Ein Tag im Bayrischen Wald … schon wieder

Ich entdecke Niederbayern … so könnte man fast denken, aber als Bayer (wenn auch aus Oberbayern) besucht man auch hin und wieder die benachbarten Regierungsbezirke … und Teile Niederbayerns kenne ich von meiner Kindheit (auch wenn ich mich an die meisten nicht mehr erinnern kann.
Seit die Einschränkungen Coronabedingt gelockert sind kann man auch wieder die Gegend erkunden. Und das Wetter lockt natürlich auch.
Also ab nach Niederbayern/Oberpfalz … bzw… in den Bayerischen Wald, schon wieder. Aber es gibt noch genug zu entdecken, auch an einem Tagesausflug.
Geplante Ziele:
Der Weißwurstäquator
Das Tierfreigelände Falkenstein
Das Arracher Moor (eventuell)
Der Greifvogelpark Grafenwiesen
Die Talsperre Höllensteinsee
Ein volles Programm ..

Weißwurstäquator (Kompositum aus Weißwurst und Äquator, auch Weißwurstgrenze) ist die scherzhafte Bezeichnung für eine gedachte Kulturgrenze zwischen Teilen Bayerns und dem übrigen Deutschland. Ihre Lage orientiert sich dabei grob am Verbreitungsgebiet der „Münchner Weißwurst“, die beispielhaft als Wahrzeichen „bayrischer Esskultur“ dient.
Im Allgemeinen wird der Weißwurstäquator entlang der Donau gezogen, was jedoch Teile Niederbayerns, Oberbayerns und den Regierungsbezirk Oberpfalz ausschließt. Gelegentlich wird auch der 49. Breitengrad (nördlich von Ingolstadt) als Weißwurstäquator bezeichnet. Vor allem in der Nähe von München ist es gebräuchlich, den Weißwurstäquator als einen Kreis mit einem Radius von 100 km um München herum zu definieren, was wiederum Teile Oberbayerns und Niederbayerns ausschließt, den Regierungsbezirk Schwaben dagegen einschließt, der allerdings kein Bestandteil von Altbayern ist.
Von anderen wird eine Mainlinie (ungefähr entlang des Mains) als entsprechende Grenze angesehen: entweder die oberdeutsche nördliche Sprachgrenze („Germersheimer Linie“, „Speyerer Linie“) oder die historisch-politische Hegemoniegrenze Preußens gegen Bayern und Österreich, was neben Altbayern auch Baden-Württemberg und einen Großteil Frankens einschließen würde, wobei sich diese Gegenden kulturell stark voneinander unterscheiden und die namensgebende Weißwurst dort gar nicht beheimatet ist.
Darüber hinaus wird die Bezeichnung auch von Norddeutschen und Mitteldeutschen zur Abgrenzung von den Süddeutschen benutzt. Hier verläuft der Weißwurstäquator zumeist ebenfalls entlang des Mains oder in dessen Nähe.
In Zwiesel, das genau auf dem 49. Breitengrad liegt, wurde am 19. Oktober 2013 ein Weißwurstäquator-Denkmal eingeweiht. Ein Ort den man unbedingt besuchen muss, ebenso wie den Mittelpunkt Bayerns bzw. den Mittelpunkt Deutschlands.
Neben dem Denkmal befindet sich das Naturpark-Informations-Zentrum, allerdings öffnet dieses erst wieder am 30.06.2021.

Danach fuhren wir weiter in das Tierfreigelände in Ludwigsthal. Dort waren wir zuletzt 2019. Zu sehen gibt es Wölf, Luchs, Przewalski-Pferde und Heckrinder. Leider haben wir nur die letzten beiden Arten gesehen, Luchse und Wölfe glänzten mit Abwesenheit.
Danach fuhren wir ins Arracher Moor.

Das Naturschutzgebiet befindet sich 1,2 Kilometer nordöstlich von Arrach. Es liegt im Naturpark Oberer Bayerischer Wald und ist Bestandteil des Landschaftsschutzgebietes Oberer Bayerischer Wald sowie des größeren Fauna-Flora-Habitat-Gebiets Arracher Moor.
Das etwa 13 ha große Areal ist ein Quellfluren- Flach- und Übergangsmoorbereich. Zu finden sind hier Pflanzengesellschaften, insbesondere Großseggenriede sowie geschützte Tierarten wie verschiedene Schmetterlingsarten und Retilien. Durch das Moor führt ein breiter Bohlenweg und Infotafeln informieren die Besucher über die Tier- und Pflanzenwelt des Moorgebietes.

Greifvogelpark Grafenwiesen

Nach dem Moor fuhren wir nach Grafenwiesen in den Greifvogelpark. Diesen hatten wir zuletzt (und erstmalig 2012 besucht). Wir waren sehr früh da und da wir noch sehr viel Zeit bis zur Flugshow hatten, gab es Kaffee und Kuchen bei netter Bedienung im Cafe. Danach schlenderten wir über das Gelände und schlugen die Zeit tot bis zur Flugshow… die wir uns auch hätten sparen können. Zu viele Leute, teilweise ohne Masken (trotz Maskenpflicht und Abstand kannte man auch nicht) und auch wenn es interessant war Rabengeier, Seeadler, Blaubussard und Buntfalke fliegen zu sehen, der Falkner war auch informativ, aber die Witze hätte man sich sparen können, teilweise sexistisch und unlustig. Vor allem die letzte viertel Stunde hätte man kürzen können … viel Aufwand für nichts (im wahrsten Sinne des Wortes): Angekündigt wurde der Anflug einer Harpyie, aber auch wenn diese nett angekündigt wurde (als einziger Greifvogel, der für den Krieg verwendet wurde … um sich gegen die Spanier zu verteidigen), ich hoffe mal, dass die Geschichte niemand geglaubt hat und auch niemand wirklich mit einer Harpyie gerechnet hätte … und selbst wenn … wäre ich eine Harpyie, würde ich mich lieber an einigen der kleineren Gäste gütlich tun als an einem Küken … natürlich kam dann auch etwas anderes… das war zwar lustig, aber bis es so weit war … zu langatmig.

Höllensteinsee

Nach Grafenwiesen fuhren wir zu unserem letzten Ziel: Dem Höllensteinsee. Das Höllensteinwerk war ursprünglich als Speicher- und Spitzenkraftwerk konzipiert worden. Nach seiner Fertigstellung wurde es als Laufwasserkraftwerk zur Spitzenstromerzeugung im Schwellbetrieb betrieben. Die drei Francis-Schachtturbinen haben bei einer Ausbaufallhöhe von 12,5 Metern, einer Ausbauwassermenge von je 12,1 m³/s und einer Nenndrehzahl von 250 min−1 eine Leistung von je 1225 Kilowatt. Sie treiben jeweils einen Drehstrom-Synchrongenerator an, der bei Nennspannung 5250 Volt eine elektrische Leistung von 1250 kVA hat. Als Gesamt-Kraftwerksleistung werden 3,4 Megawatt und als jährliches Regelarbeitsvermögen werden 13,5 Millionen Kilowattstunden angegeben.
Von 1960 bis 1963 baute die HÖLLAG zusätzlich das Ausgleichskraftwerk Pulling, wo die Abflussschwankungen, die durch den Schwellbetrieb des Höllensteinwerks entstehen, wieder gleichmäßig in den Schwarzen Regen abgegeben werden. Dabei wird mit zwei Kaplan-Turbinen von je 595 Kilowatt (zusammen rund 1,2 Megawatt) noch einmal Strom erzeugt.
Es gibt spektakulärere Talsperren, aber auch weniger interessante.

Danach fuhren wir Richtung Heimat und kamen an den Wasserspielen an der Hauersäge (Perasdorf) vorbei. Das war zumindest ein Grund noch einmal umzudrehen und sich die Wasserspiele, die es seit 1963 gibt, genauer anzusehen. Kitschig, aber liebevoll.

Wasserspiele an der Hauersäge

Tierfreigelände des Nationalparkzentrums Falkenstein, Lindberg-Ludwigsthal
Greifvogelpark Grafenwiesen

Ein Tag im Bayerischen Wald

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