TTT: 10 Lieblingsbücher, deren Autoren vor 1972 verstorben sind


Heute sucht Aleshanee Bücher von Autoren, die vor meinem Geburtsjahr verstorben sind. Okay, die Rede ist nur in meinem Fall von 1972 (falls das jemand interessiert). Gemeint ist das entsprechende Geburtsjahr der Teilnehmer. Und das könnte interessant werden.
Und in meinem Fall war das gar nicht so leicht.
Jetzt wird es Zeit für Klassiker … denn die meisten Autoren, die mir eingefallen sind, leben entweder noch, sind nach 1972 gestorben oder haben Anfang des 20. Jahrhunderts gelebt. Und sind dementsprechend vor meiner Geburt gestorben.
Und einige davon dürften durchaus bekannt sein und andere (einige, aber nicht alle) hatten schon den einen oder anderen Auftritt beim TTT.
Ich beginne aber mit einem Autoren, der in dieser Liste etwas Besonderes darstellt.
Es ist der einzige, den ich (noch) nicht gelesen habe. Deshalb habe ich auch kein Lieblingsbuch von ihm. Die Rede ist von Jacques Futrelle.
Und mich würde es wundern, wenn irgendjemand schon einmal von ihm gehört hat … Andererseits … viele der von mir genannten Bücher und Autoren sind bei vielen anderen TTT-Teilnehmern weniger oder gar nicht bekannt. Liegt das an meinem Alter? An meinem Geschlecht? Egal,
Ich merke, ich bin in Laberlaune und brauche etwas bis ich zum Punkt komme…zurück zu
Jacques Futrelle
Jacques Futrelle kam am 9. April 1875 als Sohn des College-Lehrers Wiley Harmon Heath Futrelle und dessen Ehefrau Linnie Bevill Futrelle zur Welt. Die Familie stammte von eingewanderten französischen Hugenotten ab.
Futrelle arbeitete zunächst als Journalist für den Sportteil des Atlanta Journal und später für den New York Herald, die Boston Post und den Boston American. 1902 wurde er Manager eines kleinen Theaters in Richmond, Virginia, wo er Stücke zu schreiben begann und auch selbst in mehreren Aufführungen mitspielte. 1905 wurde im Boston American der erste Fall der Denkmaschine veröffentlicht, in Form der als Fortsetzungsgeschichte abgedruckten Erzählung Das sicherste Gefängnis der Welt (Original: The Problem of Cell 13). Am 17. Juli 1895 heiratete Futrelle die amerikanische Schriftstellerin Lily May Peel (1876–1967). Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor: Virginia Futrelle (* 8. November 1896) und Jacques Heath Futrelle, Jr. (* 20. November 1898).
Nachdem er bis 1906 beim Boston American beschäftigt war, verließ Futrelle den Journalismus, um sich auf seine Tätigkeit als Schriftsteller zu konzentrieren. Den Großteil seiner Zeit verbrachte er bis zu seinem vorzeitigen Tod 1912 in einem Haus in Scituate, Massachusetts, das er „Stepping Stones“ genannt hatte.
In der Nacht vom 9. auf den 10. April 1912 feierte Futrelle mit Freunden seinen 37. Geburtstag, unausgeschlafen machte er sich mit seiner Frau am nächsten Morgen auf den Weg zur Anlegestelle der Titanic, mit der das Paar als Passagiere erster Klasse in die USA reisen wollte. Futrelle kam bei dem Untergang ums Leben: Während der Evakuierungsaktion mitten in der Nacht weigerte er sich, sich zu seiner Frau in ein Rettungsboot zu gesellen. Er wollte, wie einige andere auch, als Mann ein Exempel statuieren, obwohl noch Platz im Rettungsboot war. Ihrer überlieferten Aussage nach hoffte er, eine höhere Überlebenschance zu haben, wenn er sprang. Futrelle versank am 15. April 1912 mitsamt der Titanic im Nordatlantik. Am 29. Juli 1912 starb Futrelles Mutter, Linnie; ihr Tod wird mit der Trauer um den Sohn in Verbindung gebracht.
Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen ist die Hauptfigur und damit Namensgeber einer 77-teiligen Hörspielserie, die von 1978 bis 1999 zuerst vom RIAS, später vom Deutschlandradio produziert und ausgestrahlt wurde. Die Reihe basiert auf den Kurzgeschichten von Jacques Futrelle (dort: Professor Augustus S. F. X. van Dusen). Die Hörspiele werden seit 2010 von Highscore Music in einer digital remasterten Version veröffentlicht.
Seit 2015 werden unter der Mitwirkung des ursprünglichen Autors Michael Koser neue Folgen produziert, obwohl dieser zuvor mehrfach neue Folgen ausgeschlossen hatte.
Ich kann mich gut an die Hörspiele aus meiner Kindheit erinnern und habe sie vor einiger Zeit für mich wieder entdeckt.
Es sind keine Hörbücher, aber da sie (größtenteils) auf den Kurzgeschichten von Futrelle basieren erlaube ich mir sowohl die Hörspiele zu erwähnen, als auch den Autor (obwohl ich von diesem noch nichts gelesen habe).
Nebenbei bemerkt: Es gibt auch ein Zusammentreffen zwischen Sherlock Holmes und Professor Dr. …. van Dusen, allerdings nur in den Hörspielen.
Aber ich nutze das als Überleitung zu Autor Nummer zwei dieser Liste:

Arthur Conan Doyle
Arthur Conan Doyle wurde (und ist) bekannt durch seine Geschichten um den Detektiv Sherlock Holmes, der auch heute noch (in zahlreichen Filmen, Fernsehserien und Buchadaptionen) sehr lebendig ist und auch den Sprung in die Moderne geschafft hat (in ELEMENTARY oder den Filmen mit Benedict Cumberbatch). Ich mag die Geschichten um den Detektiv, aber mein Lieblingswerk des Autors ist Die vergessene Welt, mit Professor Challenger.
Diese erste Folge der Challenger Stories gehört zu den früheren Science-Fiction-Romanen in englischer Sprache, greift jedoch zugleich auch Elemente des Abenteuerromans auf. Der Roman basiert in Teilen auf sorgfältigen wissenschaftlichen und historischen Recherchen. Er erlangte zwar als Abenteuer-Klassiker einige Berühmtheit, blieb dabei jedoch – vor allem in Deutschland – hinter den Sherlock-Holmes-Geschichten zurück. Es gibt noch weitere Bände, aber ich habe sie (noch) nicht gelesen.
Auch zur Vergessenen Welt gibt es zahlreiche Verfilmungen (auch in Serienform), aber diese halten sich meist nicht sehr eng an die Vorlage. Besondere Freiheiten nimmt sich dabei die Serie Die verlorene Welt aus den Jahren 1999 – 2002 heraus.

Der dritte Autor hat zur gleichen Zeit wie die vorangegangenen gelebt und mit beiden auch eine Gemeinsamkeit…
Wie Arthur Conan Doyle ist er Brite und er starb im selben Jahr wie Jacques Futrelle, wenn auch ein paar Tage später und nicht auf hoher See.
Die Rede ist von
Bram Stoker
Sein bekanntestes Werk ist Dracula. Und da es zu meinen Lieblingsbüchern gehört wurde es auch schon mehrmals im Rahmen eines TTTs erwähnt … (erstmalig hier)
Bram Stoker wurde als drittes von sieben Kindern in Marino Crescent (damals in Clontarf bei Dublin, heute Dublin-Fairview) geboren. Er war bis zu seinem siebten Lebensjahr krank und konnte alleine weder stehen noch gehen. Diese traumatische Erfahrung spiegelt sich in seiner literarischen Arbeit wider. Ewiger Schlaf und die Wiederauferstehung der Toten, das zentrale Thema von Dracula, waren deshalb von großer Bedeutung für ihn.
Nicht nur seine Krankheit war ein Rätsel, sondern auch seine Genesung war ein Wunder für seine Ärzte.
Danach wurde er sogar Athlet und Fußballstar am Trinity College in Dublin, wo er von 1864 bis 1870 Geschichte, Literatur, Mathematik und Physik studierte. Anschließend wurde er Beamter bei der Dienstaufsichtsbehörde der Justizverwaltung in Dublin Castle (wo auch sein Vater tätig war), was ihn aber nicht zufriedenstellte. Stoker schrieb während dieser Zeit ein Handbuch für Vorsitzende bei Schnellgerichtsverfahren („magistrates‘ courts“ oder „petty courts“).
Er arbeitete gleichzeitig als Journalist und Theaterkritiker und schrieb Artikel für das Dublin University Magazine. Sein Interesse am Theater führte zu einer lebenslangen Freundschaft mit dem Schauspieler Henry Irving.
Stoker heiratete 1878 Florence Balcombe, eine Nachbarin aus Clontarf, die auch von Oscar Wilde umworben wurde. Er zog mit ihr in den Londoner Stadtteil Chelsea, wo er als Manager von Irvings Lyceum Theatre arbeitete. Durch die Arbeit für Irving wurde er in die Londoner „High Society“ eingeführt, wo er unter anderem auf James McNeill Whistler und Sir Arthur Conan Doyle traf. Im Gefolge von Irving bereiste Stoker die Welt. Daneben besserte er als Buchautor sein Einkommen auf. Silvester 1879 wurde der Sohn Irving Noel geboren.
Bram Stoker erlebte den großen Erfolg seines Romans Dracula nicht mehr. Er starb nach mehreren Schlaganfällen in finanziell bescheidenen Verhältnissen 1912 in London; einige Quellen nennen als Todesursache Überarbeitung. Stokers Leichnam wurde im Golders Green Crematorium eingeäschert, die gemeinsame Urne für ihn und seinen Sohn befindet sich noch heute dort. Sein Neffe Daniel Farson behauptete in einer Biographie, Stoker sei an Syphilis gestorben, wofür es aber keinen Beleg gibt.

Die nächsten drei Autoren stammen aus Frankreich:

Victor Hugo
Victor-Marie Hugo (* 26. Februar 1802 in Besançon; † 22. Mai 1885 in Paris) verfasste Gedichte sowie Romane und Dramen und betätigte sich als literarischer, aber auch politischer Publizist. Mehrfach war er, als Angehöriger der Pairskammer, Abgeordneter oder Senator, auch direkt politisch aktiv. Neben Molière, Voltaire oder Balzac gilt er vielen Franzosen als ihr größter Autor überhaupt. Sein Schaffen kann teils der Romantik, teils dem Realismus zugeordnet werden.
Zu seinen bekanntesten Werken dürften Die Elenden und Der Glöckner von Notre Dame gelten. Vom Glöckner kenne ich allerdings nur den Disney-Film und das darauf basierende Musical. Von Les Misérables kenne ich das Musical (obwohl mir die Verfilmung gar nicht gefällt, fand ich die Bühnenausgabe in Tecklenburg großartig) und das Buch. Ich weiß zwar nicht mehr, warum ich das Buch gelesen habe, aber ich war begeistert. Es wird eine faszinierende, mitfühlende Geschichte erzählt. Das Musical gibt davon nur einen geringen Teil wieder. Es gibt auch einige Verfilmungen des Stoffs (ohne Gesang), aber die kenne ich nicht.

Alexander Dumas
Alexandre Dumas der Ältere (auch Alexandre Dumas Davy de la Pailleterie oder Alexandre Dumas père; * 24. Juli 1802 in Villers-Cotterêts, Département Aisne; † 5. Dezember 1870 in Puys bei Dieppe, Département Seine-Maritime) ist er vor allem durch seine zu Klassikern gewordenen Historienromane bekannt.
Dumas war Enkel des Marquis Alexandre Davy de la Pailleterie, der sich um 1760 längere Zeit bei einem jüngeren Bruder, Plantagenbesitzer auf Saint-Domingue (heute Haiti), aufgehalten hatte. Dort zeugte er mit der schwarzen Sklavin Marie-Césette Dumas vier Kinder. Gegen 1775 wurden Mutter und Kinder als Sklaven verpfändet. Davy de la Pailleterie kehrte nach Frankreich zurück. Wenig später löste er das jüngste Kind, Thomas Alexandre (* 1762) aus, holte den Jungen nach Frankreich und nahm ihn als legitimen Sohn an.
1786 überwarf sich Thomas Alexandre mit seinem Vater kurz vor dessen Tod. Er trat unter dem Namen Thomas Alexandre Dumas als einfacher Dragoner in die Armee ein. Während eines längeren Aufenthalts seines Regiments in Villers-Cotterêts lernte er die Gastwirtstochter Marie Labouret kennen, die er 1792 heiratete. In den zahllosen Kriegen der nachfolgenden Jahre stieg er zum General auf. Während des Ägyptenfeldzugs fiel er bei Napoleon in Ungnade und geriet bei dem Versuch, vorzeitig nach Frankreich zurückzukehren, im feindlichen Königreich Neapel in Gefangenschaft. Nach seiner Freilassung wurde er bald Vater eines Jungen, Alexandre Dumas (der Jüngere).
1812 gelang es der Mutter, das Adelsprädikat ihres zehnjährigen Sohnes bestätigen zu lassen. Er selbst scheint es aber kaum verwendet zu haben.
Ein Markenzeichen von Dumas’ Romanen sind fiktive oder pseudohistorische Protagonisten (zum Beispiel der Musketier d’Artagnan), deren Abenteuer in einen Kontext historischer Ereignisse (zum Beispiel die Belagerung von La Rochelle 1627/28) und historischer Persönlichkeiten (zum Beispiel Kardinal-Minister Richelieu) gestellt werden. Die bekanntesten, immer wieder aufgelegten und nicht nur von Jugendlichen gelesenen Romane sind: Les trois mousquétaires (Die drei Musketiere, 1844), Vingt ans après (Zwanzig Jahre danach, 1845), La reine Margot (Die Bartholomäusnacht, 1845), Le comte de Monte-Christo (Der Graf von Monte Christo, 1845–46), Le Vicomte de Bragelonne ou L’homme au masque de fer (Der Mann mit der eisernen Maske) und Le collier de la reine (Das Halsband der Königin, 1848–50). Viele wesentliche Episoden und Persönlichkeiten in seinen Werken sind durch das Leben und die militärische Laufbahn seines Vaters inspiriert worden.
Natürlich habe ich Die drei Musketiere und Der Graf von Monte Christo gelesen, aber mein Lieblingswerk des Autors ist Die Bartholomäusnacht. Sowohl das Buch als auch der Film (und die Musik) haben mich schnell in ihren Bann gezogen.

Und natürlich darf Jules Verne nicht fehlen. Ein Autor, den ich als Kind regelrecht verschlungen habe und vor Kurzem wieder entdeckt habe …
Deswegen wimmelt es auch hin und wieder beim TTT von seinen Werken…
Beispiele findet man hier:
Die 500 Millionen der Begum
Die Kinder des Kapitän Grant
Fünf Wochen im Ballon
Claudius Bombarnac
Wenn ich mich für ein einziges Buch entscheiden müsste, würde mir die Auswahl schwer fallen. Ich könnte natürlich auf das Gesamtwerk hinweisen, das bekommt man für wenig Geld (und vielen Rechtschreibfehlern und anderen Kuriositäten) für den Kindle (fast) umsonst, aber das wäre langweilig (nachdem das bei vielen anderen Autoren auch der Fall wäre, sowohl in deutscher Sprache als auch im Original … auch wenn ich von Jules Verne das Gesamtwerk in deutsch und französisch habe …aber ich merke ich laber wieder … kein Wunder, dass dieser Beitrag so lang wird …)
Also … unter Berücksichtigung der bereits genannten Werke und um eine Entscheidung zu fällen, wähle ich als mein Lieblingswerk von Jules Verne „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde„.

So, das wars mit den Franzosen, zurück in den englischsprachigen Raum

H.P.Lovecraft
Howard Phillips Lovecraft (* 20. August 1890 in Providence, Rhode Island; † 15. März 1937 ebenda; meist nur H. P. Lovecraft) war ein amerikanischer Schriftsteller. Er gilt als einer der bedeutendsten Autoren phantastischer Horrorliteratur und hat mit dem von ihm erfundenen Cthulhu-Mythos zahlreiche Nachfolger beeinflusst.
Zu Lovecrafts Lebzeiten erschien nur die umfangreiche Erzählung Schatten über Innsmouth als Buch, während die anderen Texte in Pulp-Magazinen wie Weird Tales veröffentlicht wurden. Nach seinem Tod gaben August Derleth und Donald Wandrei mehrere Sammelbände im Verlag Arkham House heraus, die in vielen Taschenbüchern nachgedruckt wurden.
Auf diese Weise entwickelte sich Lovecraft in den folgenden Jahren zu einer Kultfigur. Dies führte zu einer oft unkritischen und epigonalen Verehrung sowie Nachahmungen, Imitationen und Verfilmungen aus dem Fundus des Cthulhu-Mythos, die an die Vorbilder in der Regel nicht heranreichten. Neben der Hochachtung gab es von einigen Seiten auch schroffe Ablehnung, Häme und Spott. Im Laufe der Zeit beschäftigen sich Literaturkritiker und Essayisten mit Lovecraft, untersuchten Facetten wie Stil und Erzähltechnik, Psychologie und Mythologie und besprachen dabei auch Aspekte des Rassismus, der sich in seinen Erzählungen wie Briefen finden lässt.
Mehr über Lovecraft und sein Gesamtwerk gibt es hier.
Es gibt zwei Bücher, die mich dem Werk Lovecrafts nahegebracht haben (nachdem ich anfangs mit dem Autor nicht warm geworden bin, obwohl mein damaliges Umfeld von seine Geschichten geschwärmt hat):
Der Fall Charles Dexter Ward (siehe auch hier)
Die Traumsuche nach dem unbekannten Kadath
(okay, das sind jetzt zwei Bücher, aber ich kann mich wirklich nicht entscheiden)

Herbert George Wells (meist abgekürzt H. G. Wells; * 21. September 1866 in Bromley; † 13. August 1946 in London) war ein englischer Schriftsteller und Pionier der Science-Fiction-Literatur.
Wells, der auch Historiker und Soziologe war, schrieb u. a. Bücher mit Millionenauflage wie Die Geschichte unserer Welt. Er hatte seine größten Erfolge mit den beiden Science-Fiction-Romanen (von ihm selbst als „scientific romances“ bezeichnet) Der Krieg der Welten und Die Zeitmaschine. Wells ist in Deutschland vor allem für seine Science-Fiction-Bücher bekannt, hat aber auch zahlreiche realistische Romane verfasst, die im englischen Sprachraum nach wie vor populär sind.
Vielleicht würde man jetzt annehmen, dass DIE INSEL DES DOKTOR MOREAU mein Lieblingsroman wäre, aber tatsächlich ist es Die Zeitmaschine.
Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, durch die Zeit zu reisen? Angekommen im Jahr 802701 entdeckt unser Held zwischen den Ruinen Londons die Eloi, eine paradiesische Gemeinschaft. Als er in die Gegenwart zurückkehren will, ist seine Zeitmaschine verschwunden. Und die Anzeichen häufen sich, dass die Eloi nicht die einzigen Bewohner dieser wundersamen Welt sind.
Ein Klassiker der SF …

In den 80ern (also meiner Jugend …) habe ich die Abenteuerromane von Henry Rider Haggard (* 22. Juni 1856 in Bradenham Hall, Norfolk, Großbritannien; † 14. Mai 1925 in London) regelrecht verschlungen. Inzwischen habe ich den Eindruck, dass der Autor und sein Werk in Vergessenheit gerät (wie so viele Klassiker, aber vielleicht täuscht das auch nur).
Geboren als achtes von zehn Kindern des Gutsbesitzers und Anwalts (Barrister) William Haggard und von Ella Doventon, einer Amateur-Schriftstellerin, war Henry Rider Haggard ein schwieriges Kind und wurde von seinem Vater für dumm gehalten. Als einziger der Söhne seiner Eltern erhielt er keine höhere Schulbildung. Bis zum Alter von 17 Jahren wurde er in der Ipswich Grammar School und zum Teil auch privat unterrichtet. Nachdem er die Aufnahmeprüfungen für die Armee nicht bestand, kam er auf Empfehlung seines Vaters 1875 als Sekretär zum Gouverneur von Natal in Südafrika, Sir Henry Bulwer. In der Folge in verschiedenen Beamtenfunktionen in Südafrika tätig, wurde er Zeuge der Auseinandersetzungen der Briten mit den Buren und der einheimischen Bevölkerung. Er machte sich mit den Problemen des Landes vertraut und interessierte sich eingehend für die Sprache, Kultur und Legenden der Zulu, was sich in seinen in Afrika spielenden Romanen um den Großwildjäger Allan Quatermain sowie in Nada, die Lilie niederschlägt. Haggard wurde auch von anderen Abenteurern, die er später in Afrika traf, vornehmlich dem amerikanischen Pfadfinder Frederick Russell Burnham, und der beträchtliche Mineralfülle des südlichen Afrikas sowie den Ruinen von den alten verlorenen Zivilisationen beeinflusst, die in Afrika, wie zum Beispiel in Simbabwe, entdeckt wurden.
Nach einigen erfolglosen Romanen (und einer früheren Studie über zeitgenössische afrikanische Geschichte) schaffte er seinen Durchbruch 1885 mit King Solomon’s Mines, dem ersten Roman mit seinem Protagonisten Allan Quatermain, ein Buch mit bis heute anhaltendem Erfolg. Angeblich entstand das Buch aufgrund einer Wette mit seinem Bruder, er könne mit Leichtigkeit ein ähnlich spannendes Buch wie Robert Louis Stevensons 1883 erschienene Schatzinsel schreiben.
Mir gefällt das Werk von Haggard besser als das von Stevenson (weshalb dieser auch nicht in dieser Liste erscheint, nur als Fußnote).
Mein Lieblingsbuch von H. R. Haggard ist „Sie„.

John Wyndham, eigentlich John Wyndham Parkes Lucas Beynon Harris, wurde am 10. Juli 1903 in der Nähe von Birmingham geboren. Seine Eltern trennten sich, als er acht Jahre alt war, und er wuchs in verschiedenen britischen Internaten auf. Nach seiner Schulzeit war er in unterschiedlichen Berufen als Landwirt, Grafiker, Werbefachmann und Angestellter tätig. Ab 1925 versuchte er sich als Autor, und 1931 erschien seine erste Kurzgeschichte Worlds To Barter in Hugo Gernsbacks Magazin Wonder Stories unter Pseudonym. John Wyndham Parkes Lucas Beynon Harris verwendete zahlreiche Pseudonyme, die er aus Kombinationen seiner Vornamen und seines Familiennamens bildete, darunter John Beynon, John Harris, Lucas Parkes, Lucas Benyon und Johnson Harris. Häufig erschien eine Erzählung unter verschiedenen Pseudonymen und wechselnden Titeln. Hinzu kommt, dass er seine Texte öfters überarbeitete beziehungsweise überarbeiten ließ, wodurch es oft unklar ist, welche Textgestalt als maßgeblich gelten soll.
Den Namen John Wyndham verwendete er erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Vier seiner in den 1950er Jahren erschienen Romane gelten als Klassiker des Genres, namentlich Die Triffids (1951), Wenn der Krake erwacht (1953), The Chrysalids (1955, deutsch zuletzt als Wiedergeburt) und The Midwich Cuckoos (1957).
John Wyndham starb 11. März 1969 in Steep bei Petersfield, Hampshire.
Mein Lieblingsbuch ist „Es geschah am Tag X“ (The Midwich Cuckoos)

Und den Film habe ich auch geliebt…keine Ahnung wie oft ich ihn gesehen habe…

So… das waren meine 10 Lieblingsbücher von 10 Autoren, die (in den meisten Fällen) weit vor meiner Geburt gestorben sind.
Mehr zum Thema (und das war und ist nicht 1972) findet man bei Aleshanee.

Meine Top 10 bei Amazon
Dracula
Sie
Es geschah am Tag X
Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
Die Zeitmaschine
Der Fall Charles Dexter Ward
Die vergessene Welt
Die Elenden
Die Bartholomäusnacht
Der überflüssige Finger und andere große Fälle der Denkmaschine

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15 Responses to TTT: 10 Lieblingsbücher, deren Autoren vor 1972 verstorben sind

  1. Hallo Martin,
    bei dem Thema heute kenne ich überall einige Bücher vom Namen, habe aber nichts davon gelesen, so geht es mir auch bei dir 😉 Ich habe Dracula zwar auch im Regal, aber noch ungelesen. Ich glaube auch nicht, dass ich von den heutigen Listen so sehr viel lesen werde 😀 Irgendwie mag ich die Dinge, die aktuelle erscheinen dann doch lieber… aber wer weiß, was irgendwann noch kommt.
    Lg Dana

    • Martin sagt:

      Hallo Dana,
      ich lese was mich interessiert und mir irgendwie unterkommt, da ist mir das Erscheinungsjahr egal. Und manchmal ist es tatsächlich interessant Bücher aus verschiedenen Jahrzehnten/Jahrhunderten zu vergleichen. Mach ich zwar nicht beabsichtigt, aber man merkt schon Unterschiede.
      Mich wundert natürlich auch nicht, dass die meisten Autoren bekannt sind, einige gehören zu den Klassikern, über die man immer wieder stößt …
      Goethe und Schiller kennt auch jeder, gelesen hat sie aber nicht jeder … allerdings weiß ich auch nicht, was ich damit ausdrücken wollte.
      Ich finde den heutigen TTT aber von daher interessant, dass auch mal Klassiker erwähnt werden, die sonst untergehen würden.
      Aber ich verstehe auch, dass dieses Thema nicht jedem liegt.
      LG
      M

  2. Aleshanee sagt:

    Hallöchen Martin!

    Ja, deine Bücher sind bei den TTTlern nicht immer bekannt, aber das liegt wohl einfach daran, dass du eine sehr eigene Buchauswahl hast und eben nicht dem Mainstream unterliegst. Gerade deshalb finde ich deine Auswahl auch immer sehr interessant 😉

    Ich kenne tatsächlich fast alle Autoren, die du genannt hast und einige haben wir ja sogar gemeinsam <3

    Von Jacques Futrelle hab ich tatsächlich noch nie gehört und bis heute auch nicht von Henry Rider Haggard, aber letzterer wurde heute schon in einem anderen Beitrag gezeigt, wenn ich den Namen jetzt richtig in Erinnerung habe!

    An John Wyndham hab ich jetzt gar nicht mehr gedacht! Dabei hab erst letztens Die Triffids von ihm gelesen. Dabei hab ich so viel überlegt und gesucht *lach* Von dem Autor wollte ich eh schauen, was es sonst noch so gibt für mich, da werde ich sicher fündig 🙂

    Liebste Grüße, Aleshanee

    • Martin sagt:

      Hallo Aleshane,
      irgendjemand muss ja auch mal unbekannte Werke bekannt machen und auch ein bisschen jenseits des Mainstreams wildern.
      Aber da der heutige Tag tatsächlich schon fast nach KLASSIKERN schreit (jedenfalls wenn man so alt ist wie wir) und da ist es nicht verwunderlich, dass ich auch auf eher bekannte Namen zurück greife … obwohl… viele davon doch immer wieder irgendwo in anderen TTTS auftauchen.
      Auf Professor Dr. Dr. ….. van Dusen bin ich über die Krimihörspiele aufmerksam geworden, die früher immer Donnerstags auf Bayern 2 liefen (Oh Gott wie das klingt …. ich habe Hörspiele im Radio gehört … wie alt bin ich denn, fehlt nur noch dass ich mit Rauchzeichen mit meinen Freunden kommuniziert habe). Erst viel später erfuhr ich, dass sie auf Kurzgeschichten eines amerikanischen Autors basierten. Aber bisher habe ich ihn noch nicht gelesen.
      Petra hat Henry Rider Haggard in ihrem Blog erwähnt. Hat mich gewundert, gehört er anscheinend zu den Autoren, die langsam in Vergessenheit geraten.
      Liebe Grüße
      Martin

      • Aleshanee sagt:

        Haha, an Hörspiele im Radio kann ich mich auch noch erinnern! Allerdings hat die sich immer mein Bruder angehört, ich weniger.

        Diesen „van Dusen“ kannte ich überhaupt nicht. Ich hab aber beim Stöbern auf youtube Hörspiele von dieser Reihe entdeckt, bisher aber noch nicht angehört.

        HR Haggard hat mir wirklich überhaupt gar nichts gesagt, ich hätte auch nicht gewusst dass er für die Quatermain Filme „verantwortlich“ ist.

        • Martin sagt:

          Ich hab die Krimihörspiele immer gerne gehört, einige Favoriten sind dabei hängen geblieben …. wie eben van Dusen. Lustig an den Hörspielen sind auch die Erfindungen, die van Dusen macht (die aber dann von bekannteren Namen besser oder erfolgreicher vermarktet werden).
          LG
          M

  3. Andrea sagt:

    Hey Martin 🙂

    Erstaunlicherweise sagen mir die Bücher heute fast alle was, oder ich kenne zumindest den Autor vom Namen her. Bei einigen bin ich mir sogar sicher, dass sie bei meinen Eltern im Regal stehen^^ ich hab sie nur noch nie näher betrachtet^^
    Dracula gehört aber zu den Büchern, die ich irgendwann mal noch lesen möchte.

    Liebe Grüße
    Andrea

  4. Petra Berger sagt:

    Hallo Martin, Du bist ja auch noch wesentlich jünger als ich, trotzdem haben wir viele Gemeinsamkeiten. Du bist bisher der einzige Leser hier, der Henry Rider Haggard kennt. Ich habe die Quatermain Bücher genommen, in der Hoffnung, dass wenigstens einige die Filme kennen. Les Miserables liebe ich als Musical, wir waren im April in London erst wieder drin, zum vierten Mal. Gelesen habe ich es aber nicht.

    • Martin sagt:

      Hallo Petra,
      ich bin auf Henry Rider Haggard durch eine ganz schlechte (nennen wir es einmal grottenschlechte) Verfilmung von SIE aufmerksam geworden. Keine Ahnung warum ich das Buch lesen wollte, aber dann habe ich Blut geleckt und ziemlich viel von ihm gelesen … aber bei weitem nicht alles (vielleicht sollte ich mal schauen ob ich eine Gesamtausgabe seiner Werke für den Kindle bekomme, bei anderen Autoren hat es ja auch funktioniert). Bei Alan Quatermain muss ich an die Verfilmungen mit Richard Chamberlain denken … auch nicht unbedingt gelungene Romanverfilmungen (aber immerhin sehr erheiternd).
      Les Miserables habe ich letztes Jahr in der Freilichtbühne von Tecklenburg gesehen, das war schon ein Erlebnis. Ich mag das Musical, ich mag die Bücher, komischerweise mag ich die Musicalverfilmung nicht…
      LG
      M

      • Petra Berger sagt:

        Woww tecklenburg, das ist da immer so schön. Wir waren schon mehrmals da, nur die letzten beide Jahre haben wir es nicht geschafft. Ist von uns aus immer ein kleiner Urlaub. Sie kenne ich als Verfilmung nicht. Alan Qautermain gibt es auch mit Patrick Swayze 🙂 aber nicht besser als mit Chamberlain Les Miserables ist, neben Tanz der Vampire, mit Abstand unser Lieblingsmusical, da driften wir dann mal auseinander 🙂 Schöne Pfingsten

        • Martin sagt:

          Wir waren im letzten Jahr erstmals in Tecklenburg. Das war eine sehr imposante Aufführung und wir werden bestimmt wieder dort hinfahren. Es ist auch für uns eine kleine Reise. Dieses Jahr pausieren wir, das Programm sagt uns nicht zu.
          Vielleicht 2020 wieder.
          „Sie“ muss man auch nicht kennen, aber die Quatermain-Verfilmung mit Patrick Swayze kenne ich auch nicht (oder ich habe das verdrängt).
          Also …. Tanz der Vampire ist ganz nett, aber es gehört nicht zu meinen Lieblingsmusicals … ich finde den ersten Akt extrem langweilig. Aber die Geschmäcker sind verschieden.
          Dir auch schöne Pfingsten
          M

  5. Huhu =)
    Spannende Liste. Ich wusste ehrlich gesagt nicht, dass Arthur Conan Doyle noch etwas anderes, außer die Sherlock Romane geschrieben hat. Tja wie sagt meine Oma immer: Man wird alt wie ne Kuh und lernt immer noch was dazu.

    • Martin sagt:

      ACD hat einiges geschrieben, aber mit Sherlock Holmes ist er berühmt geworden. Beide Namen werden immer miteinander verbunden sein.
      Daneben vergisst man dass ACD nicht nur Autor war …
      Von seinen literarischen Werken kenne ich aber nur Sherlock Holmes, Professor Challenger und Heute dreimal ins Polarmeer gefallen.
      LG
      M

  6. Guten Abend!

    Tatsächlich habe ich noch von keinem deiner Autoren ein Buch gelesen; „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ kenne ich aber als Verfilmung und die Vorlage will ich bei Gelegenheit noch lesen. „Sherlock Holmes“ steht auch auf meiner Leseliste; „Die Vergessene Welt“ werde ich mir mal genauer anschauen. „Der Glöckner von Notre Dame“ habe ich auf dem SuB und „Die drei Musketiere“ auf der Wunschliste.

    Noch ein schönes Wochenende!
    Liebe Grüße,
    Kerstin

  7. Petrissa sagt:

    Hallo Martin,

    diesmal kommt meine Antwort spät. Ich hatte schon mal angefangen, wurde unterbrochen und die Antwort ging verloren.
    Dracula will ich irg mal lesen.
    Jules… ich weiß nicht. Ich habe „In 80 Tagen..“ als Hörbuch gehört und fragte mich danach, was alle daran finden. Vielleicht muss ich es noch mal als Buch lesen bzw „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde„ wollte ich lesen und ihm damit noch einen Chance geben.
    Und Wells will ich auch unbedingt noch lesen.

    LG
    Petrissa

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