Lisa Warnecke: Tierisch heiß (Rezension)

Vom Outback bis zur Ostsee – wie die Tiere mit der Klimakrise umgehen Die Wetterextreme nehmen zu. Buschbrände in Australien, Hitzewellen in Deutschland, Dürren in Afrika, schwindende Eisflächen an den Polen. Das „wütende Wetter“ bedroht nicht nur uns Menschen, sondern auch die Tierwelt. Possums fallen zu Hunderten tot aus den Bäumen, Koalas umarmen kühle Bäume – und sterben doch. Aber es gibt auch Tiere, die sich erfolgreich anpassen. Die in Australien lebende Wildtierbiologin Lisa Warnecke zeigt, welche Folgen in der Tierwelt schon jetzt zu sehen sind, warum wir die Biologie von Tieren verstehen müssen um ihnen bei der Bewältigung der Klimakrise helfen zu können – und wie dringend wir einen effektiveren Artenschutz brauchen, damit Ökosysteme im Wandel ein neues Gleichgewicht finden können.
Kurz gesagt könnte man behaupten Tierisch heiß ist ein Buch über den Klimawandel und wie Tiere damit umgehen. Damit würde man der Arbeit der Autorin allerdings nicht gerecht werden, denn es geht grundsätzlich um die Frage, wie Tiere mit Veränderungen umgehen, unabhängig von den derzeitigen Klimaveränderungen. So weißen viele Tiere eine besondere Anpassung an ihren Lebensraum auf, sei es nun extreme Hitze oder Kälte (sogar Anpassungen an Waldbrände gibt es). Was die Tiere (und auch den Menschen) zu schaffen macht, sind die kurzfristigen Schwankungen die wir erleben: Heiß, kalt .. über verhältnismäßig kurze Zeiträume, gefolgt von Flutwellen, Überschwemmungen und Stürmen.
Lisa Warnecke berichtet von Tieren und ihren Problemen mit dem Klimawandel, schlich fundiert, aber immer mit eigenen Anekdoten ihrer Arbeit „gewürzt“, so dass man nicht den Eindruck bekommt ein langweiliges, mahnendes Sachbuch vor Augen zu haben. Mahnend den Finger erheben muss sie nicht, alleine schon die Bemerkung von 45 000 Flughunden die innerhalb eines Tages an einer Hitzewelle verstarben, gibt zu denken.

In kurzen Kapiteln beschreibt Lisa Warnecke die Arbeit von Feldforschern und ihren „Patienten“ (ich will sie nicht als Forschungsobjekte bezeichnen …).
Der Leser erfährt welchen Extremen Tieren ausgesetzt sind und waren, wie sie ihre Körpertemperatur regeln können, wie sie schwitzen …
Tierisch heiß ist mehr als ein Buch zum Klimawandel.
Die Kapitel tragen Namen wie HITZE WELLE, ZEBRA FINKEN oder BRUCH TEIL und am Ende gibt es ein Verzeichnis aller erwähnter Tiere (aber das nur am Rande erwähnt)

Ein Buch für all jene, denen ihre nichtmenschlichen Mitbewohner nicht egal sind.

(Rezensionsexemplar)

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