Tamsin Pickeral: Die Eleganz der Katze: Die schönsten Rassen im Porträt (Rezension)

Geliebte Samtpfoten Sie ist hierzulande das beliebteste Haustier: die Katze. Fast 15 Millionen schnurrende Vierbeiner leben allein in deutschen Haushalten von der Europäisch-Kurzhaar ohne Stammbaum bis zur edlen Rassekatze. Wie die Geschichte zwischen Zwei- und Vierbeinern begann und zu welch schönen, eleganten und geheimnisvollen Rassen diese jahrtausendelange Beziehung geführt hat, schildert Tamsin Pickeral in diesem opulent gestalteten Bildband. Mit kleinen Anekdoten und sehr persönlichen Geschichten erzählt Pickeral liebevoll und kenntnisreich, wie sich die Katze als Nutztier und Gefährtin ins Herz der Menschen schlich von der Antike bis heute. Von den vielen verschiedenen Rassen, die sich seitdem herausgebildet haben oder gezüchtet wurden, stellt die Autorin die schönsten vor: darunter alte Rassen wie die edle Siam, heute hierzulande weit verbreitete wie die große, langhaarige Maine Coon, aber auch seltene Vertreter wie die lockige Selkirk Rex oder die haarlose Don Sphynx. Die große Fülle an Informationen wird ergänzt um die bestechend schönen Porträts, die Fotografin Astrid Harrisson für dieses Buch aufnahm. Sie fangen das Wesen der Katzen ästhetisch und stilvoll ein mal verspielt und frech, mal majestätisch, aber stets unabhängig und intelligent.
Die Eleganz der Katze ist ein wunderschönes Buch für jeden Katzenfreund. Vorgestellt werden neben einigen bekannten auch viele ungewöhnliche Arten, wobei natürlich das Prädikat „schön“ auch im Auge des Betrachters liegt (bei einigen Rassen kann ich das nicht nachvollziehen, vor allem bei den Nacktkatzen nicht). Die Portraits sind gespickt mit kleinen Geschichten rund um die Entstehung (Mythos und Wirklichkeit), wobei das Hauptaugenmerk bei den geschichtlichen Entwicklungen in Großbritannien und Amerika liegt, verständlich, wenn man bedenkt, dass die Autorin dort den Großteil ihres Lebens verbringt. Ein Blick auf die restliche Welt wird nur in einigen Ausnahmen gegeben.
Inhaltlich kann das Buch (meistens) überzeugen, nach einführenden Kapiteln werden verschiedene Portraits vorgestellt, geordnet nach (vermuteten oder bestätigtem) Alter. Die Qualität des Buchs kann ebenso überzeugen, auch wenn einige der hervorragenden Fotografien durch den Mittelfalz „zerstört“ werden. Trotzdem werden die Bilder dem Titel des Buchs gerecht, denn wer gewöhnliche Portraitaufnahmen erwartet wird angenehm überrascht, denn so vielseitig wie die Katzenrassen sind auch die Bilder, die sie repräsentieren und den Charakter der Tiere gut einfangen.
Auch die Buchseiten zeigen nicht nur exzellenten Druck, sondern auch eine passende Stärke und einen angenehmen Glanz, der bei der Betrachtung der Fotos eine gewisse Erhabenheit erzielt. Hier sind aber nicht nur traumhaft schöne Fotos zu finden, sondern eben auch kleine Geschichten rund um die Samtpfoten. Auf jedem Foto sieht man die Eleganz und den Anmut der Katze und kann wahrlich ein wenig abtauchen in eine schnurrende Welt.
Ein fast perfektes Buch für den Katzenfreund, und vermutlich sogar perfekt, wenn man nicht wie ich auf ein paar Dinge Wert legt, die ich allerdings bereits genannt habe. Mit einer Kleinigkeit, die vermutlich vollkommen unbedeutend ist, mich aber doch so sehr stört, dass sie mir nicht aus den Kopf geht.
Felis chaus, eine der „Vorfahren“ der Chaussie, wird in diesem Buch als Dschungelkatze bezeichnet. Das sieht für mich aber eher nach einem Übersetzungsfehler aus, bzw. einer kleinen Nachlässigkeit. Die englische Bezeichnung von Felis chaus ist tatsächlich Dschungelkatze (Jungle Cat), im Deutschen wird sie aber als Rohrkatze bezeichnet und meines Wissens nicht als Dschungelkatze. Aber das ist nur eine Kleinigkeit, die vermutlich niemand weiter stört.

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