Das Abaco-Wildpferd war eine Pferderasse, die auf den Bahamas und in der Dominikanischen Republik lebte.
Die Pferde gehen laut DNA-Analysen auf spanische Vorfahren zurück. Es wird vermutet, dass die Tiere von Kuba für die Holzarbeit auf die Inseln überführt wurden und seitdem dort lebten.
Bis in die 1960er-Jahre zählte der Bestand rund 200 Tiere, danach wurden alle bis auf drei Individuen geschlachtet. Die Population erholte sich bis in die 1990er-Jahre auf rund 35 Pferde. Durch einen Hurrikan wurden sie jedoch aus ihrem Lebensraum vertrieben und mussten in ein Gebiet mit nicht idealen Lebensbedingungen ausweichen. Obwohl Freiwillige durch elektrische Zäune und weitere Schutzmaßnahmen versucht haben, das Fortbestehen der Rasse zu sichern, hat sich ihr Bestand beständig verringert. Die Regierung der Bahamas übertrug der Organisation Wild Horses of Abaco Preservation Society Land, um ein Schutzgebiet einzurichten. Die Rasse, deren Bezeichnung von der Bahamas-Insel Abaco abgeleitet ist, gilt seit dem Tod der letzten Stute „Nunki“ am 23. Juli 2015 als ausgestorben.
Daraufhin kündigte die Wild Horses of Abaco Preservation Society im Oktober 2015 an, durch Fundraising Gelder einzuwerben, um durch somatischen Zellkerntransfer erhaltene Hautzellen der Stute „Nunki“ zu klonen und durch anschließenden Embryotransfer die Rasse wieder zu beleben; die Regierung habe hierfür im Jahr 2017 bereits ihr Einverständnis erklärt. Bislang (Stand: April 2025) gibt es keine Berichte darüber, dass die Ankündigungen umzusetzen versucht wurden.
Das Abtenauer war ein kleinerer Noriker-Subtyp mit einer Widerristhöhe von etwa 147–152 cm (14,2–15,0 Hands; 58–60 Zoll) wurde in der Gegend um Abtenau im Lammertal südlich von Salzburg gezüchtet. Im Gegensatz zur Hauptpopulation trug dieser Abtenauer-Zuchttyp nicht das Leopardenmuster-Gen; die häufigsten Farben waren Fuchs, Rappe und Blauschimmel. Er besaß gute Gänge und galt als guter Traber. Die Rasse wurde hauptsächlich zum Holztransport in steilem Gelände eingesetzt. Sie ging in der Noriker-Hauptpopulation auf.
Das Angevin war eine ausgestorbene Rasse kleiner, robuster Fuchspferde, die in der Nähe von Angers in Frankreich gezüchtet wurden. Unter dem Einfluss des französischen Nationalgestüts wurde die Rasse mit dem Englischen Vollblut gekreuzt, wodurch sie größer wurde und sich zu einem Reitpferd entwickelte, dem sogenannten Angers-Halbblut. Dieses war im 19. Jahrhundert, von 1833 bis 1850, besonders für seinen militärischen Einsatz bekannt.
Die Zucht dieses Pferdes deckte den hohen Bedarf an militärischen Reitpferden in der Region Angers. Die Konkurrenz durch Pferde aus der Vendée und Anglo-Normannen sowie das Aufkommen des Automobils führten jedoch zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einer Krise in der Zucht. Der Niedergang der Militärkavallerie und die Verlagerung der regionalen Dienstpferdebestände hin zum Sport führten 1958 zur Integration der Angevin-Pferde in die nationale Selle-Français-Rasse.
Der Anglo-Normanne, auch als Anglo-Normänner, Cob Normand oder (vor 1830) als Normanne bzw. Normänner bezeichnet, ist eine französische Pferderasse, die zu den Warmblütern zählt. Ursprüngliches Zuchtgebiet ist die Normandie im Nordwesten Frankreichs.
Die Rasse wurde in drei Typen gezüchtet: als elegantes Kutschpferd – Carossier Normand, als mittelschweres Arbeitspferd – Cob Normand mit bis zu 800 kg Gewicht und als leichteres Reitpferd Cheval de Selle mit gutem Galoppier- und Springvermögen. Heute gibt es nur noch den Cob Normand als eigenständige Rasse.
Der Augeron, auch Caen oder Virois genannt, entstand im 19. Jahrhundert aus dem Percheron und wurde in den 1960er Jahren wieder in diesen eingegliedert. Er wird hauptsächlich in der Region Pays d’Auge gezüchtet und hatte früher ein eigenes Zuchtbuch, das von der Société hippique du trait augeron geführt wurde. Der Status dieses Subtyps ist aufgrund seiner Herkunft von Percherons aus dem Pays d’Auge umstritten. Diese Zuchtgruppe veränderte sich im Laufe der Jahre aufgrund des Einflusses von Boden und Klima gegenüber dem ursprünglichen Rassestandard und prägte so den Augeron-Typ. Augerons sind hellgrau, groß, kräftig, gut gebaut und energiegeladen. Sie erreichen ein Stockmaß von 158–170 cm, wobei die in Vire gezüchteten Pferde bekanntermaßen kleiner als der Standard sind.
Im 19. Jahrhundert wurde die Existenz der Augeron-Population trotz ihrer Beliebtheit von Autoren weitgehend ignoriert. In Paris wurden sie nach ihrer Herkunftsregion „Caen“ und „Virois“ genannt, obwohl Fachleute die Rasse „Caen Virois“ in einem Text von 1904 mit dem Augeron zusammenfassten. Im 19. Jahrhundert wurden diese Pferde auf Jahrmärkten in Argences und Bayeux in der Basse-Normandie verkauft. Sie fielen mehrfach durch ihre Homogenität, Schönheit und ihren hohen Wert auf.
Die „Société hippique du trait augeron“ (Vereinigung der Augeron-Pferde) wurde 1913 von Züchtern in Auge gegründet, um diese Pferde in einem Zuchtbuch zu erfassen. Ein Grund dafür lag im Wunsch, die Wiege der Percheron-Zucht zu schützen: Nur Tiere, die in der Nähe von Perche geboren wurden, durften im Zuchtbuch eingetragen werden und somit den Namen „Percheron“ tragen. Diese Beschränkung schloss mehrere benachbarte Pferderassen aus, die außerhalb von Perche geboren wurden, wie beispielsweise Maine und Augeron.
Der Berrichon war eine ausgestorbene Pony- und später Kaltblutpferderasse, die ursprünglich in der französischen Region Berry gezüchtet wurde. Erwähnungen der Rasse reichen bis ins Mittelalter zurück, obwohl sie damals wahrscheinlich noch keine eigenständige Rasse darstellte. Im 18. Jahrhundert erlangte der Pferdemarkt von Sancerre große Bekanntheit und zog Käufer sogar aus der Normandie an. George Sand berichtete Mitte des 19. Jahrhunderts von einem Brennou-Pferd in den Teichen der Brenne. Diese kleinen, robusten Pferde wurden ganzjährig im Freien gehalten und von Kindern bei lokalen Rennen geritten.
Ursprünglich kleinwüchsig, entwickelte sich der Berrichon um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert zu einem mittelgroßen Kaltblutpferd, stark beeinflusst vom Percheron. Obwohl er aufgrund seiner großen Köpfe als unattraktiv und langsam galt, wurde er für seine Vitalität und sein sanftes Wesen geschätzt. Er wurde insbesondere zum Ziehen von Omnibussen in Paris eingesetzt.
1923 wurde ein Zuchtbuch eingerichtet, im darauffolgenden Jahr ein Zuchtverband gegründet. Die Rasse wurde bis 1932 selektiv gezüchtet, dann wurde das Zuchtbuch geschlossen und Kreuzungen nur noch mit Percherons erlaubt. Nach kurzer regionaler Beliebtheit ging die Berrichon-Rasse aufgrund der Konkurrenz durch den Percheron in der Landwirtschaft und der Assimilation durch Kreuzungen zur Erzeugung von Halbblutpferden zurück. Bis 1966 war der Berrichon vollständig in die Percheron-Rasse integriert.



