Janika Hoffmann: Misa – Die Geisterkatze von Stralsund (Rezension)

Die Gassen und Hinterhöfe der Hansestadt Stralsund bieten der Streunerkatze Misa den idealen Lebensraum. Sie liebt das freie, ungebundene Leben, mit den menschlichen Bewohnern will sie nichts zu tun haben.
Doch nicht einmal 1872 leben Streunerkatzen ungefährlich. Bei einer Rettungsaktion gerät Misa unter die Räder einer Kutsche – und erwacht als Geisterkatze. Machtlos muss sie mit ansehen, wie ihre Katzenfamilie von einer Menschenfrau verschleppt wird. Wie soll sie die anderen retten, wenn sie nicht einmal imstande ist, sich bemerkbar zu machen?
Und das ist nicht die einzige Herausforderung, der Misa sich in ihrem neuen Leben stellen muss.

Misa – Die Geisterkatze von Stralsund soll den Leser in das Stralsund des Jahres 1872 entführen. So ganz gelingt es der Autorin nicht, es fehlt an städtischem Flair, so dass man die Stadt erkennen könnte (selbst wenn man sie nicht kennt, aber auf mich wirkt das Setting sehr flexibel, jede andere Küstenstadt, hätte es sein können), und Atmosphäre, welche den Leser in die entsprechende Zeit zurückversetzen würde. Misas Charakter bleibt oberflächlich. Ich kann ihre schnelle Veränderung vom Fellhosenhasser zum Retter der Menschen nicht nachvollziehen. Der Schreibstil der Autorin ist einfach, kam mir aber stellenweise etwas holprig vor. Überzeugen kann die Geschichte nicht, obwohl viel Potential dahinter gesteckt hätte. Es ist eine nette Geschichte für den überzeugten Katzenfan, aber manchmal ist nett einfach nicht gut genug.
Die Geisterkatze von Stralsund liest sich schnell, aber man verpasst nichts, wenn man den Roman nicht liest. Zu wenig zeitliche Atmosphäre, zu wenig erkennbares Stralsund.

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