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Neues aus Wissenschaft und Naturschutz

12.01.2026, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Typus-Genomik: DNA-Schatz in der Sammlung
Neue Studie zeigt, wie DNA aus Typusexemplaren die Biodiversitätsforschung revolutionieren kann. In einem gemeinsamen Appell plädiert ein internationales Forschungsteam, darunter Senckenberg-Wissenschaftler Prof. Dr. Steffen Pauls, für die gezielte und umfassende Genomsequenzierung von Typusexemplaren – den Referenz-Exemplaren einzelner Arten, die in naturkundlichen Sammlungen aufbewahrt werden.
In ihrem in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „Systematic Biology“ veröffentlichten Beitrag betonen die Forschenden um Erstautor Dr. Harald Letsch (Universität Wien und Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe) die große Bedeutung der Entschlüsselung dieser genetischen Codes für die Biodiversitätsforschung und zeigen, wie sich durch modernste Technologien „digitale Zwillinge“ der oftmals historischen Museumsexemplare erstellen lassen.
In naturwissenschaftlichen Sammlungen auf der ganzen Welt lagert ein ungehobener Schatz: die DNA von sogenannten Typusexemplaren. Von jeder bekannten Art gibt es irgendwo auf der Welt ein Exemplar – ein Tier, eine Pflanze oder ein Fossil – das zur offiziellen Beschreibung und Benennung dieser Art verwendet wurde. Diese einmaligen und sorgsam aufbewahrten Objekte in den Sammlungen von Museen und Forschungseinrichtungen sind die „offiziellen Nachschlagewerke“ der Natur. Sie helfen Forschenden dabei, Arten eindeutig zu identifizieren und korrekt einzuordnen.
„Typusexemplare sind das Fundament unserer biologischen Namensgebung und unseres Artverständnisses“, erklärt der Erstautor des Artikels Dr. Harald Letsch von der Universität Wien und dem Naturkundemuseum Karlsruhe. „Wenn wir ihre Genome entschlüsseln, können wir besser verstehen, wie Arten miteinander verwandt sind, wie sie sich entwickelt haben – und wie wir sie schützen können.“
Doch die Zeit hinterlässt Spuren: Viele der Typusexemplare sind jahrhundertealt, empfindlich und gefährdet – durch Alterungsprozesse, unsachgemäße Lagerung oder Naturkatastrophen. Dank neuer Sequenzierungstechnologien ist es inzwischen möglich, genetische Informationen selbst aus sehr alten und fragilen Objekten zu gewinnen, ohne sie dabei zu zerstören.
Die Wissenschaftler*innen der Universität Wien und des Naturhistorischen Museums Wien, der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, des Museums für Naturkunde Berlin, des Leibniz-Instituts zur Analyse des Biodiversitätswandels und weiterer Institutionen plädieren dafür, dass Sammlungs-Kurator*innen und Forschende aus den Bereichen der Taxonomie und Genomik verstärkt zusammenarbeiten, um das große Potenzial der „Typus-Genomik“ für die Biodiversitätsforschung nutzbar zu machen.
Ihr Appell ist Teil einer umfassenderen Bewegung zur Digitalisierung naturkundlicher Sammlungen. Die physische Unversehrtheit von Typusexemplaren zu bewahren, steht oft im Widerspruch zum Wunsch nach ihrer wissenschaftlichen Nutzung. Jede Untersuchung des physischen Exemplars oder dessen Ausleihen an andere Einrichtungen birgt Gefahren für die wertvollen Objekte. Moderne Technologien wie Hochdurchsatz-Sequenzierung auf Basis minimal-invasiver DNA-Entnahmemethoden und die Erstellung sogenannter „digitaler Zwillinge“ bieten hierfür neue Lösungsansätze: Hochauflösende Bilder, morphometrische Daten und genetische Informationen machen dabei die Eigenschaften der Typusexemplare für die Wissenschaft zugänglich, ohne die Originalexemplare zu gefährden.
„Technologien wie hochauflösende Bildgebung und minimal-invasive DNA-Entnahme verändern alles“, betont Dr. Steffen Pauls vom Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt und Seniorautor der Studie. „Wir können einmalig große Datenmengen aus einem Exemplar gewinnen – und diese Informationen dann global teilen, ohne das Original erneut zu belasten.“
„Der Aufbau datenreicher, umfassend digitalisierter Sammlungen durch Projekte wie die Typus-Genomik macht Biodiversitätsinformationen für die weltweite Forschung zugänglich und unterstreicht den Wert von Museumssammlungen als zentrale Forschungsinfrastruktur und lebendige Archive der Erdgeschichte“, ergänzt Dr. Jenna Moore vom Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels und Museum der Natur Hamburg.
Um die Zusammenarbeit zwischen Kurator*innen, Taxonom*innen und Genomforscher*innen zu fördern, entwirft das Team eine Strategie, mit der sich die Datengewinnung aus Typusexemplaren maximieren und gleichzeitig die Auswirkungen von DNA-Entnahme und anderen musealen Analyseverfahren minimieren lassen. „Zusammenarbeit ist der Schlüssel, um sowohl die Qualität als auch die Menge der Daten aus Typusexemplaren zu optimieren. Idealerweise wird ein Typusexemplar nur einmal physisch angefasst, um möglichst viele Informationen zu gewinnen“, so Pauls.
Museale Netzwerke sowie standardisierte DNA-Entnahmeprotokolle könnten künftig gewährleisten, dass genomische Daten aus Typusexemplaren weltweit verfügbar sind. Dr. Iker Irisarri vom Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels und dem Museo Nacional de Ciencias Naturales (MNCN-CSIC) in Madrid betont: „Der Aufbau vernetzter Kataloge naturkundlicher Sammlungen kann die Beschreibung neuer Arten beschleunigen und die Erhaltung der Biodiversität gezielt unterstützen – vorausgesetzt, die entsprechenden Genomdaten sind offen zugänglich.“
Dr. Harald Letsch ist überzeugt: „Die Bereitstellung genomischer Informationen aus Typusexemplaren ist ein entscheidender Schritt in der digitalen Transformation naturkundlicher Sammlungen. Mit gemeinschaftlicher Expertise und moderner Technologie können wir die Forschung revolutionieren und biologisches Wissen für kommende Generationen bewahren.“
Originalpublikation:
Harald Letsch et al., Type genomics: a Framework for integrating Genomic Data into Biodiversity and Taxonomic research, Systematic Biology, Volume 74, Issue 6, November 2025, Pages 1029–1044 https://doi.org/10.1093/sysbio/syaf040 Weiterlesen

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Portrait: Grüne Baumeidechse

Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Familie: Echte Eidechsen (Lacertidae)
Unterfamilie: Lacertinae
Gattung: Afrikanische Baumeidechsen (Gastropholis)
Art: Grüne Baumeidechse (Gastropholis prasina)

Grüne Baumeidechse (Zoo Magdeburg)

Die Grüne Baumeidechse ist eine schlanke, leuchtend grüne Eidechse mit einem langen Greifschwanz, der etwa 70 % ihrer Körperlänge ausmacht. Die Schuppen auf ihrem Rücken sind klein, glatt und nicht überlappend und smaragdgrün. Die Schuppen auf ihrer Unterseite sind gelbgrün und gekielt. An ihren Gliedmaßen befinden sich türkisfarbene Flecken, und gelegentlich verlaufen schwarze, gesprenkelte Linien entlang der Körperseiten sowie schwarze Sprenkel auf ihrem Schwanz. Ihre Zunge ist leuchtend rot.
Sie kann bis zu 40 cm lang werden, wobei die durchschnittlichen Exemplare 25–35 cm messen. Jungtiere sind 11–12 cm lang. Ihre Zehen sind lang und dünn und enden in einer hakenförmigen Kralle. Weiterlesen

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Portrait: Vorwerkhuhn

Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Hühnervögel (Galliformes)
Familie: Fasanenartige (Phasianidae)
Gattung: Kammhühner (Gallus)
Art: Bankivahuhn (Gallus gallus)
Unterart: Haushuhn (Gallus gallus domesticus)

Vorwerkhühner (Tierpark Sababurg)

Das Vorwerkhuhn ist eine Hühnerrasse deutschen Ursprungs. Obwohl es nicht mit dem deutschen Unternehmen, das den Staubsauger Vorwerk herstellt, verwandt ist, ist es das einzige Huhn, das seinen Namen mit einer Marke für Haushaltsgeräte teilt. Dieses seltene Huhn zeichnet sich durch sein charakteristisches schwarz-goldenes Gefieder aus.
Vorwerk-Hühner sind robuste, anpassungsfähige Tiere mit geringem Appetit. Sie sind aufmerksam und aktiv, aber nicht unbedingt scheu. Ihr Gefieder ist an Kopf, Hals und Schwanz einfarbig schwarz, der Rest ist gelblich-braun. Laut Rassestandard dürfen die gelblichen Bereiche keine schwarzen Flecken aufweisen, was in der Praxis jedoch sehr schwer zu züchten ist. Vorwerk-Hühner haben einen einfachen Kamm, schiefergraue Unterwolle und weiße Ohrscheiben.
Der Hahn hat ein ähnliches Gefieder wie die Henne. Vorwerk-Hühner sind Zweinutzungshühner, die sich sowohl für die Fleisch- als auch für die Eierproduktion eignen. Standardgroße Hähne wiegen 2,5–3,2 kg, Hennen 2–2,5 kg. Die europäischen Zwerghuhnstandards unterscheiden sich von den US-amerikanischen, was verständlich ist, da sie mit unterschiedlichen Rassen entwickelt wurden. [Quelle benötigt] So wiegen Zwerghuhnhähne in den USA 765 g und Hennen 650 g, während die Rasse in Europa mit 910 g für Hähne und 680 g für Hennen schwerer ist. Wenn Sie Ihre Hühner in Europa ausstellen möchten, sollten Sie sich an den europäischen Standards orientieren und nicht an den US-amerikanischen. Große Vorwerk-Hennen legen gute cremefarbene Eier und produzieren etwa 170 Eier pro Jahr. Weiterlesen

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Portrait: Angorakatze

Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Katzenartige (Feloidea)
Familie: Katzen (Felidae)
Unterfamilie: Kleinkatzen (Felinae)
Gattung: Echte Katzen (Felis)
Art: Wildkatze (Felis silvestris)
Unterart: Hauskatze (Felis silvestris catus)

Jean-Jacques Bachelier: Weiße Angorakatze

Der Begriff Angorakatze wird in verschiedenen historischen Zeitabschnitten unterschiedlich gebraucht:
Türkisch Angora, eine heutige und von den Zuchtverbänden anerkannte Katzenrasse.
Historische Bezeichnung für Katzen mit längerem Fell schlechthin. Gebräuchlich bis etwa zu Beginn der 1950er Jahre.
Bis heute landläufig volkstümliche Bezeichnung für alle Katzen mit längerem Fell. Insbesondere weiße Katzen mit längeren Haaren werden häufig als Angorakatze bezeichnet.

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Ausgestorbene Wirbellose – Noch mehr Parasiten

Hypothetische Darstellung einer ausgestorbenen Laus (ChatGPT)

Ein paar Parasiten, die es nicht mehr gibt, habe ich bereits hier vorgestellt. Man könnte denken, dass die Wirte froh darüber sein dürften, dass sie von ein paar Plagegeistern befreit sind, aber … sie sind meist genauso ausgestorben wie ihre Parasiten.
Und vermutlich sind noch mehr Parasiten ausgestorben als man denkt… man hat sie nur noch nicht entdeckt.
Und selbst Dinosaurier und andere prähistorische Tiere haben unter Parasiten gelitten. Warum auch nicht? In den letzten Jahren werden immer mehr gefunden… und wer weiß welche noch gefunden werden, beziehungsweise nie gefunden werden, weil keine Spuren hinterlassen wurden.
Von Dinosauriern selbst sind keine Parasiten als Weichkörper direkt überliefert, aber es gibt mehrere indirekte und direkte Fossilbelege, die ziemlich klar zeigen, welche Parasiten sie hatten – ähnlich wie bei heutigen Reptilien und Vögeln. Weiterlesen

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TTT: Meine Buchenttäuschungen 2025

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Maria Winter: When the Shadows whisper my Name (Rezension)

Ein brüchiger Frieden, ein gefährliches Bündnis – und ein Verlangen, das stärker ist als Hass
Alisha ist Alpha des Wolfsrudels von Downtown Los Angeles und fest entschlossen, den brüchigen Frieden mit den Vampiren aufrechtzuerhalten. Doch eine Reihe gezielter Angriffe bringt die fragile Waffenruhe ins Wanken.
Um zu verhindern, dass der Konflikt ausartet, muss Alisha ausgerechnet mit Mason zusammenarbeiten. Der Älteste der Vampire ist kühl, berechnend und gewohnt, zu bekommen, was er will – und dabei gefährlich attraktiv. Alisha weiß, dass sie ihm nicht trauen darf. Er ist ihr Feind. Doch sie kann sich der Anziehung zwischen ihnen nicht entziehen.
Eine Spur führt Mason und Alisha in die geheime Unterwelt der Nachtwesen – ein Ort, den selbst Mason meidet. Und je tiefer sie in die Schatten vordringen, desto schwieriger wird es, die Grenze zwischen Hass und Verlangen zu ziehen …
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Deborah Wilde: Vollmond für Anfänger (Rezension)

Dr. Raisa Montefiore hat ihr Leben der Entwicklung einer Formel gewidmet, die schwere Verbrennungen in Sekundenschnelle heilen kann – ein Versprechen an ihre verstorbene Zwillingsschwester Robyn.
Als ein Polizist bei einer Explosion in ihrem Labor schwer verletzt wird, rettet Raisa sein Leben mit ihrer experimentellen Formel. Mit ungeahnten Folgen: Inspector Gideon Stern verwandelt sich in einen Werwolf.
Die Labordaten sind zerstört, Raisas Mentor Dr. Woodman ist untergetaucht, und seine Spur führt sie und den widerwilligen Gideon in die Parallelwelt Hedon. Dort erwartet sie nicht nur die gefährliche Königin der Herzen, sondern auch die Wahrheit über Raisas eigene Vergangenheit.
Während Gideon mit seinem neuen Alltag kämpft, muss Raisa sich entscheiden: zwischen Loyalität, Rache – und einer wachsenden Zuneigung zu dem Mann, den sie unwissentlich verflucht hat.
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Helen Harper: Magic Embers (Rezension)

Eine neue magische Kraft, eine mysteriöse Bedrohung – unzählige neue Herausforderungen …
Gerade als die junge Ermittlerin Emma Bellamy denkt, dass sie ihre Vergangenheit und ihre Phönix-Kräfte verstanden hätte, wird ihr Leben erneut durcheinandergewirbelt. Sie hat die Fähigkeit erhalten, kurze Momente aus der Zukunft zu sehen. Nicht nur kann Emma diese magische Kraft nicht richtig kontrollieren, auch ihr Partner, der attraktive Vampirlord Lukas Horvath, ist alles andere als angetan von dieser neuen Entwicklung. Doch als hätte Emma nicht genug damit zu tun, ihre Beziehung zu retten und ihre Zukunftsvisionen zu verstehen, trifft sie auf eine weitere Herausforderung: Jemand behauptet, der wahre Phönix zu sein, und wirft Emma Betrug vor. Eine Anschuldigung, die ihre bisherige Arbeit als Ermittlerin infrage stellt und sie vor bisher ungeahnte Herausforderungen stellt …
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Qualzuchten bei Katzen

Hauskatze (Zoo Bratislava)

Von Qualzuchten bei Hunden habe ich ja bereits hier berichtet. Dort gehe ich auch allgemein auf Qualzuchten ein, denn natürlich sind auch andere Haustiere (und Nutztiere) davon betroffen. Weiterlesen

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