2025 ausgestorbene Tiere

Dünnschnabel.Regenpfeifer (MItte) und Regenbrachvögel (John Gerrard JKeulemans)

Die IUCN (International Union for Conservation of Nature; offiziell International Union for Conservation of Nature and Natural Resources; deutsch Internationale Union zur Bewahrung der Natur) stellte am 10. Oktober 2025 ein neues Update der Roten Liste der bedrohten Arten vor – diesmal im Rahmen des Welt-Naturschutzkongresses in Abu Dhabi. Die aktualisierte Liste erfasst inzwischen 172.620 Arten weltweit, darunter 48.646, die als bedroht u  nd 935, die als ausgestorben gelten.
Die Liste enthält aber auch Tiere, die nun als ausgestorben gelten. Das heißt aber nicht, dass sie tatsächlich 2025 ausgestorben sind, man hat nur schon lange keinen Vertreter dieser Art gesehen hat.

Dünnschnabel-Brachvogel (Numenius tenuirostris) – brütete in Westsibirien, überwinterte in Südeuropa und Nordafrika – letzte bestätigte Beobachtung 1995 in Marokko

Weihnachtsinsel-Spitzmaus (Crocidura trichura) – Weihnachtsinsel, Indischer Ozean – seit 1985 kein Nachweis mehr
Die Weihnachtsinsel-Spitzmaus erreichte eine Kopf-Rumpf-Länge von 65 bis 82 mm, eine Schwanzlänge von 63 bis 75 mm, eine Hinterfußlänge von 13 bis 17 mm und ein Gewicht von 4,5 bis 6,0 Gramm. Das dicht behaarte Fell war hell- oder rötlichbraun bis dunkelgrau.
Die Weihnachtsinsel-Spitzmaus war ein Regenwaldbewohner. Sie lebte in Felslöchern oder unter Baumwurzeln und ernährte sich hauptsächlich von Käfern. In der Nacht ertönte ein schriller, quietschender Ruf, der schon von weitem zu hören war.
Bei ihrer Entdeckung in den 1880er-Jahren wurde die Weihnachtsinsel-Spitzmaus als häufig und weitverbreitet beschrieben. Dies änderte sich jedoch, als Ende des 19. Jahrhunderts die Wälder auf der Weihnachtsinsel gerodet wurden. Mit den Siedlern kamen Hausratten auf die Insel, die Trypanosomeneinschleppten. Die Trypanosomen gelten als Hauptursache für das Aussterben der Maclear-Ratte und der Weihnachtsinsel-Ratte, und auch die Weihnachtsinsel-Spitzmaus wurde ab 1908 für ausgestorben gehalten. Von einer unbestätigten Sichtung im Jahre 1958 abgesehen, kam es 1985 zur Wiederentdeckung. Zwei Exemplare wurden gefangen, die jedoch kurze Zeit später verendeten. Zwischen 1996 und 1998 soll es mehrere unbestätigte Sichtungen gegeben haben. Bei intensiven Suchexpeditionen im Jahre 2000 konnte jedoch kein Exemplar mehr nachgewiesen werden. Das Verschwinden dieser Spitzmaus in jüngster Zeit könnte mit der Ausbreitung der Gelben Spinnerameise (Anoplolepis gracilipes) in Zusammenhang stehen, die für viele Tierarten auf der Weihnachtsinsel eine tödliche Bedrohung darstellt.

Nullarbor-Langnasenbeutler (Perameles papillon) – Nullarbor-Ebene, Südaustralien – vermutlich zwischen 1920 und 1960 ausgestorben
Südlicher Langnasenbeutler (Perameles notina) – Südost-Australien – keine Nachweise seit dem späten 19. Jahrhundert
Südwestlicher Langnasenbeutler (Perameles myosuros) – Südwest-Australien – zuletzt 1907 gesammelt

Ein Rekonstruktionsversuch von ChatGPT

Perameles papillon wurde im Jahr 2018 basierend auf Material aus dem Natural History Museum und dem Western Australian Museum beschrieben. Die Art kam in der Nullarbor-Ebene vor und wurde in den 1940er Jahren durch Füchse ausgerottet. Perameles myosuros galt längere Zeit als Festlandpopulation und somit als Synonym von Perameles bougainville. Im Jahr 2018 erhielt er erneut Artstatus. Er kam am Swan River in Western Australia vor
Perameles notina war im Südosten von Südaustralien, im Nordwesten von Victoria und im Südwesten von New South Wales heimisch. Laut einer Expedition im Jahr 1857 galten diese Beuteldachse einst in Regionen wie dem Murray River als häufig. Obwohl die Art erst im Oktober 2025 offiziell als ausgestorben eingestuft wurde, ist sie seit dem späten 19. Jahrhundert nicht mehr gesichtet worden. Die Ursache für ihr Aussterben liegt wahrscheinlich in der landwirtschaftlichen Entwicklung, veränderten Landnutzung und der zunehmenden Verbreitung verwilderter Katzen.
Insgesamt gelten nun fünf neuzeitliche Vertreter der Gattung als ausgestorben (siehe auch hier).

Conus lugubris – São Vicente, Kap Verde – letzte Sichtung 1987
Conus lugubris ist eine Art aus der Familie der Kegelschnecken.
Wie alle Arten der Gattung Conus sind diese Schnecken räuberisch und giftig. Sie können Menschen stechen, daher sollten lebende Exemplare vorsichtig oder gar nicht angefasst werden. Allerdings: Diese Art kam bisher nur an der Nordküste der Insel São Vicente, Kap Verde, vor.  Im Gebiet um Matiota Beach war die Art lokal häufig anzutreffen; das letzte lebende Exemplar wurde 1987 gesichtet. Tourismus und Küstenentwicklung führten zu ihrem Aussterben.
Die Größe des Gehäuses variiert zwischen 10 mm und 24 mm. Das Gehäuse ist fein gestreift und an der Basis grob gerippt, wobei die Rippen wenige und weit auseinander liegen. Das Gewinde ist deutlich gerillt. Die Farbe ist schokoladenbraun-schwarz, stellenweise undeutlich netzartig mit zahlreichen kleinen weißen Punkten.
Madeira-Kohlweißling (Pieris wollastoni) – Madeira, Portugal – seit 1986 verschollen

Leptaxis vetusta – Azoren, Portugal – nur fossile Nachweise, keine Funde seit über 50 Jahren
Leptaxis vetusta war eine Art aus der Familie der Schnecken.
Diese Art war auf den Azoren (Portugal) endemisch, gilt aber heute als ausgestorben. Abgesehen vom Gehäuse ist ihre Anatomie unbekannt. Der Typusfundort der Art sind die Süd- und Südosthänge des Pico do Facho auf der Insel Santa Maria.

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