Sich detektivisch auf Vogelspurensuche zu begeben, hat seinen Reiz. Dieses neuartige Buch hilft dabei, Spuren und andere Merkmale im Freiland zu finden und anhand klarer Kriterien den dazugehörigen Vogel zu bestimmen. Andreas Wenger, international geprüfter Spurenleser nach Cybertracker-Standard, gliedert sein Buch in zwei Teile: Der allgemeine Teil beschreibt die anatomischen und funktionellen Grundlagen, die Morphologie der Trittsiegel sowie Zeichen. Ein eigens dafür entwickelter Bestimmungsschlüssel erleichtert das Erkennen der Spuren. Der spezielle Teil stellt anschließend über 30 Vogelfamilien vor, deren Spuren man häufig finden kann. Ein Buch mit hohem Gebrauchswert, das Sie so schnell nicht mehr aus der Hand legen werden.
„Vogelspuren: Entdecken und verstehen“ ist ein bemerkenswert praxisorientiertes Sachbuch für alle Natur- und Vogelinteressierten, die ihre Beobachtungen im Freiland um eine bislang oft vernachlässigte Dimension erweitern wollen: das Spurenlesen bei Vögeln.
Ich kenne das von meiner Kindheit und auch jetzt noch von diversen Informationstafeln in Wildparks und Zoos: Trittsiegel, meist von Säugetieren. Vögel werden dabei meist ignoriert. Und wer nun denkt problemlos eine Stockentenfußspur zu erkennen, nun, der ist so ahnungslos wie ich es war, bevor ich zu diesem Buch griff. Denn … Vogelspuren sind vielseitiger als man denkt und die Bestimmung der entsprechenden Arten von einfach bis unmöglich. Ein interessantes Zusatzbuch für Birder, die nicht nur in den Himmel starren wollen.
Das Buch ist für jeden verständlich, egal ob es sich um Laien oder Profis handelt. Zunächst werden allgemeine Grundlagen erklärt – von anatomischen und funktionellen Merkmalen der Vögel über die Morphologie von Trittsiegeln bis hin zu typischen Zeichen, die Spuren im Gelände begleiten. Dabei werden nicht nur Fakten geliefert, sondern auch der Blick im Gelände geschärft. Und man Spuren entdecken kann, wo man sie nicht unbedingt erwartet. Zumal sich Wenger nicht auf Trittsiegel beschränkt sondern auch auf Speiballen und andere Merkmale eingeht. Nur Federn ignoriert er, wenn sie nicht Teil des Trittsiegels oder einer Rupfung sind. Ins Detail geht der Autor bei den Spurenbeschreibungen der häufigsten Vögel Zentraleuropas (Ausnahmen bestätigen die Regel) und das ist ein sehr interessanter Teil. Bilder/Fotografien der Vögel selbst findet man nicht, aber Unmengen an Speiballen, Kotablagerungen, Fußspuren und und und. Dabei wird auch Theorie und Praxis gegenüber gestellt, klar ersichtlichen Grafiken stehen Bilder aus der Natur gegenüber. Und natürlich verschweigt der Autor auch nicht, wenn es Verwechslungen geben kann. Das Auge wird geschult und der Spurensucher wird mehr über die Vögel seiner Umgebung erfahren.
Der Ton des Buches ist fachlich fundiert, aber leicht zugänglich. Wenger spricht gleichermaßen Naturführer-Fans, Ornithologen oder „Spaziergänger“ an, die die Natur intensiver erleben möchten.
VOGELSPUREN bei amazon (AffiliateLink)
(Rezensionsexemplar)


