Igor Akimuschkin: Launen der Natur (Rezension)

Igor Akimuschkin

Igor Iwanowitsch Akimuschkin (1929–1993) war ein sowjetischer Zoologe, Naturforscher und einer der bekanntesten populärwissenschaftlichen Autoren der UdSSR. Nach seinem Biologiestudium an der Lomonossow-Universität in Moskau spezialisierte er sich auf Zoologie, insbesondere auf Kopffüßer und andere Meerestiere. Berühmt wurde er jedoch vor allem durch seine allgemeinverständlichen Bücher über die Tierwelt, in denen er wissenschaftliche Erkenntnisse spannend und anschaulich vermittelte. Seine Werke erschienen in zahlreichen Sprachen und begeisterten Generationen von Naturfreunden. Akimuschkin verband wissenschaftliche Genauigkeit mit erzählerischem Talent und trug wesentlich dazu bei, das Interesse an Biologie und Naturschutz zu fördern.

In LAUNEN DER NATUR – Plaudereien über Kuriositäten in der Tierwelt und Pflanzenwelt nimmt Akimuschkin seine Leser mit auf eine unterhaltsame Reise zu den erstaunlichsten Eigenheiten des Lebens. Statt eines klassischen Lehrbuchs erwartet den Leser eine Sammlung kurzweiliger Geschichten über ungewöhnliche Tiere, Pflanzen, obwohl es sich dabei nicht unbedingt um „Launen“ der Natur handelt. Mag man das bei verschiedenen Tieren des australischen Kontinents oder manchen merkwürdige Pflanzen wie etwa die Rafflesia noch erkennen, so bringt der Autor dem Leser auch inzwischen bekanntere Tiere wie Tiger oder Gorilla nahe.
Die große Stärke des Buches liegt in Akimuschkins Erzählstil. Er versteht es, wissenschaftliche Fakten mit Humor, Neugier und einer ansteckenden Begeisterung für die Natur zu verbinden. Jede Episode zeigt die Vielfalt des Lebens unseres Planeten.
Natürlich merkt man dem Werk sein Alter an. Einige wissenschaftliche Erklärungen und systematische Einordnungen entsprechen nicht mehr dem heutigen Forschungsstand, insbesondere in den Bereichen Evolution, Genetik und Taxonomie. Dennoch bleiben die meisten geschilderten Naturphänomene faszinierend und vermitteln noch immer ein Gefühl des Staunens über die Vielfalt des Lebens. Und wer sich für das biologische Wissen der 1980er interessiert (das Buch erschien 1981, 1988 in deutsch) wird seine Freude haben.
So geht Akismushkin auch auf die Situation einiger Tiere in Zoos ein, beschreibt ihre Fortpflanzungsrate und viele Geheimnisse, die in der heutigen Zeit teilweise gelöst wurden.
Akimuschkin die Natur nicht als bloße Ansammlung von Fakten präsentiert, sondern als Welt voller Überraschungen. Seine Begeisterung wirkt ansteckend und macht das Buch auch heute noch zu einer unterhaltsamen Lektüre für naturinteressierte Leser jeden Alters. Fast schon ein moderner Brehm…

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