Ein Tagesausflug nach Ortenburg

Das schöne Wetter am 1. Mai (und der Feiertag) wollte genutzt werden, um ein bisschen in der Umgebung herum zu fahren. Im Vorfeld habe ich mich für Ortenburg entschieden, dort waren wir schon lange nicht mehr… (mindestens zwei Jahre, bzw. sogar länger). Geplant war neben dem Wildpark Ortenburg und dem Vogelpark Irgenöd (der inzwischen offiziell Tierpark Irgenöd heißt) und dem Wildpark Poing (weil das auf dem Rückweg lag).

Rothirschanlage mit Blick auf das Schloss (Wildpark Ortenburg)

Ortenburg ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Passau und staatlich anerkannter Erholungsort. Bisher habe ich dort neben den genannten Tierhaltungen nur das Schloss besucht (weil das neben dem Wildpark liegt) … aber dem Schloss habe ich diesmal (wie meistens eigentlich) keine Bedeutung geschenkt.
Rapoto I., regierender Graf von etwa 1120–1186, ließ um das Jahr 1120 die Ortenburg erbauen, diese wurde aber im Jahr 1192 von Herzog Leopold von Österreich abgebrannt. Im Landshuter Erbfolgekrieg wurde die Burg Ortenburg 1504 erneut zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte aber erst in den Jahren 1562 bis 1567 durch Graf Joachim. Von 1972 bis einschließlich 2018 war Schloss Ortenburg in Privatbesitz. Das Schloss wurde von 1972 bis 1991, das im Besitz der Familie von Heinrich Orttenburger war, aufwendig restauriert und beherbergt nun ein Schlossmuseum mit prunkvollem Renaissance-Innenhof mit Arkaden und der berühmten Renaissance-Holzkassettendecke in der Schlosskapelle. Seit 2019 ist der Markt Ortenburg Eigentümer des Schlosses.
Ursprünglich gab es in Ortenburg noch eine zweite Burg. Diese beiden Burgen gaben den Gemeindeteilen Hinterschloß und Vorderschloß den Namen. (Und ich dachte das bezieht sich auf das noch existierende Schloss)Die heutige zu besichtigende Burg ist das ältere Schloss der beiden und wurde damals Alt-Ortenburg genannt. Schloss Neu-Ortenburg im Ortsteil Hinterschloß wurde während der Napoleonischen Kriege von französischen Truppen zerschossen und die Ruine Ende des 19. Jahrhunderts vollständig abgetragen. Erhalten blieb jedoch unter den Grundmauern ein weit verzweigtes Tunnelsystem, welches unter dem sogenannten „Trompetergraben“ durchführt und beide Burgen miteinander verband und noch bis in die 1960er Jahre als Abkürzung bzw. während der Weltkriege als Versteck und Fluchttunnel genutzt wurde. Mitte der 1970er Jahre wurden die Haupteingänge jedoch verschüttet und für unbenutzbar erklärt.
Im Jahre 2004 wurde im heutigen Wildpark neben dem Schloss, dem ehemaligen Schlosspark, durch eine Grabung ein „abschlagbares Pomeranzenhaus“ entdeckt. Es gehört zum seltenen Gardasee-Typus, dessen Existenz in Deutschland hier erstmals belegt wurde. Es soll nun eine Dauerausstellung über das Pomeranzenhaus und die Gartenkunst im Passauer Land eingerichtet werden. Die Rekonstruktion des Pomeranzenhauses ist geplant.
Und was bietet Ortenburg sonst? Diverse Veranstaltungen am Schloss (inklusive eines Ritterspektakels), aber der Ort selbst bietet für meinen Geschmack nicht viel. Also wird es auch bei den nächsten Besuchen ausschließlich in Wildpark und Vogelpark gehen, wobei das vermutlich auch nicht unbedingt jährlich sein wird. So nah von München aus ist es dann doch nicht und das was man zu sehen bekommt … also das lässt etwas nach, aber es besteht auch Hoffnung, dass sich das vielleicht in der nächsten Zukunft ändert. Der Vogelbestand in Irgenöd wurde leider stark reduziert, einige Tiere waren nicht mehr zu sehen (Rote Pandas?), andere Anlagen (die ehemalige Baumstachler/Pandaanlage) standen leer, der Teich wirkt auch eher verwaist … schade irgendwie.

Nachdem die Besuche in Ortenburg kürzer als erwartet ausfielen, machten wir einen Abstecher nach Sankt Englmar … zum Waldwipfelpfad.
In Ortenburg hielten sich die Besucherzahlen ja noch in Grenzen, in Sankt Englmar war es dann doch ziemlich voll, aber wir hatten wohl auch Glück… eine Schlange an den Kassen gab es nicht. Aber im Restaurant und auf dem Waldwipfelpfad war schon einiges los.
Den Waldwipfelpfad haben wir zuletzt (und damit zum ersten Mal) 2020 besucht, inzwischen hat sich einiges verändert. Tiere gibt es immer noch, aber der Pfad wurde inzwischen um einen Aussichtsturm erweitert. Dieser war während unseres letzten Besuchs noch im Haus. Außerdem neu: Ein Kugelhaus, mit verschiedenen Bahnen für käuflich erwerbbare Holzkugeln. Das scheint der Renner zu sein, Kugelbahnen habe ich auch schon an anderen orten gesehen (Wildparadies Tripsdrill, Tierpark Altenfelden), aber noch nie in dieser Form. Leider hatten wir kein Kleingeld für eine Kugel, meine letzten zwei Euro habe ich für einen 0-Euro-Schein ausgegeben.
Auch neu: Der Bayernflieger, der einen virtuellen Rundflug über den Bayerischen Wald bietet. Da war uns aber die Schlange zu lang.

Bayerwaldflieger (Waldwipfelpfad Sankt Englmar)

Danach fuhren wir weiter … in den Wildpark Poing. Dort war die Hölle los, muss man fast sagen, der Parkplatz war übervoll, aber wegen der fortgeschrittenen Stunde (der Wildpark sollte in etwas mehr als einer Stunde schließen) fanden wir einen Parkplatz in der Nähe des Eingangs. Und natürlich ist es in Poing üblich, dass sich alles in der Mitte des Wildparks trifft, sprich: Beim Spielplatz … wenn man wegen der Tiere in den Wildpark kommt hat man durchaus seine Ruhe, allerdings, war der Wildpark streckenweise wirklich leer, weil die Hirsche nicht in die Wälder konnten, sondern auf ihrer Wiese bleiben mussten. Nur die Mufflons waren im Wald … und Besucher…

Wildpark Poing

Aber es wird viel gebaut, und man darf gespannt sein was das für den Wildpark bedeutet, bzw. dessen Besucher.
Keine Ahnung wann man aus dem Wildpark herausgeschmissen wird … wir haben ihn nach unserem Rundweg um 17.15 Uhr verlassen, der Besuch hat eineinhalb Stunden gedauert. Aber … wir waren nicht die letzten, die gegangen sind.

Wildpark Ortenburg
Ortenburg
Vogelpark Irgenöd
WaldWipfelWeg

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