2025 beschriebene Säugetiere
2025 beschriebene Vögel
2025 beschriebene Reptilien
2025 beschriebene Amphibien

Baryancistrus quilombola, INPA-ICT 61201, holotype, 188.9 mm SL, from rio Trombetas, Cachoeira Vira-Mundo, Oriximiná, Pará, Brazil, neu beschrieben 2025
Laut Eschmeyer’s Catalog of Fishes wurden im Jahr 2025 408 neue Fischarten wissenschaftlich beschrieben.
Der „Catalog of Fishes“ ist eine umfassende Online-Datenbank und ein Nachschlagewerk zu den wissenschaftlichen Namen von Fischarten und -gattungen. Er ist global ausgerichtet und wird von der California Academy of Sciences (CAS) betrieben. Er wurde von William N. Eschmeyer, dem emeritierten Kurator der CAS-Fischsammlung, zusammengestellt und wird von Ronald Fricke und Richard van der Laan kontinuierlich aktualisiert.
Wenn Forscher eine „neue Art“ beschreiben, heißt das dass sie erst jetzt wissenschaftlich identifiziert, abgegrenzt und mit einem offiziellen lateinischen Namen versehen wurde. Die Tiere selbst können schon lange existieren, waren aber zuvor formal unbekannt oder als andere Art eingeordnet. Die Anzahl der neu beschriebenen Fische (Knochenfische, Knorpelfische, Kieferlose) ist relativ hoch, weil sie meist sehr klein sind und an unzugänglichen Orten (Höhlen, Tiefsee) leben und man mehr oder weniger nach ihnen suchen muss. Oft sind Neuentdeckungen eher zufällig. Viele Arten werden im Rahmen größerer taxonomischer Studien und Biodiversitäts-Projekte beschrieben.
Ich werde nicht alle neu beschriebenen Fischarten vorstellen, dafür gibt es andere Quellen (welche mehr als einmal erwähnt wurden …). Vielleicht sollte ich diese kleine „Liste“ um das Journal ZooKeys ergänzen. Auch dort finden sich (Open Access) neu beschriebene Arten.
Eine neue Welsart aus Tibet
Zheng Gong, Huanshan Wang, Yanchao Liu and Jianchuan Li. 2025. Glaridoglanis verruciloba sp. nov., A New glyptosternine catfish (Siluriformes, Sisoridae) from the Zayul River in southeastern Tibet, China. ZooKeys 1262: 289-301. DOI: doi.org/10.3897/zookeys.1262.172819
Glaridoglanis verruciloba sp. nov. wird aus dem Zayul-Fluss im südöstlichen Tibet, China, beschrieben. Sie wurde lange Zeit fälschlicherweise als G. andersonii identifiziert. Diese neue Art zeichnet sich durch folgende Merkmalskombination aus: eine vergrößerte Unterlippe mit 4–7 warzenförmigen Lappen am zentralen Hinterrand; ein nahe am Ansatz der Afterflosse gelegener After; die ventrale Fläche an der Basis der Oberkieferbarteln ist dicht mit Streifen bedeckt; 11 verzweigte Brustflossenstrahlen; 5–6 verzweigte Afterflossenstrahlen; und relativ kurze Unterkieferbarteln. Molekularphylogenetische Analysen von mitochondrialen Cytochrom-b-Sequenzen bestätigten die Gültigkeit dieser neuen Art, die innerhalb einer gut gestützten Klade mit erheblicher genetischer Divergenz zu G. andersonii steht.

Baryancistrus isaaci (Baryancistrusisaaci, INPA-ICT 53133, holotype, 229.2 mm SL, from rio Trombetas, Oriximiná, Pará, Brazil.)
Zwei neue Welse aus Brasilien
Renildo Ribeiro de Oliveira and Lúcia H. Rapp Py-Daniel. 2025. Two New Species of the ornamental loricariid Genus Baryancistrus (Siluriformes: Hypostominae) from rio Trombetas Basin, Pará, Brazil. Neotrop. ichthyol. 23 (03); DOI: doi.org/10.1590/1982-0224-2025-0066
Aus dem Einzugsgebiet des Rio Trombetas werden zwei neue Baryancistrus-Arten beschrieben. Diese neuen Arten wurden Ende der 1980er Jahre gesammelt, morphologisch analysiert und mit den acht bisher bekannten Baryancistrus-Arten verglichen. Beide neuen Arten unterscheiden sich von ihren Verwandten durch eine Reihe nicht eindeutiger Merkmale, wie Färbung, Ausdehnung der Rückenflossenmembran, Bauchbedeckung, Anzahl der Unterkieferzähne und Flossengröße. Die neuen Arten kommen ausschließlich in strömungsreichen, klaren Gewässern mit starken Katarakten und felsigem Untergrund vor und sind teilweise syntopisch anzutreffen. Die Verbreitungsmuster und morphologischen Merkmale aller Baryancistrus-Arten werden diskutiert und ein Bestimmungsschlüssel vorgestellt. Obwohl das Gebiet in einem Schutzgebiet liegt, werden frühere Studien zu Wasserkraftwerken am Rio Trombetas, wie beispielsweise dem Wasserkraftwerk Cachoeira Porteira, von den zuständigen Behörden erneut geprüft. Dies gibt Anlass zu großer Sorge um den zukünftigen Erhalt der einzigartigen Biodiversität des Rio-Trombetas-Einzugsgebiets.
Eine neue Art der Grubenaale
Kenneth A. TIGHE and Paramasivam KODEESWARAN. 2025. A New Genus and Species of ilyophine eel (Anguilliformes: Synaphobranchidae: Ilyophinae) from the Arabian Sea, western Indian Ocean. Zootaxa. 5722(4); 555-569. DOI: doi.org/10.11646/zootaxa.5722.4.6
Eine neue Gattung und Art der Ilyophinae, Branchenchelys megacephala, wird anhand von fünf im Arabischen Meer und im westlichen Indischen Ozean gesammelten Exemplaren beschrieben. Die neue Gattung unterscheidet sich von allen anderen Ilyophinae-Gattungen durch ihren relativ großen Kopf mit großen Kiemenöffnungen und einer sehr großen Kiemenkammer mit einer erhöhten Anzahl von Kiemenstrahlen und hypertrophierten Kiemenfilamenten.

Live photos of Lentipes ptasan sp. nov. from Taiwan and Mindanao islands: (a, b) holotype, ASIZP0082286, male, 31.1 mm SL, Taiwan ((a) non-courting individual, photograph by M. T. Zhou; (b) nuptial colour, photograph by M. Hhuang); (c) paratype, ASIZP0082288, male, 35.6 mm SL, Taiwan (non-courting individual, photograph by H. P. Liang); (d) paratype, PNM15807, male, 41.9 mm SL, Mindanao (non-courting individual, photograph by H. P. Liang); (e) paratype, PNM15811, female, 52.5 mm SL, Mindanao (photograph by F. Li); (f) aquarium photograph showing courtship behaviour of a male L. ptasan toward a female, specimens unpreserved, Mindanao (photograph by Z. H. Deng). Yellow arrowheads indicate the orange pattern on the female.
Eine neue Art der Klettergrundeln
Wei-Cheng Jhuang, Cleto L. Nañola Jr., Xiao Fei Li and Te-Yu Liao. 2025. Lentipes ptasan, A New Species of sicydiine goby (Teleostei: Gobioidei) from the Western Pacific, with A Redescription of L. mindanaoensis. Journal of Fish Biology. DOI: doi.org/10.1111/jfb.70277
Lentipes ptasan sp. nov. wird anhand von Exemplaren aus Taiwan und der Insel Mindanao beschrieben. Es handelt sich um eine große Lentipes-Art, die sich durch mehrere männchenspezifische Merkmale auszeichnet. Dazu gehören eine deutlich über die Schnauze hinausragende Oberlippe, weniger dreispitzige Prämaxillarzähne, zwei schwarze Linien, die vom vorderen Augenrand durch die Nasenlöcher bis zur Schnauzenspitze verlaufen, ein breites braunes Längsband an der Basis der Afterflosse sowie die charakteristische Balzfärbung mit einem braunen, vertikalen Band, das sich in der Körpermitte vom Rücken bis zum Bauch erstreckt. Darüber hinaus wird Lentipes mindanaoensis neu beschrieben, wobei L. adelphizonus als jüngeres Synonym geführt wird.
Ich habe den Eindruck, dass es vor allem unter den Grundeln und Welsen eine Großzahl von Neubeschreibungen gibt, ich kann mich aber auch täuschen.
Ein neuer Höhlenfisch aus China
Yewei Liu, Tingru Mao, Hiranya Sudasinghe, Jiajun Zhou, Rongjiao Chen, Jian Yang, Madhava Meegaskumbura. 2025. Description of A New Eyeless Cavefish Species Using Integrative Taxonomic Methods—Sinocyclocheilus changlensis (Cypriniformes, Cyprinidae), From Guangxi, China. Ecology and Evolution.15(11); e72370. DOI: doi.org/10.1002/ece3.72370
Die ausgedehnten Kalksteinlandschaften Südwestchinas bilden eine der größten Karstregionen der Welt und bieten ideale Bedingungen für die Evolution von Höhlenfischen. In dieser Region umfasst Sinocyclocheilus, die artenreichste Höhlenfischgattung weltweit, 84 Arten, die an dunkle Umgebungen angepasst sind. Trotz der Artenvielfalt ist die Region noch wenig erforscht, und es werden ständig neue Arten entdeckt. Hier wird Sinocyclocheilus canglensis beschrieben, eine neue troglobionte Art, die in einer Höhle im zentralen Guangxi, China, entdeckt wurde. Diese Art zeichnet sich durch das Fehlen von Augen, einen unpigmentierten und vollständig beschuppten Körper sowie eine gegabelte, hornartige Struktur am dorsalen Hinterrand des Kopfes aus. Morphologisch unterscheidet sich S. canglensis von ihren Verwandten durch Bauchflossenstrahlen, die im ausgestreckten Zustand nicht bis zum After reichen, 42–46 Schuppen entlang der Seitenlinie und einen hinteren Kiemendeckelrand, der in vertikaler Richtung bis zur Basis der Brustflosse reicht. Molekularphylogenetische Analysen mit mitochondrialen Markern (cytb und ND4), genetischen Distanzen und geometrisch-morphometrische Analysen bestätigten S. canglensis als eigenständige Art.
Ein neuer Salmler aus Brasilien
Fernando Cesar Paiva Dagosta. 2025. An Ode to Beauty: the Discovery of one of the most spectacular Tetras (Characiformes: Acestrorhamphidae) – A New Species of Inpaichthys from the rio Juruena, Brazil. Neotrop Ichthyol. 23(3):e250052. DOI: doi.org/10.1590/1982-0224-2025-0052
Inpaichthys luizae wird anhand von Funden aus Zuflüssen des Rio dos Peixes-Beckens, einem Nebenfluss des Rio Juruena in Zentralbrasilien, beschrieben. Die Art unterscheidet sich von allen anderen Arten der Gattung durch einen deutlich ausgeprägten, relativ breiten, schräg verlaufenden, dunklen ventrolateralen Streifen, der sich etwa vom Ende der Brustflossenstrahlen bis zum Ansatz der mittleren Schwanzflossenstrahlen erstreckt und sich gerade bis zur Spitze der mittleren Schwanzflossenstrahlen fortsetzt.
Eine neue Art von Laternenhai
Shing-Lai Ng, William T. White, Kwang-Ming Liu and Shoou-Jeng Joung. 2025. Etmopterus westraliensis, A New Species of Lanternshark (Squaliformes: Etmopteridae) from Western Australia, with Redescription of Etmopterus brachyurus. Journal of Fish Biology. DOI: doi.org/10.1111/jfb.70162
Etmopterus westraliensis wird anhand von sechs Exemplaren aus Westaustralien im östlichen Indischen Ozean als neue Art beschrieben. Aufgrund der schlanken, länglichen vorderen und hinteren Äste der Flankenzeichnung wird die neue Art der Etmopterus-lucifer-Gruppe zugeordnet. Sie weist folgende morphologische Merkmale auf, die sie mit den beiden verwandten Arten Etmopterus brachyurus und Etmopterus samadiae teilt: hakenförmige Hautzähnchen, eine unbehaarte Stelle an der Schnauzenunterseite, Zähnchen auf den Rückenflossen adulter Tiere, der Ursprung der Flankenzeichnung vor einer vertikalen Linie durch den Ursprung der zweiten Rückenflosse, eine dünne und schlanke Schwanzflossenzeichnung sowie eine relativ kurze hintere Schwanzflossenzeichnung. Die neue Art unterscheidet sich von E. brachyurus durch eine längere Schwanzflossenbasiszeichnung, deren ventraler Abschnitt deutlich länger als breit ist, und von E. samadiae durch ein längeres Maul, eine abweichende Form des unbehaarten Bereichs an der Schnauzenunterseite, einen dünneren hinteren Ast der Flankenzeichnung, eine spitz zulaufende Schwanzflossenbasiszeichnung und einen stärker monospondylen Wirbelkörper. Die neue Art unterscheidet sich außerdem von E. brachyurus und E. samadiae durch die mittlere genetische Distanz des NADH2-Gens (0,028 bzw. 0,040). E. brachyurus wird hier anhand des Holotypus und weiterer Exemplare aus dem nordwestlichen Pazifik neu beschrieben.
Wenn ich alle neu beschriebenen Arten vorstellen müsste, dann würde ich meinen Blog sprengen … und wirklich repräsentativ ist diese Auswahl auch nicht …
Barbatula fluvicola und Barbatula ommata, zwei neue Schmerlen aus der Schweiz
Garra nambashiensis – Manipur, Indien (Cyprinidae).
Oreonectes guidongensis – Ost-Guangxi, China (Nemacheilidae).
Yunnanilus mentibarbatus – Yunnan, China (Nemacheilidae).
Triplophysa baishuijiangensis – Yunnan, China (Nemacheilidae).
Sinocyclocheilus panzhouensis – China (Cyprinidae).
Garra magnarostrum – Indien (Cyprinidae).
Glyptothorax chakpiensis – Manipur, Indien (Sisoridae).
Tariqilabeo iranicus – Iran (Cyprinidae).
Pascua marecoralliensis – eine neue Grundel-Art (Gobiidae) aus dem zentralen Korallensee.
Cirrihimuraena taiwanensis – eine neue Schlangenaal-Art (Ophichthidae) aus Taiwan.
Branchiostegus sanae – neuer Doktorfischartiger, benannt nach San aus Mononoke Hime

Branchiostegus sanae sp. nov. A fresh specimen B fixed by 75% alcohol, MBM 287909, holotype, male, 350.1 mm SL, South China Sea, China.
Diesen Ausflug in ein ganz anderes Thema konnte ich mir nicht verkneiffen, aber Branchiostegus sanae ist ja nicht das einzige Beispiel für ein Tier, das aus einem Charakter der Popkultur oder einer Person of Interest benannt wurde (siehe hier)
Branchiostegus sanae wird hier beschrieben:
Haochen Huang, Jingxuan Chen, Zhixin Ke and Chi Zhang. 2025. Branchiostegus sanae, A New Species of Deepwater Tilefish (Eupercaria, Branchiostegidae) from the South China Sea. ZooKeys 1227: 129-142. DOI: doi.org/10.3897/zookeys.1227.130512
Neu beschriebene Arten aus der Gruppe der Rundmäuler sind mir nicht bekannt, die Knochenfische überwiegen vor den Haien und ihren Verwandten.


