Wenn die Welt ihrer bedarf, erwachen die Drachen!
Ian Treveljan liebt sein beschauliches Leben als schlechtester Fischer von Baltbury und hält Drachen für eine der albernen Legenden, die sein Opa abends im Pub so gerne erzählte.
Doch sein Weltbild gerät gehörig ins Wanken, als ihm tatsächlich ein solches Wesen ins Netz geht.
Wasserdrache Morhwed ist genau so überrascht von dieser Begegnung. Zwar wäre er durchaus bereit, die Welt zu retten, aber nur, wenn man ihn anständig fragt. Doch wenn man von einem ihm unbekannten Jungdrachen unsanft aus dem Schlaf gerissen wird und auch noch beinahe in der rauen See vor der Küste Cornwalls ertrinkt, verliert auch der stärkste Drache die Freude an seinem Schicksal.
Nachdem auch Ian sich nicht nur weigert, als Drachenvertrauter anzuheuern, sondern auch überhaupt kein Interesse am Weltenretten zeigt, beschließt Mohrwed, erst einmal bei einer Shisha sein Leben neu zu ordnen.
Damit scheint die Legende der Drachen zu einem unerwarteten und eher beschaulichen Ende zu finden.
Aber die patente Meeresbiologin Madeline appelliert beharrlich an das Gewissen der beiden und schließlich gelingt es ihr mit List, Charme und ihrer Robbe Selkie, beide dazu zu überreden, mit ihr die Küste Englands entlang nach Norden zu segeln, um die anderen Drachen zu suchen.
Unterwegs wird schnell klar, wie wichtig es ist, ein echtes Team zu bilden und das aus den Fugen geratene magische Gleichgewicht zu reparieren.
So beginnt für Ian und seine Crew ein verrückter Törn, der von Land’s End bis zu den Äußeren Hebriden führt, wo es gilt, mit vier sehr meinungsstarken Drachen eine jahrtausendealte Weissagung zu erfüllen, während unbarmherzige Gegner alles daran setzen, genau das auf höchst dramatische Weise zu verhindern.
Drei Autorinnen, ein Autor, vier Drachen … mit ZEITENWENDE wird die Reihe um den Ordo Draconis zu Ende gebracht. Und Kay Noa ist ein gutes Ende gelungen, was ich, ehrlich gesagt nicht für möglich gehalten hätte. Nicht, dass ich das der Autorin nicht zugetraut hätte (ich kann mir da kein Urteil erlauben, bisher war mir die Autorin unbekannt …), aber in den letzten Bänden ist so viel passiert, was zu einem Ende gebracht werden musste, und dann sollte ein neuer Drache eingeführt werden. Nun, die Einführung des Drachens und einiger neuer Charaktere ist gelungen, ebenso die Zusammenführung aller wichtigen Personen aus den anderen Bänden. Ich habe den Eindruck dass in diesem Band der Humor etwas auf der Strecke bleibt, aber dass die Spannung zu nimmt. Was durchaus passt. Und spannend wird es, wenn die Hauptpersonen dem großen Showdown entgegensteuern, der, dann durchaus etwas komisches an sich hat. Und natürlich ist es kein Spoiler, wenn ich sage, dass sich alles zum Guten wendet. Aber da muss man auch erst einmal hinkommen. Vollkommen humorlos geht es aber nicht und es gibt ein paar Szenen, die nicht nur zum Schmunzeln animieren.
Ian und Mohrwed sind sympathisch, ebenso wie Madeline mit Robbe Selkie (bei der ich ja immer erwartet habe, dass sie sich in einen Menschen verwandelt … nun ja, aber es scheint wohl doch nur eine Robbe zu sein). Die vier Drachen zusammen zu erleben ist alleine schon der Grund warum man dieses Buch lesen sollte, aber wenn man die anderen drei Bücher kennt, muss man das Ende natürlich lesen. Und auch wenn behauptet wird, dass sich die Bücher unabhängig voneinander lesen lassen, so würde ich davon abraten. Die Geschichten bauen aufeinander auf, auch wenn in den ersten Teilen nur jeweils ein Drache im Vordergrund steht. Stilistisch muss sich ZEITENWENDE nicht hinter den Vorgängern verstecken, Noas Stil passt gut zu C. C. Ravenmiller und Lilly Labord. Man könnte fast sagen, dass dieser Abschluss fast perfekt ist und es nur schade ist, dass man die Drachen und alle anderen Charaktere, die man liebgewonnen hat, nie wieder sehen wird (wobei ich auch zugebe, dass ich M, bzw. Meritan und Jane keine Träne nachweine, aber das ist eine sehr persönliche Meinung). Worüber allerdings hinwegzusehen ist, sind die leichten Veränderungen in den Charakteren. Noa drückt ihnen ihren eigenen Stempel auf (was wohl nicht zu verhindern ist wenn viele Köche … wobei ich nicht sagen will, dass die Quadrologie verdorben oder misslungen ist), so dass es leichte Änderungen im Verhalten zu geben scheint. Aber es ist auch schwierig das geistige Eigentum anderer so in Szene zu setzen, wie es der Urheber getan hätte. Aber egal, ich konnte gut darüber hinweg sehen, mehr als ein kurzer Moment der Verwirrung, aber sonst … ein gelungenes Ende, empfehlenswert für alle UrbanFantasy und Drachenfans.
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(Rezensionsexemplar)

