Michael Crichton: DinoPark (Rezension)

Stellen Sie sich folgendes vor: Sie kaufen für hundert Dolar eine Tageskarte, setzen mit dem Boot auf eine kleine Insel über und verbringen einen ganzen Tag in der Urzeit. Subtropische Vegetation, Erlebnisbahnen, die Sie über die ganze Insel fahren, hin zu fünfzehn verschiedenen Arten von echten, lebenden Dinosauriern, riesigen und winzigen, gefährlichen und harmlosen. Ein Trau? In DINOPARK wird er unheimliche Wirklichkeit. Oder jedenfalls beinahe.
1991 wurde DinoPark (Original: Jurassic Parc) veröffentlicht und entfachte damit erneut einen lang anhaltenden Dinosaurierboom. Crichton ist ein genialer ScienceThriller gelungen, der geschickt Fiktion mit den damaligen Kenntnissen der Saurier- und Genforschung vermischt. Nun ja … fast, denn obwohl DinoPark spannend und sehr interessant ist (und nebenbei auch einige interessante Tatsachen über Dinosaurier liefert, sofern man fähig ist diese von der Fantasie des Autors zu trennen) hat er auch seine Schwächen.
Es gibt zu viele handelnde Personen, die meist nur oberflächlich beschrieben werden. Auch ist die Anzahl der nervenden Charaktere meiner Meinung nach zu hoch. Die Beweggründe, bzw. das Verhalten von DinoPark-Besitzer Hammond kann ich nicht immer nachvollziehen, seine Enkelin Lex kommt mir zu oft wie ein verzogenes Gör vor, das ganz im Gegenzug zu ihrem Bruder Tim steht. Es mag der Altersunterschied zwischen den beiden sein, aber Lex bleibt mir während des ganzen Buchs unsympathisch, während andere Charaktere hingenommen werden, ohne dass sie große Charakterzüge aufweisen (und das sind dann jene Charaktere, die in der Verfilmung die Hauptrollen sind, aber das ist eine andere Sache).
Ich sehe auch nicht unbedingt die Dinosaurier als böse Monster und so werden sie auch nicht dargestellt. Dadurch fiebert man nicht nur den menschlichen Charakteren hinterher, sondern auch den anderen Zwei- oder Vierbeinern (und ich muss zugeben, dass ich eher auf der Seite der Dinosaurier war, als auf der meiner eigenen Art).

DinoPark ist kein schlechtes Buch, ganz im Gegenteil. Es ist so spannend, dass es trotz der über 500 Seiten kurzweilige (und sehr spannende) Unterhaltung bietet.
Ich habe das Buch mehrmals gelesen. Natürlich 1991 und in den darauf folgenden Jahren, aber bestimmt seit mindestens 15 Jahren nicht mehr. Trotzdem hat es mich sofort wieder fasziniert.

Allerdings darf man nicht vergessen, dass es sich um einen fiktive Roman handelt. Manche der dort erwähnten Dinge sind Realität (oder waren es damals … in einigen Dingen ist der wissenschaftliche Fortschritt weiter gegangen, so dass vieles, das als neu erwähnt wurde, bereits veraltet ist, aber das ist bei Romanen dieser Art häufig der Fall), andere Spekulation oder Wunschdenken.
Aber … DinoPark ist noch nach fast 30 Jahren lesenswert.

Dieser Beitrag wurde unter Rezension veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.