Neu beschriebene wirbellose Tiere 2025

2025 beschriebene Säugetiere
2025 beschriebene Vögel
2025 beschriebene Reptilien
2025 beschriebene Amphibien
2025 neu beschriebene Fische

Mongolischer Todeswurm, eine Entdeckung bzw. wissenschaftliche Erstbeschreibung steht noch aus (Zoo Usti)

Sie fallen nicht auf und ihre Zahl ist scheinbar unendlich: Die wirbellosen Tiere … Insekten, Spinnen, Nesseltiere, Weichtiere… und alles was man als Würmer bezeichnet.
Eine exakte Zahl nur für 2025 gibt es derzeit nicht als global veröffentlichte Gesamtsumme speziell für wirbellose Tiere. Taxonomen beschreiben neue Arten kontinuierlich in tausenden Fachartikeln, und die globale Bilanz erscheint meist nur als durchschnittliche Jahresrate oder mit mehreren Jahren Verzögerung.
Basierend auf der globalen durchschnittlichen Beschreibungsrate wurden ca. 12 000 bis 15 000 neue wirbellose Arten beschrieben.
Exakte Zahlen fehlen, weil die Zahl der Neubeschreibungen zum einen sehr hoch ist, zum anderen Artenbeschreibungen über tausende Journale weltweit (z. B. Zootaxa, ZooKeys, European Journal of Taxonomy) verteilt erscheinen und offizielle Datenbanken wie Catalogue of Life oder ZooBank Zeit zur vollständigen Aktualisierung brauchen.

Adults of Westermannia spp. (1, 3, 5, 7: male; 2, 4, 6, 8: female). 1, 2. W. pseudonobilis Qin & Han, sp. nov., coll. NEFU (1: holotype; 2: paratype); 3, 4. W. simianshana Qin, Zhang & Han, sp. nov., coll. NEFU (3: holotype 4: paratype); 5–8 W. nobilis Draudt, 1950, collected from Guangxi (5), Hunan (6), and Chongqing (7–8), China, coll. NEFU. Scale bar: 5 mm.

Zwei neue Mottenarten aus China
Yue Qin, Chao Zhang and Huilin Han. 2025. Descriptions of Two New Species associated with Westermannia nobilis Draudt, 1950 (Lepidoptera, Nolidae, Westermanniinae) from China. ZooKeys. 1262: 21-31. DOI: doi.org/10.3897/zookeys.1262.168662
Zwei neue Arten, Westermannia pseudonobilis Qin & Han, sp. nov. und W. simianshana Qin, Zhang & Han, sp. nov., die W. nobilis Draudt, 1950 sowohl im äußeren Erscheinungsbild als auch in den Genitalmerkmalen stark ähneln, werden aus China beschrieben. Vergleichende Diagnosen für diese drei Arten werden zusammen mit Farbtafeln von adulten Tieren und deren Genitalien bereitgestellt. Ein Bestimmungsschlüssel und eine Verbreitungskarte sind ebenfalls enthalten.

Eine neue Seegurkenart aus dem Nordpazifik
Ogawa, Akito; Chen, Chong and Sigwart, Julia D. 2025. A New abyssal Species of Acanthotrochus (Holothuroidea: Apodida) from the Aleutian Trench, North Pacific Ocean. Bulletin of Marine Science. DOI: doi.org/10.5343/bms.2025.0092
Eine neue Art der selten vorkommenden Seegurkengattung Acanthotrochus, Acanthotrochus verruciosseous sp. nov., wird aus Tiefen von 5272 bis 5325 m im Aleutengraben des Nordpazifiks beschrieben. Die neue Art unterscheidet sich morphologisch deutlich von drei gültigen verwandten Arten. Dies liegt an den Acanthotrochus-artigen Radossikeln mit mehreren niedrigen Höckern an den inneren und äußeren Rändern sowie an den äußeren Zähnen. Die äußere, konkave Seite der Acanthotrochus-artigen Räder bildet zudem nach innen gerichtete Vorsprünge an der Basis der Speichen am inneren Rand. Diese Ossikelmerkmale wurden bei den drei beschriebenen Arten bisher nicht beobachtet. Acanthotrochus ist weltweit verbreitet, im Nordatlantik, Indischen Ozean und in der Antarktis, mit einer maximalen Tiefe von 3320 m.

Eine neue Tiefsee-Tintenfischart
Sajikumar KK, Geetha Sasikumar, Shijin Ameri and Toji Thomas. 2025. Description of A New Species of Deep-sea Squid Genus Taningia (Cephalopoda: Octopoteuthidae) from the Arabian Sea. Marine Biodiversity. 55, 107. DOI: doi.org/10.1007/s12526-025-01576-3
Eine neue Art der Gattung Taningia Joubin, 1931 (Familie Octopoteuthidae Berry, 1912) wird anhand eines einzelnen Exemplars aus dem südöstlichen Arabischen Meer beschrieben, das im März 2024 in 390 m Tiefe gesammelt wurde. Diese neue Art, Taningia silasii sp. nov., unterscheidet sich von verwandten Arten durch eine Kombination von Merkmalen, darunter die Form des Trichtermantel-Verschlussknorpels, des Nacken-Verschlussknorpels, die Morphologie des Unterschnabels, die Anzahl der Kiemenlamellen. Die Gattung Taningia scheint einen Artenkomplex darzustellen, der die neu beschriebene Linie aus dem Indischen Ozean und mindestens zwei distinkte Linien aus dem Atlantik umfasst. Diese Erkenntnisse, basierend auf integrierten morphologischen und molekularen Analysen, verdeutlichen die verborgene Diversität innerhalb der Gattung Taningia und erweitern das bekannte biogeografische Verbreitungsgebiet.

Paragomphus alami sp. nov. A. Male holotype (SNHM 1.582) from Jebel Aulia, Khartoum State, Sudan, collected 23 August 2019; B. Mature life male observed and photographed in the wild in Al-Sunt Forest, Khartoum State, Sudan, photographed 4 July 2022.

Eine neue Libellenart aus dem Sudan
Mohamed Salah, Rania Baleela, Esraa Yousif Ahmed, Babiker Isam, Almontasirbillah Abdalla, Mai Masri and Esra Elfaki. 2025. Paragomphus alami sp. nov. (Odonata, Gomphidae): A New Dragonfly Species described from the White Nile River, Sudan. ZooKeys. 1265: 159-174. DOI: doi.org/10.3897/zookeys.1265.168108
Sudans einzigartige biogeografische Lage an der Grenze zwischen Afrotropis und Paläarktis, verbunden mit dem ökologischen Gradienten des Nils, begünstigt eine vielfältige Libellenfauna. Trotzdem ist die Gattung Paragomphus Cowley, 1934 in der Region bisher wenig erforscht. Diese Studie beschreibt Paragomphus alami sp. nov., eine neue Paragomphus-Art aus der Nilaue im Sudan, basierend auf integrierten morphologischen und molekularen Daten. Feldstudien zwischen 2017 und 2022 dokumentierten adulte Populationen in den sudanesischen Auen. Die Exemplare wurden mikroskopisch morphologisch analysiert und mit den verwandten Arten P. lacustris Karsch, 1890 und P. elpidius Ris, 1921 verglichen. An zwei Exemplaren wurde DNA-Barcoding (COI-Gen) durchgeführt und eine phylogenetische Rekonstruktion mittels Maximum-Likelihood-Methode anhand von 28 Sequenzen von Paragomphus und verwandten Arten sowie einer Außengruppe erstellt. Die mittlere genetische Distanz zwischen den Arten wurde manuell berechnet. Morphologische Vergleiche mit verwandten Arten zeigten einzigartige diagnostische Merkmale bei P. alami sp. nov., darunter kurze, dicke Cerci mit einem schwarzen Zahn am Ende und ein Epiprokt, das deutlich kürzer ist als bei P. lacustris und P. elpidius. Die phylogenetische Analyse ergab, dass P. alami eine gut gestützte monophyletische Klade bildet (Bootstrap-Wert = 100 %), was durch morphologische Befunde bestätigt wird. Da keine intraspezifische Variation beobachtet wurde, wird die Art als eigenständige Art anerkannt; die mittlere genetische Distanz zwischen den Arten von 12,34 % untermauert dies zusätzlich. Diese Entdeckung unterstreicht die Bedeutung Sudans als biogeografischer Knotenpunkt und den Bedarf an weiterer Forschung zu Libellen in der Region. Die Habitat-Sensitivität verdeutlicht die Dringlichkeit des Naturschutzes. Das saisonale Auftreten der Art, ihre Habitat-Spezifität und ihre Empfindlichkeit gegenüber Entwaldung unterstreichen ihre Bedeutung für den Schutz.

Eine neue Käferart von den Philippinen
Graden G. Obrial, Daven Jayson D. Agbas, Efrhain Loidge P. Pajota, Mark John T. Pepito, Rylle G. Añuber, Milton Norman D. Medina, Analyn A. Cabras. 2025. Pachyrhynchus analynae sp. nov., A New Species of easter egg weevil (Coleoptera, Curculionidae, Entiminae, Pachyrhynchini) from Tarragona, Davao Oriental, Mindanao, Philippines. Baltic J. Coleopterol. 25(2); 257-271.
Eine neue Art der Gattung Pachyrhynchus Germar, 1824 aus Tarragona, Davao Oriental, Pachyrhynchus analynae Obrial, Agbas, Pajota & Medina sp. nov., benannt nach Dr. Analyn Anzano Cabras für ihren bedeutenden Beitrag zur Förderung der Käferforschung und des Käferschutzes auf den Philippinen, insbesondere der Tribus Pachyrhynchini. Die neue Art ist die jüngste Ergänzung des Artenkomplexes Pachyrhynchus speciosus. Angaben zur Ökologie, zum Lebensraum, zur Verbreitung und zu den Pflanzenassoziationen der Art werden präsentiert.

Ein neuer Doppelfüßer aus Kalifornien
William A. Shear, Casey H. Richart, Paul E. Marek. 2025. A third species of the rare Millipede Genus Apterourus Loomis, 1966 (Diplopoda: Chordeumatida: Striarioidea: Apterouridae) Insecta Mundi. 1159: 1–7.
https://journals.flvc.org/mundi/article/view/140680

Die Tausendfüßergattung Apterourus Loomis, 1966, die einzige Gattung der Familie Apterouridae Loomis, 1966 (Diplopoda: Chordeumatida: Striarioidea), umfasst zwei Arten und wird selten gesammelt. Hier wird eine eine dritte Art vom Mount Palomar im San Diego County, Kalifornien, USA: Apterourus palomar Shear, Richart und Marek, beschrieben.

Photos of living Zoica spp. A, B. Zoica medogensis sp. nov.; C, D. Zoica thailandica sp. nov.; E, F. Zoica oculata Buchar, 1997 (female, A, B, E, F. Photographed by Qian-Le Lu; C, D. Photographed by Lu-Yu Wang).

Drei neue Wolfsspinnenarten aus Asien
Jin-Zhen Lu, Yuri M. Marusik, Zhi-Sheng Zhang and Lu-Yu Wang. 2025. Four Species of Zoica Simon, 1898 from Asia (Araneae, Lycosidae). ZooKeys. 1249: 371-385. DOI: doi.org/10.3897/zookeys.1249.152933
Drei neue Arten der Wolfspinnengattung Zoica Simon, 1898 werden aus Ost- und Südostasien beschrieben: Zoica dulong Lu, Zhang & Wang, sp. nov. (Yunnan, ♂♀) und Z. medogensis Lu, Zhang & Wang, sp. nov. (Xizang, ♂♀) aus China sowie Z. thailandica Lu, Zhang & Wang, sp. nov. (Ratchaburi, ♂♀) aus Thailand. Das Männchen von Z. oculata Buchar, 1997 (Xizang) wird hier erstmals beschrieben, und der erste Nachweis dieser Art in China wird gemeldet. Beschreibungen und Fotos aller Arten werden bereitgestellt.

Und es gibt noch so viel mehr, die noch mehr den Rahmen dieses Blogs sprengen würden als die Fische. Und wirklich repräsentativ ist meine Auswahl auch nicht. Wie schon in den früheren Beiträgen zu neu entdeckten Tieren gibt es entsprechende Fachmagazine, in denen man sich regelrecht verlieren kann, wenn man wissen will, welche Tiere neu beschrieben wurden. Nur die spektakulärsten finden Erwähnung in den Nachrichten, der Rest bleibt meist unbekannt … und was wirbellose Tiere anbelangt … nun ja, sie werden noch weniger beachtet als Reptilien oder Amphibien… oder Fische. Haben das aber gar nicht verdient. Und ja, ich weiß, dass auch dieser Blog sich eher mit Wirbeltieren auseinandersetzt.

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