Gordon R. Dickson: Die Nacht der Drachen (Rezension)

James Eckert hat mittelalterliche Geschichte studiert, doch seine Hoffnung auf eine Assistentenstelle erfüllt sich nicht. Dafür nimmt seine Freundin Angie einen Job im Parapsychologischen Seminar an, wo man mit Kontakten zu Parallelwelten experimentiert. Wider Erwarten gelingen die Versuche und Angie verschwindet.
Wutentbrannt zwingt James Eckert den Professor, exakt dieselben Versuchsbedingungen noch einmal herzustellen. Das Ergebnis ist niederschmetternd: James findet sich zwar in der Nähe Angies wieder – doch in Gestalt eines Drachens, dem eine Horde schwer bewaffneter Ritter auf den Fersen ist.
Der erste Band einer neunbändigen Reihe, von der allerdings nicht alle Teile auf deutsch übersetzt wurden.
Es klingt ganz witzig und ist die Art von Fantasy, die ich mag: Ein Mensch unserer Welt gerät in eine Fantasywelt und muss sich zurecht finden.
Das passiert auch in DIE NACHT DER DRACHEN. Dass der Mensch sich in einem Drachen wiederfindet macht die Sache komplizierter. Zusätzlich klingt das nach einer Menge abgedrehtem Humors.
Aber ich wurde enttäuscht. Es gab gute Ansätze, die meiner Meinung nach entweder ignoriert oder nur angedeutet wurden und so blieb am Ende ein ganz netter, aber nicht sonderlich außergewöhnlicher Fantasyroman übrig:
Ein junger Mann aus unserer Welt rettet seine Freundin vor dem Bösen Drachen und will in seine Welt zurück. Unterwegs sammelt er eine illustre Gruppe an (Möchtegern)Helden: Einen sprechenden Wolf, einen Ritter, eine junge Frau samt Vater und Geächtetenbande, ein Bogenschütze, ein Zauberer, weitere Drachen …
Abenteuer werden bestanden und am Schluss … nun, es ist Teil eins einer mehrbändigen Reihe, den Schluss kann man sich denken, auch wenn es wohl in den Fortsetzungen einige Änderungen geben muss.
Aber, nachdem mich das Buch nicht überzeugt hat werde ich von weiteren Bänden absehen.
Jim/James kommt schnell mit seinem Drachendasein zurecht, die Absonderlichkeiten seiner Gefährten stehen zu sehr im Hintergrund und werden eher unterdrückt, so dass es Ansätze von Humor gibt, allerdings fand ich keine Szene, die ich wirklich zum Schmunzeln oder Lachen fand. Die Gegenspieler sind farblos und uninteressant.
1976 gewann DIE NACHT DER DRACHEN den British Fantasy Award.

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1 Antwort zu Gordon R. Dickson: Die Nacht der Drachen (Rezension)

  1. Schöner Beitrag,

    klingt interessant werde mir das Buch zulegen.

    Danke Gruß Andre

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