Oliver Dirr: Walfahrt (Rezension)

In seinem Buch unternimmt Oliver Dirr eine ebenso lebendige wie persönliche Walfahrt einmal rund um die Welt. Dabei geht es um mehr als die bloße Entwicklung vom Stubenhocker zum Walforscher – Walfahrt ist eine begeisterte und begeisternde Einladung, die menschliche Existenz mal ein bisschen aus dem Zentrum der Weltwahrnehmung zu rücken und sich stattdessen voller Staunen auf die kleinen und großen Wunder der Meere einzulassen.
Ein Deutscher auf den Spuren der Wale … und dabei geht es auf amüsante Art und Weise und sehr packend geschrieben nicht nur um Whalewatching, bzw. dem Beobachten von Orcas, was wohl der Auslöser für die WALFAHRT war. Während der Autor über die Weltmeere ihre Küsten schippert um Orcas, Buckelwale und Ähnliches zu sehen (und enttäuscht ist, wenn es sich „nur“ um „normale“ Delfine handelt) erfährt der Leser einiges über die Entwicklungsgeschichte der Wale, den Walfang (den man in Bezug auf Wale nie vermeiden kann, und der auch heute noch ein wichtiges Thema ist), Whale- und Birdwatching und natürlich viel über verschiedene Walarten und einige Wissenschaftler, die ihr Leben den großen Meeressäugern gewidmet haben. Verhaltensweisen und Richtlinien, die es beim Whalewatching zu beachten gibt (und die nicht unbedingt selbstverständlich sind) fehlen natürlich auch nicht.
Ein Buch, das unterhaltsam und informativ zugleich ist und ein Verständnis für die größten Lebewesen aller Zeiten (zum bisherigen Stand der Wissenschaft …). weckt.
Was mich allerdings ein bisschen gestört hat und was für mich nicht nachvollziehbar ist: Warum müssen Vögel mit ihren englischen Namen benannt werden, obwohl es deutsche Bezeichnungen dafür gibt. Mag sein, dass sie etwas ungünstig gewählt sind (wie es u. a. am Beispiel der Trottellumme erwähnt wird), aber es gibt die deutschen Namen und man sollte sie auch verwenden. Verständlicher wären dann noch die wissenschaftlichen Bezeichnungen. Dass sich die Bezeichnung Puffin für den Papageitaucher einbürgert verstehe ich ebenso wenig, denn in meinen Augen ist die englische Bezeichnung nichtssagend und unter einem Papageitaucher kann man sich doch mehr vorstellen.
Abgesehen davon ist das Buch jedem Walfan zu empfehlen.

(Rezensionsexemplar)

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