| Ordnung: | Unpaarhufer (Perissodactyla) |
| Familie: | Pferde (Equidae) |
| Gattung: | Pferde (Equus) |
| Art: | Wildpferd (Equus ferus) |
| Unterart: | Hauspferd (Equus ferus caballus) |
Der Bidet war eine heute ausgestorbene kleine Pferderasse aus Frankreich. Es handelte sich um eine Landrasse, die vor allem in den Regionen Bretagne, Morvan, Auvergne, Poitou und Burgund gezüchtet wurde. Die Tiere erreichten ein Stockmaß von etwa 110 bis 135 Zentimetern. Es sind zwei verschiedene Gruppen dokumentiert, die unter halbwilden Bedingungen gehalten wurden.
Bidets wurden erstmals im 15. Jahrhundert erwähnt. Sie dienten als vielseitige Arbeitstiere, die sich gleichermaßen zum Reiten, für landwirtschaftliche Arbeiten und für den Personentransport eigneten. Ihr Bestand ging im 19. Jahrhundert zurück, als der Ausbau von Eisenbahnen und besser ausgebauten Straßen die Pferdezüchter dazu zwang, sich auf bestimmte Rassen zu spezialisieren. Trotz des Verschwindens der Pferderasse hat sich der Name „Bidet“ in verschiedenen kulturellen Kontexten Frankreichs erhalten.
Die Geschichte des Bidet-Pferdes ist eng mit der Geschichte der einfachen Bevölkerung und des Staates verknüpft. Diese Pferde waren vor allem aufgrund der kostengünstigen Arbeit, die sie verrichten konnten, von Wert. Schönheit, Größe, Fellfarbe und Geschlecht spielten daher keine Rolle; ausschlaggebend waren allein Arbeitsleistung und Robustheit. Die Zucht dieses Pferdetyps erfolgte entgegen den Empfehlungen der *Haras Nationaux* (staatliche Gestüte), die diese Tiere als „kleine, hässliche Pferde“ kritisierten und auf deren Ausmerzung hofften. Sie wurden zumeist halbwild und ohne gezielte Selektion gehalten. Bereits in der Antike gab es in der Bretagne und der Normandie kleine Pferde, die möglicherweise von den Kelten während ihrer Wanderungen in Richtung Asien eingeführt worden waren. Im 16. Jahrhundert war die Normandie für ihre kräftigen und schweren Bidet-Pferde bekannt, die sich für den Zug über lange Strecken sowie als Postkutschen- oder Artilleriepferde eigneten.
Im 17. Jahrhundert waren die meisten dieser Bidet-Pferde in der Bretagne verbreitet. Im darauffolgenden Jahrhundert waren sie auch in der Auvergne, im Poitou, im Morvan und im Burgund anzutreffen. In den Regionen Morvan und Auvergne (sowie im Vivarais und Limousin) wurden Bidet-Pferde als Reitpferde gezüchtet. Diese Zuchtform florierte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts; während der Französischen Revolution waren die Tiere bei den Kriegsparteien stark gefragt und wurden häufig vom Militär requiriert. Händler suchten gezielt nach ihnen und legten bisweilen weite Strecken zu verschiedenen Dörfern zurück, um die Pferde aufzukaufen und weiterzuverkaufen.
Mehrere Hippologen, darunter Jacques Mulliez, datieren das Verschwinden des Bidet-Pferdes auf den Zeitraum vom 19. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Laut Bernadette Lizet wurde diese Zuchtform aufgrund einer Vielzahl von Faktoren aufgegeben, darunter der Ausbau des Straßennetzes (der die Durchfahrt von Fuhrwerken ermöglichte), die Modernisierung der Landwirtschaft, der Bau von Kanälen und die Einführung der Eisenbahn. Das Verschwinden des Bidet-Pferdes begann in den Zuchtgebieten, in denen diese Tiere verbreitet waren; dort wurden die für das Reiten geeigneten Exemplare zugunsten kräftigerer und größerer Pferde verdrängt, die sich besser als Zugtiere eigneten.Die Einführung von Kaltblutstuten in der Region Bazois – belegt durch erhaltene Verkaufsunterlagen – ging zulasten der preiswerteren Bidet-Pferde, die als Zugtiere weniger leistungsfähig waren. Die Bidet-Pferde des Morvan, die mit Hengsten und Kaltblutstuten gekreuzt wurden,[20] verschwanden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vollständig. In der Brenne verschwand das „Brennou“-Pony – eine Variante des Bidet-Typs – im Zuge der Trockenlegung der dortigen Sümpfe. Auch ein weiterer Bidet-Typ, der in den Moor- und Waldgebieten bei Derval und Blain heimisch war, verschwand.
In den 1850er Jahren verlor der bretonische „Bidet“ – zumindest in den Regionen Cornouaille und Morbihan – stark an Beliebtheit. Um 1859 wurde er, trotz seiner Robustheit und Zuverlässigkeit, nur noch in seinem Ursprungsgebiet genutzt. Er wurde durch andere bretonische Kaltblutrassen aus Léon und Trégor verdrängt. Kleine Reitpferde, wie der „Bidet“ der normannischen Händler, wurden von vielen verspottet; man bevorzugte stattdessen Rassen, die sich für Kutschen eigneten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren die bretonischen Bidets „nur noch eine Erinnerung“. Ihr Verschwinden beschränkte sich nicht nur auf die physische Existenz; Daniel Roche und Daniel Reytier stellten auch einen Wandel im allgemeinen Sprachgebrauch fest: Das Wort „Bidet“ wurde allmählich durch „Poney“ (Pony) ersetzt – ein Begriff, der in den 1820er und 1830er Jahren aus dem englischsprachigen Raum übernommen worden war.
Im 20. Jahrhundert wurden vereinzelt noch „Bidets“ erwähnt – allerdings eher als Bezeichnung für kleine Arbeitspferde denn als spezifischer Typ oder Rasse. Berichten zufolge brachten die Deutschen während des Ersten Weltkriegs „Bidets“ in die Region Boulonnais. Ein Kommandeur aus Rancourt plädierte 1939 für den Einsatz des „Sancerre-Bidet“ im Kampf gegen Nazi-Deutschland.
Heute sind alle französischen Bidets verschwunden, ohne direkt neue Rassen hervorgebracht zu haben, wenngleich sie einige beeinflussten.[1] Der „Centre-Montagne“ – auch als „kleiner bretonischer Kaltblüter“ bekannt – stammt aus den bergigen Gebieten der Bretagne, in denen Bidets gezüchtet wurden. Er wurde 1927 neben den Typen „Trait“ (schweres Kaltblut) und „Postier“ als Typ der bretonischen Rasse anerkannt und erreicht ein Stockmaß von etwa 1,40 m. Er stammt wahrscheinlich von Gebirgs-Bidets ab und überlebte, „weil es immer Züchter gab, die Pferde in den Bergen ritten“.
Bidets bilden keine einheitliche Rasse, mit Ausnahme der in der Bretagne und im Morvan anerkannten Schläge. Ihre Beschreibung gestaltet sich schwierig, da es sich um „Straßenpferde“ handelte – eine Zwischenform zwischen Reit- und Zugpferd. Im 18. Jahrhundert lag ihr Stockmaß wahrscheinlich zwischen 1,10 und 1,35 m, was der Größe eines Ponys entspricht. Historisch wurden verschiedene Bidet-Typen unterschieden. In der französischen Armee diente das „Begleit-Bidet“ als Packpferd. Das „Post-Bidet“ wurde von Kurieren genutzt; die *Encyclopédie* beschreibt es als „kleines Postpferd, das geritten und nicht vor eine Postkutsche gespannt wurde“. Das „Doppel-Bidet“ galt als größer und kräftiger als gewöhnliche Bidets, und bei den sogenannten „Passgänger-Bidets“ handelte es sich – laut *Trésor de la langue française* – um Pferde, die im zügigen Schritt die Hufe so wenig wie möglich anhoben, was eine Voraussetzung für Schnelligkeit war. Sie stammten vorwiegend aus der Normandie, wo bis ins frühe 19. Jahrhundert hinein halbwild lebende Tiere auf kostengünstige Weise gezüchtet wurden, die dennoch kräftig genug für Pflugarbeiten waren.
Das Cheval du Morvan gehört auch zu den Bidet-Pferden.
Der Begriff „Bidet“ tauchte erstmals 1564 auf, als François Rabelais ihn zur Bezeichnung eines kleinen Pferdes verwendete. Wahrscheinlich entlehnte er das Wort dem altfranzösischen „bider“ (traben), das wiederum von „rabider“ (in Eile laufen) – einem im 14. Jahrhundert gebräuchlichen Wort – abstammte. Laut dem *Trésor de la langue française* ist ein „Bidet“-Pferd ein „kleines Postpferd, gedrungen und kräftig, das von Kurieren geritten wurde; ein kleines Reit- oder Zugpferd“. Auch die Verwendung der weiblichen Form „bidette“ findet sich in einem der Werke von Gustave Flaubert.
Das Wort „Bidet“ bezeichnete schließlich ein kleines Reitpferd des einfachen Volkes, ein Tier von „genre peu élevé“ (einer „niedrigen Art“); folglich erhielt der Begriff auch eine abwertende Konnotation. Noch Mitte des 20. Jahrhunderts bezeichneten einige Landwirte ihre Arbeitspferde als „Bidets“, doch der Gebrauch des Begriffs ist stark zurückgegangen und wurde weitgehend durch das Wort „Pony“ ersetzt.
Die als Bidet bekannte Sanitärvorrichtung trägt diesen Namen seit 1739; die Bezeichnung beruht auf einer Metapher, die sich höchstwahrscheinlich auf die spreizende Haltung bezieht, die man bei der Benutzung des Bidets einnimmt.





