Zoopresseschau

Tiergarten Schönbrunn 09.07.2021
Elefanten-Mädchen Kibali ist verstorben
Der Tiergarten Schönbrunn steht unter Schock: Gestern Nachmittag ist das Elefanten-Mädchen Kibali plötzlich verstorben. Am Vortag wirkte Kibali nur etwas matt – andere Symptome zeigte sie nicht. Dennoch stand sie unter genauer Beobachtung. Gestern kippte sie vor den Augen von Tierpflegern und Tierärzten einfach um und war sofort tot. „Nächste Woche hätten wir Kibalis zweiten Geburtstag gefeiert. Und jetzt dieser Schicksalsschlag. Wir können gar nicht fassen, dass sie nicht mehr da ist“, so Unternehmenssprecherin Johanna Bukovsky. Kibali verstarb an akutem Herzversagen, das traurigerweise Mensch und Tier in jedem Alter treffen kann. Die pathologische Untersuchung bestätigt, dass man leider völlig machtlos war. Bukovsky: „Uns war es ganz wichtig, dass Mutter Numbi in Ruhe Abschied von ihrem Jungtier nehmen konnte und dann auch die restliche Herde. Numbi bekommt nun besonders viel Aufmerksamkeit von ihren Pflegern.“ Kibali wurde am 13. Juli 2019 geboren. Der kleine Dickhäuter eroberte die Herzen der Besucherinnen und Besucher im Sturm. Bei ihrer Geburt wog Kibali rund 90 Kilogramm, mittlerweile brachte sie bereits 550 Kilogramm auf die Waage. Kibali war nach Kibo und Tuluba der dritte Nachwuchs für Elefanten-Weibchen Numbi. Gezeugt wurde sie durch künstliche Besamung. Ihr Vater ist ein Wildbulle in Südafrika. Der Name „Kibali“ wurde im Rahmen einer Internetabstimmung gewählt. Im Zuge der Corona-Krise erlangte Kibali als „Abstandsmaß“ Berühmtheit.

Zoo Heidelberg 09.07.2021
Nach Beschlagnahmung: Wertvoller Beitrag zu Artenschutz
Im Zoo Heidelberg ist ein wichtiger Zuchterfolg bei den Ägyptischen Landschildkröten gelungen Im Juli 2020 – vor genau einem Jahr – erhielt der Zoo Heidelberg sieben Ägyptische Landschildkröten aus einer Beschlagnahmung. Die Tiere wurden aus Libyen nach Italien geschmuggelt und im Hafen von Genua vom Zoll konfisziert. Ägyptische Landschildkröten sind vom Aussterben bedroht. Der Handel mit diesen Tieren ist verboten. Ihr Lebensraum bietet durch die Landwirtschaft, in deren Folge es an geeigneten Futter und Versteckmöglichkeiten vor Fressfeinden und Hitze mangelt, kaum noch Überlebensmöglichkeiten. Der illegale Handel mit den Tieren, die vor allem auf lokalen Märkten angeboten werden, lässt die Populationen stark schrumpfen. Im Zoo Heidelberg fühlen sich die beschlagnahmten Tiere sichtlich wohl. Bereits im Januar 2021 wurden die ersten Eier gelegt, und das erste Jungtier streckte am 15. März seinen Kopf aus dem Ei. Seitdem sind 12 kleine Ägyptische Landschildkröten in Heidelberg geschlüpft. Die Winzlinge wiegen nur 4 – 6 Gramm und sind kaum größer als ein Daumennagel. Geradezu riesig ist aber ihr Appetit – sie fressen allerlei Grünzeug, und man kann ihnen beim Wachsen förmlich zuschauen. Der große Hunger der Kleinen hat einen ernsten biologischen Hintergrund. In der Natur kommen Ägyptische Landschildkröten nur in einem schmalen Streifen entlang der Mittelmeerküste von Libyen, Ägypten und Israel vor. Dort leben sie unter harschen Klimabedingungen. Regen fällt nur im Winterhalbjahr, und Futter ist nur für eine begrenzte Zeit verfügbar. Im Sommer herrscht extreme Hitze, die Vegetation verdorrt und die Schildkröten finden kein Futter mehr. Diese Zeit überstehen die Schildkröten in einer Art Sommerstarre, während der sie mehrere Monate lang weder trinken noch fressen. „Diese speziellen Klimabedingungen müssen wir im Zoo genau simulieren, um diese vom Aussterben bedrohte Schildkrötenart erfolgreich zur Fortpflanzung zu bringen. Umso mehr freuen wir uns, dass es gleich im ersten Jahr so gut geklappt hat“, berichtet aus dem Zoo Heidelberg der zuständige Kurator Dr. Eric Diener. In der Natur sind Ägyptische Landschildkröten vom Aussterben bedroht. Ihr Lebensraum wird durch Landwirtschaft und Bau von Siedlungen und Hotelanlagen zerstört. Außerdem werden die Tiere abgesammelt, vor allem um sie auf lokalen Märkten, unter anderem an Touristen, zu verkaufen. Der Zoo Heidelberg beteiligt sich am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm der Ägyptischen Landschildkröten und trägt somit aktiv zum Erhalt dieser kleinen Schildkröten bei. Besucher können die Ägyptischen Landschildkröten in einem Terrarium im Afrikahaus des Zoos beobachten. Aktuell sind alle Tierhäuser im Zoo Heidelberg geöffnet. Wer einen Besuch im Zoo plan, kann online Tickets im Webshop des Zoos unter shop.zoo-heidelberg.de bestellen.

Tierpark + Fossilium Bochum 09.07.2021
Spinnenforschung im Tierpark + Fossilium Bochum – Zoo kooperiert mit Aachener Forschungsprojekt Bochum
Die gelbgoldenen Netze der Seidenspinne können einen Durchmesser von 1,5 m erreichen. Dabei beeindruckt die Spinnenseide in der Wissenschaft aber vor allem aufgrund ihrer enormen Stabilität und Elastizität sowie der antibakteriellen Wirkung. Im Tierpark + Fossilium Bochum sind die Seidenspinnen durch die afrikanische Art Nephila kenianensis vertreten und Teil eines universitären Forschungsprojektsder Uniklinik RWTH Aachen. Das Ziel des Vorhabens ist es, Knochenersatzmaterial auf Spinnenseide zu züchten. Zu diesem Zweck stockt der Tierpark seinen Bestand an Goldenen Radnetzspinnen deutlich auf. Finanzielle Unterstützung wird noch gesucht. „Trotz vieler Fortschritte im medizinischen Bereich sind Behandlungsmöglichkeiten bei Krankheiten, die mit Knochenschäden einhergehen, oft noch unzureichend. Häufig sind diese durch Eigen- oder Fremdgewebespenden auch nicht kompensierbar. So wird z.B. zur Therapie von umfangreicheren Knochenbrüchen, Osteoporose und Tumoren biologisches Gewebe-Ersatzmaterial benötigt“, erklärt Anna Bartz vom Institut für Pathologie und Helmholtz Institut für Biomedizinische Technologien an der Uniklinik RWTH Aachen. Die dort angesiedelte Biointerface Gruppe ist Mitglied im Stammzellennetzwerk NRW und wird von Prof. Dr. Sabine Neuß-Stein geleitet, die unter anderem bereits zu medizinischen Anwendungsmöglichkeiten der Seide des Seidenraupenspinners (Bombyx mori) geforscht hat. Daran soll das aktuelle Forschungsvorhaben von Anna Bartz anknüpfen, bei dem verschiedene Spinnenseiden zum Einsatz kommen, um eine optimale Trägerstruktur für die Geweberekonstruktion zu entwickeln. Diese Spinnenseide Matrix hilft, Knochenvorläuferzellen zu stabilisieren, die sich dann zu einem Gewebe entwickeln sollen, das implantiert werden kann. Das Besondere an Spinnenseide ist ihre biomedizinische Eigenschaft: Sie ist sehr reißfest, elastisch, hitzestabil und biologisch abbaubar. Ihre antibakterielle Wirkung und gute Verträglichkeit reduziert Implantatinfektionen.Die Gewinnung der Spinnenseide ist jedoch aufwendig. Zwar handelt es sich dabei um einen natürlichen Vorgang, wie er auch beim Bau von Spinnennetzen vorkommt, doch sind die für das Forschungsvorhaben erforderlichen Mengen an Spinnenseide eine Herausforderung. Aus diesem Grund ist die Promotionsstudentin der Uniklinik RWTH Aachen auf zusätzliche Unterstützung angewiesen, um eine studentische Hilfskraft finanzieren zu können, die an der Gewinnung der Seide mitwirkt. Darüber hinaus soll der Bestand der Seidenspinnen im Tierpark deutlich aufgestockt werden, was ebenfalls mit laufenden Kosten für die Haltung und Pflege der Tiere verbunden ist.„Als wissenschaftlich geführte zoologische Einrichtung machen die Kooperationen mit Hochschulen und die Förderung der Wissenschaft einen zentralen Bestandteil unserer Arbeitaus“, erklärt Zoodirektor Ralf Slabik und fährt fort: „Auch für die Bildungsarbeit spielen die faszinierenden Spinnen und die damit verbundene Forschungskooperation eine wichtige Rolle. Als Beispiel für Bionik – die Verbindung aus Biologie und Technik – lässt sich anhand der Seidenspinnen aufzeigen, welche Erfindungen der Natur sich die Wissenschaft zum Vorbild nimmt. Gleichzeitig können durch die Auseinandersetzung mit den achtbeinigen Architekten mögliche Vorurteile abgebaut werden.“ Eine wesentliche Grundlage des Forschungsprojekts ist die fachgerechte Haltung der tierischen Protagonisten. Aufgrund der natürlichen begrenzten Lebenserwartung der Seidenspinnen, gibt es neben dem Schauterrarium auch eine komplexe rückwärtige Haltung. Hinter den Kulissen des Aquarien- und Terrarienhauses werden die Seidenspinnen gezüchtet und in den unterschiedlichen Entwicklungsphasen in sogenannten Flexarien herangezogen. Zur optimalen Entwicklung der Tiere und ihrer Seide müssen verschiedene Komponenten, wie UV-Licht, eine hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen zwischen 25°C und 30 °C, berücksichtigt werden. Je nach Alter der Spinnen werden sie mit unterschiedlichen Futtermitteln versorgt. Während sich die Jungtiere von Blütenpollen ernähren, erhalten die adulten Exemplare lebende Fliegen. Um diese zu fangen zu können, weben die Spinnen ihre Netze besonders fein.

Tierpark und Tropen-Aquarium Hagenbeck 09.07.2021
Ältester Orang-Utan der Welt adoptiert Waisenkind – Haus der Sumatra Orang-Utans bei Hagenbeck wieder geöffnet
Zärtlich klammert sich Berani an seine Ziehmutter Bella und weicht ihr keinen Schritt von der Seite. Mit wachen Augen blickt der fast ein Jahr alte Orang-Utan-Nachwuchs auf die Besucher hinunter, die nach acht Monaten endlich wieder das Haus der beeindruckenden Waldmenschen betreten dürfen. Im September vergangenen Jahres wurde Berani während des Lockdowns geboren. Da seine Mutter Conny kurz nach der Geburt an einem angeborenen Herzfehler starb, übernahm die routinierte Mehrfachmama Bella kurzerhand die Aufzucht des kleinen Orang-Babys. „Es ist wirklich großartig, wie aufopfernd Bella sich um ihr viertes Adoptivkind Berani kümmert. Sie hat bereits sechs eigene Kinder großgezogen und geht komplett in ihrer Mutterrolle auf. Diese Leistung mit 60 Jahren zu vollbringen, macht Bella zu einem ganz besonders einzigartigen Orang-Utan“, zeigt sich Reviertierpfleger Tjark Rüther-Sebbel sehr beeindruckt über die agile und liebevolle Orang-Dame. Normalerweise haben Orang-Utans eine Lebenserwartung von rund vierzig Jahren. Im Tierpark Hagenbeck genießt Bella die tierärztliche Versorgung und die individuelle Fürsorge der Tierpfleger, die ihr beispielsweise das Futter zerkleinern, da Bella nur noch wenig Zähne hat. Diese intensive Pflege und ihre guten Gene tragen zu dieser außerordentlich langen Lebenserwartung bei. Mit 60 Jahren hat es Bella als ältester Orang-Utan der Welt sogar in das Guinnessbuch der Weltrekorde geschafft, das im September veröffentlicht wird. Ihr viertes Adoptivkind Berani entwickelt sich prächtig. Hinter den Kulissen hangelt sich der kleine Orang-Junge bereits ohne Ziehmama durch die Boxen. Versorgt wird Berani durch drei Tierpfleger, die sich mit dem Füttern abwechseln. Meist bekommt Berani die Flasche, wenn er sich bei Bella festhält, was die Bindung zwischen Berani und Bella zusätzlich fördert. Die Tierpfleger freuen sich schon jetzt darauf, wenn Batu, der drei Monate ältere Orang-Utan-Nachwuchs ausgelassen mit Berani durch die Wipfel der Anlage schwingt. Dadurch, dass das Orang-Utan-Haus nun wieder für Besucher geöffnet ist, können alle Hagenbeck-Gäste die Entwicklung unserer Orang-Utan-Jungtiere live miterleben.

Tiergarten Kleve 09.07.2021
Große Spende für große Esel
Seit Anfang Juni ist der Tiergarten Kleve um eine schwere Attraktion reicher: Drei Poitou-Esel sind neu in den Familienzoo am Niederrhein gezogen und erweitern nun die Poitou-Eselgruppe auf vier Tiere. „Schon seit langem haben viele BesucherInnen gefragt, wann wir wieder mehr Poitou-Esel halten. Doch die Anschaffung der Poitou-Esel ist leider sehr kostspielig. Erst durch die zahlreichen Spenden von Privatpersonen sowie einer 5.000 €-Spende von der Volksbank Kleverland war es uns möglich, diese imposanten Tiere zu erwerben“, berichtet Tiergartenleiter Martin Polotzek. Und so haben es sich Theodor Brauer und Alfi Niklas von der Volksbank Kleverland nicht nehmen lassen, die drei neuen Langohren einmal persönlich kennenzulernen. Bei ihrem vor Ort Termin im Tiergarten sind die beiden VertreterInnen der Volksbank auf Tuchfühlung mit der schwersten Eselrasse der Welt gegangen und waren sichtlich begeistert von den Neuzugängen im Klever Tiergarten. Tiergartenleiter Polotzek: „Das ist einer der schönsten Momente in unserem Beruf, wenn man Menschen für Tiere begeistern kann! Daher danke ich noch einmal allen privaten SpenderInnen sowie der Volksbank Kleverland, die uns erst die Anschaffung dieses neuen tierischen Highlights ermöglicht haben.“ Doch nicht nur bei den Poitou-Eseln unterstützt die Volksbank Kleverland den Tiergarten. Auch bei der Erweiterung der Weißkopfseeadleranlage hat die Volksbank mit einer Crowdfunding-Kampagne maßgeblich zur Finanzierung des Bauprojekts beigetragen, wie Alfi Niklas von der Volksbank Kleverland schildert: „Anfang März haben wir gemeinsam mit dem Tiergarten Kleve das Crowdfunding-Projekt für die neue Adlervoliere gestartet. Zu jeder Spende haben wir von der Volksbank noch einmal 10 € dazugegeben, sodass wir am Ende des Projekts eine stolze Summe von insgesamt 4.010 € zusammenbekommen haben.“ Die 4.010 € sind vollumfänglich in den Bau der neuen Adleranlage geflossen, von deren Fortschritt sich Theodor Brauer und Alfi Niklas ebenfalls bei ihrem Tiergartentermin überzeugten. Martin Polotzek und stellvertretender Tiergartenleiter Dietmar Cornelissen hoffen, dass die Voliere Ende des Monats fertiggestellt und die Adler umziehen können. Im Tiergarten Kleve tut sich was: Neben den neuen Poitou-Eseln sind auch vor kurzem mit Gürteltier und Mara zwei neue Tierarten in den Zoo an der Tiergartenstraße gezogen. Zahlreiche Jungtiere wie bei den Trampeltieren und Zwergottern begeistern die BesucherInnen. Für alle Nachtschwärmer lädt der Tiergarten am 24. Juli zum Late-Zoo ein und ist dann bis 21 Uhr geöffnet. An allen anderen Tagen können die Gäste von 9-18 Uhr den Tiergarten besuchen. Eine Online-Reservierung ist nicht mehr erforderlich. Außerdem bietet der Tiergarten in Kooperation mit der Stadt vom 26.-30. Juli ein Sommerferienprogramm für alle Klever Kinder zwischen 6 und 12 Jahren an, für das es noch wenige freie Plätze gibt. Weitere Informationen unter www.tiergarten-kleve.de

Zoo Halle 09.07.2021
Ein längeres Leben und mehr Erfolg bei der Aufzucht von Jungtieren
Eine umfassende Auswertung belegt jetzt die fortwährende Verbesserung der Haltung von Raubtieren in Zoologischen Gärten weltweit – Die Lebenserwartung und der Erfolg bei der Aufzucht von Jungtieren von in Zoos gehaltenen Raubtieren hat sich in den letzten 70 Jahren über alle untersuchten Familien hinweg deutlich erhöht. So hat sich der Anteil der Tiere, die ein bestimmtes, artspezifisches Alter erreicht haben, bei der Mehrzahl der Arten fast verdoppelt. Dies zeigt eine nun veröffentlichte Auswertung der durch die weltweite Zoogemeinschaft gesammelten und durch die internationale Organisation „Species360“ verwalteten Daten der 95 am häufigsten in Zoos gehaltenen Arten. „Die Analysen zu den Lebensdaten von weltweit mehr als 160.000 in den letzten sieben Jahrzehnten gehaltenen Raubtieren belegen die Verbesserung des Haltungserfolges in den Zoos“, erläutert Dr. Marco Roller, Zootierarzt im Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe und einer der Autor*innen der Studie. „Die kontinuierliche Weiterentwicklung der Haltung und Pflege unserer Tiere ist selbsterklärtes Ziel der internationalen Zoogemeinschaft“, betont Dr. Dennis Müller, Zoodirektor im Zoologischen Garten Halle und Mitautor. „Unsere Auswertung belegt ganz deutlich, dass wir mit unseren Anstrengungen bei der Erreichung dieses Ziels auf dem richtigen Weg sind. Beispielsweise ist bei den Löwen diese sehr positive Entwicklung besonders ausgeprägt. Überlebten zu Beginn des Beobachtungszeitraumes gerade einmal ein Drittel der Löwenjungen das erste Lebensjahr, sind es heute mehr als 60%. Der Anteil der Löwen, die älter als 14 Jahre alt werden, hat sich ebenfalls mehr als verdoppelt. Das sieht man auch in den Daten zu unserer langjährigen Löwenhaltung.“ Aber auch bei den kleineren Raubtierarten ist der Fortschritt bei der Haltung bemerkenswert. So überlebte bei den Kleinen Pandabären noch in den siebziger Jahren nur jedes zweite Jungtier das erste Lebensjahr, heute werden knapp 75% der Jungtiere erfolgreich großgezogen. “Zoos sind etwas Besonderes”, sagt Marcus Clauss von der Universität Zürich und einer der Autor*innen. “Menschen halten Hunde, Katzen, Kaninchen oder Goldfische als Haustiere – aber weiß jemand, wie alt die im Durchschnitt werden? Zoos haben sich vor langer Zeit verpflichtet, die Lebensdaten ihrer Tiere kontinuierlich in einem gemeinsamen Archiv zu sammeln, und das bedeutet, dass sie Langzeit-Trends beobachten können. Nur wer dokumentiert, kann auch schauen, ob sich etwas verbessert.“ Die Studie erschien nun in der wissenschaftlichen Zeitung „Zoo Biology“ und ist unter dem Link https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/zoo.21639 frei zugänglich.

Alpenzoo Innsbruck-Tirol 09.07.2021
Alpenzoo und das Zoo-Restaurant ANIMAHL reduzieren den Müll – Mehrwegbecher ab Montag erhältlich
Jedes Jahr wird in Österreich die unglaubliche Summe von etwa 300 Mio Einwegbechern verbraucht. Die meisten haben es eilig und nehmen ihren Kaffee mit – oft im Einwegbecher. Das ist eine enorme Belastung für die Umwelt, da die Becher nach einmaligem Gebrauch weggeworfen werden. So war es bisher im Alpenzoo und widerspricht natürlich der Nachhaltigkeit, für die der Alpenzoo steht. Wiederverwendbare Becher mit Pfandsystem (ÖkoCup) sind eine bessere Lösung. Deshalb haben der Alpenzoo, das Zoo-Restaurant ANIMAHL und ihr Partner unbound – die Kaffeerösterei in Tirol – das Mehrweg-Kaffeebecher-System eingeführt. Dieses System ist ökologisch und gleichzeitig praktisch — man muss nicht immer einen eigenen to-go-Becher dabeihaben und ist trotzdem nicht auf Einwegbecher angewiesen. Zurückgeben oder als Souvenir behalten, alles ist möglich. Die Becher sind zu 100 % recyclingfähig, spülmaschinengeeignet, frei von Bisphenol-A (BPA) und Melamin, sowie geruchs- und geschmacksneutral. Zoodirektor Dr. André Stadler freut sich: „Mit den Bechern wird der ökologische Fußabdruck bei Kaffeegenuss direkt geringer, und so kann der Alpenzoo und jeder Besucher einen unmittelbaren Beitrag zum Umweltschutz leiten.“

Förderverein Tierpark Nordhorn e.V. und Tierpark Nordhorn Nordhorn 09.07.2021
Förderverein begrüßt Gewinner im Tierpark Nordhorn 600. Fördervereinsmitglied und Namenspaten zu Besuch im Familienzoo
Im April kamen im Tierpark Nordhorn zwei kleine Wildkatzen zur Welt. Die Namenspatenschaften für die beiden süßen Raubtiere kamen in einen ganz besonderen „Lostopf“. Der Förderverein Tierpark Nordhorn e.V. war mit großen Schritten auf dem Weg zur 600. Mitgliedschaft! Um einen kleinen Ansporn zu liefern, hatten sich Förderverein und Tierpark etwas Besonderes ausgedacht. Die 600. Mitgliedschaft sollte ein Frühstückserlebnis im Gasthaus „De MalleJan“ gewinnen und unter allen Neumitgliedschaften bis zum 15. Juni verloste der Förderverein die Namenspatenschaften für die beiden Wildkatzen. Glücksfee für die Patenschaften war Heiko Alfers aus dem Studio der Ems-Vechte-Welle. Er zog unter allen Neumitgliedern die Nordhornerin Ilona Wahl, die der kleinen Katze den Namen „Luna“ gab. Der Meppener Alexander Berenzen gewann die Namenspatenschaft für den kleinen Kater, den er auf den Namen „Lenox“ taufte. Beide Neumitglieder und Neupaten freuten sich, dass bei ihrem Pressetermin die kleinen Katzen aktiv durch das Gehege tollten und gut zu beobachten waren. Die 600. Mitgliedschaft hingegen schloss Thomas Heils für die Firma „Rechtsanwälte Heils und Kollegen“ aus Nordhorn ab. Er freut sich auf ein Frühstück im Gasthaus „MalleJan“ für das er einen Gutschein im Zoo erhalten hat. „Wir erfahren seit dem Beginn der Coronapandemie einen enormen Rückhalt aus der Bevölkerung!“ so der 1. Vorsitzende des Vereins, Dietmar Brookmann. Lagen die Zahlen vorher noch bei gut 400 Mitgliedschaften, überstiegen die Zahlen recht schnell die 500er Marke. „Dass es in der Geschwindigkeit weitergeht hat uns sehr überrascht und unheimlich gefreut,“ so der stolze Vorsitzende weiter. „Nun haben wir die 600 Mitglieder geschafft und können weiter unseren Familienzoo in dieser finanziell so schweren Zeit unterstützen!“ Neben den Mitgliedschaften im Förderverein gibt es natürlich zahlreiche andere Gelegenheiten den Tierpark zu unterstützen. Diese sind auf der Unterstützerseite „Wir sind Zoo“ zu finden: https://www.tierpark-nordhorn.de/wir-sind-zoo-unterstuetzung-fuer-den-tierpark/Informationen zum Förderverein sowie das Antragsformular befinden sich auf der Webseite des Familienzoos unter www.tierpark-nordhorn.de/foerderverein

Zoo Osnabrück 08.07.2021
Endlich komplett fertig! Neue Löwenanlage eröffnet – Mehr Platz für den König der Tiere – Bundespräsident a.D. Christian Wulff weiht „Mapungubwe“ ein
Nach anderthalb Jahren Bauzeit ist die Erweiterung der Löwenanlage im Zoo Osnabrück abgeschlossen. Das fünfköpfige Rudel hat nun bis zu drei Mal mehr Platz in seinem neuen Reich „Mapungubwe“. Heute eröffnete Bundespräsident a.D. Christian Wulff, Gründungsmitglied des Fördervereins Löwen für Löwen e.V., das neue Highlight im Zoo Osnabrück.Voller Interesse schauten die Löwen Nakuru, Shaba, Kipangi, Mahiri und Amani heute auf die besondere Besucherschar im Anzug vor ihrem Gehege. Etwa 80 Gäste hatten sich coronakonform versammelt, um die Fertigstellung des neuen Zuhauses zu feiern. Dr. E.h. Fritz Brickwedde begrüßte die Anwesenden in seiner Funktion als Vorsitzender des Fördervereins „Löwen für Löwen“, der seit seiner Gründung 2016 Spenden für den Umbau sammelte: „Es ist vollbracht: Unser Löwenrudel hat ein größeres und schöneres Zuhause, sodass nun auch wieder Nachwuchs möglich wäre. Und einen großen Anteil daran hat unser Verein, der insgesamt fast 500.000 Euro gesammelt hat. Mit Open-Air-Kino, Löwenmahlzeit oder Auktionen sowie vielen Spendenaktionen haben wir das gemeinsam geschafft. Vielen Dank an alle großen und kleinen Löwenfans.“ Als Ehrengast war Christian Wulff, Bundespräsident a.D. und Gründungsmitglied des Vereins, vor Ort und hielt die Eröffnungsrede. „Ich begleite den Zoo schon seit einiger Zeit, als Osnabrücker, als Vater, als Politiker und ich bin immer wieder begeistert, dass dieser Ort durch die vielen Umbaumaßnahmen immer schöner wird und dass der Zoo dies auch noch mit sehr viel Eigenverantwortung schafft. Auch die Corona-Zeit hat der Zoo mit viel Kreativität und Elan gemeistert“, freut sich Wulff. „Gleichzeitig sind Zoos so wichtige Orte – generell, um Menschen für Arten- und Naturschutz zu begeistern, und gerade jetzt in dieser Corona-Zeit, um Familien und Kindern einen Ausgleich zu all den Strapazen zu geben. Toll, dass die Osnabrücker diesen wundervollen Ort direkt vor der Haustür haben und ihn auch so sehr schätzen, dass sie ihn mit vielen Spenden in dieser schwierigen Zeit unterstützt haben.“ 127 Meter langer und bis zu sechs Meter hoher Baumpfad – Entworfen und umgesetzt wurde „Mapungubwe“ vom Planungsbüro Drecker. „Grundsätzlich wollen wir in Zoos Menschen die Verhaltensweisen von Tieren näherbringen, das heißt, wir müssen Einblicke in das Leben der Tiere schaffen – das haben wir hier besonders toll mit dem 127 Meter langen Höhenpfad realisiert, der einen Perspektivwechsel ermöglicht“, beschreibt Peter Drecker, Architekt der Anlage. Besucher können von dort aus nun nicht nur die Löwen beobachten, sondern auch die direkten Nachbarn: Giraffen, Strauße und Antilopen. Eine besondere Herausforderung beim Bau war die Tatsache, dass die Löwen vor Ort blieben, berichtet Thorsten Vaupel, technischer Leiter im Zoo Osnabrück: „Wir haben um die fünf Tiere herum gebaut und mussten die Schritte gut vorausplanen. Zunächst wurden der neue Außenbereich sowie der Anbau des Stalls errichtet. Als die Löwen dieses Areal nutzen konnten, überarbeiteten die Handwerker die alte Außenanlage und den alten Innenbereich.“ Vaupel prüfte auch, ob alle Materialen, wie Schieber, Riegel und Zäune „löwensicher“ sind. Bauarbeiten mitten im Zoo eine Herausforderung – Die Raubkatzen fanden die Bauarbeiten sehr spannend und sie beobachteten die Handwerker sehr genau. Wie ihnen das neue Zuhause gefällt, berichtet Tierpflegerin und Revierleiterin Kerstin Seifert: „Die Löwen sind trotz ihrer Stärke bei Veränderungen sehr vorsichtig. Aber inzwischen gefällt ihnen insbesondere die neue Außenanlage sehr gut, da diese weniger Gefälle hat und mehr Komfortplätze mit Schatten und Sand anbietet. Gerade der betagte Nakuru liegt gerne im Sand.“ Doch die Durchgänge zwischen neuer und alter Außenanlage seien den Großkatzen noch nicht geheuer. „Inzwischen haben sie sich schon ein wenig mehr daran gewöhnt, aber sie liegen in ihrem neuen alten Bereich immer noch gerne eng beieinander – falls doch etwas passieren sollte“, schmunzelt Seifert. Die Anlage musste vergrößert werden, da sie gemäß des Säugetiergutachten zu klein geworden war, erläutert Andreas Wulftange, zoologischer Leiter: „Insbesondere die Stallungen waren zu klein geworden und auch die Außenanlage hätte über kurz oder lang nicht mehr gereicht. Mit dem neuen Bereich ist nun auch wieder Löwennachwuchs möglich, allerdings ist unser aktuelles Rudel zu alt dafür. Aber in Zukunft ist das eine schöne Option.“ Damit sich die Löwen in ihrem erweiterten Areal wohlführen, gibt es auf der neuen Anlage eine Höhle mit Fußbodenheizung und Wärmestrahlern für kühleres Wetter, verschiedene Untergründe wie Sand und Gras oder auch einen Bachlauf, in dem sich die Löwen an heißen Tagen die Füße etwas abkühlen können. Der täuschend echt anmutende 10 Meter hohe und vier Meter breite Baobabbaum ist nicht nur zur Zierde dort, sondern auch zur Beschäftigung der Tiere: „An ihm können die Tierpfleger Fleisch in die Höhe ziehen, sodass die Tiere ihr Futter erarbeiten müssen“, berichtet Wulftange. Projekt „Mapungubwe“ für insgesamt 4,5 Millionen Euro realisiert – 3 Millionen Euro hat der neue Löwenbereich gekostet, der mithilfe einer mehrgleisigen Strategie finanziert werden konnte, wie Geschäftsführer Andreas Busemann erläutert: „Zur Löwenanlage ‚Mapungubwe‘ gehört auch die Nashornanlage. Diese haben wir bereits 2018/2019 umgebaut. Das Gesamtprojekt ‚Mapungubwe‘ hat 4,5 Millionen Euro gekostet und wurde mit einer Million Euro von dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung über die N-Bank gefördert. Zusätzlich haben wir Spenden von der Sparkasse Osnabrück erhalten, sowie 500.000 Euro Spenden durch den Verein ‚Löwen für Löwen‘ und nutzen einen Kredit.“ Da der Zoo Osnabrück sich so gut wie komplett selbstständig finanziert, sucht der Geschäftsführer immer wieder nach kreativen Ideen für Sponsoring und Fundraising. „Auch Firmen konnten für die Löwen aktiv werden und Löwenpakete mit verschiedenen Gegenleistungen wie Tickets oder Teilnahme an unsere Löwenmahlzeit erhalten. Firmen nutzen den Zoo gerne für ihre Mitarbeiter- oder Kundenbindung.“ Für die Löwen Nakuru, Shaba, Mahiri, Kipangi und Amani hat sich der Einsatz aller Löwenfreunde auf jeden Fall gelohnt. Sie haben nun auf über 2.000 Quadratmeter Außenfläche fast drei Mal so viel Platz wie vorher.

Zoo Leipzig 08.07.2021
Tierisches Engagement vom Freundes- und Förderverein Tier-Patenschaften ab sofort online abschließen
„Es ist unglaublich, was unsere Freunde und Förderer kontinuierlich leisten“, sagt Zoodirektor Prof. Jörg Junhold und staunt angesichts der 500.000 Euro-Spende, die Vereinspräsident Michael Weichert im Rahmen der Mitgliederversammlung des Freundes- und Fördervereins an den Zoo übergeben hat. Das aktive Vereinsleben kam in den vergangenen Monaten aufgrund der Pandemie nahezu zum Erliegen, die Unterstützung für und durch den Verein hingegen nicht. Im Gegenteil. Seit März 2020 ist die Mitgliederzahl auf 1802Mitglieder angewachsen, die Tierpatenschaften haben mit 2750einen Höchststand erreicht und die Spenden, die an den Zoo übergeben werden konnten, summieren sich im Jahr 2020 und 2021 auf 1,5 Millionen Euro. Während Vorträge und Reisen nicht stattfinden konnten, hat der Verein sich organisatorisch weiterentwickelt. Die bei kleinen und großen Zoofans beliebten Tierpatenschaften, mit denen die Verbundenheit zum Zoo und seinen Bewohnern eine direkte Verbindung erhält, können ab sofort unkompliziert und schnell auch online abgeschlossen werden. „Damit kommen wir dem Bedürfnis der Zoo- und Tierfreunde nach, auch kurzfristig und selbstständig die Patenschaften und auch Vereinsmitgliedschaften abzuschließen und direkt als Geschenk oder Anerkennung in den Händen zu halten“, erklärt Vereinspräsident Michael Weichert. „Mit dieser neuen Plattform tragen wir der Entwicklung Rechnung, dass sich neben unseren verdienten, langjährigen Mitgliedern auch immer mehr junge Leute im und für den Verein engagieren und wir so auf deren Kommunikations- und Aktionsverhalten eingehen.“ Mit dem Sommerfest und der Jahreshauptversammlung soll der Auftakt für das Aufleben des Vereinslebens markiert sein –im weiteren Jahresverlauf sind wieder Vorträge und Reisen geplant. Das komplette Veranstaltungs- und Onlineangebot des Freundes- und Fördervereins findet sich auf ffv.zoo-leipzig.de.

Zoo Salzburg 08.07.2021
Trauriger Verlust: Zwei Brillenpinguine verstorben – Jungtier per Hand aufgezogen
Samaki, der Vater des Ende Mai 2021 im Zoo Salzburg geschlüpften Pinguinkükens ist beim Verteidigen der Bruthöhle gegen andere Brillenpinguine leider verstorben. Offensichtlich waren der Stress sowie die hohen Temperaturen zu viel für ihn. „Solche Situationen mit tragischem Ausgang kommen auch in freier Wildbahn immer wieder vor“, berichtet Kuratorin Lisa Sernow. Sie ergänzt: „Es dauert einfach eine gewisse Zeit, bis sich eine Kolonie richtig zusammenfindet und bis geklärt ist, welcher Pinguin welche Nisthöhle bewohnt.“ Nachdem Samaki, der sein Jungtier im wahrsten Sinne des Wortes bis zum Schluss verteidigte, nicht mehr da war, ließ die sonst so fürsorgliche Mutter Dorie ihr Küken links liegen. „Sie kümmerte sich von dem Zeitpunkt an einfach nicht mehr um das jetzt sechs Wochen alte Küken“, erzählt Geschäftsführerin Sabine Grebner. Deshalb wird das erste im Zoo Salzburg geschlüpfte Pinguinküken derzeit von seinen Tierpflegern per Hand gefüttert. „Im Moment hat der kleine Frackträger ordentlich Appetit und frisst gut“, sagt Sabine Grebner. „Wir hoffen natürlich alle, dass das so bleibt.“ Leider ist das nicht der einzige bedauernswerte Verlust unter den Pinguinen, denn ebenfalls Ende Juni 2021 hat der Zoo Salzburg Pinguin-Männchen Luke verloren. „Anders als Samaki litt Luke an einer Infektionskrankheit, die er nicht überlebte“, erklärt Zootierärztin Miriam Wiesner.

Münchener Tierpark hellabrunn 08.07.2021
Hellabrunner Alpensteinböcke erfolgreich ausgewildert
Der große Augenblick dauerte nur wenige Sekunden: Am gestrigen Mittwochvormittag wurden gegen 11.30 Uhr in der Nähe der Franz-Senn-Hütte im Tiroler Oberbergtal vier Transport-Kisten geöffnet und die Hellabrunner Steinböcke Uwe, Urs sowie zwei Geißen aus dem Alpenzoo Innsbruck sprangen direkt hinauf in die Bergwelt der Stubaier Alpen. Bereits frühmorgens startete der Tiertransport aus München in Richtung österreichisches Oberbergtal. Vom Parkplatz der Oberriss-Alm aus ging es in der Material-Seilbahn für die Alpensteinböcke in den Transportkisten die letzten 400 Höhenmeter hinauf zur Franz-Senn-Hütte auf 2.145 Metern. Die Auswilderungsstelle in unmittelbarer Nähe der Hütte ist Teil des Gebiets der Hegegemeinschaft der Österreichischen Bundesforste. Die höchsten Gipfel der Umgebung liegen auf 3.000 Metern Höhe. Dieses hochalpine Gebiet bietet neben rund 60 Alpensteinböcken auch Gämsen, Murmeltieren, Schneehasen, Steinadlern und vielen weiteren Vogelarten einen Lebensraum – seit gestern nun auch zwei Alpensteinböcken aus München und zwei aus Innsbruck. Die Auswilderung leistet einen Beitrag zur weiteren Wiederansiedelung und genetischen Auffrischung der Population. Zwei der vier Steinböcke sind mit einem Senderhalsband ausgestattet, sodass der Bewegungsradius via GPS ermittelt werden kann. Zudem sind die Tiere gechipt und mit einer Ohrmarke markiert. So sind sie auch mit dem Fernglas gut erkennbar. Auf die Auswilderung wurden Urs und Uwe bereits im Vorfeld von den Hellabrunner Tierpflegerinnen und Tierpfleger vorbereitet – zum einen mit einem Kistentraining, sodass die Tiere beim Transport sehr entspannt waren. Zum anderen bekamen die Tiere unterschiedlichstes Futter, damit sie dieses in den Bergen wieder erkennen und finden können. Die eigentliche Auswilderung verlief innerhalb weniger Minuten – bereits nach kürzester Zeit waren die vier Steinböcke, jeweils paarweise ein Bock und eine Geiß, in den nebligen Büschen und Geröllfeldern der steilen Berghänge verschwunden. In den kommenden Wochen und Monaten werden sich die Tiere an ihre neue Umgebung und die Witterung anpassen – so wird sich das Fell verändern und dicker werden. „Wir sind sehr stolz, dass die Auswilderung so reibungslos geklappt hat und wir uns damit aktiv am Schutz der Artengemeinschaften in heimischen Lebensräumen beteiligten konnten“, so Tierparkdirektor Rasem Baban. Aufsichtsratsvorsitzende und 3. Bürgermeisterin Verena Dietl fügt hinzu: „Auch wenn es sich ganz wunderbar in unserer Stadt – genauer im Münchner Tierpark – leben lässt, so freut es mich für die beiden Steinböcke Urs und Uwe, dass sie nun im Oberbergtal leben und dort zum Erhalt der Alpensteinbock-Population beitragen können. Diese Auswilderung zeigt ganz deutlich, wie wichtig Tierparks für den Erhalt der biologischen Vielfalt sind.“ Mit dieser Aktion beteiligte sich Hellabrunn nach vielen Jahren erstmals wieder an einer Auswilderung von Alpensteinböcken. Mitte des 19. Jahrhunderts war der Alpensteinbock nahezu ausgerottet. Schutz- und Auswilderungsprojekte haben jedoch dazu geführt, dass sich der Bestand erholen konnte.

Kölner Zoo 08.07.2021
Sehr selten, außergewöhnlich hübsch: Großer Bambuslemur „Dakari“ im Kölner Zoo geboren
Kölner Zoo ist angesichts des dramatischen Artensterbens in Madagaskar massiv für Erhalt der dortigen Tierwelt aktiv – Zwei große Kulleraugen, winzige Hände, weiße Öhrchen: Der Nachwuchs bei den Großen Bambuslemuren im Kölner Zoo hat eindeutig das Zeug zum Publikumsliebling. Das männliche Jungtier trägt den Namen „Dakari“, was auf Madagassisch so viel wie „Freude“ bedeutet. Die Geburt war Anfang Mai. Mutter „Izy“ ist gebürtige Kölnerin. Sie trägt den Nachwuchs aktuell noch rund um die Uhr am Bauch. Vater „Woody“ kam vor einigen Jahren aus dem Zoo in Besançon an den Rhein. Gemeinsam haben sie bereits mehrfach Nachwuchs aufgezogen. Bereits in wenigen Wochen wird sich das Kleine vom Bauch von Mutter „Izy“ lösen und anfangen, selbstständig auf Bäume und Äste im Madagaskarhaus zu klettern. Bambuslemuren erreichen eine Kopfrumpflänge von 40 bis 42 Zentimetern. Ihr Schwanz ist mit 45 bis 48 Zentimetern etwas länger als der Rumpf. Das Gewicht beträgt 2 bis 2,5 Kilogramm. Die Hinterbeine sind als Anpassung an die springende Fortbewegung leicht verlängert. Das Fell ist relativ unauffällig in Braun- oder Grautönen gefärbt. Der Kopf ist rundlich, die Ohren sind klein und abgerundet. Die Primaten leben ausschließlich in zwei kleinen Regenwaldgebieten mit Bambusbestand im Norden und Osten Madagaskars. Sie sind dämmerungsaktiv, leben zumeist in Bäumen, können aber auch auf den Boden kommen. Bambuslemuren leben in Gruppen von drei bis fünf Tieren. Zu den Familienverbänden zählen ein Männchen, ein bis zwei Weibchen und die dazugehörigen Jungtiere. Ihre Hauptnahrung ist der namensgebende Bambus. Nach 150-tägiger Tragzeit bringt das Weibchen zwischen Oktober und November im Freiland meist ein Jungtier zur Welt. In Zoos kommt es v.a. im Frühsommer zu Geburten. Das Jungtier wird mit rund acht Monaten (wenn das Nahrungsangebot am größten ist) entwöhnt. Bambuslemuren sind mit zwei Jahren geschlechtsreif. Durch die Zerstörung ihrer Lebensräume sind die Großen Bambuslemuren auf nur noch wenige 100 Tiere zusammengeschrumpft. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft die Art als „vom Aussterben bedroht“ (critically endangered) ein. In Deutschland ist der Kölner Zoo der einzige Zoo, der diese Art hält und erfolgreich züchtet. Insgesamt leben derzeit nur rund zwanzig Tiere in sechs europäischen Zoos.Maßnahmen, um den „Artenschatz Madagaskar“ zu bewahren – Der Kölner Zoo engagiert sich massiv für den Erhalt der einzigarten Tier- und Pflanzenwelt Madagaskars. Die Insel hat sich vor etwa 170 Millionen Jahren von Afrika abgespalten. Durch die isolierte Entwicklung ist eine einmalige Flora und Fauna entstanden – ein wahrer Artenschatz. Viele Tiere und Pflanzen kommen nur hier vor. Etliche Arten haben sich so stark spezialisiert, dass sie nur in begrenzten Zonen leben. Umso dramatischer wirkt sich die Zerstörung der Lebensräume durch z.B. Abholzung aus. Vielfach sterben Arten aus, bevor sie überhaupt entdeckt werden. Der Kölner Zoo ist führend verantwortlich für die Gründung der „Madagaskar Fauna & Flora Group“, einem Zusammenschluss internationaler Experten, die ganz konkret Artenschutzprojekte in Madagaskar vorantreiben. Zudem hat der Zoo bewusst jüngst viele seiner neuen Nachzuchtprojekte auf hochbedrohte madagassische Arten konzentriert. www.madagascarfaunaflora.org/ www.koelnerzoo.de/artenschutz

Tiergarten Delitzsch 08.07.2021
Bunter Baumbewohner im Geäst! Tiergarten Delitzsch beginnt mit der Haltung von Brazzameerkatzen
Auffällig gezeichnet präsentiert sich mit grünem Rücken, lackschwarzen Beinen und Schwanz, weißem Bart und Seitenstreifen sowie orangenem Stirnband der neueste Bewohner des Tiergartens – eine männliche Brazzameerkatze. Brazzameerkatzen stammen aus Galeriewäldern Zentralafrikas, ihr Verbreitungsgebiet reicht im Nordosten bis Äthiopien und im Südwesten bis Angola. Wie alle Primaten des noch waldreichen inneren Afrikas gerät auch diese Art durch Lebensraumzerstörung Aufgrund von Bergbau und Holzeinschlag zunehmend unter Druck. Wo der Mensch in bislang nur spärlich erschlossene Urwaldbereiche vordringt, versorgt er sich in Ermangelung nicht vorhandener Infrastruktur mit jeder möglichen Eiweißquelle. Darunter fallen neben vielen anderen Säugern und Vögeln auch die Meerkatzen, berichtet der Tiergartenleiter Konstantin Ruske. Grund genug für den Delitzscher Tiergarten, mit der Erhaltungszucht dieser Affenart zu beginnen. Im September wird ein junges Weibchen aus dem Zoo in der Wingst das Paar mit dem aus der Zucht des Tierparks Wittenberg stammenden Männchen komplettieren und für Ende 2022 kann mit etwas Glück mit dem ersten, dann noch gelbbraun gefärbten Jungtier gerechnet werden.

Tiergarten Schönbrunn 08.07.2021
Berberaffen üben bereits für den Umzug
Die Berberaffen und Mähnenspringer im Tiergarten Schönbrunn bekommen eine neue Anlage. Noch steht in ihrem zukünftigen Zuhause ein riesiger Baukran und an allen Ecken und Enden wird gearbeitet. Die Eröffnung wird erst im Spätsommer sein, die Affen üben jedoch bereits für den Umzug. „Wir haben neun Transportkisten aufgestellt. Die Affen lernen, selbstständig in die Kisten zu gehen und darin ruhig zu bleiben. So können wir sie später ohne Aufregung in ihr neues Zuhause bringen“, sagt Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. Die kurzen Trainingseinheiten finden mehrmals pro Woche statt. Die Tiere machen gerne mit. „Jeder Affe hat ein eigenes Symbol, das Männchen Gerry zum Beispiel weißes V. Dieses Symbol ist hinten in der Transportkiste angebracht. Geht das Tier in die Kiste und berührt das Symbol, bekommt es von uns Nüsse als Belohnung“, erklärt Tierpfleger Marko Ascher. Bereits seit 1995 leben Mähnenspringer und Berberaffen im Tiergarten in einer Gemeinschaftshaltung. Das WG-Leben ist für die Tiere eine große Bereicherung. Die Affen sitzen gerne auf den Mähnenspringern. Die wiederum genießen es, sich dabei das Fell lausen zu lassen. Das bunte Treiben der Tiere ist für die Besucherinnen und Besucher natürlich interessant zu beobachten. Mähnenspringer sind in der Wildbahn gefährdet, Berberaffen sogar stark gefährdet. Ihre neue, deutlich größere Anlage in Schönbrunn entsteht seit dem Frühjahr 2020 hinter dem Regenwaldhaus. Zoologin Simone Haderthauer: „Die beiden Tierarten leben unter anderem im mittleren Altasgebirge in Marokko. Wir möchten hier einen Ausschnitt aus diesem Lebensraum darstellen. Mit Kunstfelsen wurde in den vergangenen Monaten eine tolle Landschaft modelliert. Bäume werden den Affen zusätzliche Klettermöglichkeiten bieten.“

Alpenzoo Innsbruck 07.07.2021
Heute Vormittag wurde eine Totholzausstellung im Alpenzoo feierlich eröffnet.
Was auf den ersten Blick verwundern mag, passt dennoch perfekt in den Alpenzoo. Totholz ist ein ganz spannendes Habitat (Lebensraum) für viele Lebewesen, wie z.B. Fledermäuse, Spechte, Käfer, Flechten oder auch Pilze. Die Station ergänzt den Bereich um das Artenschutzprojekt Alpenbock, welcher genau diese Bäume für seine Eiablage benötigt. Erdacht, konzipiert und umgesetzt wurde die Totholzstation von unserer Kuratorin Dr. Christiane Böhm, und die dazu benötigten Exponate stammen vom Atelier Macala/Salzburg. So finden sich in den Baumstämmen z.B. lebensgroße Käfer, Spechtküken, Pilze, aber auch extra große Larven. Die Ausstellung ist bewusst interaktiv gestaltet worden, so können Kinder beispielweise den Baum auch aufklappen und in die „Stube“ der Käfer schauen. Eröffnet wurde die Ausstellung im Beisein von Vertretern der Zoofreunde, des Innsbruck Tourismus, der Tiroler Landesmuseen und dem Präsidenten des Alpenzoo, DDr. Herwig van Staa, und wie sollte es anders sein: mit Baumkuchen.

Zoo Zürich 07.07.2021
DREI FISCHOTTER IM ZOO GEBOREN
Im Zoo Zürich hat das Fischotterweibchen Lulu drei Jungtiere zur Welt gebracht. Sie verbringen die nächsten Wochen in der Wurf- oder Schlafbox. Der Fischotter galt in der Schweiz als ausgestorben. Seit 2009 werden aber wieder vermehrt wildlebende Tiere gesichtet. In der Nacht auf den 5. Juli hat das Fischotterweibchen Lulu im Zoo Zürich drei Jungtiere geboren. Lulu kam 2012 aus Rotterdam nach Zürich. Seit 2018 lebt sie mit dem Männchen Tom zusammen. Fischotterweibchen bringen ihre zwei bis drei Jungtiere nach einer Tragezeit von 61–63 Tagen zur Welt. Diese sind blind und etwa 18 Zentimeter lang. Nach 4–5 Wochen öffnen die Jungtiere die Augen, nach weiteren 2-3 Wochen nehmen sie zum ersten Mal feste Nahrung zu sich. Nach etwa 2 Monaten verlassen sie die Wurfhöhle. Im Zoo befinden sich die Jungtiere in einer Wurf- oder Schlafbox. Von diesen hat Lulu mehrere zur freien Auswahl. Einige davon sind für die Besuchenden nicht einsehbar. Die drei Jungtiere sind wichtig für das Europäische Erhaltungszuchtprogramm EEP. Da ihr Vater Tom wildgeboren ist, sind die drei Jungen genetisch äusserst wertvoll, um eine gesunde und stabile Population in europäischen Zoos zu gewährleisten. Aus der Schweiz verschwunden Fischotter gelten seit Ende der 1980-er Jahre als in der Schweiz ausgestorben. Seit 2009 werden wiederholt Tiere in der Schweiz gesichtet. Diese wandern über Fliessgewässer aus Frankreich und Österreich in die Schweiz ein. Weiterhin gilt der Fischotter in der Schweiz als stark gefährdet und ist streng geschützt. Der Zoo Zürich engagiert sich gemeinsam mit der Stiftung Pro Lutra für eine natürliche Rückkehr des Fischotters in der Schweiz. Um die Rückkehr des Fischotters positiv zu beeinflussen, müssen ihre Lebensräume wie Auenwälder, Fluss- und Seeufer, ökologisch aufgewertet werden.

Zoologisch-Botanischer Garten Wilhelma Stuttgart 07.07.2021
Neuer Erfolg für internationales Artenschutz-Programm Wertvolles Erbe von Dshamilja: Drillinge bei Schneeleoparden
Ein tapsiges Trio erobert in der Wilhelma alle Herzen. Kaum sind sie für die Gäste des Zoologisch-Botanischen Gartens in Stuttgart besser zu sehen, sind Dawa, Karma und Nyima „Everybody’s Darlings“. Die Besucher und Besucherinnen begeistern sich an den kleinen Raubkätzchen mit der besonderen Familiengeschichte. Und die Zoologie-Fachleute freut der wichtige Zuchterfolg bei dieser seltenen Abstammungslinie der bedrohten Schneeleoparden. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft den Bestand dieser Tierart mit weniger als 4000 Tieren in der Natur als gefährdet ein. Am 11. April geboren, blieben die anfangs jeweils etwa ein halbes Kilo leichten Drillinge bis Mitte Juni mit Mutter Kailash in der Wurfbox. Nach der ersten Impfung durften sie dann das erste Mal vor die Tür. Meist frühmorgens und abends wagten sie die ersten Ausflüge unter den Argusaugen von Kailash. Vater Ladakh trifft seinen Nachwuchs vorerst nur als interessierter Zaungast hinter dem Netz zum Nachbargehege. Denn die zwölf Wochen alten Welpen sind noch ungestüm und teilweise unbeholfen auf den Pfoten. Deshalb sollen sie, bevor die Familie zusammengeführt wird, zuerst ohne den Kater in Ruhe die Gebirgslandschaft kennen lernen, ihre Kräfte ausprobieren und Körperkontrolle üben. Dafür wechseln sie ab Donnerstag auf die obere Anlage. Dort können die Gäste sie auf Augenhöhe beim Toben und Turnen, Raufen und Rangeln beobachten. „Zu erleben, wie die drei lebensfrohen Kätzchen unbekümmert aufwachsen, ist herrlich“, sagt Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin. „Wegen der ergreifenden Vorgeschichte sind unsere kleinen Helden aber für den Artenschutz heute schon große Stars. Es ist ein mustergültiges Beispiel, wie der Artenschutz in der Natur und den Zoos ineinander greift.“ Dass die drei Mädchen überhaupt auf die Welt kommen konnten, geht letztlich auf eine internationale Kooperation zurück. Denn als Töchter von Kailash sind sie Enkelinnen von Dshamilja. Ihr kommt eine spezielle Bedeutung innerhalb des Erhaltungszuchtprogramms der europäischen Zoos zu. Dshamilja, die im Jahr 2000 im zentralasiatischen Hochgebirge von Tadschikistan geboren wurde, war mit nur fünf Monaten in die Schlagfalle von Wilderern geraten und hatte dadurch ein Drittel ihres rechten Hinterfußes eingebüßt. Dies führte dazu, dass sie Zeit ihres Lebens stark hinkte. Eine Anti-Wilderer-Einheit entdeckte das verletzte Jungtier auf einem Schwarzmarkt in Bischkek, der Hauptstadt Kirgisien, und beschlagnahmte es. Ohne Mutter und mit dieser Verstümmelung war an ein eigenständiges Leben in der Wildnis nicht zu denken. Im Zoo Zürich mit seiner langjährigen Zuchterfahrung mit Schneeleoparden konnte Dshamilja in dem geschützten Umfeld menschlicher Obhut aufwachsen. Sie erreichte das hohe Alter von 19 Jahren und hatte sogar mehrfach Nachwuchs. Unter ihren drei Söhnen und vier Töchtern war 2010 auch Kailash, die Ende 2011 in die Wilhelma kam und die Familiengeschichte fortschreibt. „Es motiviert unheimlich zu sehen, dass durch die Zusammenarbeit nicht nur das Einzeltier vor dem Tod gerettet werden konnte, sondern dies über Generationen dazu beiträgt, dass die einmalige Großkatzenart noch eine Zukunft hat“, sagt Kölpin. Die Zoos halten und züchten viele bedrohte Arten als Reserve. Doch dafür soll kein gesundes Tier der Natur entzogen werden. Um im Zootierbestand die genetische Vielfalt zu erhalten und so eine robuste Gesundheit der Tiere zu gewährleisten, erfolgt in internationaler Absprache ein genaues Management, welche Kater und Katzen Zuchtpaare bilden. Kommt einmal über einen Sonderfall wie Dshamilja ein Tier aus der Wildbahn hinzu, ist es wichtig, diese seltene Abstammungslinie fortsetzen. „Für Kailash ist dies ihr dritter Wurf“, erklärt die Raubtier-Kuratorin, Dr. Ulrike Rademacher. „Bei dem wertvollen Nachwuchs sind wir besonders froh darüber, dass es wieder geklappt hat. Denn Kailash kommt mit elf Jahren in ein Katzenalter, in dem das keine Selbstverständlichkeit mehr ist.“ Kailash hat in der Wilhelma bereits einmal Drillinge und zuletzt Zwillinge aufgezogen. Die 2013 geborenen Kamal, Karim und Laila wurden damals über die Zuchtkoordinatoren an Zoos in Portugal, USA und Belgien vermittelt, um eigene Familien gründen zu können. Von den inzwischen ebenfalls herangewachsenen Jungtieren, die 2019 auf die Welt kamen, ist Askar im Juni im Parco Faunistico Le Cornelle bei Mailand platziert worden. Auf Malou wartet der Zoo Salzburg. Die Wilhelma hält seit 30 Jahren Schneeleoparden. Dabei gelang die Nachzucht insgesamt jetzt zum 13. Mal. „Dass wir jetzt so schnell zwei Würfe hintereinander hatten, zeigt, dass sich Kailash und Ladakh auf der neuen 2018 eröffneten Anlage sehr wohl fühlen und ihre Jungtiere dort gut aufziehen können“, sagt Rademacher. Mit Zuschüssen des Fördervereins hatte die Wilhelma auf 730 Quadratmetern eine geräumige Gebirgslandschaft gestaltet, die sich mehrfach unterteilen lässt, wenn es die Aufzucht erfordert. Direktor Kölpin betont: „Wie das Schicksal von Dshamilja zeigt, müssen der Schutz gegen die Bedrohung in der Natur, die Rettung verletzter Tiere und die Nachzucht Hand in Hand gehen. Die Wilhelma beteiligt sich daher an allen Aspekten aktiv. Dawa, Karma und Nyima sind sicher die besten Botschafterinnen ihrer Art. Wir würden uns freuen, wenn wir dadurch zusätzliche Unterstützung erhalten, die wir zielgerichtet investieren können.“ Die Wilhelma engagiert sich außer im Europäischen Erhaltungszuchtprogram auch direkt vor Ort, indem sie sich mit dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) im Lebensraum der Schneeleoparden für deren Schutz einsetzt. Mit Spenden fördert der Zoologisch-Botanische Garten unter anderem eine Anti-Wilderer-Einheit und ein Rehabilitationszentrum für beschlagnahmte und verletzte Tiere in Kirgistan. Die Gelder setzen sich zusammen aus dem eigene Artenschutz-Budget der Wilhelma, Tier-Patenschaften, dem Artenschutz-Euro, den Gäste beim Kauf von Eintrittskarten freiwillig beisteuern können, sowie gezielten Spenden für das Schutzprojekte.

Zoo Vivarium Darmstadt 07.07.2021
Neuer Look für das Café Eulenpick im Zoo Vivarium und verlängerte Öffnungszeiten für den Biergarten in den Sommermonaten / Stadtkämmerer Schellenberg: „Können durch die Anpassungen Angebot und Abläufe für die Gäste weiter verbessern und einen noch umfassenderen Service ermöglichen.“
Das Café Eulenpick im Zoo Vivarium hat während der Corona-bedingten Schließung seinen Innenraum und seine Küche neu gestaltet. Auch der Außenbereich des Cafés wurde durch eine neue Farbgebung und Holzverkleidung optisch aufgewertet. Eine weitere Neuerung: Seit dem 1. Juli bietet das Café Eulenpick Kaffee zum Mitnehmen ausschließlich im FairCup-Becher an. „Die Neuerungen gehen auf den Café-Pächter Ioannis Patsakas zurück, der mit seinem Team und in Abstimmung mit dem für den Zoo Vivarium zuständigen Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen (EAD) der Wissenschaftsstadt Darmstadt, Ideen zur Verbesserung der Abläufe – insbesondere für die Stoßzeiten – sammelte“, erläutert der für den Zoo Vivarium zuständige Stadtkämmerer André Schellenberg. Das bisherige Konzept wurde dahingehend verändert, dass sich die großen und kleinen Gäste im Innenraum selbst einen Überblick über das gastronomische Angebot verschaffen können und noch einfacher mit dem Cafépersonal in Kontakt treten können. Die Menüauswahl fällt bewusst übersichtlich aus und ermöglicht so dem Cafébetreiber eine bessere Planung und mehr Flexibilität – zusätzlich werden Tagesgerichte oder Wochenaktionen angeboten. Beibehalten wird das Angebot an frischen und regionalen sowie an Fairtrade-Produkten: „Ich freue mich, dass wir durch die Anpassungen Angebot und Abläufe für die Gäste weiter verbessern und einen noch besseren Service ermöglichen können“, so Schellenberg. Angepasst wurden außerdem die bisherigen Öffnungszeiten des Biergartens, der sich vor dem Zoo-Eingang befindet. Den Wünschen von Bürgerinnen und Bürgern entsprechend ist der Biergarten von Juni bis August freitags, samstags und sonntags bei „Biergartenwetter“ bis 22 Uhr geöffnet. Spaziergänger, Radfahrer und Zoobesucher können dort so ihren Tag in ruhiger Umgebung bei Essen und Trinken ausklingen lassen. Der Biergarten und Innenraum des Café Eulenpick können auch weiterhin für Events wie Geburtstags- und Weihnachtsfeiern gemietet werden. Das Catering erfolgt hier durch den Pächter des Café Eulenpick.

Naturschutz-Tierpark Görlitz 07.07.2021
Ersteigern für den guten Zweck!
Die Humboldt-Apotheke Görlitz bringt eigene Utensilien zur Unterstützung des Naturschutz-Tierparks Görlitz-Zgorzelec unter den Hammer
150 Jahre ist selbst für eine Apotheke ein stattliches Alter. Zur Feier eben dieses Jahrestages hatte Brigitte Westphal, Inhaberin der Humboldt-Apotheke, im vergangenen Jahr u.a. eine Versteigerung zugunsten des Görlitzer Tierparks geplant. Aus bekannten Gründen war die Durchführung 2020 leider nicht möglich. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben und so freut sich die Fachapothekerin für Offizin-Pharmazie auf rege Teilnahme am 20.07.2021 um 18:30 im Haus der Apotheke (Demianiplatz 56). Hans-Ullrich Leonhardt, der Besitzer des Görlitzer Antiquitätengeschäftes, bringt einige, heute in der Apotheke nicht mehr benötigte Utensilien an die Höchstbietenden. Der Eintritt ist kostenlos. Der Erlös und alle Arten von Spenden kommen dem Görlitzer Tierpark zugute.

Tierpark Hagenbeck Hamburg 06.07.2021
Hagenbecks Giraffenbulle Chali gut im Safaripark Beekse Bergen angekommen
Am 5. Juli reiste Chali, Hagenbecks vorerst letzter Giraffenbulle in einem speziellen Tieranhänger in den niederländischen Safaripark Beekse Bergen, nordwestlich von Eindhoven. Der Grund: Hagenbecks Giraffenhaus wird großzügig umgebaut. Ganz selbstverständlich stieg der ansonsten eher ängstliche Giraffenbulle Chali am frühen Montagabend in den großen Anhänger, der ihn in die Niederlande bringen sollte. Mit einer Größe von fünf Metern ist ein ausgewachsener Giraffenbulle eine echte Herausforderung für Tiertransportunternehmen. Das größte Problem sind die vielen Brücken, die auf jeder möglichen Wegstrecke zwischen Hamburg und Beekse Bergen liegen und die für eine fünf Meter hohe Giraffe zu niedrig gebaut sind. „Um Verletzungen zu vermeiden, musste Chali in seinem Anhänger den Kopf leicht einziehen“, verrät Zootierpflegerin Dr. Adriane Prahl, „was er aber gut überstanden hat“. Die achtstündige Fahrt mit dem renommierten Tiertransportunternehmen Interzoo verlief ohne Zwischenfälle. Während der Pause konnte der begleitende Tierpfleger sich davon überzeugen, dass es Chali gut ging, auch wenn er keinen Hunger zeigte und der mitgenommene Giraffenproviant – bestehend aus Heu und Luzerne – unangetastet blieb. Heute Morgen wurde Chali – ebenfalls ohne Probleme – im niederländischen Safaripark Beekse Bergen wieder ausgeladen. Auf einer Gesamtfläche von 120 Hektar leben hier allein 40 Giraffen, die in eine reine Männergruppe – die sogenannte Bachelorgruppe – und eine Zuchtgruppe aufgeteilt sind. Der 15 Jahre alte Chali wird voraussichtlich im Safaripark bleiben. Da Giraffen eine Lebenserwartung von rund 25 Jahren haben, soll der „Best-Ager“ die beschwerliche Reise zurück nach Hamburg nicht noch einmal antreten müssen, wenn Hagenbeck sein neues Giraffenhaus fertiggestellt hat. Dann, so der Plan, kommt eine neue Zuchtgruppe in den Tierpark. „Wir wünschen Chali in seiner neuen Heimat alles Gute und werden die Planungen für unser zukünftiges Giraffenhaus weiter vorantreiben“, sagt Dr. Dirk Albrecht, Geschäftsführer des Tierpark Hagenbeck, der Chali zum Abschied ein paar Möhren spendierte.

Tierpark Sababurg 06.07.2021
Erdmännchen Nachwuchs im Tierpark Sababurg
Vor dem Erdmännchen-Gehege im Tierpark Sababurg stehen begeisterte Besucher und insbesondere die kleinen Besucher drücken sich derzeit die Nasen platt. Grund dafür ist ein Jungtier, das mit seiner kleinen Stupsnase und schwarzen Knopfaugen die ersten Erkundungstouren unternimmt. Geboren wurde das quirlige Jungtier bereits vor zwei Wochen, doch bei der Geburt sind Erdmännchen blind und nackt und bleiben die ersten Wochen im schützenden Bau. Noch wird das Mini-Erdmännchen von seiner Mutter gesäugt, doch in ein paar Wochen stehen bereits die ersten Insekten auf dem Speiseplan. Aber Mutter Mara ist nicht die einzige Bezugsperson für das Jungtier. Erdmännchen leben in Gruppen und jedes Mitglied hat eine klar definierte Aufgabe. Im Tierpark Sababurg besteht die Erdmännchen-Familie nun aus vier Tieren: Mutter Mara, das Jungtier, Vater Molli und Onkel Timon. Bereits wenige Tage nach der Geburt übernimmt ein Tier die Rolle des „Babysitters“ und behält das Kleine stets im Auge, wenn es spielt, in der Sandkiste buddelt oder wie ein Zinnsoldat aufrecht auf den Hinterfüßen steht. Erdmännchen zählen zur Familie der Mangusten und sind in den Savannen im Süden Afrikas zu Hause. Nach gut drei Wochen ist unser Jungtier jetzt so agil, dass es mit seinen Eltern in der Anlage auf ersten Streifzügen zu beobachten ist!

Tierpark Chemnitz 05.07.2021
Tierpark Chemnitz: Nachwuchs bei seltener Fasanenart
Im Tierpark Chemnitz gibt es Nachwuchs bei den Vietnamfasanen. Anfang Juni sind insgesamt drei Küken geschlüpft. Diese werden von beiden Elternteilen versorgt. Zum S chutz verstecken sie sich häufig noch unter der Mutter. Sie wurden aber auch schon dabei beobachtet, wie sie –für Hühnervögel üblich –nachts “auf der Stange“ schlafen. Die Art wird seit 2013 im Tierpark gehalten und sorgt seit 2015 regelmäßig für Nachwuchs. Wie bei den meisten Fasanenartigen typisch besteht ein deutlicher Geschlechtsunterschied zwischen Männchen und Weibchen. Während die Henne überwiegend schlicht braun gefärbt ist, fällt der Hahn durch sein leuchtend blaues Gefieder auf. Die Jungtiere tragen anfangs der Tarnung halber das schlichte Federnkleid der Mutter, färben sich aber mit ungefähr einem Jahr geschlechtstypisch um. Im Tierpark Chemnitz gibt es einige Raritäten im Vogelbestand zu entdecken –Arten, die nur selten in zoologischen Einrichtungen gezeigt werden oder die nur noch selten in der Natur zu finden sind. Zu letzterer Kategorie zählt der Vietnamfasan. Endemisch in Zentral -Vietnam wird diese Art als vom Aussterben bedroht beschrieben. Da es seit 2018 keine gesicherten Daten mehr über den Bestand gibt, die Zahlen aber damals schon stark abnehmend waren, geht man mittlerweile davon aus, dass die Art in der Wildbahn ausgestorben ist. Grund dafür sind vor allem die Lebensraumzerstörung, aber auch Bejagung. Umso erfreulicher ist es, dass die Art auch dieses Jahr wieder Jungtiere hat. Der Tierpark Chemnitz beteiligt sich nicht nur erfolgreich am Europäischen Erhaltungszucht programm, sondern vermittelt auch Tiere, die für Wiederauswilderungsprojekte vorgesehen sind.

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