mit der vieler Primatenarten vergleichbar ist. Hyänen spielen und raufen miteinander in allen Lebensphasen. Zwar spielen Jungtiere häufiger als erwachsene Tiere, doch auch bei ihnen ist die Freude am Spiel zu beobachten. Interessanterweise mögen adulte Hyänen offenbar besonders Spiele im Wasser.
Komplexe Kommunikation ist Grundlage für spielerische Kämpfe
Das spielerische Raufen ist eine Form der sozialen Interaktion, die eine fein abgestimmte Kommunikation zwischen den Tieren erfordert, um Missverständnisse zu vermeiden und das Risiko einer Eskalation zu minimieren. Das ist insbesondere bei großen und kräftigen Raubtieren wie den Hyänen sehr wichtig. Um sicherzustellen, dass der Spielpartner die friedliche Absicht versteht, nutzen Tiere verschiedene Signale der Körpersprache. Bei Säugetieren ist das „entspannte, offene Maul“ („Relaxed Open Mouth“, ROM) das häufigste visuelle Signal, das typischerweise im Sichtfeld des Gegenübers gezeigt wird, um friedliche Absichten zu vermitteln. Im Gegensatz dazu sind vokale Signale bislang nur unzureichend erforscht, was zum Teil daran liegt, dass die Tiere, die gerade Laute äußern, nicht zuverlässig identifiziert werden können.
Hyänen beherrschen Mimik und differenzierte Lautäußerungen
Die neue Studie zeigt, dass Hyänen visuelle und vokale Signale der Körpersprache kombinieren, um auch in der Gruppe ein gemeinsames Verständnis der spielerischen Absicht aufrechtzuerhalten. Das Forscherteam konnte beobachten, dass Hyänen das Spielsignal „entspanntes, offenes Maul“ (ROM) zwar häufig beim Eins-zu-Eins-Spiel, also beim direkten Blickkontakt, verwenden, in komplexeren Gruppensituationen dieses Spielsignal dann aber verstärkt mit Lautäußerungen kombinieren. Dr. Oliver Höner, Mitautor der Studie und Forscher am Leibniz-IZW erklärt: „Wenn mehrere Hyänen miteinander spielen und sie sich nicht sicher sein können, dass alle Teilnehmenden das entspannte ROM sehen, dann setzen sie zusätzliche Signale in Form von spielspezifischen Lautäußerungen ein, die von allen Teilnehmenden registriert und verstanden werden.“ Die vom Forscherteam beobachteten Hyänen nutzten beim Spielen insgesamt 13 verschiedene Lautäußerungen, wovon fünf noch nie zuvor beschrieben wurden. Diese differenzierten Lautäußerungen kompensieren vermutlich den fehlenden Blickkontakt beim Gruppenspiel, so die Forschenden.
Eine adaptive Nutzung mehrerer Kommunikationsformen unterstreicht die Fähigkeit der Tüpfelhyänen, ihre Körpersprache aktiv an den jeweiligen sozialen Kontext anzupassen – ein Hinweis auf ihre ausgeprägten kognitiven und sozialen Fähigkeiten.
Das Ngorongoro-Hyänen-Projekt des Leibniz-IZW erforscht seit mehr als 30 Jahren die Hyänenpopulationen im Ngorongoro-Krater in Tansania.
Originalpublikation:
Francesconi, M., Masciarelli, E., Schianini, V. et al. Eyes, ears, and play in the wild: flexible use of sensory channels in spotted hyena communication. Behav Ecol Sociobiol 80, 41 (2026). DOI: 10.1007/s00265-026-03711-x Weiterlesen

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Portrait: Braunkopfklammeraffe

Unterordnung: Trockennasenprimaten (Haplorrhini)
Teilordnung: Affen (Anthropoidea)
ohne Rang: Neuweltaffen (Platyrrhini)
Familie: Klammerschwanzaffen (Atelidae)
Gattung: Klammeraffen (Ateles)
Art: Braunkopfklammeraffe (Ateles fusciceps)

Braunkopfklammeraffe (Zoo Landau)

Braunkopfklammeraffen sind wie alle Klammeraffen schlank gebaute Primaten mit langen, dünnen Gliedmaßen und einem langen Schwanz. Die Kopfrumpflänge beträgt 40 bis 55 Zentimeter, der Schwanz ist mit 60 bis 85 Zentimeter deutlich länger. Er ist als Greifschwanz ausgebildet, die Unterseite ist an der Spitze unbehaart. Das Durchschnittsgewicht der Tiere beträgt rund neun Kilogramm, wobei die Männchen etwas größer und schwerer sind als die Weibchen. Als Anpassung an die hangelnde Fortbewegung sind die Hände lang und hakenförmig, der Daumen fehlt. Es werden zwei unterschiedlich gefärbte Unterarten unterschieden: Die Nominatform A. f. fusciceps hat ein schwarzbraunes Fell mit einem braunen Kopf. A. f. rufiventris ist gänzlich schwarz gefärbt, manchmal ist der Bauch etwas heller. Die Augen sind von hellen Ringen umgeben. Weiterlesen

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Portrait: Riesentukan

Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Spechtvögel (Piciformes)
Familie: Tukane (Ramphastidae)
Gattung: Ramphastos
Art: Riesentukan (Ramphastos toco)

Riesentukan (Vogelpark Olching)

Der Riesentukan erreicht eine Körperlänge von 56 bis 62 Zentimetern. Die Männchen der Nominatform haben eine Schnabellänge von durchschnittlich 20 Zentimetern, die Schnabellänge der Unterart Ramphastos toco albogularis ist mit 18,7 Zentimetern etwas kleiner. Weibchen haben grundsätzlich kleinere Schnäbel. Bei den Weibchen der Nominatform beträgt die Schnabellänge durchschnittlich 17,9 Zentimeter und bei denen der Unterart R. t. albogularis 16,5 Zentimeter. Dies ist der größte Schnabel unter allen Tukanarten. Das Gewicht variiert zwischen 640 und 860 Gramm für die Männchen und zwischen 500 und 695 Gramm für die Weibchen.
Adulte Riesentukane haben ein größtenteils glänzend schwarzes Gefieder. Lediglich das Kinn, die Ohrdecken und die Nackenseiten sind weiß. Die Kehle ist individuell unterschiedlich blass bis leuchtend gelb. Allerdings ist diese gelbe Kehle bei Feldbeobachtungen gewöhnlich nicht zu sehen. Die schwarzen Federn am oberen Kehlbereich haben eine rote, schmale Spitze und bilden ein schmales rötliches Band. Die Oberschwanzdecken sind weiß, die Unterschwanzdecken sind rot.
Der Schnabel ist sehr lang und schmal. Am Ende des Oberschnabels befindet sich ein großer, längs gezogener schwarzer Fleck. An der Schnabelwurzel befindet sich eine schwarze Querbinde. Der übrige Schnabel ist rot-orange, wobei der Schnabelrücken (Culmen) am rötlichsten ist. Das Schnabelinnere ist gelb und geht zum Kopf hin in ein Violett über. Die unbefiederte Haut rund um das Auge ist gewöhnlich orange. Einige Individuen sind unter dem Auge gelblich grün. Ein schmaler und wulstiger blauer Augenring verläuft um das Auge. Die Augen sind braun und variieren von einem Blassbraun bis zu einem hellen Graublau. Die Füße und Beine sind bläulich bis graublau.
Jungvögel sind generell etwas matter und blasser gefärbt. Ihr Gefieder ist eher rußfarben und nicht glänzend. Der große Schnabelfleck auf dem Oberschnabel ist bei ihnen bräunlich bis schwarzbraun, die ungefiederte Gesichtshaut ist mattweiß. Weiterlesen

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Portrait: Kurzer Lachsspierling

Kohorte: Euteleosteomorpha
Unterkohorte: Neoteleostei
Ordnung: Eidechsenfischartige (Aulopiformes)
Familie: Barrakudinas (Paralepididae)
Gattung: Magnisudis
Art: Kurzer Lachsspierling  (Magnisudis atlantica)

Kurzer Lachsspierling (Emma Kissling)

Der Kurze Lachsspierling hat einen langgestreckten, für einen Barrakudina allerdings kräftigen Körper, der eine Länge von 56 Zentimeter erreichen kann, gewöhnlich aber bei 43 Zentimeter bleibt. Die kurze Rückenflosse sitzt hinter der Körpermitte und wird von 9 bis 12, die Afterflosse von 20 bis 24 Flossenstrahlen gestützt. Die Bauchflossen setzen ein wenig hinter der Rückenflosse an. Eine kleine Fettflosse ist vorhanden. Die Anzahl der Wirbel liegt bei 60 bis 69, die der Branchiostegalstrahlen bei acht.

Der Kurze Lachsspierling lebt in allen Weltmeeren zwischen 69° nördlicher und 61° südlicher Breite.
Er lebt von der Wasseroberfläche bis in Tiefen von 4750 Metern. Er ernährt sich von kleinen Fischen und Garnelen. Große Exemplare bevorzugen kühle und gemäßigte Meeresregionen. Zur Fortpflanzung wandern die Fische in tropische und subtropische Meere. Die atlantische Population laicht wahrscheinlich in der Sargassosee. Kurze Lachsspierlinge werden von Haien, Thunfischen und Walen gefressen.

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Ausgestorbene Hauspferderassen 2

Ausgestorbene Hauspferderassen

Galloway-Pony (Nimrod)

Das Galloway-Pony ist eine ausgestorbene Pferderasse, die einst in Schottland und Nordengland beheimatet war. Es zeichnete sich durch ein „schönes Erscheinungsbild, eine breite, tiefe Brust und eine Neigung zum Passgang anstelle des Trabes“ aus. Im 18. Jahrhundert wurden Galloways in Swaledale gezüchtet, um Bleierz zu transportieren.
Das Galloway-Pony hatte großen Einfluss auf das Neufundland-Pony, das Highland-Pony und das englische Fell-Pony. Die Rasse verschwand durch Kreuzung, da ihre Nachkommen äußerst nützliche Tiere waren – ähnlich wie bei der Rasse Narragansett Pacer aus Rhode Island. Weiterlesen

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Naomi Novik: Drachenglanz (Rezension)

Kaum haben Will Laurence und sein Drache Temeraire ihr Abenteuer im Ottomanischen Reich heil überstanden, da droht bereits das nächste Unheil: In Britannien ist eine verheerende Seuche ausgebrochen, und die Drachen der Feuerreiter siechen hilflos dahin. Niemand weiß, wie lange diese katastrophale Schwäche noch vor dem kriegslüsternen französischen Kaiser Napoleon geheim gehalten werden kann. Und so müssen Will Laurence und Temeraire sofort wieder aufbrechen – dieses Mal nach Afrika, wo es das einzige Heilmittel gegen die Seuche geben soll. Doch auf dem schwarzen Kontinent lauern vielfältige Gefahren …
Teil vier der spannenden historischen AlternativeFantasyreihe DIE FEUERREITER SEINER MAJESTÄT. Und ja, es geht nach Afrika, wobei mir dieser Teil dann doch etwas zu kurz kommt. Der schwarze Kontinent hätte sicher ein paar Geheimnisse, die man lüften könnte, ganz so im Stile der großen Entdecker. Aber man muss mit dem zufrieden sein, was man bekommt. Und man kann nicht sagen, dass es sich bei DRACHENGLANZ um einen weniger guten Roman der Reihe handelt. Bei weitem nicht, denn es passiert doch sehr viel. Im Mittelpunkt steht auch nicht die Reise nach Afrika, sondern eine schreckliche Krankheit, welche die Drachen infiziert. Das britische Königreich ist dabei ihre wichtige Flotte zu verlieren, da würde sich Napoleon ins Fäustchen lachen. Aber natürlich kommt es soweit nicht und man findet ein Heilmittel. Aber auch sonst passiert sehr viel, da steht manchmal das Schicksal der Drachen hinten an.
Fans der Reihe bekommen das was sie erwarten: Ein spannendes „historisches“ Drachenabenteuer. Ich habe schon so viel über die Serie gesagt, ich würde mich nur wiederholen. Aber zu beachten ist, dass sich DRACHENGLANZ nicht für Quereinsteiger eignet. Diese Serie muss man von Anfang an lesen und genießen. Und das Ende ist … ein fieser Cliffhanger, der Ehrgefühl mit Pflicht in einen schwierigen Konflikt bringt. Ich bin gespannt, wie Laurence und Temeraire da wieder raus kommen. Und nein, ich sage nicht, um was es geht, nur vielleicht eins: HOCHVERRAT.
DRACHENGLANZ ist spannend vom Anfang bis zum Schluss, und für Drachenfans ein Highlight.

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TTT: Highlights des 1. Halbjahrs 2026

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Zoobesuche im Juni

Im Rahmen der ersten großen Zooreise in diesem Jahr wurden einige Zoos in verschiedenen deutschen Bundesländern besucht:

Zoo Leipzig der letzte Besuch war im Dezember 2025)
Tiergarten Delitzsch (der letzte Besuch war im September 2025)
Tierpark Luckenwalde (der letzte und damals erste Besuch war im Juni 2020)
Zoo Berlin (der letzte Besuch war im September 2025)
Tierpark Kunsterspring (der letzte und damals erste Besuch war im Mai 2015)
Tierpark Perleberg (der letzte und damals auch erste Besuch war im Juni 2014)
Zoo Schwerin (der letzte Besuch war im September 2023)
Tierpark Hagenbeck (der letzte Besuch war im September 2023)
Wildpark Schwarze Berge (der letzte Besuch war im Juni 2022)
Wildpark Lüneburger Heide (der letzte Besuch war im Juni 2022)
Erlebniszoo Hannover (der letzte Besuch war im September 2025)
Weltvogelpark Walsrode (der letzte Besuch war im September 2025)
Tierpark Bad Pyrmont (der letzte Besuch war im September 2020)
Tierpark Sababurg (der letzte Besuch war im August 2017)
Wildpark An den Eichen (der letzte und damals erste Besuch war im August 2014) Weiterlesen

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Der Newsletter des Augsburger Zoos – Juli

Im Juni gab es den ersten Newsletter aus dem Augsburger Zoo unter neuer Leitung. Umfangreich und anders, als man es bisher kannte. Der Juli-Newsletter schließt sich daran an, auch hier wird sehr viel über die Arbeit des Augsburger Zoos berichtet und weniger auf die Tiere eingegangen. In dieser Form ist der Newsletter aber nach wie vor einer, der die gewöhnliche Zoopresseschau sprengen würde, also bekommt dieser kleine Zoo hier seinen eigenen Raum. Und auch für diejenigen, die den Zoo nicht kennen, bzw nicht so oft vorbeikommen, ist der Newsletter informativ und interessant. Weiterlesen

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Steckbrief: Wildpark an den Eichen, Schweinfurt

Bauernhof (Wildpark an den Eichen)

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