Zoopresseschau

Zoo Hof 22.05.2026
Serval zieht in neues Gehege ein
Große Ohren, lange Beine und ein Blick, als hätte er jedes Rascheln längst gehört: Im Zoo Hof gibt es eine neue Tierart zu entdecken. Der Serval ist eingezogen und bewohnt ab sofort sein neues Gehege. Der Serval ist eine afrikanische Raubkatze, die in freier Wildbahn vor allem in Savannen, Graslandschaften, Feuchtgebieten und Schilfzonen südlich der Sahara lebt. Mit seinen langen Beinen und den auffallend großen Ohren ist er perfekt an die Jagd im hohen Gras angepasst. Seine Ohren funktionieren dabei fast wie kleine Radargeräte: Selbst leise Bewegungen im Gras bleiben ihm kaum verborgen. Hat er Beute entdeckt, folgt oft ein beeindruckender Sprung. „Der Zoo Hof lebt davon, dass es immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt. Mit dem neuen Servalgehege ist eine weitere spannende Anlage dazugekommen. Ich bin mir sicher, dass sie für viele Besucherinnen und Besucher ein echtes Highlight wird“, sagt der erste Vorsitzende Peter Gutowski. Der neue Bewohner trägt den Namen Filou – ein französisches Wort für „Gauner“, „Spitzbube“ oder „gerissener Kerl“. Der Name passt gut zu dieser aufmerksamen und wendigen Wildkatze. Mit der Vorstellung des Servals möchte der Zoo Hof auch auf ein ernstes Thema aufmerksam machen: Servale sind Wildkatzen und keine Haustiere. Immer wieder werden sie von privaten Haltern angeschafft oder zur Zucht sogenannter Savannah-Katzen missbraucht – einer Hybridform, die durch die Verpaarung mit Hauskatzen erzeugt wird. Aus Tier- und Artenschutzsicht ist das hochproblematisch. Allein die Zucht ist für die deutlich kleineren Hauskatzen mit erheblichem Leid verbunden . Der Zoo Hof möchte mit dem Serval deshalb nicht nur eine außergewöhnliche Raubkatze zeigen, sondern auch deutlich machen, dass Wildtiere Fachwissen, geeignete Haltung und Respekt brauchen.

Tiergarten Nürnberg 22.05.2026
Von Verhalten, Kognition und Bewusstsein: Neues manatimagazin© des Tiergartens erschienen
Ein Oktopus, der mühelos ein Schraubglas öffnet, Ameisen, die architektonische Meisterwerke vollbringen, oder Paviane, die flexibel auf kurzfristige Vorteile reagieren – ganz gleich, wohin der Blick im Tierreich geht: Überall sind beeindruckende Fähigkeiten und überraschend komplexe Verhaltensweisen zu finden. Welche kognitiven Leistungen Tiere vollbringen können und wie sich diese auf ihr Verhalten auswirken, ist Thema der neuen Ausgabe des manatimagazin© des Tiergartens der Stadt Nürnberg und des Vereins der Tiergartenfreunde Nürnberg e.V. Als Einstieg in die neue Ausgabe zeichnet Dr. Lorenzo von Fersen, Biologe mit dem Schwerpunkt Verhaltensbiologie und Kurator für Forschung und Artenschutz im Tiergarten, nach, wie sich die Verhaltensforschung über Jahrhunderte entwickelt hat – von den frühen Beobachtungen durch Aristoteles über Darwins Evolutionstheorie bis hin zur aktuellen Forschung, die nicht nur das Individuum, sondern ganze Gruppen und ihre kollektiven kognitiven Leistungen in den Blick nimmt. Prof. Dr. Onur Güntürkün, Leiter der Abteilung für Biopsychologie an der Ruhr-Universität Bochum, nimmt die Leserinnen und Leser mit auf eine Reise ins menschliche Gehirn, das heute außergewöhnlich gut erforscht ist. Lange galt der Mensch deshalb als einzigartig in seinem Denken und Handeln. Doch schnell wird deutlich: Anspruchsvolle kognitive Leistungen sind keineswegs exklusiv den Menschen vorbehalten. Was ihn dennoch einzigartig macht, erklärt Prof. Dr. Daniel Haun, Leiter der Abteilung für vergleichende Kulturpsychologie am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, im Interview. Mit der Bewusstseinsforschung taucht das manatimagazin© in ein weiteres vielschichtiges Forschungsfeld ein. Seit vielen Jahrzehnten versuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Bewusstsein objektiv zu messen. Selbst bei Menschen gestaltet sich das äußerst schwierig – dabei könnten Erkenntnisse über das menschliche Bewusstsein auch bei der Erforschung tierischen Bewusstseins helfen, erklärt Dr. Alex Lepauvre von der Professur für kognitive computationale Neurowissenschaften an der Technischen Universität Dresden. Und schließlich widmet sich das Magazin der Frage, warum diese Erkenntnisse unser Verhältnis zu Haus-, Nutz- und Wildtieren grundlegend herausfordert, was dies für unseren Umgang mit Tieren bedeutet und welche Verantwortung daraus erwächst. Ergänzt wird der theoretische Rahmen durch konkrete Beispiele aus dem Tierreich. Die Blattschneiderameisen beispielweise gehören mit ihren gigantischen unterirdischen Bauten zu den bedeutendsten Ökosystemingenieuren der Welt. Prof. Dr. Flavio Roces vom Lehrstuhl für Verhaltensphysiologie und Soziobiologie an der Universität Würzburg macht an ihrem Beispiel deutlich, dass Erfolg nicht immer auf individueller Stärke beruhen muss. Basierend auf komplexer Zusammenarbeit, Kommunikation und kollektiver Organisation kann aus dem Zusammenspiel vieler Individuen ein funktionierender Superorganismus entstehen, der weit mehr leisten kann als die Summe seiner Teile. In zwei Beiträgen des Deutschen Primatenzentrums (DPZ) werden die Fähigkeiten und das Sozialverhalten von Guinea-Pavianen (Papio papio) näher beleuchtet. Prof. Dr. Julia Fischer, Biologin, Primaten- und Verhaltensforscherin, forscht am DPZ in Göttingen zu Kognitiver Ethologie und leitet im Nationalpark Niokolo-Koba im Senegal das weltweit einzige Langzeitprojekt zu dieser Pavianart. Dort untersucht sie mit ihrem Team unter anderem, wie die Tiere soziale Informationen verarbeiten und ihre Verhaltensstrategien entsprechend anpassen. Parallel dazu arbeitet Biologin Judit Stolla, die derzeit am DPZ promoviert, im Tiergarten Nürnberg mit den Guinea-Pavianen. Die Forschung im Zoo ergänzt die Feldforschung: Unter kontrollierten Bedingungen können die Forschenden hier einzelne Einflussfaktoren gezielt verändern und so mehr über Wahrnehmung, Gedächtnis, Lernen, Entscheidungsfindung und Problemlösungsverhalten der Paviane herausfinden. Mit den aktuellen Forschungen zum sozialen Lernen bei Harpyien (Harpia harpyia) gibt das Magazin einen Einblick in weiteres aktuelles Forschungsprojekt aus dem Tiergarten. An den Nürnberger Harpyien wird deutlich, wie Beobachtung, Vertrauen und minimale Impulse tief verankerte Verhaltensprogramme aktivieren können. Die vielfältigen Fähigkeiten ausgewählter Tierarten und -gruppen werden im manatimagazin© schließlich auf einer „Landkarte der Kognition“ dargestellt. Sie zeigt auf einen Blick, wie vielfältig kognitive Leistungen im Tierreich sind. Neben dem Schwerpunktthema erfahren Leserinnen und Leser wie in jeder Ausgabe Neuigkeiten aus dem Tiergarten, zu seinem Tierbestand und seinen Forschungsprojekten. Die Printausgabe des manatimagazin© „Verhalten und Kognition“ gibt es kostenlos im Tiergarten oder als Webversion zum Herunterladen: https://tiergarten.nuernberg.de/entdecken/manatimagazin

Erlebnis-Zoo Hannover 22.05.2026
ZWÖLF FELDHAMSTER AUSGEWILDERT
SuedLink unterstützt erfolgreichen Artenschutz mit starken Partnerschaften in Niedersachsen Einst waren die Feldhamster weit verbreitet, heute sind sie vom Aussterben bedroht. In der Calenberger Börde wurden jetzt zwölf im Erlebnis-Zoo Hannover nachgezüchtete Feldhamster auf einer eigens vorbereiteten Fläche ausgewildert, um die letzten Populationen in der Region nachhaltig zu stabilisieren und zu stärken. Die Artenschutz-Aktion ist Teil eines gemeinsamen Projekts im Rahmen des Netzausbauprojektes SuedLink, initiiert von den Übertragungsnetzbetreibern TenneT Germany und TransnetBW in Kooperation mit dem Erlebnis-Zoo Hannover und der AG Feldhamsterschutz Niedersachsen e.V. Im Vorfeld der Bauarbeiten für Suedlink wurden dort lebende Feldhamster gesichert und im Erlebnis-Zoo in einer speziell eingerichteten Station nachgezüchtet. Zwölf der 2025 geborenen Jungtiere haben nun ihre neuen Bauten in der Calenberger Börde bezogen. „Mit der Zucht der Feldhamster engagiert sich der Erlebnis-Zoo für eine heimische Art, deren Lebensräume in der Kulturlandschaft stark zurückgegangen sind“, erklärt Zoo-Geschäftsführer Andreas M. Casdorff. „Entscheidend ist das Zusammenspiel vieler Akteure: Nur gemeinsam können wir geeignete Lebensräume erhalten, neu schaffen und die Population langfristig stabilisieren.“ Die Übertragungsnetzbetreiber TenneT Germany und TransnetBW fördern im Rahmen des Netzausbauprojektes SuedLink – einer zentralen Nord-Süd-Verbindung für die Energiewende – gezielt Maßnahmen zum Erhalt und zur Wiederansiedelung des Feldhamsters in den betroffenen Regionen. In der Calenberger Börde haben sie gemeinsam mit der AG Feldhamsterschutz Niedersachsen e.V. und mehreren Landwirten eine hamsterfreundliche Projektfläche eingerichtet: Auf den Feldern bleiben Schutzstreifen als Rückzugsmöglichkeiten, bei der Getreideernte werden die Halme bewusst lang gelassen, zusätzlich werden dort spezielle Futterpflanzen für die Feldhamster angebaut. Ein Elektrozaun schützt die Wiederansiedlungsfläche vor den Fressfeinden der Hamster. „Die heutige Auswilderung der zwölf Feldhamster zeigt, dass Netzausbau und Artenschutz gemeinsam gelingen können“, erklärt Gunnar Spengel, Programm-Direktor SuedLink. „Für uns ist das Projekt ein Beispiel dafür, wie SuedLink verantwortungsvoll umgesetzt wird – indem wir wichtige Infrastruktur für die Energiewende schaffen und gleichzeitig konkrete Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt umsetzen.“ Und Alexandra Schwerdorf, Gesamtprojektleiterin SuedLink von TransnetBW ergänzt: „Mit diesem Projekt gehen wir bewusst einen Schritt weiter als das gesetzlich Geforderte. Indem wir bedrohte Arten wie den Feldhamster gezielt unterstützen und ihre Population langfristig stärken, schaffen wir echten ökologischen Mehrwert und tragen gleichzeitig dazu bei, die Akzeptanz für ein so zentrales Infrastrukturprojekt wie SuedLink weiter zu erhöhen.“ Die ersten zwölf Feldhamster aus dem Erlebnis-Zoo haben die vorgegrabenen Bauten und das Futter auf dem Feld sofort angenommen. Auch für die zukünftige Verstärkung der Population in der Calenberger Börde stehen die Zeichen gut. Im Erlebnis-Zoo Hannover ist die Zucht der nächsten Generation bereits erfolgsversprechend angelaufen. „Die heutige Auswilderung der Feldhamster ist ein Highlight für mich“, sagte Nina Lipecki von der AG Feldhamsterschutz Niedersachsen e.V., „denn man sieht den Erfolg aus der Planung und Vorbereitung in diesem einzigartigen Kooperationsprojekt ganz konkret vor Augen. Die nächsten Wochen werden wir in Zusammenarbeit mit der Universität Hildesheim die Hamster eng betreuen, damit der Schritt in die Wildnis gut gelingt.“ Hintergrund Früher war der Europäische Feldhamster in Deutschland weit verbreitet. Heute gilt er als vom Aussterben bedroht. Hauptursache für den Rückgang ist der Verlust seines Lebensraums durch die intensive Landwirtschaft. Feldhamster bewohnen offene Agrarlandschaften und erfüllen wichtige Funktionen im Ökosystem: Sie verbreiten Samen, dienen als Beutetier für Greifvögel und andere Tierarten und tragen zu biologischen Vielfalt in der Kulturlandschaf bei.

Tierpark Hellabrunn 22.05.2026
Doppelter Nachwuchs bei den Elchen in Hellabrunn
Pünktlich zum Start der Pfingstferien gibt es im Münchner Tierpark Nachwuchs im Doppelpack: Bei den Elchen wurden Anfang der Woche Zwillinge geboren. Die beiden Jungtiere sind bereits hin und wieder auf der großen Elchanlage zu beobachten. Ein besonderes Merkmal der Elche – und für die Jungtiere anfangs manchmal noch eine kleine Herausforderung – sind ihre im Verhältnis zum Körper sehr langen und dünnen Beine. Elche gelten als die größten Hirsche Europas. Ihr natürlicher Lebensraum sind häufig schwer zugängliche, sumpfige Waldgebiete, in denen ihre langen Beine sehr nützlich sind. Gleichzeitig sorgt diese besondere Anatomie bei einer Elchkuh mit Jungtier auch für entzückende Momente: Das Jungtier passt anfangs noch problemlos komplett unter den Bauch seiner Mutter. Tierparkdirektor Rasem Baban freut sich über Elchzwillinge: „Nachwuchs ist immer ein schönes Zeichen dafür, dass sich unsere Tiere in Hellabrunn wohlfühlen. Besonders zum Start der Pfingstferien freut es mich natürlich auch, unseren Besucherinnen und Besuchern viele unterschiedliche Jungtiere zeigen zu können. Tierkinder bringen immer besonders viel Leben und Energie auf die Anlagen.“Elche gibt es übrigens nicht nur in Skandinavien. Zwar waren die Tiere bis vor etwa 100 Jahren in Deutschland ausgestorben, heute leben jedoch wieder kleine Gruppen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Auch in Bayern wurden bereits Elche gesichtet, die aus Tschechien eingewandert sind. Wie andere Pflanzenfresser beeinflussen Elche ihren Lebensraum durch das Fressen bestimmter Pflanzen. Deshalb gelten sie als sogenannte „Ökosystem-Ingenieure“. Sie sorgen für abwechslungsreiche und natürliche Wälder und fördern dadurch die Artenvielfalt. Ein Besuch in Hellabrunn während der Pfingstferien lohnt sich in jedem Fall, denn neben den kleinen Elchen gibt es noch viele weitere Jungtiere zu entdecken. Und weiterer Nachwuchs ist nicht ausgeschlossen. Das Besondere dabei: Mit etwas Glück können Besucherinnen und Besucher sogar live bei einer Tiergeburt dabei sein. Viele Tiere – darunter auch die Elche – ziehen sich zur Geburt nicht immer in den rückwärtigen Bereich zurück. So kommt es gelegentlich vor, dass Geburten tagsüber direkt auf den Außenanlagen beobachtet werden können. Außerdem gibt es derzeit bei den Rosaflamingos mehrere Nester mit Eiern. Mit etwas Geduld und Glück kann man dort vielleicht sogar das Schlüpfen der Küken miterleben. Während der gesamten Pfingstferien gibt es zudem die Pfingst-Quizrallye. Dabei können Besucherinnen und Besucher spannenden Fragen aus der Tierwelt auf den Grund gehen und mit etwas Glück tolle Preise gewinnen.

Zoo Heidelberg 22.05.2026
Hoffnung für den Vietnamfasan
Der Zoo Heidelberg beteiligt sich an der Wiederansiedlung der bedrohten Vietnamfasane und freut sich aktuell über Nachwuchs Der Zoo Heidelberg hat momentan doppelt Grund zur Freude. Vergangene Woche sind acht Vietnamfasane geschlüpft, Besucher können diese schon jetzt in der Voliere beobachten. Außerdem wurden vor kurzem 20 Fasane aus europäischen Zoos nach Vietnam überführt, um dort perspektivisch die höchstwahrscheinlich ausgestorbene Tierart wieder anzusiedeln. Eines dieser Tiere ist 2022 im Zoo Heidelberg geschlüpft. Zwischen dem Laub huschen kleine braune Federbälle durch die Voliere, bleiben kurz stehen und orientieren sich sofort wieder an den erwachsenen Tieren. Die acht jungen Vietnamfasane, die vergangene Woche im Zoo Heidelberg geschlüpft sind, erkunden inzwischen aufmerksam ihre Umgebung. Für Besucher sind die Jungvögel derzeit besonders gut zu sehen. Noch unterscheiden sich Männchen und Weibchen äußerlich kaum. Erst in einigen Monaten entwickeln die männlichen Tiere das tiefblaue Federkleid, für das die Art bekannt ist. Der aktuelle Nachwuchs ist für den Zoo Heidelberg weit mehr als ein schöner Zuchterfolg. Vietnamfasane zählen zu den seltensten Hühnervögeln der Welt: auf der Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation IUCN werden die Vögel als „akut vom Aussterben bedroht“ geführt, der letzte gesicherte Nachweis eines Vogels in der Natur liegt jedoch mehr als 25 Jahre zurück. Deshalb wurde 2024 der Zusatz „Probably Extinct in the Wild“ (wahrscheinlich in der Natur ausgestorben) auf der Liste ergänzt. Ursache für den dramatischen Rückgang sind vor allem Lebensraumzerstörung, Jagd sowie die langfristigen Folgen des Vietnamkriegs. Damals wurden große Waldflächen durch Entlaubungsmittel wie „Agent Orange“ massiv geschädigt oder vollständig zerstört. Dadurch gingen wichtige Lebensräume verloren. Wie eng die internationale Zusammenarbeit inzwischen funktioniert, zeigt das Projekt „Bring Back Blue“. Vergangene Woche wurden 20 Vietnamfasane nach Vietnam überführt – ein Meilenstein für den Artenschutz. Das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) koordiniert aus dem Zoo Prag die Zucht der Vietnamfasane in europäischen Einrichtungen und stellt sicher, dass eine genetisch vielfältige Population für das Projekt zur Verfügung steht. In den letzten Jahrzehnten haben zoologische Einrichtungen und die Mitglieder der World Pheasant Association (WPA) entscheidend dazu beigetragen, die Art zu erhalten und zu züchten. Besonders erfreulich: Einer der kürzlich transportierten Vietnamfasane stammt aus dem Zoo Heidelberg, er schlüpfte dort im Juni 2022. Vor Ort wird mit den Vögeln zunächst eine stabile Zuchtgruppe aufgebaut, später können die Tiere schrittweise in geeignete Waldgebiete entlassen werden. Möglich wird dies nur durch jahrelange Vorbereitungen in Vietnam: Schutzgebiete wurden geschaffen, Zuchtstationen aufgebaut und Konzepte für die Auswilderung entwickelt. „Solche Momente zeigen, warum eine kontinuierliche Zucht im Zusammenspiel von Privathaltern und Zoos eine so wichtige Bedeutung für den ganzheitlichen Artenschutz haben“, erklärt Vogelkurator Joshua Förg. „Die Rückkehr der Fasane nach Vietnam ist nur durch die jahrzehntelange Arbeit von WPA-Züchtern und Zoos möglich. Dass ein in Heidelberg geschlüpfter Vogel nun direkt zum Erhalt seiner Art im Ursprungsland beiträgt, freut uns ganz besonders.“

Allwetterzoo Münster 22.05.2026
Im Allwetterzoo Münster sind die Dinosaurier los
Gewissermaßen über Nacht sind neue Tiere in den Allwetterzoo Münster eingezogen. Erschreckend leise verteilen sie sich im gesamten Zoo und werden immer lauter – urzeitlich laut! Stegosaurus, Triceratops, Diplodocus und viele weitere Giganten ziehen derzeit nach und nach in den Zoo. Sie alle sind Teil der neuen faszinierenden Dinosaurier-Ausstellung im Allwetterzoo, die aktuell aufgebaut wird. Insgesamt werden 28 lebensgroße Urzeitriesen im Zoo zu entdecken sein. Erste Dinosaurier bereits am Pfingstwochenende zu sehen Bereits am kommenden Pfingstwochenende sind die ersten Dinosaurier für die Besucher*innen zu sehen. Bis zum 1. Juni 2026 soll die Ausstellung dann vollständig aufgebaut sein und alle Dinosaurier können im Zoo bestaunt werden. Zu jedem der beeindruckenden Dinosaurier wird es künftig Tafeln mit spannenden Fakten zur Größe, dem Verbreitungsgebiet, dem Zeitalter, der Ernährung und besonderen Merkmalen der vor etwa 66 Millionen Jahren ausgestorbenen Riesen geben. „Wir Menschen sind seit jeher von Dinosauriern fasziniert. Ihr Aussterben zeigt sehr gut, wie verletzlich das Leben auf der Erde ist und wieso wir unsere Welt und alle Arten, die auf ihr leben, so gut schützen müssen. Unsere neue Dinosaurier-Ausstellung verbindet Spaß, Faszination und Wissen. Deswegen sind wir davon überzeugt, dass sich viele Besucher*innen davon angesprochen fühlen“, sagt Zoodirektorin Dr. Simone Schehka. Freier Eintritt für Kinder am internationalen Kindertag Die Dinosaurier-Ausstellung kostet keinen zusätzlichen Eintritt, es ist lediglich der reguläre Zoo-Eintritt zu zahlen. Eine ganz besondere Überraschung hat der Zoo für den internationalen Kindertag am 1. Juni 2026 geplant: Zur Eröffnung der Ausstellung haben alle Kinder (bis 14 Jahre) freien Eintritt in den Allwetterzoo Münster. „Wir freuen uns über viele kleine und große Besucher*innen und wünschen ihnen nicht nur tolle tierische Erlebnisse, sondern auch faszinierende Einblicke in die Vergangenheit“, sagt Zoodirektion Dr. Simone Schehka. Der Allwetterzoo hat in der Sommerzeit täglich von 9 bis 18.30 Uhr geöffnet. Der Einlass ist bis eine Stunde vor Zooschluss möglich.

Opel-Zoo Kronberg 22.05.2026
Artenschutz im Fokus Opel-Zoo richtet internationale Konferenz des Europäischen Zoo- und Aquarien­verbands (EAZA) aus
Der Schutz bedrohter Arten steht vom 20.-22. Mai 2026 im Mittelpunkt des „Conservation Forum 2026“ in Kronberg. Im Jahr seines 70-jährigen Bestehens ist der Opel-Zoo ist Gastgeber dieser Tagung des Europäischen Zoo- und Aquarien­verbands (EAZA), zu der über 150 Teilnehmende aus 27 Ländern nach Kronberg gereist sind. Drei Tage lang tauschen die Artenschutzexperten aus Europäischen Zoos und Aquarien, Organisationen aus dem internationalen Artenschutz, Wissenschaft und Verbänden ihre Erfahrungen aus, stärken Partnerschaften und entwickeln praktische Ansätze für den Artenschutz. Zu den diesjährigen Themen gehören der Handel mit Wildtieren, ethische Fragen, der Schutz heimischer Arten und EU-Politik, die Koexistenz von Menschen und Wildtieren. Auch die teils an Zoos angebundenen Artenschutz-Zentren der an die UN angegliederten Internationalen Union zur Bewahrung der Natur (IUCN) gehörten dazu. Denn für Arten, die von der Ausrottung bedroht sind, wird der sogenannte „One Plan Approach“ immer wichtiger, bei dem die letzten freilebenden Individuen einer Art mit den in Zoologischen Gärten lebenden Artgenossen in einem gemeinsamen Populationsmanagement-Programm erfasst werden. Dadurch werden die Überlebenschancen der betreffenden Arten wesentlich erhöht. Der Artenschutz gehört zu den zentralen Aufgaben Zoologischer Gärten und die Zeit drängt: Der „Internationale Tag der Biodiversität“ am 22. Mai weist jährlich auf die herausragende Bedeutung der schwindenden Lebensvielfalt auf der Erde hin. „Um bedrohte Arten erfolgreich zu bewahren, müssen die Akteure aus Zoos, Nichtregierungsorganisationen, Gesellschaft und Politik eng zusammenarbeiten. Mit dieser Konferenz bietet die EAZA eine Plattform, um diese Allianzen zu stärken, gemeinsame Strategien weiter zu verbessern und die vorhandenen Kapazitäten bestmöglich zu bündeln.“ betont Simon Bruslund, Vorsitzender des EAZA Artenschutz-Komittees und Direktor für globale Entwicklung im Zoo Kopenhagen. Das vielseitige Netzwerk der EAZA ist Zoodirektor Dr. Thomas Kauffels bestens vertraut. Von 2016 bis 2022 hat er als Vorsitzender die Arbeit des gesamten Verbands aktiv mitgestaltet. Die Beiträge, die die EAZA-Mitglieder allein im Artenschutz dokumentiert haben, weist beeindruckende Zahlen auf: In den Jahren 2020 bis 2024 investierten sie rund 172 Mio. Euro und fast 940.000 Arbeitsstunden in Artenschutzprojekte weltweit. 299 EAZA-Mitglieder wirkten dabei gemeinsam mit 1.000 weiteren Partnern an Bemühungen zum Schutz von über 1.000 Arten mit. Auch der Opel-Zoo ist vielfältig im Artenschutz engagiert. Rund 50 von der IUCN als bedroht eingestufte Arten werden im Freigehege gepflegt, mit 39 Arten beteiligt sich der Zoo an Erhaltungszuchtprogrammen, den EAZA Ex Situ Programmes (EEP) und allein im Jahr 2025 wurden 64 Tiere aus der Zucht des Opel-Zoo zur Wiederansiedlung in ihren Herkunftsgebieten abgegeben. Darunter waren 41 Feldhamster, die im hessischen Vordertaunus ausgewildert wurden. Pünktlich zur Tagung in Kronberg hatten die Zooverantwortlichen noch einen weiteren Grund zur Freude: Anfang Mai 2026 wurde der Opel-Zoo als Mitglied in die Internationale Union zur Bewahrung der Natur (IUCN) aufgenommen!

Wilhelma Stuttgart 22.05.2026
Munteres Jungtier auf der Felsenanlage im Zoologisch-Botanischen Garten Stuttgart
Auf der Felsenanlage in der Wilhelma springt ein tierischer Neuzugang von Stein zu Stein: Bereits am 30. April 2026 ist nämlich bei den Mähnenspringern ein Jungtier zur Welt gekommen. Bereits seit dem ersten Lebenstag an ist es in der Lage, geschickt zu klettern und seiner Mutter auf Schritt und Tritt zu folgen. Bei Mähnenspringern, auch Mähnenschafe genannt, handelt es sich um eine Huftierart aus dem nördlichen Afrika. Ihren natürlichen Lebensraum bilden felsige Wüstenlandschaften und Gebirge – vom Atlas bis tief in die südliche Sahara. Die Tiere sind perfekt auf die dort herrschenden widrigen Lebensbedingungen angepasst. Sie können in Trockenperioden wochenlang ohne Wasser auskommen. Sie leben in kleineren Gruppen von in der Regel mehreren Weibchen und ihren Jungtieren, angeführt von einem Bock. Namensgebendes Merkmal der Art ist die dichte Mähne an Kehle und Hals, die bei den Männchen besonders ausgeprägt ist und bis zum Boden reichen kann. Trotz ihrer Genügsamkeit gelten Mähnenspringer in der Natur als bedroht: Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN werden sie als „gefährdet“ eingestuft. Zu den Gefährdungsfaktoren gehören die Konkurrenz mit dem Menschen und seinen Viehherden um die wenigen Weidegründe und Wasserstellen, die damit zusammenhängende Verschlechterung der Lebensraumbedingungen, aber auch die Wilderei. Hinzu kommt, dass der Bestand der Mähnenspringer aus zahlreichen Teilpopulationen besteht, die nicht miteinander verbunden sind. In Teilen ihres Verbreitungsgebietes gestalten sich sowohl Schutz- als auch Monitoring-Maßnahmen aufgrund von politischer Instabilität als schwierig. In der Wilhelma teilen sich die Mähnenspringer eine Felsenanlage mit den aus den Gebirgen Äthiopiens stammenden Blutbrustpavianen, auch Dscheladas genannt, und den Klippschliefern. Montags bis freitags (ausgenommen Feiertage), jeweils um 11.30 Uhr, können die Besucherinnen und Besucher der Wilhelma dort beim Wilhelma Talk mit Fütterung mehr über diese drei Arten aus den Gebirgs- und Felslandschaften Afrika erfahren.

Alpenzoo Innsbruck 22.05.2026
Große Freude im Huftierrevier: Wisentnachwuchs im Alpenzoo
Im Huftierrevier des Alpenzoo herrscht derzeit besonders reger Nachwuchssegen: In den vergangenen Wochen konnten bereits Jungtiere bei den Steinböcken, Gämsen und Wildschweinen beobachtet werden. Nun gibt es erneut erfreuliche Nachrichten, denn auch die Wisentherde hat Zuwachs bekommen. Am vergangenen Samstag kam ein kleines Wisentjungtier gesund zur Welt und sorgt seitdem für große Freude beim gesamten Zoo-Team. Das Jungtier entwickelt sich bislang sehr gut und lebt sich bestens in seinem neuen Zuhause ein. Noch hält es sich überwiegend in unmittelbarer Nähe seiner Mutter auf, bei der es Schutz und Sicherheit sucht. Besucherinnen und Besucher können mit etwas Glück bereits einen Blick auf das junge Wisent werfen. Die Geburt eines Wisents ist für den Alpenzoo stets ein besonderer Erfolg. Als Europas größtes Landsäugetier galt der Wisent in der Wildbahn lange Zeit als ausgestorben. Dank internationaler Zucht- und Schutzprogramme konnte die Art jedoch erfolgreich erhalten werden. Der Alpenzoo engagiert sich seit vielen Jahren aktiv im europäischen Erhaltungszuchtprogramm für Wisente. Erst Anfang dieses Jahres wurde gemeinsam mit Tieren anderer europäischen Zoos ein Wisent aus dem Alpenzoo im Rahmen eines Auswilderungsprojekts nach Aserbaidschan gebracht und dort erfolgreich ausgewildert.

Opel-Zoo Kronberg 21.05.2026
Öffentliche Führung „Artenschutz im Opel-Zoo“ am 30. Mai 2026, 15 Uhr
Im Rahmen der Aktionswoche „Biologische Vielfalt erleben“ von BioFrankfurt BioFrankfurt ist ein Netzwerk im Rhein-Main-Gebiet, dessen Mitglieder – wie beispielsweise der Opel-Zoo – sich mit ihrer Erfahrung und ihrem Wissen für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen und sich darum bemühen das öffentliche Bewusstsein für die Bedeutung der Biodiversität zu stärken.
Rund um den 22. Mai, dem Tag der Biodiversität findet, alljährlich in Frankfurt und Umgebung zum Thema Biodiversität ein vielseitiges Programm aus Führungen, Exkursionen, Vorträgen und Mitmachaktionen für alle Altersgruppen statt. Sämtliche Aktionen und Termine sind auf der Homepage von BioFrankfurt biofrankfurt.de zu finden. Auch in diesem Jahr beteiligt sich der Opel-Zoo mit einer Öffentlichen Führung, bei der man seine Artenschutzaktivitäten kennenlernen kann. Welche Aufgaben hat das Kronberger Freigehege übernommen und was wird konkret dabei gemacht? Welche Bedeutung für den Artenschutz hat die Tatsache, dass Zoologische Gärten Expertise in der Zucht und Aufzucht von bedrohten Tierarten haben, wie werden Nachzuchten deutschland- und europaweit koordiniert, was ist die „Rote Liste“ der Weltnaturschutzunion (IUCN), der inzwischen auch der Opel-Zoo als Mitglied angehört? Auf welche Weise finden Auswilderungen statt und warum sind Reservepopulationen bei bestimmten Tierarten wichtig? All diesen und weiteren Fragen zum Thema „Artenschutzaktivitäten im Opel-Zoo“ wird bei dieser Führung nachgegangen und wie gewohnt erfahren die Teilnehmer die Informationen nicht einfach in einem Vortrag, sondern beim interessanten Rundgang zu den Tieren. Die Führung startet am Samstag, dem 30. Mai 2026 um 15 Uhr an der Statue des Zoogründers hinter dem Haupteingang. Sie ist kostenfrei, ohne Zuschlag zum Eintrittspreis, und eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Neunkircher Zoo 21.05.2026
Gefiederte asiatische Neuzugänge im Neunkircher Zoo
Der Neunkircher Zoo darf sich über ganz besondere neue Bewohner freuen: Mit Temmincktragopan, Braunem Ohrfasan und China-Waldrebhuhn sind gleich drei faszinierende asiatische Vogelarten in die Volieren des Zoos eingezogen und stärken so den Schwerpunkt „Asiatische Tierwelt“, dem sich unser Garten seit vielen Jahren verschrieben hat. Besonders eindrucksvoll präsentieren sich die Temmincktragopane. Die farbenprächtigen Fasanenvögel stammen aus dem Himalaya- und Südchina-Raum. Vor allem die Männchen ziehen mit ihrem leuchtend rot-orangefarbenen Gefieder und den weißen Flecken sofort die Blicke auf sich. Besonders glückliche Besucher können ihn bei seinem Balzverhalten erwischen, bei dem er seinen blau-rot gesprenkelten Kehllappen sorgfältig aufpumpt um dann die Henne mit dieser plötzlichen Pracht schockartig zu beeindrucken. Die Weibchen hingegen überzeugen mit ihrer natürlichen Tarnung im braun getüpfelten Federkleid. Mit dem Paar Brauner Ohrfasane haben weitere außergewöhnliche Vertreter der Fasanenartigen im Zoo ein neues Zuhause gefunden. Seinen Namen verdankt der Braune Ohrfasan den markanten weißen Ohrfedern, die seitlich vom Kopf abstehen, jedoch eher als Schmuck und nicht als tatsächliche „Lauscher“ zu betrachten sind. In der Natur ist diese seltene Vogelart nur in einigen Regionen Zentralchinas zu finden, wo sie in ruhigen Bergwäldern und buschreichen Landschaften lebt. Bei uns teilen sie sich eine der Pater-Davids-Volieren mit Chinasittichen und Felsenhörnchen. Auch die China-Waldrebhühner bereichern ab sofort den Tierbestand des Zoos. Die kleinen, bodenlebenden Hühnervögel stammen aus China und bewohnen dort tropische und subtropische Regenwälder. Sie begeistern mit ihrem fein gemusterten Gefieder und leben mit den Temmincktragopanen in einer Vogel-WG hinter der Erdmännchen-Anlage. Der Neunkircher Zoo freut sich sehr, seinen Besucherinnen und Besuchern gleich drei besondere neue Vogelarten näherbringen zu können. Alle stammen aus dem Tierpark Berlin und wurden dem Zoo als Geschenk übereicht, wofür der Zoo sehr dankbar ist!

Tierpark Gotha 21.05.2026
Großer Auftritt für kleine Wildkatzen im Tierpark Gotha
Luchse auf die Namen Baltor und Raija getauft
Zahlreiche Tier- und Naturfreunde kamen am Mittwoch zur Luchstaufe in den Tierpark Gotha. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die beiden Eurasischen Luchse, die an ihrem ersten Geburtstag offiziell auf die Namen Baltor und Raija getauft wurden. Eine dekorative „1“ in der Anlage erinnerte dabei an den besonderen Anlass und wurde zum beliebten Fotomotiv für viele Besucherinnen und Besucher. Die beiden Luchse leben seit März 2026 im Tierpark Gotha und wurden am 20. Mai 2025 im Bayerwald Tierpark Lohberg geboren. Ihre Namen hatten die Tierpfleger und Tierpflegerinnen des Tierparks ausgewählt und im Rahmen der Taufe erstmals öffentlich bekanntgegeben. Während sich das Weibchen Raija während der Veranstaltung neugierig und aufmerksam in der Anlage bewegte und ihre Umgebung erkundete, zeigte sich Baltor deutlich zurückhaltender und beobachtete das Geschehen lieber aus etwas größerer Distanz. Besonderes Interesse galt der kommentierten Fütterung der beiden Jungtiere. Tierpfleger und stellvertretender Tierparkleiter Roy Schubert vermittelte den Gästen dabei Wissenswertes über die Lebensweise, das Verhalten und den Lebensraum des Eurasischen Luchses. Vor allem die Kinder nutzten die Gelegenheit, die Tiere aus nächster Nähe zu beobachten und mehr über die größte Katzenart Europas zu erfahren. Mit der Veranstaltung rückte zugleich die Bedeutung des Artenschutzes in den Fokus. Der Eurasische Luchs galt in Deutschland über viele Jahrzehnte nahezu als ausgestorben. Durch Wiederansiedlungsprojekte und den Einsatz zoologischer Einrichtungen kehrt die scheue Wildkatze inzwischen langsam in ihre ursprünglichen Lebensräume zurück. Auch in Thüringen werden zunehmend wieder Luchse nachgewiesen.

Zoo Berlin 21.05.2026
Freibadsaison eröffnet: Anbaden im Zoo Berlin
Zwergflusspferd-Nachwuchs genießt erstes Outdoor-Bad Für den Zwergflusspferd-Nachwuchs im Zoo Berlin gab es gestern eine besondere Premiere: Passend zum bevorstehenden Sommerwetter am Pfingstwochenende durfte das am 9. Mai 2026 geborene Jungtier erstmals hinter den Kulissen der Hippo Bay unter freiem Himmel ein Bad nehmen. Mit wackelnden Öhrchen und großer Neugier erkundete es aufmerksam die neue Umgebung. Der Wonneproppen entwickelt sich weiterhin hervorragend. „Die Kleine trinkt zuverlässig und nimmt stetig zu. Bei einer aktuellen Gewichtskontrolle brachte sie bereits 10 Kilogramm auf die Waage und hat damit das Geburtsgewicht von 5,9 kg innerhalb von 10 Tagen fast verdoppelt “, erklärt Säugetier-Kurator Dr. Florian Sicks. Der Nachwuchs hält sich derzeit gemeinsam mit Mutter Debbie im geschützten Backstage-Bereich auf, wo er zunehmend selbstbewusst seine Umgebung erkundet. Gerade die ersten Lebenswochen sind bei Zwergflusspferden besonders sensibel. Umso wichtiger ist die ruhige und erfahrene Betreuung durch Mutter Debbie, die sich erneut ausgesprochen fürsorglich zeigt. Obwohl Zwergflusspferde weniger Zeit im Wasser verbringen als ihre größeren Verwandten, ist ausreichend Feuchtigkeit wichtig für die Tiere. Ihre empfindliche Haut produziert ein spezielles Sekret, das sie vor Austrocknung schützt, als natürlicher Sonnenschutz wirkt und zudem antibakterielle Eigenschaften besitzt. Beim Kontakt mit Wasser schäumt es weißlich auf – ein natürlicher Schutzmechanismus, der auch bei der ersten „Plansch-Session“ des Jungtiers gut sichtbar wurde. Für das Tierpflege-Team sind solche Badeeinheiten weit mehr als ein niedlicher Anblick; sie unterstützen die Hautpflege der Tiere und helfen zugleich, den Nachwuchs behutsam an das neue Element heranzuführen. Bis der kleine Newcomer für die Zoo-Gäste sichtbar sein wird, braucht es allerdings noch etwas Geduld. „Spätestens seit Toni wissen wir, wie groß die internationale Fangemeinde von Zwergflusspferden ist“, sagt Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem. „Unser niedlicher Nachwuchs tritt in große Fußstapfen. Tatsächlich zählen Zwergflusspferde zu den seltensten Großsäugern Afrikas. Laut der Weltnaturschutzunion IUCN leben in den Regenwäldern Westafrikas weniger als 2.500 erwachsene Tiere.“ Abholzung, Bergbau und die zunehmende Umwandlung von Waldflächen in landwirtschaftliche Nutzgebiete setzen den scheuen Bewohnern von Wald- und Sumpfgebieten massiv zu. In mehreren Regionen, darunter Nigeria, gilt die Art bereits als ausgestorben. Jedes Jungtier ist daher ein bedeutender Erfolg für das internationale Erhaltungszuchtprogramm dieser stark gefährdeten Tierart. HintergrundDer Zoo Berlin engagiert sich seit mehr als einem Jahrhundert in der Haltung und Zucht von Zwergflusspferden. Bereits 1921 gelang hier die europäische Erstzucht der stark gefährdeten Tierart. Zwergflusspferde leben überwiegend einzelgängerisch, weshalb männliche Tiere nicht an der Aufzucht beteiligt sind. Internationale Erhaltungszuchtprogramme zoologischer Einrichtungen leisten einen wichtigen Beitrag zum langfristigen Erhalt der Art und schaffen zugleich Aufmerksamkeit für den Schutz ihrer natürlichen Lebensräume. Dank Publikumsliebling Toni konnte der Zoo Berlin im Rahmen einer Charity-Auktion 2024 mehr als 5.000 Euro an das Pygmy Hippo Project der Gola Rainforest Conservation in Sierra Leone überweisen. Die Spendenaktion zugunsten der bedrohten Zwergflusspferde sorgte bei allen Projektbeteiligten vor Ort für große Freude. Mit der Auktionsspende wurden Maßnahmen im Gola Rainforest Nationalpark finanziert, um die dort lebenden Zwergflusspferde besser zu schützen.Ergänzend dazu unterstützt der Zoo Berlin ein aktuelles Schutz- und Forschungsprojekt im Herkunftsgebiet der Zwergflusspferde in der Elfenbeinküste. Ziel des Vorhabens ist es, die Verbreitung der Art in zwei zentralen Schutzgebieten neu zu erfassen und damit eine wichtige Grundlage für die geplante Aktualisierung der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN zu schaffen. Im Fokus stehen dabei die Cavally Nature Reserve im Westen sowie die Dassioko Classified Forest im Südwesten des Landes. Im Rahmen des Projekts arbeiten zwei Masterstudierende mit dem Einsatz von Kamerafallen, um die Präsenz der Zwergflusspferde zu bestätigen oder auszuschließen und zugleich Einflussfaktoren auf ihre Verbreitung zu analysieren. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, bestehende Wissenslücken zur aktuellen Verbreitung der Zwergflusspferde zu schließen und künftige Schutzmaßnahmen wissenschaftlich fundiert zu unterstützen.

Kölner Zoo 21.05.2026
Das gelingt nur selten: Fünf Schwarzhalsschwäne im Kölner Zoo geschlüpft
Im Kölner Zoo wachsen fünf junge Schwarzhalsschwäne auf. Sie schlüpften Mitte März und entwickeln sich sehr gut. Einer ersten Geschlechtsbestimmung zufolge handelt es sich um ein männliches Tier und vier weibliche. Ihre Eltern sind vier Jahre alt. Es ist das erste Mal, dass sie erfolgreich Küken großziehen. Diese nicht bedrohte Art wird in Zoos eher selten gezeigt. Schwarzhalsschwäne sind anspruchsvoll und erfordern viel Know-how in der Haltung. Viele Küken überstehen die ersten Lebenstage nicht. Umso erfreulicher ist es für die Verantwortlichen des Kölner Zoo, dass das gesamte Gelege und alle fünf Küken proper und fit auf dem Teich in Nachbarschaft des „Arnulf-und-Elizabeth-Reichert-Haus“ schwimmen, wo sie gut zu sehen sind. Aus dem Süden Südamerikas Das Ursprungsgebiet der Schwarzhalsschwäne ist das südliche Südamerika. Ihre Brutgebiete reichen von der Mitte Chiles und dem Südosten Brasiliens über Patagonien bis Feuerland und zu den Falklandinseln. Im Winter ziehen die Vögel nach Norden bis Paraguay und Südostbrasilien. Sie bewohnen vor allem seichte Seen und Süßwassersümpfe, aber auch Brackwasserlagunen und geschützte Meeresbuchten. Auf dem Speiseplan stehen hauptsächlich Algen und andere Wasserpflanzen. Schwarzhalsschwäne erreichen eine Länge von bis zu 140 Zentimetern und wiegen in der Regel zwischen 3,5 bis 6,5 Kilogramm. Die Männchen sind deutlich größer als die Weibchen, ansonsten weist diese Art keinen auffälligen Geschlechtsdimorphismus auf. Auffällig und namensgebend sind der schwarz gefärbte Kopf und Hals. Das restliche Gefieder ist weiß. Die Augen werden von einem schmalen, weißen Augenstreifen eingerahmt. Der Schnabel ist grau und besitzt an der Basis einen großen, rot gefärbten fleischigen Höcker. Die Beine sind fleischfarben. Bei Jungvögeln sind die Kopf- und Halsfedern noch schwarzbraun – so auch bei den Jungtieren im Kölner Zoo derzeit. Die übrigen Partien des Federkleides sind hell-graubraun und mit weißen Federn durchsetzt. Der Schnabel ist bei heranwachsenden Vögeln noch grau. Die Gesamtpopulation des Schwarzhalsschwans wird von der Weltnaturschutzunion (IUCN) auf 26.000 bis 100.000 Tiere geschätzt. Die Art gilt als nicht gefährdet.

Tiergarten Schönbrunn 21.05.2026
Pandastisch eingelebt: Ein Jahr Große Pandas im Tiergarten Schönbrunn
Mit neugierigem Blick, gutem Bambus-Appetit und viel Gelassenheit haben die beiden Großen Pandas die Herzen der Besucherinnen und Besucher im Sturm erobert: Seit einem Jahr leben die gefährdeten Großen Pandas im Tiergarten Schönbrunn und sind aus dem Zoo-Alltag nicht mehr wegzudenken. „Das Panda-Paar hat sich sehr gut eingelebt. Es freut uns zu sehen, wie gut die beiden Tiere die erweiterte und neugestaltete Anlage angenommen haben und wie groß und anhaltend die Begeisterung unserer Besucherinnen und Besucher ist. Aufgrund ihrer großen Beliebtheit haben diese Tiere eine ganz besondere Bedeutung für den Artenschutz. Im Rahmen der seit über zwei Jahrzehnten bestehenden Forschungskooperation mit der China Wildlife Conservation Association wurden in China diverse Schutzgebiete für diese charismatische Art etabliert und ausgeweitet. Damit wurde nicht nur der natürliche Lebensraum der Großen Pandas geschützt, sondern gleichzeitig auch jener vieler weiterer hoch bedrohter Arten, die denselben Lebensraum teilen, jedoch weniger öffentliche Aufmerksamkeit erhalten. Deshalb werden charismatische Arten wie die Großen Pandas auch als sogenannte Schirmarten bezeichnet“, so Tiergartendirektor Dr. Stephan Hering-Hagenbeck. Seit 2003 betreut Tierpflegerin Mag. Renate Haider die Großen Pandas in Schönbrunn. Sich auf ein neues Panda-Paar einzustellen, war auch für die erfahrene Tierpflegerin eine spannende Herausforderung. „Die beiden sind noch jung und sehr verspielt. Es macht große Freude, sie in ihrer Entwicklung zu begleiten. Man lernt ihre Eigenheiten jeden Tag besser kennen“, so Haider. Jeder Große Panda habe seinen ganz eigenen Charakter. Während das Männchen als neugieriger „Draufgänger“ ständig alles genau erkunden müsse, sei das Weibchen bei unbekannten Situationen eher vorsichtig, „aber mit ebenso viel Tatendrang“. Das Weibchen klettert besonders gerne und watet an heißen Tagen durchs Wasser – dazu hat es im neu dazu gekommenen Bereich der Außenanlage nun noch mehr Möglichkeiten. „Ihre jugendliche Energie zu beobachten, macht die Arbeit mit den beiden besonders spannend“, erzählt Haider. Auch beim medizinischen Training wurden bereits große Fortschritte erzielt. Die beiden Pandas haben gelernt, ihre Pfoten für Blutabnahmen auf einen speziellen Griff zu legen oder gezielt bestimmte Positionen für Untersuchungen einzunehmen. Das erleichtert die tiermedizinische Betreuung und stärkt das Vertrauen zwischen Tier und Tierpflegeteam, da Abläufe für die Tiere einschätzbar werden und zusätzliche Leckerbissen erarbeitet werden können. Erfreulich verlief auch die diesjährige Paarungszeit im Frühjahr. Panda-Weibchen sind nur zwei bis drei Tage im Jahr empfängnisbereit. „Die beiden haben die typischen Verhaltensweisen deutlich gezeigt. Sie waren aktiver, kommunizierten vermehrt über Duftmarken, aber auch mittels spezifischer Laute und hatten deutlich mehr Interesse aneinander“, erklärt Kuratorin Dr. Eveline Dungl. Wie beim ersten Panda-Paar in diesem Alter kam es bereits zu ersten Annäherungen und noch sehr verspielten Paarungsversuchen. „Es ist erfreulich, dass die beiden gut harmonieren“, so Dungl.

Zoo Gelsenkirchen 20.05.2026
ZOOM Erlebniswelt beteiligt sich an internationalem Auswilderungs- und Zuchtprogramm
Die ZOOM Erlebniswelt engagiert sich seit vielen Jahren im Bereich Artenschutz, sowohl vor Ort als auch international. Im Rahmen eines grenzüberschreitenden Programms zur Erhaltung bedrohter Tierarten unterstützt der Gelsenkirchener Zoo nun ein Projekt zur Auswilderung und zur genetischen Stärkung freilebender Populationen des Vietnamfasans. Ziel ist der Aufbau einer stabilen, vor Ort etablierten Zuchtpopulation in menschlicher Obhut als Grundlage für spätere Auswilderungen. Anfang dieses Jahres verließ eine Nachzucht aus Gelsenkirchen die ZOOM Erlebniswelt und wurde an den Tierpark Berlin übergeben. Dieser koordiniert das Auswilderungsprojekt und hat das Tier gemeinsam mit weiteren Tieren nun in ein Zuchtprogramm nach Vietnam vermittelt. Dort wird es gezielt in Zuchtmaßnahmen eingebunden, um die genetische Vielfalt der Population vor Ort zu stärken und die Grundlage für zukünftige Auswilderungen zu schaffen. Parallel wird auch in der ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen mit Tieren des Vietnamfasans weiter gezüchtet. So konnte bislang jedes Jahr ein Zuchterfolg nachgewiesen werden. Dieser Nachwuchs kann perspektivisch in weitere Auswilderungsprojekte vermittelt werden. Die Auswahl der für die Auswilderung vorgesehenen Tiere erfolgt nach klaren Kriterien: genetische Diversität, geringe Verwandtschaft, guter Gesundheitszustand, geeignetes Alter und natürliches Verhalten. Vor dem Transfer durchlaufen die Tiere umfassende veterinärmedizinische Untersuchungen, diagnostische Tests und eine Quarantänephase. Der Transport erfolgt nach internationalen Standards in speziell gestalteten Transportboxen und wird von erfahrenem Personal begleitet. Nach Ankunft in Vietnam folgen weitere Kontrollen und eine erneute Quarantäne zur Sicherstellung der Gesundheit und Akklimatisierung. Die heutige weltweite Haltungspopulation des Vietnamfasans geht auf wenige Gründerindividuen zurück, die bereits im frühen 20. Jahrhundert nach Europa gebracht wurden. In Europa wird die Art im Rahmen koordinierter Programme wie dem EAZA Ex situ Programm (EEP) verwaltet. Ziel dieser Programme ist es, genetische Vielfalt zu erhalten, Inzucht zu minimieren und geeignete Individuen für die Auswilderungszucht zu identifizieren. Die Koordination erfolgt in enger Abstimmung mit internationalen Partnern und wissenschaftlichen Institutionen. Zum Hintergrund: Der Vietnamfasan (Lophura edwardsi) zählt zu den seltensten Vogelarten weltweit und steht stellvertretend für die dramatischen Folgen menschlicher Eingriffe in natürliche Ökosysteme. Die Art ist auf der IUCN‑Roten Liste als „Vom Aussterben bedroht“ eingestuft und gilt in der Wildnis möglicherweise bereits als ausgestorben. Der dramatische Rückgang des Vietnamfasans ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen: großflächiger Habitatverlust durch Abholzung für Landwirtschaft und Plantagen, historische Zerstörung von Wäldern durch Entlaubungsmittel, anhaltende Wilderei und illegaler Handel sowie die zusätzlichen Belastungen durch den Klimawandel. Diese Einflüsse führten zu einer starken Zerstörung der Lebensräume und zum Verschwinden der Art aus vielen Teilen ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets. Vor diesem Hintergrund ist die internationale Zusammenarbeit zwischen europäischen Zoos und vietnamesischen Partnern von zentraler Bedeutung.

Zoo Münster 20.05.2026
AUSWILDERUNG: Münsteraner Erbgut kehrt in die Natur Vietnams zurück
Ein bedeutender Erfolg für den internationalen Artenschutz: Vor einer Woche ist eine Gruppe von 20 Edwardsfasanen nach einem Langstreckenflug sicher in Vietnam eingetroffen. Unter ihnen befinden sich die Nachkommen jener Vögel, die im Allwetterzoo Münster 2024 geschlüpft sind. Damit beginnt die entscheidende Phase für die Wiederansiedlung einer Art, die in ihrem ursprünglichen Lebensraum seit über zwei Jahrzehnten als verschollen gilt. Die nächste Generation: Ein langfristiges Schutzprojekt Die zwei, im Allwetterzoo Münster geschlüpften Edwardsfasane (Lophura edwardsi), wurden zur Vorbereitung in den Zoo Berlin überführt. Dort wurden Individuen aus verschiedenen europäischen Zoopopulationen gezielt zusammengeführt, um eine genetisch diverse und robuste Basis für das Projekt „Bring Back Blue“ zu schaffen. Wissenschaftlich begleitete Ansiedlung vor Ort Der Übergang aus der menschlichen Obhut in die Natur erfolgt nach strengen wissenschaftlichen Protokollen: Quarantäne und Akklimatisierung: Die Vögel werden zunächst für vier Wochen in einer spezialisierten Station bei Vinpearl Safari Phú Quốc untergebracht, um sich unter tierärztlicher Aufsicht an die lokalen klimatischen Bedingungen anzupassen. Aufbau einer lokalen Reserve: Ein Teil der Gruppe wird in das „Rare Pheasant Breeding Center“ überführt. Ziel ist der Aufbau einer stabilen Population vor Ort, deren Nachkommen schrittweise in geschützte Areale wie das Naturreservat Dong-Chau Khe Nuoc Trong entlassen werden. Schutz des Lebensraums: Ranger*innen patrouillieren bereits in den Zielgebieten, um illegale Wilderei zu unterbinden und die Regeneration des tropischen Regenwaldes zu sichern. Artenschutz als globale Gemeinschaftsaufgabe „Dass die Nachkommen unserer Münsteraner Fasane heute vietnamesischen Boden berühren, ist ein Meilenstein für unsere Kuratorinnen und Tierpflegerinnen“, betont Marcel Alaze, Zoologischer Leiter und Artenschutzkurator im Allwetterzoo Münster. „Es ist das erste Mal, dass Tiere aus dem EAZA Ex-situ-Programm (EEP) für Edwardsfasane für ein Wiederansiedlungsprojekt in den ursprünglichen Lebensraum der Art überführt werden. Dies ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie wichtig das Populationsmanagement von hochbedrohten Arten in zoologischen Gärten ist, um eine gesunde Backup-Population für mögliche Wiederansiedlungen zu sichern.“ Isabel Seyrling, Kuratorin im Allwetterzoo Münster, ergänzt: „Dieses Mammutprojekt ist ein Paradebeispiel für den ‚One Plan Approach‘ der Weltnaturschutzunion IUCN. Hier arbeiten Zoologische Gärten, private Züchterinnen und Naturschutzorganisationen vor Ort Hand in Hand an einer gemeinsamen Strategie, um das Überleben einer Art sowohl in menschlicher Obhut als auch in ihrem ursprünglichen Lebensraum langfristig zu sichern.“ Durch diese enge Vernetzung geben die beteiligten Partnerinnen dem Edwardsfasan eine echte Zukunftsperspektive in der Natur. Hintergrund: Warum verschwand der Edwardsfasan? Einst war der Edwardsfasan (Lophura edwardsi) in den feuchten Regenwäldern Mittelvietnams beheimatet. Doch massive Eingriffe führten dazu, dass die Art seit dem Jahr 2000 nicht mehr gesichtet wurde und heute als in der Natur verschollen gilt. Eine Hauptursache für diesen dramatischen Rückgang ist der massive Verlust seines natürlichen Lebensraums, da große Waldflächen für die Landwirtschaft, den Ausbau der Infrastruktur sowie für Plantagenkulturen wie Kaffee und Kautschuk gerodet wurden. Zudem führte der Einsatz von Entlaubungsmitteln während des Vietnamkriegs zu einer weitreichenden Zerstörung der Waldökosysteme. Neben diesen Faktoren stellt auch die illegale Jagd nach wie vor eine große Bedrohung dar, da Wildtiere weiterhin für den Handel, den Verzehr oder zu Trophäenzwecken gefangen werden. Das internationale Bündnis aus Wissenschaftler*innen und Naturschützer*innen arbeitet daher intensiv daran, diese Entwicklung umzukehren und die Art in ihrem ursprünglichen Lebensraum wiederanzusiedeln. Weiterführende Informationen zum Projekt finden sie unter folgendem Link: https://vietnampheasant.org/

Zoo Heidelberg 20.05.2026
Gemeinsam für den Schutz der Affen 130 Tierpfleger trafen sich beim Affenpflegertreffen im Zoo Heidelberg
Rund 130 Affenpfleger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kamen vergangenes Wochenende im Zoo Heidelberg zusammen. Neben Fachvorträgen stand vor allem der persönliche Austausch über Tierpflege, Artenschutz und gemeinsame Erfahrungen im Mittelpunkt. Alle zwei Jahre richtet der Berufsverband der Zootierpfleger (BdZ) ein Treffen aller deutschsprachigen Affenpfleger aus. Erstmals fand dieses Treffen letztes Wochenende im Zoo Heidelberg statt. Auf dem Programm standen zahlreiche Vorträge rund um Haltung, Pflege und Schutz von Primaten. Themen waren unter anderem die Auswilderung von Gorillas, Erfahrungen aus Auffangstationen in Vietnam sowie die Haltung verschiedener Affenarten in zoologischen Einrichtungen. Am Sonntag konnten die Teilnehmer bei Führungen durch den Zoo Heidelberg einen Blick hinter die Kulissen werfen. „Es war schön zu sehen, wie groß das Interesse am gegenseitigen Austausch ist“, sagt Tierpflegerin Tina Steimer vom Zoo Heidelberg. „Durch solche Treffen erfährt man, wie es mit Tieren weitergeht, die zuvor bei uns gelebt haben. Das macht die eigene Arbeit besonders wertvoll.“ Eine wichtige Rolle spielte während des Treffens das Artenschutzprojekt WAPCA (West African Primate Conservation Action), das vom Zoo Heidelberg im Jahr 2001 gegründet wurde. Unter Führung des Zoos haben sich viele weitere europäische Zoos und Organisationen zusammengefunden, die sich für den Schutz der Affen in den westafrikanischen Regenwäldern einsetzen. Besonders im Fokus stehen Roloway-Meerkatzen und WeißscheitelMangaben, deren Bestände durch die Abholzung der Regenwälder und Wilderei stark zurückgegangen sind. Durch die Versteigerung verschiedener Gegenstände wurden 3.500 Euro gesammelt, durch zusätzliche Spenden noch weitere 700 Euro. Die komplette Summe wird an das Projekt WAPCA gespendet und unterstützt damit den Artenschutz vor Ort. „Artenschutz funktioniert nur gemeinsam“, erklärt Anke Jakob, Revierleiterin des Affenreviers im Zoo Heidelberg. „Gerade solche Treffen helfen dabei, Wissen weiterzugeben, Kontakte zu pflegen und voneinander zu lernen. Im direkten Austausch vor Ort lässt sich auch bei schwierigen Themen gemeinsam nach Lösungen suchen und fachlich diskutieren. Dieser direkte Kontakt ist uns besonders wichtig.“ Der Zoo Heidelberg zieht nach dem Wochenende ein durchweg positives Fazit.

Tierpark Nordhorn 20.05.2026
Starke Kaltblutpferde und Schafschur im Familienzoo
Interessengemeinschaft Arbeitspferd e.V. gastiert drei Tage auf der großen Vechtewiese – am Samstag zusätzlich Schafschur
Endlich ist es wieder soweit! Alle zwei Jahre rücken für insgesamt drei Tage echte Schwergewichte im Tierpark Nordhorn an. Von Freitag, den 29. bis Sonntag, den 31. Mai 2026 wird die Interessengemeinschaft Arbeitspferd e.V. in diesem Jahr wieder im Familienzoo gastieren. Die Interessengemeinschaft Arbeitspferd e.V. (kurz IGA) wurde im Jahre 2001 gegründet. Der Verein ist vornehmlich im regionalen Raum von der Grafschaft Bentheim bis nach Ostfriesland tätig, wenngleich die Mitglieder aus einem noch größeren Einzugsgebiet stammen. Satzungsgemäßer Zweck des Vereins sind die Erhaltung und Förderung des landwirtschaftlichen Kulturgutes Arbeitspferd und der Fähigkeit mit ihnen zu arbeiten. Vorrangiges Bestreben des Vereins ist es, die sachgerechte Verwendung von Pferden im Arbeitseinsatz in allen dafür in Frage kommenden Bereichen in der Praxis erfahrbar zu machen. Im Tierpark Nordhorn passen Arbeitspferde thematisch optimal zur historischen „Vechtewelt“ mit ihrem Vechtebauernhof. Um den Zoobesuchern hier zeigen zu können, was die Pferde vor allen Dingen in früherer Zeit auf den Höfen leisten mussten, ist die IGA mit mehr als einem Dutzend Tieren und einem tollen Programm in der großen Vechtewiese. Die Vereinsmitglieder werden mit ihren Vierbeinern freitags um 15:30 Uhr und am Wochenende jeweils um 11:30 Uhr, 13:30 Uhr und 15:30 Uhr ganz verschiedene Dinge in der großen Wiese präsentieren. Neben Arbeiten zum Heuerwerb mit (teilweise modernen) pferdegezogenen Maschinen, führt die IGA wieder ihre pferdegetriebene Tretmühle vor. Die Tiere laufen dabei auf einem schrägen Laufband und treiben ein traditionelles Heugebläse an. Die Zwei-Pferde-Tretmühle ist ein deutschlandweit einmaliges, von der Grafschafter Sparkassenstiftung gefördertes Gerät. Ein großer Arbeitsbereich für die fleißigen Vierbeiner war in früherer Zeit auch die Feldbearbeitung. Was heute mit großen Landmaschinen in Minuten erledigt wird, war in früherer Zeit eine kräftezehrende Arbeit für die vier- und zweibeinigen Landarbeiter. Für die kleinen Zuschauer besteht außerdem die Möglichkeit, zwischen den Vorführungen eine Kutschfahrt über die Vechtewiese zu erleben. Während die IGA in der großen Wiese agiert, müssen alle Schafe des Tierparks am Samstag, den 30. Mai am alten Betriebshof zum „Frisör“. Die Temperaturen steigen, der Sommer steht vor der Tür und deshalb muss die Wolle ab. Der Friese Lieuwe Bauke Regnerus hat dabei alle Hände voll zu tun, denn mehr als 200 Schafe verschiedener Rassen warten auf einen Termin bei ihm. Und das Beste ist – Zuschauen ist erwünscht! Der Eingang auf den Betriebshof befindet sich zwischen Futterküche und Ententeich. Sicherlich werden die Schafscherer auch Gelegenheit finden, das ein oder andere während der Arbeit zu erklären – wenn man sie überhaupt versteht, denn da sich die Schafe nach der Schur untereinander erst einmal nicht mehr erkennen und quasi neu finden müssen, wird es ein ganz schönes Geblöke werden im Familienzoo. Die mögliche Weiterverarbeitung der Wolle kann man an dem Tag der Schafschur am und im Vechtebauernhof erleben. Während in der guten Stube des Hofes Spinnfrauen ihre Spinnräder rotieren lassen und zeigen wie aus Rohwolle Fäden gesponnen werden, sind Bauer Jan und Tante Lisbeth in der Heuremise mit der Rohwolle beschäftigt. Hier können die kleinen Zoobesucher Schäfchen mit Wolle bekleben, Armbänder flechten oder Wolle filzen. Außerdem wird die frische Rohwolle hier gewaschen, sortiert und kardiert. Auch die Ehrenamtlichen Korbflechter wollen ihr Können an dem Tag präsentieren. Jede Menge Programm also am letzten Maiwochenende im Tierpark Nordhorn Vorbeischauen lohnt sich!

Zoo Zürich 20.05.2026
NACHWUCHS BEI DEN BRILLENBÄREN
Seit Kurzem durchstreifen zwei junge Brillenbären zusammen mit ihrer Mutter den Sangay Bergnebenwald im Zoo Zürich. Vater der beiden ist das aus den USA stammende Männchen Raymi. Seine Genetik und somit auch sein Nachwuchs sind für die Reservepopulation der bedrohten Bärenart besonders wertvoll. Neugierig und vorsichtig zugleich erkunden die beiden Jungtiere ihren Lebensraum im Zoo Zürich. Jeder Baum, jeder Stein, jeder Busch – alles ist spannend. Allzu weit von ihrer Mutter entfernen sie sich aber nicht. Erst vor wenigen Tagen hat das Trio die Wurfbox erstmals verlassen. Bedeutsam für den Arterhalt Brillenbären (Tremarctos ornatus) kommen blind, fast haarlos und völlig hilflos zur Welt. Bei der Geburt wiegen sie nur knapp 300-500 Gramm und sind nicht viel grösser als ein Meerschweinchen. Ihre Augen öffnen sie erst nach einigen Wochen. Die ersten drei Monate hatte der Nachwuchs daher zusammen mit Mutter Rica gut geschützt und ohne Störungen in der Wurfbox im Hintergrund verbracht. Die Geburt selbst fand Ende Januar statt und verlief problemlos. Für die 9-Jährige Rica ist es der erste Nachwuchs. «Die Geburt und bisher sehr gute Entwicklung der beiden Brillenbären ist erfreulich. Der Vater der beiden Jungtiere kam vor zwei Jahren aus den USA zu uns und bringt eine Genetik mit, die im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm bisher nicht vertreten war. Genetische Vielfalt ist ein wichtiger Faktor für eine stabile Reservepopulation und somit für den Erhalt einer Art», erklärt Zoodirektor Severin Dressen. Stark fragmentierter Lebensraum Brillenbären sind die einzigen Grossbären Südamerikas. Sie bewohnen die Berg- und Nebelwälder der Anden und Gras- und Buschlandschaften der Hochanden. Ihr Lebensraum erstreckt sich von Venezuela bis nach Bolivien. Brillenbären sind exzellente Kletterer und perfekt an das Leben in Bäumen angepasst. Sie haben kräftige Vorderbeine und grosse, gebogene Krallen – das bietet idealen Halt. Von Vorteil ist auch ihr eher geringes Körpergewicht im Vergleich zu anderen Grossbärenarten. Brillenbären gelten als bedroht. Die Art ist auf intakte und grossräumige Waldflächen angewiesen, diese nehmen jedoch ab. Grossflächige Rodungen für Vieh- und Landwirtschaft sowie den Strassen- und Siedlungsbau sind die grössten Bedrohungen. Dadurch werden Waldstücke unterteilt und Populationen voneinander isoliert. Genetischer Austausch nimmt ab, Nahrungssuche wird erschwert und der Kontakt zum Menschen führt zu Konflikten. Auch die Nutzung von Teilen der Tiere für die traditionelle Medizin ist ein Problem sowie der Handel – vor allem mit Jungtieren – für den illegalen Heimtiermarkt. Weil Brillenbären eine eher geringe Reproduktionsrate haben – meist nur ein bis zwei Jungtiere in mehreren Jahren – kann die Art die Verluste kaum ausgleichen. Der noch existierende Bestand wird daher auf weniger als 25’000 Tiere geschätzt. Lange Aufzuchtzeit Anfang Mai wurden die beiden Jungtiere erstmals untersucht, gechippt und das Geschlecht bestimmt. Es handelt es sich um zwei Männchen. In den kommenden zwei Jahren werden die beiden nun alles für einen Brillenbären Wichtige von ihrer Mutter lernen – vom sicheren Erklimmen eines Baumes bis hin zur Futtersuche. Ihren Lebensraum im Zoo teilen sie sich mit den Weissrüssel-Nasenbären (Nasua narica). Auch diese gilt es noch kennenzulernen. Wie in fast all seinen Lebensräumen setzt der Zoo Zürich auch im Sangay Bergnebenwald auf eine für die Tiere bereichernde Gemeinschaftshaltung.

Wildpark Lüneburger Heide 20.05.2026
Wildpark Lüneburger Heide lädt zum Tag der Schnucke ein
Thementag rund um die Graue Gehörnte Heidschnucke, Handwerk und tierischen Nachwuchs Wenn sanftes Blöken erklingt, frisch geschorene Wolle durch geübte Hände gleitet und kleine Lämmer neugierig ihre Welt entdecken, dann ist Tag der Schnucke im Wildpark Lüneburger Heide. Am Sonntag, 7. Juni 2026, von 12 bis 17 Uhr dreht sich im Wildpark alles um eines der bekanntesten Tiere Norddeutschlands: die Graue Gehörnte Heidschnucke. Die traditionsreiche Schafrasse wurde im Jahr 2026 zur „Gefährdeten Nutztierrasse des Jahres“ ernannt – ein Anlass, dem der Wildpark einen besonderen Thementag widmet. Direkt am Heidschnuckengehege erleben Besucherinnen und Besucher hautnah, warum die Schnucke weit mehr ist als nur ein Symboltier der Lüneburger Heide: Sie ist Landschaftspflegerin, Kulturgut und unverzichtbarer Teil eines einzigartigen Ökosystems. Mit ihren genügsamen Ansprüchen und ihrem besonderen Fressverhalten hält die Graue Gehörnte Heidschnucke seit Jahrhunderten die Heideflächen offen. Sie verhindert die Verbuschung der Landschaft und schafft damit Lebensräume für seltene Pflanzen, Insekten und bodenbrütende Vögel. Ohne die Schnucke gäbe es die weiten lilafarbenen Heideflächen, für die die Region weltberühmt ist und die jährlich tausende Besucher anzieht, in ihrer heutigen Form kaum noch. Die Tierpflegerinnen und Tierpfleger des Wildparks geben am Tag der Schnucke spannende Einblicke in Haltung, Pflege und Alltag der Tiere und beantworten Fragen rund um die besondere Schafrasse. Ein Höhepunkt des Tages ist die LiveSchur der Heidschnuckenherde, bei der Besucher erleben können, wie aus dichter Wolle ein wertvoller Naturrohstoff wird. Wie aus der Schnuckenwolle schließlich Garn entsteht, zeigt der Spinnkreis Soltau an historischen Spinnrädern. Hier darf nicht nur zugeschaut, sondern auch selbst ausprobiert werden – eine seltene Gelegenheit, traditionelles Handwerk mit allen Sinnen zu erleben. Auch die Naturzusammenhänge der Heidelandschaft werden anschaulich vermittelt: Imker Martin Orthmann erklärt das faszinierende Zusammenspiel von Schnucke, Heidepflanzen und Bienen. Lehrgläser, Schautafeln und spannende Geschichten machen sichtbar, wie eng Beweidung, Blütenvielfalt und Honigproduktion miteinander verbunden sind. Zusätzliche Einblicke in die besondere Kulturlandschaft der Region bietet der Naturpark Lüneburger Heide. Für Kinder warten kreative Bastelstationen, kleine Mitmachaktionen und liebevoll vorgelesene Schnuckengeschichten, die Groß und Klein in die Welt der Grauen Gehörnten Heidschnucke entführen. Der Frühsommer ist im Wildpark traditionell auch die Zeit des tierischen Nachwuchses – und so gibt es derzeit überall junge Bewohner zu entdecken. Besonders niedlich präsentieren sich die Heidschnucken-Lämmer, die neugierig über die Anlagen tollen. Aber auch zwei Rentierbabys sorgen aktuell für Begeisterung bei den Gästen. Darüber hinaus freut sich der Wildpark über Nachwuchs bei den Girgentana-Ziegen, beim Muffel-Wild und bei den Frettchen. Im Streichelgehege wuseln außerdem zahlreiche kleine Zwergziegen und Ouessant-Schafe umher und erobern die Herzen der Besucher im Sturm. Der Tag der Schnucke verbindet Naturerlebnis, altes Handwerk und lebendige Heidekultur zu einem familienfreundlichen Ausflug für alle Generationen – mitten im Herzen der Lüneburger Heide.

Tiergarten Kleve 20.05.2026
Willkommen in Down Under! Tiergartengäste können nun mitten durch die neue Australienanlage spazieren und Känguru ganz nahekommen.
Nach monatelanger Vorbereitung ist es nun endlich soweit: Das neue Outback im Tiergarten Kleve ist ab sofort täglich von 9 bis 18 Uhr für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Insgesamt elf Bennettkängurus aus verschiedenen zoologischen Einrichtungen – darunter der Zoo Saarbrücken, der Aachener Tierpark und der Tierpark Altenfelden – sind in den vergangenen Monaten in den Tiergarten Kleve eingezogen und haben ihre neue Heimat am Niederrhein bezogen. Zuvor hatten Mitarbeitende des Tiergartens gemeinsam mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern vom Team Tiergarten die ehemalige Przewalskianlage mit viel Einsatz in eine moderne und begehbare Australienanlage umgestaltet. Nachdem sich die Tiere in den vergangenen Wochen gut eingelebt hatten und eine erste Testphase mit stundenweiser Öffnung erfolgreich verlief, kann das neue Outback nun dauerhaft besucht werden. „Mit dem neuen Känguru-Outback ist für uns ein echtes Herzensprojekt fertig geworden“, erklärt Tiergartenleiter und Zootierarzt Dr. Martin Polotzek. „Unser Ziel war es, eine Anlage zu schaffen, die nicht nur den Tieren optimale Bedingungen bietet, sondern unseren Gästen auch das Gefühl vermittelt, mitten durch Australien zu spazieren, und so für die bedrohte australische Tierwelt begeistert.“ Besucherinnen und Besucher können die neue Anlage auf einem Rundweg direkt durchqueren und den Bennettkängurus dabei besonders nahekommen. Zahlreiche thematische Details, australische Dekorationselemente und naturnahe Gestaltungselemente sollen die Gäste gedanklich nach „Down Under“ versetzen. Bennettkängurus gehören zu den bekanntesten Beuteltieren Australiens und Tasmaniens. Die Tiere können mit ihren kräftigen Hinterbeinen Sprünge von mehreren Metern Länge erreichen und dabei über 50 km/h schnell werden. Typisch für Kängurus ist außerdem der Beutel der Weibchen, in dem die Jungtiere, die bei der Geburt lediglich so groß wie ein Gummibärchen sind und nur 0,5 g wiegen, einen Großteil ihrer Entwicklung verbringen. Neben dem Tiererlebnis spielt auch die Zoopädagogik im neuen Outback eine zentrale Rolle. Zoopädagogin Judith Schindler entwickelte eigens ein interaktives Konzept, das insbesondere Kinder und Familien für die bedrohte Tierwelt Australiens sensibilisieren soll. „Wir haben uns beim neuen Outback bewusst für ein interaktives zoopädagogisches Konzept entschieden, um so auch besonders familienfreundlich Wissen zu vermitteln und Menschen für Tiere zu begeistern“, erläutert Schindler. So können Kinder durch alte Fernrohre Tiersilhouetten entdecken, die verschiedene australische Tierarten darstellen – darunter auch hochbedrohte oder bereits ausgestorbene Arten wie den Beutelwolf. Über Klapptafeln erfahren die Gäste anschließend spannende Informationen über die Tiere, ihren Lebensraum und die Gefährdung der australischen Tierwelt. „Zoos sollen heute nicht nur Tiere zeigen, sondern auch Wissen vermitteln und Menschen für den Natur- und Artenschutz sensibilisieren“, betont Tiergartenleiter Dr. Polotzek. „Australien besitzt eine einzigartige Tierwelt, von der viele Arten inzwischen stark bedroht sind. Mit dem neuen Outback möchten wir unseren Gästen diese faszinierende Tierwelt näherbringen und gleichzeitig auf die Herausforderungen des Artenschutzes aufmerksam machen.“ Das neue Outback erweitert das Angebot des Familienzoos am Niederrhein um eine weitere begehbare Erlebnisanlage. Die Besucherinnen und Besucher können nun täglich von 9 bis 18 Uhr nach Down Under reisen. Außerdem warten neben dem neuen Outback auch noch zahlreiche Jungtiere bei Baumstachler, Erdmännchen, Rüsselspringer und Gürteltier auf die Gäste im Tiergarten Kleve, der auch an allen Feiertagen von 9 bis 18 Uhr geöffnet ist. Weitere Informationen unter www.tiergarten-kleve.de

Zoo Salzburg 20.05.2026
Fünffacher Nachwuchs bei den Polarwölfen
Erfreuliche Nachrichten aus dem Zoo Salzburg: Das Polarwolfpaar Nura und Isegrim hat in diesem Frühjahr wieder Jungtiere bekommen. Gleich fünf Welpen sind seit Kurzem auf der weitläufigen Anlage zu entdecken. Musste man in den vergangenen beiden Jahren viel Geduld aufweisen, um einen Blick auf die Jungtiere zu erhaschen, ist der aktuelle Nachwuchs dieses Mal deutlich früher zu sehen. Die vierjährige Nura meistert die Aufgabe mit dem fünfköpfigen Nachwuchs gelassen. Dass sie die Welpen in den vergangenen Tagen mehrmals in den für Besucherinnen und Besucher gut sichtbaren Unterstand der Anlage gebracht und dort gesäugt hat, mag einerseits an ihrer Erfahrung und Souveränität als Mutter liegen, andererseits an der Tatsache, dass die großen, mittlerweile einjährigen Geschwister samt Vater Isegrim bei der Aufzucht zur Seite stehen. Jedenfalls ist es auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zoo Salzburg eine Freude, die flauschigen kleinen Polarwölfe beim vorsichtigen Herumtapsen zu beobachten. „Es ist jedes Jahr aufs Neue ein ganz besonderer Moment, wenn sich Nachwuchs bei unseren Polarwölfen ankündigt“, erklärt Geschäftsführerin Sabine Grebner. „Vor allem freut uns, dass sich Nura und Isegrim als entspanntes Elternpaar zeigen und die am 22. April geborenen Jungtiere in einem ruhigen und stabilen Familienverband aufwachsen.“ Polarwölfe oder Arktische Wölfe leben in der Regel in einem Rudel, das von einem Elternpaar und dessen Nachkommen gebildet wird. Das Sozialverhalten ist bei Polarwölfen stärker ausgeprägt als bei anderen Unterarten des Wolfes. Die Tiere leben im engen Familienverband und kümmern sich gemeinsam um den Nachwuchs. Diese starke soziale Bindung ist typisch für Polarwölfe, die ursprünglich von den arktischen Inseln Kanadas und aus dem nördlichen Grönland stammen. In ihrer rauen Heimat sind sie besonders auf gegenseitige Unterstützung angewiesen. 2024 brachte Nura erstmals zwei Jungtiere zur Welt, die ihre ersten Lebenswochen gut verborgen verbrachten. Dem Duo folgte 2025 ein Trio: Drei kleine Polarwölfe erkundeten nach und nach die Anlage und entwickelten sich zu neugierigen und verspielten Jungtieren. Besonders schön war schon damals zu beobachten, wie aufmerksam sich die Elterntiere um den Nachwuchs kümmerten. Die beiden älteren Jungwölfe aus dem ersten Wurf übersiedelten im vergangenen Jahr in einen Wildpark in Frankreich und fanden dort ein neues Zuhause. Mit etwas Glück können Besucherinnen und Besucher bald erste vorsichtige Erkundungstouren der fünf jungen Polarwölfe beobachten. Wie schon in den vergangenen Jahren gilt dabei: Geduld lohnt sich.

Zoo Frankfurt am Main 19.05.2026
Baustart für das neue Zoorestaurant
Im Zoo haben die Vorbereitungen für den Neubau eines Zoorestaurants begonnen. An zentraler Stelle entsteht ein zweigeschossiges Gebäude mit Terrassen, das Platz für etwa 270 Gäste bietet und auch für Veranstaltungen genutzt werden kann. Die Eröffnung ist für Ende 2027 geplant. Aktuell können die Besucherinnen und Besucher des Frankfurter Zoos ihren Hunger zwar an diversen Imbissstationen stillen – ein richtiges Restaurant fehlt jedoch, seit das „Sombrero“ seinen Betrieb 2021 eingestellt hat. An dessen ehemaligem Standort am östlichen Rand des Zooareals, soll in den nächsten Jahren das Frankfurt Conservation Center errichtet werden. Für die neue Zoogastronomie musste daher ein passender Ort gefunden werden. Die Wahl fiel auf die Fläche des Heckenlabyrinths neben dem großen Spielplatz in der Mitte des Zoos. Hier haben mittlerweile die Vorarbeiten für den Neubau begonnen. „Die Lage des neuen Restaurants ist gut gewählt: Der Spielplatz grenzt unmittelbar an, und man kann von dort aus Gorillas und Rotscheitelmangaben beobachten, die in direkter Nachbarschaft leben“, sagt Dr. Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft. „Da unser Zoo ein Ort für alle ist und Teilhabe ein wichtiger Aspekt seiner Arbeit, ist uns Barrierefreiheit ein besonderes Anliegen. Das neue Gebäude wird daher, wo nicht ebenerdig, über Rampen und Aufzüge erschlossen. Besonders freut mich in diesem Zusammenhang, dass wir mit Hilfe der Stiftung Leben pur eine „Toilette für alle“ anbieten können. Der Zoo ist damit einer der leider immer noch wenigen Orte mit einer Toilette, die auch Menschen mit komplexen Behinderungen zur Verfügung steht“, so die Dezernentin. „Ich freue mich, dass der Zoo endlich ein neues Restaurant bekommt. Begleitet vom Amt für Bau und Immobilien wird hier ein gut durchdachtes Konzept umgesetzt, das ermöglicht, vom Restaurant aus die Tiere zu beobachten. Denn das Gebäude wird in Richtung Zoo großflächig verglast sein und im Obergeschoss eine vorgelagerte Terrasse haben – die einen guten Blick über den Zoo zulässt. Ich bin überzeugt, dass dieser Neubau eine große Bereicherung für alle großen und kleinen Besucherinnen und Besucher sein wird“, sagt Sylvia Weber, Dezernentin für Bildung, Immobilien und Neues Bauen. Mit der Planung und Umsetzung des neuen Zoorestaurants wurden die Architektinnen der MMZ GmbH in Offenbach beauftragt. In den kommenden Monaten entsteht ein zweigeschossiger, lichtdurchfluteter Neubau mit zwei zum Teil überdachten Terrassen. Im oberen Stockwerk sind Sitzplätze für 128 Personen vorgesehen, im Erdgeschoss finden 144 Personen Platz. „Mir ist es wichtig, dass sich unsere Besucherinnen und Besucher bei uns wohl fühlen und gerne verweilen“, betont Kerstin Schmitz, Verwaltungsleiterin und stellvertretende Zoodirektorin, „Neben der Tierbeobachtung spielen dabei eine gute Infrastruktur, Spielmöglichkeiten und ansprechende gastronomische Angebote eine wichtige Rolle. Das neue Zoorestaurant macht dabei nur den Anfang. Unser Masterplan sieht eine weitere Gastronomie im Innenbereich der Savannenlandschaft „Serengeti“ vor“, so Schmitz. Die Räumlichkeiten des neuen Restaurants stehen für Veranstaltungen zur Verfügung und können dafür auch unabhängig von den Zooöffnungszeiten besucht werden, denn das Gebäude ist von der Straße aus zugänglich. „Die für den Bau und seine Ausstattung verwendeten Materialien werden sorgfältig ausgewählt und stammen, wo immer möglich, aus nachwachsenden Rohstoffen oder recycelten Materialien. Die Dachfläche sowie die Terrassen werden begrünt, das Dach wird zudem mit Photovoltaik ausgestattet“ so Jobst Jung, Projektleitung des Amts für Bau und Immobilien. Auch das Angebot an Speisen und Getränken soll nachhaltig und ressourcenschonend ausgerichtet sein. Auswahlkriterien für die zukünftigen Pächter sind unter anderem die Verwendung von Lebensmitteln aus ökologischem Anbau und das Angebot von fairen sowie saisonalen Lebensmitteln.

Zoo Wuppertal 19.05.2026
Ara-Tag im Grünen Zoo Wuppertal
Am Sonntag, den 31.05.2026, findet von 09:00 – 16:00 Uhr zum zweiten Mal unser Thementag – Ara statt. Die Veranstaltung steht ganz im Zeichen des Arten- und Naturschutzes und richtet sich an Familien, Naturinteressierte sowie alle Besucherinnen und Besucher, die mehr über den Schutz bedrohter Tierarten erfahren möchten. Mittelpunkt des Veranstaltungstages sind natürlich unsere leuchtend blauen Hyazinth-Aras, deren Lebensraum zunehmend unter Druck gerät. Hyazinth-Aras sind mit rund 1m Gesamtlänge und etwa 1,5 kg Gewicht die größten Papageien. Der Bestand der im Pantanal lebenden Vögel gilt als bedroht. Rund um die Freiflugvoliere „ARALANDIA“ bieten wir unseren Gästen ein abwechslungsreiches Programm mit Informationsständen, Mitmachaktionen und spannenden Einblicken in die Arbeit von Tierpflegerinnen und Tierpflegern sowie der vom Grünen Zoo unterstützen Naturschutzorganisationen. Wir gewähren Ihnen spannende Blicke hinter die Kulissen von ARALANDIA und nehmen Sie mit auf themenbezogene Entdeckungsreisen durch die eindrucksvolle Freiflugvoliere. Kreative Bastelaktionen für Kinder und ein Gewinnspiel mit tollen Preisen runden den Tag ab. ARALANDIA fungiert als eine sogenannte Hochzeitsvoliere. Ähnlich wie in der Natur können sich hier alleinstehende Hyazinth-Aras aus verschiedenen europäischen Zoos ihren Partner inmitten einer großen Gruppe von Artgenossen selbst aussuchen. Die Idee dahinter: Wenn Liebe im Spiel ist, dann erhöhen sich die Zuchterfolge. In der 1.400 Quadratmeter großen und bis zu 10 Meter hohen Freiflugvoliere leben Hyazinth-Aras zusammen mit Sonnensittichen, Chileflamingos und Südlichen Pudus. Der Grüne Zoo Wuppertal engagiert sich seit vielen Jahren aktiv im internationalen Artenschutz und beteiligt sich an verschiedenen Zucht- und Erhaltungsprogrammen. Der Ara-Tag soll dieses Engagement sichtbar machen und gleichzeitig das Bewusstsein für den Schutz bedrohter Tierarten stärken. Alle Informationen zu unserer Veranstaltung finden Sie bei uns auf der Homepage unter der Rubrik Veranstaltungen https://www.wuppertal.de/microsite/zoo/Veranstaltungen/thementag-ara.php

Zoo Neunkirchen 18.05.2026
Ein Geburtstags-Orang-Utan für zu Hause- Jubiläumsplakat nun im Zooshop erhältlich
Orang-Utans sind seit 1971 eine feste Größe im Tierbestand des Neunkircher Zoos. Die Anschaffung des ersten Paares „Charlie“ und „Elsie“ erregte damals einiges Aufsehen und wurde 1976 mit der ersten Geburt dieser Menschenaffenart im Saarland belohnt. Über die Jahrzehnte hat sich die Haltung dieser anspruchsvollen Zoobewohner auch im Neunkircher Zoo stetig weiterentwickelt und verbessert, wobei von Anfang an ein verständnisvoller Bezug der Betreuer zu ihren Schützlingen ein entscheidender Erfolgsfaktor war. Dies gilt auch für die aktuell im Zoo lebende Sumatra-Orang-Utan-Familie. Im Sinne dieser Tradition ist der Orang-Utan seit Langem das Logo des Zoos. Grund genug, ihn auf dem Jubiläumsplakat zu verewigen – ein Geschenk aus dem Zeichenstift des neuen Zoodirektors zu seinem Amtsantritt. Das erste Exemplar wurde dem Vorgänger, Dr. Norbert Fritsch, zum offiziellen Abschied überreicht. Wer gerne sein eigenes Exemplar als besonderen Wandschmuck erwerben und damit sowohl seine Verbundenheit mit dem Neunkircher Zoo ausdrücken als auch das anstehende Großbauprojekt der nächsten Jahre – die Erweiterung des Winterhauses für die Orang-Utans – unterstützen möchte, kann dies nun zum Preis von 5 € im Zooshop tun. Ob für den Hausgebrauch im eigenen Zuhause oder als außergewöhnliches, aber immer passendes Geschenk: Bringen Sie sich Ihren persönlichen Orang-Utan vom nächsten Zoobesuch mit!

Zoo Leipzig 18.05.2026
Zurück auf den sächsischen Acker – Feldhamster in Nordsachsen ausgewildert
Im Rahmen des 2025 gestarteten EU-Projekts »LIFE4HamsterSaxony« sind am Montag (18.5.) bei Wiedemar (Landkreis Nordsachsen) die ersten von insgesamt geplant rund 200 Feldhamstern in diesem Jahr ausgewildert worden. Damit kehren nach einer erfolgreichen Pilotphase nun weitere Tiere der vom Aussterben bedrohten Art auf den heimischen Acker zurück. Begleitet wurde die Auswilderung vor Ort von Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch, Prof. Jörg Junhold, Direktor des Leipziger Zoos und Dr. Eckhard Rexroth, Umweltdezernent Landkreis Nordsachsen. Im Projekt »LIFE4HamsterSaxony« arbeiten das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), der Zoo Leipzig und der Landkreis Nordsachsen gemeinsam daran, die Population des Feldhamsters in seinem letzten Vorkommensgebiet in Sachsen zu stärken und zu entwickeln. Landwirtschaftsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch: »Der Feldhamster war einst weitverbreitet in Sachsen. Doch Dürreereignisse haben um das Jahr 2019 zu einem drastischen Rückgang der Hamster geführt. Dank der Zusammenarbeit vieler Akteure in den letzten Jahren konnten erste Feldhamster wieder erfolgreich in Nordsachsen angesiedelt und so vor dem Aussterben bewahrt werden. Im LIFE-Projekt werden nun gemeinsam mit den Landwirtschaftsbetrieben innovative Anbaumethoden und Kulturen für einen klimaangepassten und für den Feldhamster nützlichen Ackerbau getestet. Das bietet die einmalige Chance, ackerbauliche Lösungen zu entwickeln, um diese, aber auch andere Tierarten in Regionen mit voraussichtlich abnehmenden Niederschlagsmengen zu schützen. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag für die Wiederherstellung einer Kulturlandschaft, die intakte Lebensräume für Tiere und Pflanzen bietet und in der sich vielfältige Ackerflächen entwickeln können. Allen Engagierten danke ich herzlich für das bisher Erreichte und wünsche dem Projekt noch viele gesunde und solide Hamsterpopulationen.« Prof. Jörg Junhold, Direktor Zoo Leipzig: »Für uns ist jede Auswilderung ein bewegender Augenblick: Tiere wieder in ihren natürlichen Lebensraum zurückzubringen, zeigt, dass engagierter Artenschutz konkrete Wirkung entfalten kann. Dass wir erneut Feldhamster auswildern können, ist das Ergebnis großer Leidenschaft und enger Zusammenarbeit – von den Tierpflegerinnen und Tierpflegern im Zoo über die beteiligten Landwirte bis hin zum Arbeitskreis Feldhamsterschutz und vielen weiteren Unterstützern. Dieses gemeinsame Engagement macht Hoffnung für die Zukunft des Feldhamsters in Sachsen. Der Schutz der biologischen Vielfalt braucht starke Partnerschaften – und Zoos spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie können bedrohte Arten bewahren, Populationen stabilisieren und damit einen echten Beitrag zur Verbesserung des Gefährdungsstatus auf der Roten Liste der IUCN leisten. Das Projekt ›LIFE4HamsterSaxony‹ ist dafür ein eindrucksvolles Beispiel. Mit der Förderung des Projektes durch die Europäische Union und den Freistaat Sachsen ist es gelungen, den regionalen Feldhamsterschutz entscheidend voranzubringen und die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bestandsstützung in Sachsen zu schaffen.« Im Rahmen von »LIFE4HamsterSaxony« werden auf Teilflächen des Projektgebietes in Nordwestsachsen schrittweise ackerbauliche Maßnahmen umgesetzt. Erprobt werden soll unter anderem der Anbau hamsterfreundlicher Kulturen, die die negativen Wirkungen des Klimawandels für den Feldhamster, wie mangelnde Deckung durch eine frühzeitigere Ernte und zu geringe Versorgung mit Feuchtigkeit in Trockenjahren, kompensieren und – soweit möglich – auch landwirtschaftlich nutzbar sind. Ein Netzwerk aus Kern-, Entwicklungs- und Verbindungsflächen soll es den Feldhamstern ermöglichen, sich wieder anzusiedeln und auszubreiten. Mit der Erhaltungszucht von Feldhamstern aus Mitteldeutschland und den Auswilderungen auf speziell vorbereiteten Flächen leistet der Zoo Leipzig einen ganz wesentlichen Beitrag. Durch einen kooperativen Ansatz werden die im Projektgebiet wirtschaftenden Landwirtschaftsbetriebe und die Bevölkerung in die Umsetzung einbezogen. Das LfULG ist »LIFE4HamsterSaxony«-Leadpartner und damit verantwortlich für die Projektleitung und Projektabwicklung sowie für die Umsetzung der naturschutzfachlichen und landwirtschaftlichen Aufgabenpakete. Der Zoo Leipzig übernimmt die Zucht und Auswilderung von Feldhamstern und das Landratsamt Nordsachsen, als zuständige untere Naturschutzbehörde, die administrativen Aufgaben. Dem Projekt vorausgegangen waren die Aktivitäten des im Jahr 2008 gegründeten Arbeitskreises kooperativer Feldhamsterschutz im Freistaat Sachsen. Dabei wurden im Jahr 2024 und 2025 bislang 250 Feldhamster ausgewildert. Das Projektgebiet mit einer Gesamtfläche von 6.000 Hektar und einer geplanten Maßnahmenfläche von knapp 400 Hektar liegt in der Ackerebene Nordwestsachsens südwestlich von Delitzsch und nördlich des Flughafens Halle-Leipzig. Die Gesamtkosten des bis Ende 2031 bewilligten Projektes belaufen sich auf 12,2 Millionen Euro. Die Europäische Union fördert das LIFE-Projekt zu 75 Prozent. 25 Prozent der Kosten übernehmen die Projektpartner Freistaat Sachsen, vertreten durch das LfULG, der Zoo Leipzig und das Landratsamt Nordsachsen.

Zoo Verein Wuppertal 18.05.2026
Ein Baum im Zoo zum runden Geburtstag
Die Festveranstaltung zum 90. Geburtstag von Dr. Jörg Mittelsten Scheid am 09.05.2026 in der Historischen Stadthalle nahmen die geladenen Gäste aus Zoodirektion sowie Vorstand und Beirat des Zoo-Verein Wuppertal e.V. zum Anlass, um den Jubilar mit einem Amberbaum im Grünen Zoo zu überraschen. Er wurde vor kurzem in Dankbarkeit und Wertschätzung für sein Engagement und das der Unternehmerfamilie Mittelsten Scheid an zentraler Stelle in der Nähe des Rondells gepflanzt und soll auch zukünftige Generationen von Besuchenden an die besondere Verbindung zu diesem Ort erinnern. Vorwerk & Co ist institutionelles Gründungsmitglied des Zoo-Vereins, der sich seit 1955 für die Weiterentwicklung des Grünen Zoos einsetzt. Mit den Spenden für die Anlagen der Königs- und Eselspinguine sowie Kula Kangri für die hochbedrohten Mishmi-Takine mit dem daneben liegenden Kletterspiel-Bereich konnte der Zoo-Verein attraktive Anlagen erstellen, die große und kleine Besucher erfreuen und zum Artenschutz beitragen.

Dieser Beitrag wurde unter Zoopresseschau veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert