Douglas Adams/Mark Carwardine: Die letzen ihrer Art (Rezension)

Früher ist Douglas Adams „Per Anhalter durch die Galaxis“ gefahren. Jetzt unternimmt er mit dem Zoologen Mark Cawardine eine Reise rund um den Globus, zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten des Planeten Erde, zu der Drachenechse von Komodo, zum größten und fettesten Papagei der Welt auf Neuseeland und zu den hörgeschädigten Delphinen des Yangtse.
Das Konzept des Buchs geht ursprünglich auf ein Projekt des World Wildlife Fund und der britischen Wochenzeitung The Observer zurück, für das renommierte Autoren Reportagen über seltene Tierarten verfassten. Adams reiste 1985 nach Madagaskar, um über die seltene Lemurenart Fingertier (Aye-Aye) zu berichten, und schloss dort Freundschaft mit dem Zoologen Carwardine, der damals für den WWF arbeitete.
Aus der gemeinsamen Arbeit entstand die Idee für ein eigenes Projekt, das zunächst als Fernsehserie konzipiert wurde. Aus finanziellen Gründen entschieden sich Adams und Carwardine dann jedoch für die Produktion einer Hörfunkserie für den britischen Sender BBC, die in sechs Folgen im Oktober und November 1989 ausgestrahlt wurde. Eine Urfassung der Folge über das Aye-Aye war schon 1985 als zehnminütiger Kurzbeitrag gesendet worden.
Zeitgleich zur Serie erschien das gleichnamige Buch, das eigentlich als Kompendium gedacht war, inhaltlich allerdings teilweise deutlich von den Radio-Beiträgen abweicht. So fehlt im Buch vor allem der Beitrag über das Amazonas-Manati, weil Adams nach eigenen Angaben nicht rechtzeitig mit der Bearbeitung fertig wurde.
Mit typischen Adams-Humor begleitet der Autor den Zoologen, beschreibt auf seinen Reisen Land, Leute und Tiere und schafft es dabei erschreckende Tatsachen, trotzdem witzig zu erzählen. Der Beigeschmack des menschlichen Versagens bleibt aber erkennbar.
Es mag ein weniger bekanntes Buch des SF-Humoristen sein, auch sein nicht ganz so skurriles (da es auf Tatsachen beruht, die teilweise durchaus abgedreht sind, aber eben noch realistisch sind), aber trotz des Alters (erschienen 1990) sollte es nicht in Vergessenheit geraten.
Ein Kapitel befasst sich mit dem Baiji, der (vermutlich) 2006 ausgestorben ist.
Witzig, traurig und nicht nur für Freunde von Adams lesenswert.

„Die letzten ihrer Art“ bei Amazon
Eine Umsetzung der Serie ins Fernsehformat scheint des Öfteren angedacht worden zu sein. Laut BBC-Website haben Adams und Carwardine spätestens 2001 über eine Neubelebung der Serie diskutiert und auch gemeinsame Reisen zur Recherche unternommen. Adams’ Tod im gleichen Jahr verhinderte jedoch zunächst eine Umsetzung.
Im April 2007 kündigte die BBC dann tatsächlich die Produktion einer Fernsehserie unter dem Titel Last Chance to See an. An Adams’ Stelle begleitete Carwardine nun der Schauspieler und Schriftsteller Stephen Fry, der eng mit Adams befreundet gewesen war.
Das Begleitbuch zur Serie ist allerdings nicht auf deutsch erschienen.
Marc Carwardine/Stephen Fry: Last chance to see

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