Als Ben Cartwright in sein elterliches Heim zurückkehrt, um den Tod seines Vaters zu betrauern, stößt er zufällig auf eine Reihe von kryptischen Briefen zwischen Arthur Conan Doyle und seinem Ur-Urgroßvater, welcher 1908 während einer Dschungelexpedition im Amazonas spurlos verschwand. Dieser Briefwechsel lässt den unglaublichen Schluss zu, dass die Expeditionen seines Ahnen dem berühmten Autor als Basis für seine fantastische Geschichte über eine vergessene Welt voller urzeitlicher Lebewesen diente. Ben stellt auf eigene Faust Nachforschungen an und erfährt von einem verschollenen Notizbuch, in dem sich eine Karte dieses Ortes befinden soll. Aber er ist nicht der Einzige, der hinter dieser Karte her ist – schließlich könnte die Existenz eines solchen Ortes alles infrage stellen, was die moderne Wissenschaft uns lehrte. Zusammen mit einer Gruppe von Freunden begibt sich Ben auf eine gefährliche Reise in die entlegensten Winkel Venezuelas. Dort, im tiefsten Dschungel und jenseits verschlungener Pfade, die nur den einheimischen Stämmen bekannt sind, entdecken sie ein verbotenes Reich, das angsteinflößender und gefährlicher ist, als sie es für möglich gehalten hätten: Primordia.
Es gibt Bücher, die will man einfach mögen. Und PRIMORDIA ist so ein Buch. Eine Abenteuergeschichte mit Dinosauriern, eine Fortsetzung/Weiterführung von Doyles Vergessener Welt. Nun ja, das Buch hat es mir aber schwer gemacht, es zu mögen. Greig Beck bietet eine klassische Abenteuergeschichte (auch wenn sie in der Gegenwart angesetzt ist, nur … irgendwann spielen die technischen Errungenschaften der Moderne keine Rolle mehr), die das Werk Doyles fortsetzt und durchaus einige interessante Aspekte in seine Geschichte einfügt (was den ursprünglichen Roman anbelangt). Man muss Doyles Geschichte nicht kennen (obwohl es durchaus unterhaltsam ist den Geschichten des Professor Challengers Aufmerksamkeit zu widmen, meiner Meinung nach ist es schade, dass er weniger bekannt ist als Sherlock Holmes) um PRIMORDIA zu verstehen (aber man muss auch PRIMORDIA nicht lesen …). Die Geschichte ist leider tatsächlich sehr klassisch (was nicht unbedingt ein Nachteil sein muss), sehr vorhersehbar und bietet dem Thema Vergessene Welt nicht viel Neues. Da war Michael Crichton innovativer.
Störend fand ich teilweise die kurzen Einschübe, wenn aus Sicht prähistorischer Tiere geschrieben wurde. Und manches ist auch wissenschaftlich nicht korrekt: Mosasaurier sind keine Dinosaurier, Arowana sind nicht ausgestorben (es sei denn, es handelt sich um eine Tierart, deren wissenschaftliche Bezeichnung verwechselt wurde) … über diverse Größenunterschiede und Änderungen im Lebensraum mag man hinwegsehen, immerhin haben sich die prähistorischen Lebewesen bis in die Gegenwart gehalten (und angepasst). Auch kommen die Dinosaurier, die in Doyles Roman sozusagen das Highlight waren zu kurz. Da müssen sich die Protagonisten mit diversen Insekten (u. a. der Kakerlake Manipulator modificaputis, was so gesagt irgendwie lächerlich klingt … im Roman aber alles andere als das ist) herumschlagen und der Hauptgegner (wenn man das so sagen will) ist eine Riesenschlange, die teilweise sehr unriesenschlangenhaft beschrieben wird.
PRIMORDIA funktioniert wenn man einen vorhersehbaren Abenteuerroman erwartet. Dann wird man durchaus sein Vergnügen haben. Wer jedoch etwas Neues in Bezug auf Vergessene Welten und mehr präsente Dinosaurier, dann wird er eine Enttäuschung erleben. Ich war enttäuscht, auch wenn ich es mir gewünscht hätte. Es gibt zwei Fortsetzungen, die ich aber nicht mehr lesen werde. Allerdings habe ich noch ein paar andere Bücher von Greig Beck … allerdings sind meine Erwartungen etwas gesunken.
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