Ralf König: Stehaufmännchen (Rezension)

Afrika vor sechs Millionen Jahren. Grüner Urwald weicht der Savanne, und die Affen beschließen: „Runter vom Baum!“ Aber auf dem Boden der Tatsachen wächst mit dem aufrechten Gang das Gehirn, und Flop, der Australopithecus, denkt den ersten bewussten Gedanken der Menschheit: „Ach du Scheiße…“
Er behält recht, denn egal, ob Homo Habilis Faustkeile kloppt oder Homo Erectus mit Feuer zündelt, jeder neue Handgriff führt tiefer ins Desaster! Und gerade als die Männchen anfangen, Gammelfleisch zu fressen, und sich als Herren der Welt fühlen, beschließen die Weibchen, ihren Eisprung zu verstecken, so dass beim Balzen keiner mehr weiß, woran er ist. Flop stört’s nicht weiter, er steht ohnehin mehr auf den stämmigen Homo Robustus, der mit seiner Horde friedlich in der Steppe grast.
Aber „friedlich“ hat die Hominisation offenbar nicht im Programm. Genauso wenig wie „Zurück auf die Bäume!“. Trotzdem beschließt Flop, sich mutig der Evolution entgegenzustellen.
Hat nicht geklappt, wie wir heute wissen. Aber den Versuch war es wert.

Comics lese ich ja eher selten. Tatsächlich ist dies auch erst der zweite Comic, den ich hier rezensiere. (Comic Nr. 1: Thoddys Garnelencocktail)
Ich bin auch nicht der typische Comicleser. Früher habe ich zwar Asterix, Disneys lustige Taschenbücher und später Mangas und Ralf König gelesen, aber besonders interessiert haben sie mich nicht. Oder anders gesagt: Ein Buch mit vielen Worten ist mir lieber als viele Bilder mit Text. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Als schwuler Mann kommt man auch an Ralf König nicht vorbei und einige seiner Comics haben mir gut gefallen (nicht alle, aber doch sehr viele und der Zeichenstil sagt mir sehr zu)
Stehaufmännchen, eine Geschichte aus der Vergangenheit unserer Art, passt auch wunderbar zum Thema dieses Blogs.
Der Comic überzeugt mit seinem Zeichenstil (so wie man ihn von Ralf König kennt, hässliche Frauen, Knollennasen udn durchaus der ein oder andere erotisch ansprechende „Kerl“). Auch der Humor kommt nicht zu kurz und es gibt einige sehr unterhaltsame Szenen.
Aber … was nicht überzeugen kann ist die Handlung: Ganz nett, streckenweise zu langweilig und manchmal steht die Frage im Raum: Was will uns der Zeichner eigentlich sagen. Anschauen kann man das Buch, aber den Inhalt kann man getrost überspringen. Das kann Ralf König besser.

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