Ein Tag im Altmühltal

Das Altmühltal … von München leicht zu erreichen und interessant genug, dass man immer wieder dorthin fahren kann, auch wenn man in Bezug auf Zoos oder Wildparks nicht viel zu erwarten hat (aber das Gefühl habe ich für ganz Bayern …)
Bereits in den letzten Jahren hat es mich aus unterschiedlichen Gründen ins Altmühltal gezogen und es gibt immer noch genug zu sehen.
Juramuseum Eichstätt
Altmühltahl 2016: Greding, Bürgermeister-Müller-Museum, Museum Berger
Altmühltal 2018: Kipfenberg, Thalmässing
Altmühltal 2019: Falkenhof und Museum Schloss Rosenburg, Tropfsteinhöhle Schulerloch und Tatzelwurm (Essing)
Für den schönsten Tag der Woche (der immerhin an die 25 Grad warm und regenfrei werden sollte, im Gegensatz zum Rest der Woche, den Sonntag eingeschlossen) waren folgende Ziele geplant:
Die Burgruine Altmannstein
Die Burgruine Randeck
Burg Prunn
Die begehbare Stadtmauer in Berching
Den Kleinzoo Wasserstern und den Wildpark am Baggersee in Ingolstadt
Ein Tag ganz fossilienfrei, aber ein paar Tiere sollte es schon geben.

Bei strahlendem Sonnenschein fuhren wir los … allerdings hielt das Wetter nicht lange an, bereits auf der Autobahn wurde es neblig. Das änderte sich in Altmannstein auch nicht.

Altmannstein von der Ruine aus gesehen

Und so war es ein nebeliges Vergnügen, die Ruine der Burg Altmannstein zu besichtigen. Und kurz war es auch, da sich an diesem Tag ein Paar das Jawort gegeben hatte und dort zur Hochzeitsgesellschaft geladen hatte … da wollten wir nicht stören, also war das wirklich nur ein kurzer Besuch.
Die Burg Altmannstein ist die Ruine einer mittelalterlichen Höhenburg auf einem 435 m ü. NHN hohen Berg nordöstlich des Marktes Altmannstein im oberbayerischen Landkreis Eichstätt.
Die ersten Herrscher über den damals noch namenlosen Ort, die Herren von Stein, wurden 1120 erstmals urkundlich erwähnt. Als die Herren von Stein 1232 ausgestorben waren, gelangte Altmannstein in den Besitz von Altmann II. von Abensberg, einem Verwandten der Herren von Stein. Dieser ließ die Burg errichten. 1291 erwarb Herzog Ludwig der Strenge von Bayern von Ulrich II. die Burg. Im Jahre 1340 wurde die Burg an Konrad und Heinrich von Hautzendorf weiter veräussert. Da die Grafen von Abensberg 1374 das Pfandrecht erwarben, gelangte die Burg wieder in deren Besitz. Doch Nürnberger Truppen eroberten 1446 die Burg, weil der Burgherr Johann von Abensberg Kontakte zu Raubrittern hatte, und sich solche auch auf der Festung befanden. 1485 wurde Niklas von Abensberg und Altmannstein, der letzte Babone, von Herzog Christoph überfallen, und Seitz der Frauenberger tötete den Babonen.

Das nächste Ziel hätte die Burgruine Randeck bei Essing sein sollen. Die Ruine hatten wir bereits 2019 von der Straße aus gesehen, jetzt wollten wir sie auch besichtigen.

Aufgrund der Uhrzeit habe ich mich aber kurzfristig umentschieden und die Planung etwas verändert. Statt der Ruine Randeck und der Burg Prunn fuhren wir zur Falknerei Schloss Rosenburg. Rechtzeitig zur 11 Uhr-Flugshow trafen wir ein. Während wir Adlern, Falken und Geiern beim Fliegen zusahen wurde auch das Wetter besser, der Nebel wich der Sonne. Ein kleines Highlight ist immer das Ende der Show, wenn Falke, Schwarzmilane und Geier zusammen über dem Schloss kreisen (wobei immer eine gewagte Behauptung ist, es war erst mein zweiter Besuch).

Schloss Rosenburg

Das Museum haben wir nicht besucht. Nach der Show und dem Rundgang durch die Falknerei fuhren wir weiter nach Berching.

Die Stadt Berching nennt sich „Kleinod des Mittelalters“ und ist bekannt durch eine sehr gut erhaltene Altstadtmauer mit vier Stadttoren und dreizehn Türmen.
Unsere Besichtigungstour begann am Pulverturm (der auch Storchenturm genannt wird). Dort gibt es einen Aufgang zur Stadtmauer, die bis zum Bettelvogtturm begehbar ist. Im Pulverturm selbst befindet sich eine Kunstausstellung und der Turm ist besteigbar, allerdings waren wir zu früh vor Ort, der Turm war verschlossen.
Nachdem wir über den niedrigen Gang gewandelt waren (Betreten auf eigene Gefahr) haben wir uns noch andere Teile Berchings angesehen, u. a. den Rest der Stadtmauer inklusive einiger Türme, den Marktplatz und den Hans-Kuffer-Park, wo uns eine Jugend-Blaskapelle über den Weg lief. Instrumente hatten sie dabei, aber nicht für ein Konzert, sondern für Fotos mit Stadtmauer.
Bekanntestes „Kind der Stadt“ dürfte Christoph Willibald Gluck sein. Er wurde 171 vermutlich in Erasbach bei Berching angegeben. Da der Geburtsort jedoch im Taufregister nicht angegeben ist, wird darüber bis heute spekuliert. Das („angebliche“) Geburtshaus Glucks kann man in Weidenwang sehen. Dabei soll es sich um das echte Geburtshaus handeln, aber ich lasse es einfach so stehen, da ich mich nicht tiefer in die Materie begeben möchte.
Man mag es als Ignoranz bezeichnen, aber mein Interesse an diesem Komponisten ist gleich null. Ich könnte spontan auch kein Werk von ihm benennen. Das Museum in Berching befasst sich u. a. mit dem Komponisten, aber wir haben das Museum nicht besucht. Mit einer Ausnahme haben wir das schöne Wetter draußen genutzt.
Gluck hin oder her, Berching ist ein beschauliches Städtchen und darf sich gerne als Kleinod des Mittelalters bezeichnen.

Nach Berching ging es Richtung München, wobei wir diesmal die Orte besuchten, die wir am Vormittag ausgelassen haben: Die Burg Prunn und die Burgruine Randeck.

Burg Prunn

Die Burg Prunn steht auf einem steil abfallenden Kalkfelsen aus der Zeit des Jura etwa vier Kilometer südöstlich der niederbayerischen Stadt Riedenburg im Landkreis Kelheim.
Normalerweise gibt es Führungen durch die Burg, nicht aber zu Zeiten der Pandemie. Es gibt aber einen Rundgang, der zum eigenen Erkunden der Ausstellungsräume einlädt.
Der älteste bekannte Besitzer war Wernherus de Prunne, der mitsamt seiner Burg 1037 erstmals urkundlich erwähnt wurde. 1147 ging die Burg an die Herren von Laaber aus der Seitenlinie der Praiteneck, von denen zahlreiche Bautätigkeiten ausgingen. Auf sie geht die älteste erhaltene Bausubstanz, bestehend aus Bergfried und Palas, zurück.
1288 wurde die Burg an Herzog Ludwig II. von Bayern verkauft, der sie dem Verkäufer Wernherr von Praiteneck als Lehen zurückgab.
Die Erwähnung eines Hauses Fraunberger zu Prunn 1311 lässt darauf schließen, dass die Burg Prunn im frühen 14. Jahrhundert den Besitzer gewechselt hatte. 1338 wurde die Anlage der Familie Fraunberger vom Haag verkauft. Sie ließ das noch sichtbare „Gurrenwappen“ an der südlichen, zum Tal zeigenden Fassade anbringen. Hans VI. von Fraunberg ließ die Anlage spätgotisch in der Zeit von 1426 bis 1476 erweitern. Als Wolf Fraunberger dem Löwlerbund beitrat, soll dies der bayerische Herzog Albrecht IV. zum Anlass genommen haben, die Burg im Dezember 1491 durch seine Truppen erstürmen zu lassen. Sollte die Erstürmung tatsächlich stattgefunden haben, muss sie ohne Beschädigung oder gar Schleifung der Burg vonstattengegangen sein, denn Nachrichten über einen Wiederaufbau in der Folgezeit sind nicht überliefert.
Im 15. Jahrhundert war Burg Prunn vorübergehend im Besitz des Geschlechts von Gumppenberg, kehrte jedoch in den Besitz der Fraunberger zurück. Mit dem Erlöschen des Hauses Fraunberg vom Haag zu Prunn fiel die Burg an den bayerischen Herzog zurück, der sie schon 1570 für 18.000 Gulden an Karl Köckh zu Mauerstetten und Bodenmais verkaufte.
1567 oder 1569 fand Wiguläus Hund, Humanist und Geschichtsschreiber Herzog Albrechts V. von Bayern, auf der Burg eine Pergamenthandschrift des Nibelungenliedes und der Klage, den sogenannten Prunner Codex, und schenkte sie 1575 seinem Arbeitgeber. Ein Großteil der Ausstellung in der Burg befasst sich mit dem Nibelungenlied.
Es ist schon eine kleine Überraschung Hinweise der Nibelungen in Bayern zu entdecken, ich hatte diese eher in Worms/Xanthen erwartet.

Blick von Burg Prunn aus

Danach fuhren wir weiter zur Burgruine Randeck.
Die Burg ist untrennbar mit dem zu ihren Füßen liegenden Markt Essing verbunden. Essing wurde bereits 2019 besucht, allerdings war das damalige Ziel nur die Holzbrücke über die Altmühl. Die Randeck haben wir nur aus der Ferne gesehen.

Blick auf Essing von Randeck aus

Die erste Befestigungsanlage in Essing entstand wahrscheinlich bereits im 10. Jahrhundert unter Herzog Arnulf I. von Bayern zum Schutz gegen die Einfälle der Ungarn. Die heutige Burg wurde im 11. und 12. Jahrhundert von den Randeckern erbaut. 1298 fiel sie an die als Raubritter berüchtigten Abensberger Babonen, nach deren Aussterben 1485 schließlich an das Herzogtum Bayern. Bereits 1529 fiel sie an Herrn Leonhard von Eck, 1565 kaufte Otto Heinrich von Schwarzenberg die Burg, 1594 dann Alexius Fugger. 1596 erwarb Herzog Wilhelm von Bayern die Burg, tauschte sie aber sogleich mit Johann Wolf Freymann gegen dessen Schloss Mühlfelden. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Burg Randeck 1634 von den schwedischen Truppen stark beschädigt. 1672 kaufte das Jesuitenkolleg Ingolstadt die Burg. Nach Auflösung des Ordens 1773 fiel sie abermals an das – mittlerweile zum Kurfürstentum aufgestiegene – Bayern. 1776 erwarb der Malteserorden die Anlage.
1818 fiel die Burg an das Königreich Bayern. 1838 stürzten Teile der Burg ein, darunter auch der Bergfried. Bereits 1842 ließ Kronprinz Maximilian von Bayern die Anlage sichern und teilweise wieder aufbauen. 1975 wurde sie umfassend renoviert und ist seitdem eine Touristenattraktion. Die Ruine ist heute im Eigentum des Marktes Essing.
Von Burg Randeck stehen heute im Wesentlichen noch einige Außenmauern, das Burgverlies, der fensterlose Hungerturm sowie der 36 Meter hohe, sehr akkurat aus regelmäßigen Quadern gefügte Bergfried, der als Aussichtsturm bestiegen werden kann. Ursprünglich soll die Anlage neun Stuben, acht Kammern, drei Küchen, eine dem Heiligen Georg geweihte Burgkapelle, einen Keller und einen Schöpfbrunnen besessen haben.
Die Ruine ist frei zugänglich, der Bergfried ist besteigbar. Innerhalb der Burg herrschte Maskenpflicht.

Danach ging es nach Ingolstadt.
Viel kenne ich von der Stadt nicht, obwohl sie nicht weit von München entfernt ist und ich doch schon ein paar Mal dort war … Aber wirklich wahrgenommen habe ich die Stadt noch nie.
Auch heute nicht, denn es waren nur Besuche im Zoo und im Wildpark geplant. Beides kann man nicht unbedingt als Highlights bezeichnen, es waren nicht mehr als kleine Zwischenstopps vor der Heimat.
Im Kleinzoo Wasserstern herrschte nur Maskenpflicht im Maxlhaus. Über einen QR-Code wurde ein- und ausgecheckt.
Danach ging es nach Hause.
Aber irgendwann wird es wieder einen Tagesausflug ins Altmühltal geben … es gibt noch viel zu entdecken.

Falkenhof Schloss Rosenburg
Berching
Burg Prunn
Kleinzoo Wasserstern, Ingolstadt
Wildpark am Baggersee, Ingolstadt

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