Lilian Jackson Braun: Die Katze, die rückwärts lesen konnte (Rezension)

Gerade noch Polizei-Reporter, jetzt Journalist bei einer Lokalzeitung – Jim Qwilleran geht davon aus, dass ihm ein langweiliger Job bevorsteht. Doch schon sein erster Auftrag ist unverhofft spannend: Der Leiter einer Kunstgalerie wird tot aufgefunden, erstochen mit einem Meißel! Sofort wittert Jim eine brandheiße Story. Bei seinen Recherchen erhält er unerwartete Hilfe, denn Koko, der schlaue Siamkater des Opfers, scheint fest entschlossen, den Mörder zu überführen. Und dank seines feinen Spürsinns findet er Hinweise, die den Menschen verborgen bleiben
Die Katze, die rückwärts lesen konnte ist der erste Band mit Zeitungsreporter James Qwilleran und der Siamkatze Koko, der eigentlich Kao K’o-Kung heißt. James Qwilleran nimmt einen neuen Job an, aus einem ehemaligen Starreporter wird ein Reporter, der sich mit der vielfältigen Kunstszene in der (fiktiven) Stadt Pickax in Moose County, „400 Meilen nördlich vom Rest der Welt“ auseinander setzen muss. Aber da es sich um einen Krimi handelt, weiß der Leser, dass es früher oder später zu einem Verbrechen kommt… und davon gibt es gar viele und auch die Verdächtigen geben sich die Klinke in die Hand. Und fast erscheint es als würde ein Toter dem nächsten folgen bis der Täter gefasst wird.
Koko, der eigenwillige Siamkater, taucht erst spät in der Geschichte auf, und er darf (anders als etwa Mrs Murphy aus den Romanen von Rita Mae Brown oder Frau Merkel von Kaspar Panizza) auch Katze bleiben. Der Kater spricht nicht und dem Leser bleiben seine Gedanken verborgen. James Qwilleran muss selber auf die Hinweise der Katze kommen.
Die Katze, die rückwärts lesen konnte erschien bereits 1966, hat aber eine angenehme Zeitlosigkeit und es macht auch jetzt noch Spaß den Fall zu verfolgen.
Kurzweilige Krimiunterhaltung mit einer Katze, die reagiert wie eine Katze reagieren sollte. Amüsant und doch spannend, auch wenn die Auflösung eher schnell und nebenbei geschieht. Man hat als Leser nicht das Gefühl dabei gewesen zu sein. Aber vielleicht liegt das auch nur daran, dass ich diese Art von Fallauflösungen nicht besonders mag. Es passiert viel bis der Mörder gefasst wird, aber der Showdown findet ohne den Leser statt und er erfährt erst im Nachhinein, was passiert ist.
Trotzdem bin ich (etwas spät, aber immerhin) ein Fan von Lilian Jackson Browns Katzenkrimis geworden und ich werde auch die anderen Bände (irgendwann) lesen.

Dieser Beitrag wurde unter Rezension veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.