9. Zooreise – Tag 1: Von Römern, Bären und Bismarcktürmen …

Geplant waren Besuche im Geschichtspark Bärnau, dem Zoologischen Garten in Hof und dem Schloss Droyßig.
Nachdem es sehr stark geregnet hatte, entschied ich mich gegen den Geschichtspark und für das LIMESEUM in Ruffenhofen. Dieses steht, wie der Geschichtspark, schon lange auf meiner Liste zu besuchten Orte und kann mit dem Entdeckerpass der Metropolregion Nürnberg kostenlos besucht werden.
Unterwegs (nach einer halben Stunde Fahrt) drehten wir erst einmal um, nachdem ich festgestellt hatte, dass ich die Speicherkarte für meine Kamera vergessen hatte. Sehr ärgerlich, aber nach dieser Reise werde ich Vorkehrungen treffen, damit das nicht mehr passiert.
Auf dem Weg nach Ruffenhofen besserte sich das Wetter und es hörte auf zu regnen.


Das Limeseum ist ein archäologisches Museum im Römerpark Ruffenhofen im Landkreis Ansbach. Die Ausstellung informiert über das Kastell Ruffenhofen und dessen Zivilsiedlung, den Vicus, während der römischen Kaiserzeit.
Das Limeseum wurde am 13. Oktober 2012 eröffnet. Konzipiert und aufgebaut als Rundbau, schmiegt sich das Gebäude des Limeseum an seine Landschaft direkt unterhalb des Hesselbergs an. Im Ausstellungsrundgang durch das Gebäude steigen die Besucher kontinuierlich um 3 % höher, bis sie aus einem Panoramafenster auf das bepflanzte Kastell des Römerparks blicken. Die Ausstellung informiert vor allem über die drei Welterbebestandteile Limeslinie, das Kastell sowie die Zivilsiedlung von Ruffenhofen. Dargestellt werden neben Funden von Ruffenhofen auch einige Stücke vom Kastell Dambach bei Ehingen. Dabei ist einer der Schwerpunkte die Holzerhaltung, für die die Limesstrecke im Landkreis Ansbach besonders bekannt ist.
Das 2013 beim Bayerischen Museumstag mit einem Sonderpreis ausgezeichnete Limeseum sowie der Römerpark Ruffenhofen entstanden durch die Initiative des „Zweckverband Römerkastell Ruffenhofen“, ein Zusammenschluss der drei Gemeinden Gerolfingen, Weiltingen und Wittelshofen. Geschaffen wurde der Zweckverband, um das Areal für den Tourismus zu erschließen.
Ich habe schon interessantere Ausstellungen zum Thema Römer gesehen.

Limeseum

Römerpark

Limeseum

Sleeperoo (Römerpark Ruffenhofen)

Es besteht auch die Möglichkeit auf dem Gelände des Römerpark in einem kleinen Zweipersonencube zu übernachten. Ich weiß nicht, ob ich das tun wollte…das Gelände ist riesig und nicht abgesperrt. Allerlei düsteres Gesindel könnte sich herumtreiben. Klingt als wäre ich ein Schisser… aber besonders vertrauenswürdig sieht der Cube nicht aus. Aber … vielleicht ist das auch eine nette Möglichkeit ein kleines Abenteuer zu erleben. Wie man wohl darin schläft? Weitere Informationen zum Cube gibt es auf der Seite des Limeseums.

Danach ging es in den Zoologischen Garten in Hof, ein Besuch der eher einer kleinen Pinkelpause ähnelt … viele Besonderheiten hat der Zoo nicht zu bieten und er ist eher ein Zwischenstopp damit die Autofahrt nicht zu lang wird.
Die Sittichvoliere war geschlossen (und leer), es herrscht Maskenpflicht in den Tierhäusern, ebenso wie eine Besucherhöchstzahl, die in meinen Augen zwar nie erreicht wird, aber doch sehr hoch ist ( Nachttierhaus 10 Personen, Savannenhaus 30 Personen). Im Nachttierhaus wurde geputzt, weshalb das Licht auch an war. Allerdings waren nur die Kowari nicht zu sehen.

Danach ging es nach Droyßig. Anders als bei unserer letzten Halle-Reise hatten wir, trotz des Speicherkartenmissgeschicks, keinen Zeitdruck und wir konnten das Schloss (von außen) besichtigen.

Schloss Droyßig

Das Schloss Droyßig hat seinen Ursprung in einer mittelalterlichen Burganlage, welche Anfang des 13. Jahrhunderts zur Sicherung eines wichtigen Straßenkreuzungspunktes erbaut wurde. Bauherr war Albert von Turt, der ab 1190 den Namen Albrecht von Droyßig führte. Im Jahre 1214 gründete er hier eine Niederlassung (Komturei, später Propstei) der Chorherren vom Heiligen Grab (und nicht, wie gelegentlich fälschlich dargestellt, des Templerordens). Ein Zweigsitz des Ordens befand sich in Utenbach westlich der Saale. Die Grafen von Orlamünde hatten dann von 1344 bis zu ihrem Erlöschen 1413 ihren Sitz im Schloss. Von 1413 bis 1622 war Droyßig als landgräfliches Lehen im Besitz der Herren von Bünau, danach kam es an die von Hoym. Auch der Johanniterorden hatte ab etwa 1489 eine Komturei in Droyßig.
Die ursprüngliche Anlage ist in Deutschland einzigartig: Umgeben von einem Burggraben erhob sich ein kreisförmiger doppelter Mauerring, aus dem in gleichmäßigen Abständen sechs hohe, schmale und langgezogene Halbrundtürme weit nach außen vorsprangen, während im Zentrum der Anlage ein runder Bergfried hervorragte, der einen weiten Ausblick gewährte. Auf der Website der Gemeinde ist ein Modell zu sehen. Der Bau ist nach dem Vorbild orientalischer Kreuzfahrerburgen errichtet worden. Den Zugang zur Burg bildete eine Zugbrücke, die von Osten her zwischen zwei Türmen in den Hof führte.
Mit der Erfindung und Entwicklung der Feuerwaffen verlor die Burg nach und nach ihre Bedeutung als Verteidigungsbauwerk und der Adel strebte nach repräsentativen Wohnsitzen. Der grundlegende Umbau zum Renaissanceschloss geschah unter Christian Julius von Hoym Anfang des 17. Jahrhunderts. Da er die neuen Gebäude auf die mächtigen Außenmauern der Burg aufsetzen ließ, ist die ursprüngliche Anlage heute noch gut zu erkennen. Der zentrale Rundturm wurde abgetragen. 1622 wurde in den Burggraben hinein die repräsentative Schlosskirche errichtet.
Über Louise Gräfin von Hoym (* 1772), verheiratete Fürstin Reuß-Ebersdorf, kam der Besitz 1791 an das Haus Reuß. 1839 erwarb Fürst Otto Victor I. von Schönburg den Besitz, der ihn seinem jüngeren Sohn Prinz Hugo (1822–1897) vererbte. Ihm folgte dessen Sohn Heinrich (1863–1945); seiner Witwe, Prinzessin Adelheid von Schönburg-Waldenburg, einer geborenen Prinzessin zur Lippe-Biesterfeld (1884–1963), wurden 1945 Schoss und Gut durch die Bodenreform enteignet.

Bärenanlage (Schloss Droyßig)

1852 ließ Prinz Hugo zu Schönburg-Waldenburg einen Bärenzwinger im Schlossgraben anlegen. Der Nachwuchs des dort lebenden Bärenpaares wurde um die Jahrhundertwende auf diverse Zoos in Europa verteilt. Bis zum Zweiten Weltkrieg diente der Zwinger als beliebtes Ausflugsziel für Einheimische wie Touristen. Vom Beginn des Krieges bis 1955 waren keine Bären im Zwinger beheimatet. Erst 1955 zog erneut ein Bärenpaar ein.
1999 starb der letzte Nachfahre dieses Bärenpaares. Da der Zwinger nicht mehr den Tierschutzanforderungen entsprach, konnten vorerst keine neuen Bären einziehen. Durch einen 1999 gegründeten Verein wurde die Sanierung und der Neubau des Zwingers in den Jahren 1999 bis 2003 geplant und umgesetzt. 2003 konnte der neue Zwinger, der nun einen Großteil des Schlossgrabens einnahm und mit Glaswänden umzäunt wurde, eingeweiht. Noch im selben Jahr wurden die Bären Toni und Aiko im neuen Zwinger beheimatet, der nun auf 470 m² Fläche ein Badebecken, Naturboden, mehrere Schlafhöhlen sowie Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten bietet.
Bis 1989 befand sich das Zentralinstitut der Pionierorganisation Ernst Thälmann (ZIPO) im Schloss. Bereits seit 1978 befindet sich hier auch ein Trauzimmer des Standesamtes; viele Räume im Schloss selbst werden durch private Wohneinheiten genutzt, im Kavaliershaus des Schlosses befinden sich heute die Gemeindebibliothek von Droyßig sowie eine Gastronomie für deutsch-spanische Küche. In den Kellern des Schlosses wird Wein gekeltert. Im Schlosspark finden jährlich Veranstaltungen der Gemeinde sowie Konzerte und historische Märkte statt. Im Schlosspark findet sich eine Waldbühne. In der Schlosskirche werden regelmäßig Konzert-, Kabarett- und Theaterveranstaltungen durchgeführt.

Schloss Droyßig

Wir haben das Schloss nur von außen gesehen. Irgendwo ist auch eine Ausstellung (LOST PLACES, noch bis 31. Oktober) aber gefunden haben wir sie nicht, vermutlich befand sie sich in dem Teil der Anlage den wir links liegen gelassen haben (im wahrsten Sinne des Wortes).

Bismarckturm Weißenfels

Danach machten wir uns auf nach Halle, aber da es noch sehr früh war achten wir einen Abstecher nach Weißenfels und besichtigten den Bismarckturm dort. Der ursprüngliche Plan sah einen Besuch des Turms am Sonntag vor, es war nur eine spontane Idee.
Der Bismarckturm in Weißenfels steht im Klemmbergpark Weißenfels oberhalb des Weißenfelser Stadtkerns und ist einer von 146 in Deutschland noch existierenden Bismarcktürmen. Das Bismarckturmkomitee für den Bau des Turmes wurde unter Vorsitz des Weißenfelser Oberbürgermeisters Wadehn und dem Rechtsanwalt Junge gegründet. Es wurde beschlossen, den Turm auf dem Klemmberg zu errichten. Die Grundsteinlegung des Denkmals erfolgte am 1. April 1906, die Einweihung erfolgte im Beisein von 12.000 Weißenfelsern am 25. August 1907.
Insgesamt beliefen sich die Baukosten des 21 m (nach anderen Angaben 19 m) hohen Bismarckturms auf die damals gewaltige Summe von 21.800 Mark. Es sollte ursprünglich nur eine Bismarcksäule gebaut werden, da die Geldmittel der Stadtverwaltung nicht ausreichten. Durch eine von weiten Teilen der Weißenfelser Bürgerschaft getragene, freiwillige Spendenaktion konnten jedoch die notwendigen Mittel für einen Turmbau beschafft werden.
Nach Gründung der Deutschen Demokratischen Republik 1949 wurden das Bismarckrelief und die vier Adler entfernt und der Turm nach dem Theologen, Mathematiker und Astronom Johannes Kepler (1571–1630) benannt. Bis Anfang der 1980er-Jahre war er für Besucher zugänglich, wurde dann aber wegen Schäden an der Treppenanlage gesperrt.
Nach der Wiedervereinigung erhielt der Turm seinen Namen zurück. Verantwortlich für die schrittweise Sanierung zwischen 2006 und 2015 zeichnete der am 26. Oktober 2005 gegründete gemeinnützige Weißenfelser Bismarckturm Verein e.V. Die Stadt Weißenfels, Großsponsoren sowie Weißenfelser Bürger unterstützten die Sanierung des Denkmals. Im Zuge der Sanierung wurde 2007, zum 100-jährigen Turmjubiläum, die Turmkuppel fertiggestellt und der Turm wieder begehbar. Die vier zu DDR-Zeiten entfernten Adler kamen paarweise im Mai 2010 und im Juni 2012 wieder zurück zum Turm.
Der Turm ist von April bis Oktober an jedem 2. und letzten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr geöffnet und bietet einen Blick auf Weißenfels und das Saaletal. Leider konnten wir deshalb den Turm nicht besteigen und auch am Sonntag (auf der Heimreise) wäre das nicht möglich gewesen, da wir zu früh in Weißenfels gewesen wären. Sonst wäre ich noch einmal vorbei gefahren … vielleicht im nächsten Jahr…

Schließlich kamen wir in Halle an.
Abends wollten wir in der Schnitzelwirtin essen, aber wir bekamen keinen Platz, also wanderten wir zum Wenzel, wo wir noch einen Platz bekamen. Das Essen war wie immer.
Ich bin inzwischen auch Besitzer der Wenzel Kundenkarte, aber so ganz schlau bin ich aus der Nutzung nicht geworden. Nun ja, immerhin musste ich mein Essen nicht zahlen und es gab ein Glas Sekt, sozusagen mein Geburtstagsessen, dass mir laut Karte zusteht … und ein kleines Getränk gab es auch. Wie ich sonst die Karte nutzen kann? Ich werde es herausfinden…
Es gab wohl auch einen kleinen Zickenkrieg unter den Bedienungen, aber ich werde mich nicht genauer dazu äußern. Es war sinnlos und wäre besser gewesen, wenn wir es nicht mitbekommen hätten. Aber es ist nicht überall heile Welt (eigentlich nirgendwo) …

Limeseum
Zoo Hof

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