Plasmodien sind die Überträger der Malaria. Darüber findet sich im Blog ja schon einiges:
Mücken, Plasmodium und Malaria 1
Mücken, Plasmodium und Malaria 2
Die Malaria (und die Plasmdien) werden durch Stechmücken verbreitet. Plasmodium ist ein Einzeller…
Auch Trypanosomen sind Einzeller. Es handelt sich um eine Gattung von einzelligen geißeltragenden Flagellaten, die als Parasiten in verschiedensten Wirbeltieren, von Fischen bis zu Säugetieren vorkommen und meist von Insekten übertragen werden.
Die Einzeller sind in der Lage sich frei im Blutkreislauf des Wirtes zu bewegen.
Die meisten Arten sind harmlos. Dennoch können Infektionen mit Trypanosomen (bezeichnet als Trypanosomiasis) für Menschen und Rinder tödlich sein: Unterarten von Trypanosoma brucei sind die Krankheitserreger der afrikanischen Schlafkrankheit und Trypanosoma cruzi ist der Erreger der Chagas-Krankheit. Außerdem haben Trypanosomeninfektionen bei verschiedenen Nutztieren in tropischen und subtropischen Ländern eine große wirtschaftliche Bedeutung; wichtige durch Trypanosomen ausgelöste Tierseuchen sind die Nagana und die Surra.
Der erste Vertreter der Gattung wurde 1843 vom ungarischen Arzt David Gruby (1810–1898) beschrieben, der Trypanosoma sanguinis im Blut eines Frosches beobachtete. Der Gattungsname Trypanosoma setzt sich aus dem griechischen Wort tryp- (durchbohren, durchlöchern) und dem Substantiv soma. (Körper) zusammen und bezieht sich auf die einem Bohrer oder Korkenzieher ähnliche, länglich gewundene Form der Zellen und ihre Art der Fortbewegung. Nachdem die Trypanosomen einige Jahrzehnte lang als harmlose Parasiten angesehen wurden, gelang es 1880 dem britischen Tierarzt Griffith H. Evans (1835–1935), Trypanosomen als Verursacher der Surra zu identifizieren, bald gefolgt von der Entdeckung des Erregers der Nagana durch David Bruce. Die humanpathogenen Parasiten wurden erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschrieben.
Die meist schlanken Zellen können je nach Art bis zu 80 µm lang sein, die Fische infizierenden Parasiten sind dabei besonders groß. Bei den wichtigen Krankheitserregern unter den Trypanosomen sind die Zellen höchstens 30 bis 40 µm lang. Die Einzeller haben einen für die Kinetoplastea typischen Kinetoplasten, eine ausgeprägte Ansammlung von Desoxyribonukleinsäure in einem Mitochondrium. Trypanosomen haben eine einzelne Geißel ohne Mastigonema. Die Geißel liegt der Zelloberfläche an und bildet mit dieser eine undulierende Membran. Viele Trypanosomen ändern während des Lebenszyklus ihre Gestalt, es variiert dabei vor allem die Position der Geißel relativ zum Zellkern und die Länge der Zelle selbst.
Man kann daher mehrere Formen unterscheiden:
trypomastigote Formen, bei denen die Geißel am Zellhinterende hinter dem Kern austritt
epimastigoten Formen, bei denen die Geißel in der Zellmitte vor dem Kern austritt
amastigote Formen, bei denen keine freie Geißel sichtbar ist.
Promastigote Formen, bei denen die Geißel am vorderen Zellende austreten, kommen in der Gattung Trypanosoma nicht vor.
Trypanosomen kommen weltweit vor. Jede Art hat ein begrenztes Spektrum von Zwischenwirten, daher können sie nur in Gebieten existieren, in denen dieser Zwischenwirt vorkommt. Ein Beispiel ist der „Tsetse-Gürtel“ in Afrika bei Trypanosoma brucei; dieser Parasit ist nur im Verbreitungsgebiet der Tsetsefliegen anzutreffen. Beim Menschen Krankheiten auslösende Trypanosomen finden sich praktisch nur in Afrika südlich der Sahara und in Lateinamerika.
Es gibt Trypanosomen, die landlebende Säugetiere, Reptilien oder Vögel infizieren, aber auch Parasiten, die Amphibien oder im Süßwasser oder Meer lebende Fische befallen. Bei den Parasiten landlebender Tiere sind in der Regel Insekten für die Übertragung verantwortlich: Wichtige Überträger für die Krankheitserreger bei Menschen und Nutztieren sind Raubwanzen, Tsetsefliegen und Bremsen; verschiedene Nagetiere befallende Trypanosomen werden vermutlich durch Flöhe übertragen, während bei Vögeln Kriebelmücken und Lausfliegen die Vektoren sind. Bei Fischen und Amphibien übernehmen Egel diese Rolle.
Alle Trypanosomen leben parasitär und machen einen Wirtswechsel zwischen einem wirbellosen Vektor und einem Wirbeltierwirt durch. In dem wirbellosen Vektor findet oft, aber nicht in allen Fällen eine Vermehrung statt; einige Arten wie Trypanosoma evansi werden durch Insekten nur mechanisch ohne Vermehrung übertragen, Trypanosoma equiperdum ganz ohne Insektenwirt beim Deckakt von Pferd zu Pferd. In der Regel sind die sich im Darmtrakt der Insekten entwickelnden Formen epimastigot, während sich im Wirbeltierwirt trypomastigote Formen ausbilden. Im Wirbeltier leben die Parasiten in Körperflüssigkeiten wie dem Blut, der Lymphe oder auch dem Liquor cerebrospinalis. Einige Arten, beispielsweise Trypanosoma cruzi, vermehren sich als amastigote Form im Inneren von Wirtszellen, um der Aktivität des Immunsystems des Wirbeltierwirtes zu entgehen. Andere Trypanosomen wie Trypanosoma brucei haben ausgefeilte Mechanismen der Antigen-Variabilität entwickelt, bei der die Variable Surface Glycoproteine der Zellhülle häufig ausgetauscht werden, um einer erworbenen Immunität des Wirtes auszuweichen.


