Zoopresseschau

Tiergarten Nürnberg 13.01.2021
Pinselohrschwein im Tiergarten gestorben
Im Tiergarten der Stadt Nürnberg ist Anfang Januar 2021 das mit 18 Jahren älteste in europäischen Zoos lebende Pinselohrschwein gestorben. Pinselohrschwein (Potamochoerus porcus) Heidi kam am 5. Juli 2002 in Salzburg (Österreich) zur Welt und lebte seit dem 10. Mai 2005 in Nürnberg. Am Montag, 4. Januar 2021, musste die Schweineseniorin altersbedingt eingeschläfert werden. Herausgeber Tiergarten Nürnberg Heidi war mit Abstand das älteste Pinselohrschwein im Am Tiergarten 30 90480 Nürnberg Erhaltungszuchtprogramm des Europäischen Zooverbands (EEP). „Es spricht für die gute Pflege im Tiergarten, dass das Pinselohrschwein Tel.: +49 (0)9 11 / 54 54 – 6 dieses Rekordalter erreichen konnte“, sagt der stellvertretende Fax: +49 (0)9 11 / 54 54- 8 02 Tiergartendirektor Jörg Beckmann. tiergarten@stadt.nuernberg.de www.tiergarten.nuernberg.de
Mit Heidi läuft die Haltung der aus Afrika stammenden Pinselohrschweine Leitung im Tiergarten Nürnberg aus.
Zukünftig werden die im Tropenhaus des Dr. Dag Encke Tiergartens gehaltenen Tierarten aus den Lebensräumen in Südostasien stammen. Das sind vor allem Schabrackentapire und Hirscheber. Für beide Tierarten koordiniert der Tiergarten das EEP. Hinzu kommen bedrohte Arten südostasiatischer Wasserschildkröten und asiatischer Vögel. Südostasien ist ein Hotspot der Biodiversität, zugleich aber auch einer der Orte der Welt mit dem größten Naturverlust. Die Haltung der Flachlandtapire gibt der Tiergarten im Zuge der Neuausrichtung des Tropenhauses auf. Der letzte im Tiergarten lebende Flachlandtapir Poroto wird im Rahmen des EEP an einen anderen Zoo abgegeben. Seine Lebenspartnerin Daisy starb mit 38 Jahren am 11. Mai 2020 als ältester Flachlandtapir in europäischen Zoos.

Zoo Heidelberg 13.01.2021
Trauriger Abschied im Januar – Syrischer Braunbär Martin im Zoo Heidelberg gestorben
Eine traurige Nachricht aus dem Zoo Heidelberg: Martin, der männliche Syrische Braunbär im Zoo Heidelberg, musste Anfang Januar im Zoo Heidelberg eingeschläfert werden. Bereits Mitte Dezember beobachteten die Tierpfleger und die Zootierärztin bei dem stattlichen Bären einen humpelnden Gang, der sich in den darauffolgenden Tagen stark verschlechterte. Trotz der eingeleiteten Behandlung besserte sich der Zustand nicht. Der 18jährige Bär hatte massive Arthrosen in beiden Kniegelenken, die seine Mobilität einschränkten und ihm starke Schmerzen verursachten. Martin kam im Herbst 2017 nach Heidelberg, seit 2018 lebte er gemeinsam mit Bärin Ronja im Zoo Heidelberg. Die Syrischen Braunbären bewohnen die große Bärenanlage direkt beim Zooeingang. Bei vielen Besuchern und Passanten, die entlang der Tiergartenstraße spazierten, war Bär Martin bekannt und ein gern gesehener Zoobewohner. Besonders im Sommer sorgte er so manches Mal für eine kleine unfreiwillige Abkühlung der Beobachter, wenn er bei seinen ausgiebigen Bade-Einheiten, das Wasser aus dem Becken bis über den Zaun und die Glasscheiben spritzen lies. Syrische Braunbären gelten als Unterart des Europäischen Braunbären. Wenngleich sie mit einer Körperlänge von 150 bis 200 cm zu den kleineren Bären gehören, war Martin mit einer Schulterhöhe von über 80 cm und einem Gewicht von 330 kg ein außergewöhnlich großer und stattlicher Vertreter seiner Art. Männliche syrische Braunbären bringen bei einer Schulterhöhe von 80 cm durchschnittlich bis zu 250 kg auf die Waage. In vielen natürlichen Verbreitungsgebieten sind Syrische Braunbären von der Ausrottung bedroht oder bereits ausgerottet worden. Jeder Verlust eines Syrischen Braunbären ist daher für den Erhalt dieser Unterart im Rahmen der Zuchtbemühungen sehr tragisch. Martin und Ronja zeigten zwar regelmäßig großes Interesseaneinander, haben während ihres Zusammenlebens leider keinen Nachwuchs gezeugt. Der Zoo Heidelberg hofft für Bärin Ronja, die sich gerade in Winterruhe befindet und schläft, wieder einen neuen Partner zu finden. In den letzten Wochen machte Martins körperliche Verfassung dem Zoo-Team große Sorge. Es war verstärkt zu erkennen, dass er Probleme in der Bewegung seines linken Hinterbeins hatte. Da die Beschwerden immer deutlicher auftraten, entschloss sich der Zoo zu einer Untersuchung unter Narkose. Auf den Röntgenaufnahmen war in beiden hinteren Kniegelenken massive Arthrosen zu erkennen, welche deren Beweglichkeit stark einschränkten und dem Bär offensichtlich Schmerzen verursachten. Die Entstehung von Kniegelenksarthrosen kann unterschiedlichste Ursachen haben und ist nicht immer allein altersbedingt. Neben erblicher Veranlagung werden ebenso Fehlstellungen im Gelenk in Verbindung mit einer anhaltenden Belastung durch das eigene Körpergewicht als Ursachen diskutiert. Die darauffolgend eingeleitete Schmerztherapie konnte leider keine Linderung herbeiführen. Martins Bewegungen wurden schwerfälliger und er hatte Mühe, die Hinterbeine normal zu belasten. Da es für das Tier keine Heilung mehr geben konnte, entschieden Zooleitung, Tierärztin und Tierpfleger, das Leiden des Bären zu beenden und schläferten ihn am 5. Januar 2021 ein.

Zoo Frankfurt am Main 13.01.2021
Nachwuchs bei den Okapis
Eine schöne Nachricht aus dem Zoo zum Jahresbeginn: Bei den als „stark gefährdet“ eingestuften Okapis gab es Nachwuchs. Am 10. Dezember brachte ANTONIA ein Jungtier zur Welt – vermutlich ein Weibchen, wie die Fellzeichnung nahelegt. Auch wenn der Zoo bereits wieder geöffnet hätte – zu sehen wäre die kleine Waldgiraffe dennoch nicht. Okapi-Jungtiere sind Ablieger, das heißt, sie halten sich in den ersten Wochen ihres Lebens meistens in einem Versteck auf. Bei den winterlichen Temperaturen befindet sich dieses warme Nest, das hinter einem Laubvorhang verborgen ist, im Stall. Das Jungtier verlässt seinen Platz nur, um bei der Mutter zu trinken. Für die 17-jährige ANTONIA ist es bereits das dritte Jungtier. Vater ist der ebenfalls 17 Jahre alte Okapi-Bulle AHADI. „Im Frankfurter Zoo haben Haltung und Zucht von Okapis eine lange Tradition. Der ehemalige Frankfurter Zoodirektor Bernhard Grzimek brachte das erste Okapi 1954 nach Frankfurt. Es war das erste Okapi in Deutschland überhaupt. Die wunderschönen Waldgiraffen sind dennoch vielen nicht so geläufig wie ihre in der Savanne lebenden Verwandten. Umso bedauerlicher, dass die Tiere im Winter kaum zu sehen sind, da ihr Stall nicht für Besucherinnen und Besucher zugänglich ist. Ich freue mich, dass sich dies mit dem geplanten Umbau des Zoos ändern wird. Laut der Konzeptstudie ZOOKUNFT2030+ sollen Okapis gemeinsam mit anderen Arten aus dem Kongo-Regenwald in einer großen Afrika-Halle gezeigt werden,“ sagt Dr. Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft. Überlebensnotwendig: Artenschutz vor Ort In den Regenwäldern der Demokratischen Republik Kongo, in der das Okapi beheimatet ist, wurde es als letzte afrikanische Großtierart erst 1901 entdeckt. Über das Verhalten von Okapis weiß man wenig; verlässliche Bestandszahlen gibt es nicht, denn der Lebensraum ist einer der unzugänglichsten und gefährlichsten Orte der Welt: Seit Jahren ist die Region politisch instabil und immer wieder Schauplatz für gewaltsame Konflikte, in denen bewaffnete Gruppen unter anderem um Bodenschätze kämpfen. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass die Okapi-Population seit Mitte der 1990er Jahre kontinuierlich abnimmt. Man geht derzeit davon aus, dass es nur noch einige tausend Individuen gibt. Seit 2013 wird das Okapi auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als „stark gefährdet“ (ENDANGERED) geführt. Hauptursachen für den Bestandrückgang sind der Verlust des Lebensraums durch menschliche Nutzung, der zunehmende Bevölkerungsdruck sowie die lokale Nachfrage nach „Bushmeat“. Zoodirektor Dr. Miguel Casares freut sich über die Nachzucht, betont aber zugleich den dringend notwendigen Schutz der Freilandpopulation: “Unsere Partnerorganisation, die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF), betreibt ein Schutzprogramm im Lomami-Nationalpark in der DR Kongo. Ziel des Programms ist es, gemeinsam mit lokalen Partnern eine funktionierende Nationalparkverwaltung aufzubauen und die Tier- und Pflanzenwelt des Ökosystems zu schützen. Lomami ist der jüngste Nationalpark der DR Kongo. Er wurde erst 2016 gegründet. Um das Gebiet effektiv und nachhaltig schützen zu können, werden finanzielle Mittel vor allem für eine gute Ausrüstung der Parkmitarbeiter sowie für moderne Kommunikations- und Überwachungstechnik benötigt.“ Bewahren und lernen: Arterhaltung im Zoo Doch so dringend der Schutz der Tiere in ihrem ursprünglichen Lebensraum ist, so wichtig ist es auch, vor allem in Anbetracht der wenig stabilen politischen Lage, dass Zoos diese Tierart ex-situ, also außerhalb ihres Lebensraums, halten, züchten und möglichst viel über sie lernen. So weiß man aus Beobachtungen, die nur in Zoos möglich sind, dass offenbar die Fellzeichnung bei Jungtieren einen Hinweis auf das Geschlecht gibt: Blinzelt zwischen Schwanz und der Streifung der Beine noch ein weißer Fellbereich hervor, so kann man davon ausgehen, dass es sich um ein Weibchen handelt – so, wie bei dem Jungtier von ANTONIA. 1960 gelang dem Zoo Frankfurt die deutsche Erstzucht bei den Waldgiraffen. Bis heute wurden 25 Okapis im Frankfurter Zoo geboren. Seit 1985 koordiniert der Zoo in Antwerpen das Europäische Erhaltungszucht-Programm (EEP). Auch heute ist die Art in Zoos nicht häufig. aktuelle werden nur 77 Individuen in rund zwei Dutzend Europäischen Zoos gehalten. Wissenswertes über Okapis Das Okapi (Okapia Johnstoni) – auch Kurzhals- oder Waldgiraffe genannt – ist mit einer Gesamthöhe von 1,80 m, im Vergleich zu seinen bis zu sechs Meter hohen Verwandten, der kleinste Vertreter der Giraffenfamilie (Giraffidae). Ihr natürlicher Lebensraum ist der tropische Regenwald der Demokratischen Republik Kongo. Okapis bevorzugen dichtes Unterholz in Gewässernähe. Sie sind tagaktive Einzelgänger, die im schummrigen Licht des Waldes nach Blättern und jungen Trieben suchen. Ein besonderes Erkennungsmerkmal sind die zebraartig gestreiften Hinterläufe. Sie bieten im Wechsel von Licht und Schatten zwischen den Bäumen eine perfekte Tarnung. Schutz des Lomami Nationalparks Schutz der Flora und Fauna des Lomami-Ökosystems und Aufbau einer funktionierenden Nationalparkverwaltung – daran arbeitet die Zoologische Gesellschaft Frankfurt, (ZGF) gemeinsam mit lokalen Partnern. Informationen zum Schutzprojekt unter: https://fzs.org/de/projekte/lomami/

Zoo Basel 13.01.2021
Waldrappe: Vögel auf Reisen für den Artenschutz
Am 15. Dezember sind sechs der in der Wildbahn seltenen Waldrappe aus dem Zoo Basel «ausgeflogen». Drei davon gingen in ein Wiederansiedlungsprojekt. Im Mai letzten Jahres schlüpften im Zoo Basel vier Waldrapp-Küken, die erfolgreich von den Eltern aufgezogen wurden. Am 15. Dezember sind diese Jungvögel und zwei weitere Waldrappe aus dem Zolli auf Reisen gegangen. Ein Männchen und zwei Weibchen gingen in einen italienischen Zoo, um dort eine neue Zucht aufzubauen. Drei männliche Waldrappe reisten nach Spanien in ein Wiederansiedlungsprojekt. Sie leben jetzt in Andalusien in einer grossen Voliere zusammen mit anderen jungen Waldrappen, um sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Danach werden sie in die Natur entlassen. Zoos führen Zuchtprogramm Männliche und weibliche Waldrappe lassen sich an der Schnabellänge unterscheiden. Bei den Weibchen misst er 13,5 Zentimeter, bei den Männchen 14.5 Zentimeter. Der Zoo Basel hält seit 1949 Waldrappe und es sind bis heute fast 400 Junge geschlüpft. Die Zolli–Waldrappe sind Teil eines Zuchtprogramms (EEP) des Dachverbandes der Europäischen Zoos und Aquarien (EAZA). Zuchtprogramme sind Datenbanken, in welchen alle Tiere der Teilnehmerzoos registriert sind. Der Zuchtbuchführer der jeweiligen Tierart gibt Zuchtempfehlungen ab und vermittelt den Nachwuchs weiter. Durch diesen Austausch wird Inzucht vermieden und eine genetisch gesunde Zoo-Population erhalten. Waldrappe sollen in der Schweiz wieder heimisch werden Der Waldrapp ist in der Natur vom Aussterben bedroht. In Zoohaltungen wächst jedoch der Bestand und umfasst inzwischen mehr als 2000 Individuen. Die Nachzuchten aus Zoohaltungen und aus sesshaften Kolonien bilden die Grundlage für die Forschungs- und Arterhaltungsprojekte. In der Schweiz sind Waldrappe seit über 400 Jahren ausgestorben. Heute werden sie ab und an wieder gesichtet. Es sind Vögel aus einem Projekt bei Überlingen am Bodensee, die nach ihrer Rückkehr aus dem Überwinterungsgebiet umherstreifen – vor allem, wenn sie noch nicht geschlechtsreif sind und daher noch nicht brüten. Der Dachverband der wissenschaftlich geleiteten Zoos der Schweiz (zooschweiz), dazu gehört auch der Zoo Basel, hat sich zum Ziel gesetzt, die Waldrappe ab 2024 mit einer neuen Brutkolonie in der Schweiz wieder heimisch zu machen. Mit Auswilderungen, wie im Falle der Waldrappe, leisten Zoos einen direkten Beitrag zum Artenschutz. Im Zoo Basel konnten im Dezember neben den Waldrappen auch Steinkäuze an ein Wiederansiedlungsprojekt abgegeben werden.

Naturschutz-Tierpark Görlitz 12.01.2021
Von A wie Alpaka bis Z wie Zwergseidenaffe
Jährliche Inventur im Naturschutz-Tierpark Görlitz-Zgorzelec Alle Jahre wieder schwärmen die Tierpfleger des Görlitzer Tierparks zu Beginn eines jeden neuen Jahres aus, um die aktuellen Zahlen ihrer Schützlinge zu verifizieren. Bei wenigen Vertretern einer Art oder einfach zählbaren Tieren ist das schnell gemacht. Eine Herausforderung stellen dann allerdings größere und sich schnell bewegende Tiergruppen dar. Das gilt z.B. für die Schwarmfische, die große Schar munterer Sittiche oder die nie stillsitzenden Felsenhörnchen. Aber gelernt ist gelernt und so wird fristgerecht bekanntgeben, dass aktuell 671 Tiere in 88 verschiedenen Arten im Görlitzer Tierpark leben. Zahlenmäßig ein auffallendes Plus zu den 599 Individuen aus der Inventur 2019. Dies ist leicht zu erklären, denn nach einigen Jahren Brutverbot durften die Wellensittiche im Zwitscherzimmer 2020 wieder, was sie postwendend mit einer Verdopplung des Bestandes quittierten. Während sich die Axolotl aufgrund des Umbaus im Gastrobereich aus dem Bestand verabschiedet haben, sind Beo, das vom Aussterben bedrohte Sachsenhuhn sowie die aus einer Erbschaft hervorgegangenen Vertreter der Arten Gelbbrustara und Blaustirnamazone neu hinzugekommen. Als Nachzucht-Highlight 2020 sind acht Kropfgazellen-Jungtiere zu nennen. Zwei davon haben Görlitz bereits Richtung Helsinki verlassen. Weitere erwähnenswerte Nachzuchterfolge gab es auch wieder bei den im Freiland ausgestorbenen Edwardsfasanen und den Vietnam-Sikahirschen. Für Freunde der Statistik: unsere Tiere verspeisten im vergangenen Jahr etwa 48.000 kg Heu, 25.000 kg Gemüse und Obst, 15.000 kg pelletierte Futtermittel, 1800 kg Eintagsküken und 1500 kg Fisch

Zoo Duisburg 12.01.2021
Neuankömmling aus England: Wombat Hope soll das Herz von Artgenossen Apari erobern
Der Zoo hofft mit dem jungen Pärchen auf lange Sicht auf Nachwuchs bei den nur selten gehaltenen australischen Nacktnasenwombats. Apari hat eine bewegende Geschichte hinter sich. Von seiner Mutter verstoßen, wurde der kleine Wombat liebevoll von seinen Pflegern aufgezogen. Nun hat der Zoo für den Teenager eine Partnerin gefunden: Wombat Hope reiste bereits Anfang Dezember von England aus ins Ruhrgebiet. Hope wird Schwung in Aparis Liebesleben bringen, darauf hofft das Zoo-Team. Die gerade einmal einjährige Wombat-Dame lebt seit einigen Wochen in Duisburg und hat zumindest das Herz der Zoobelegschaft schon im Sturm erobert. „Sie ist einfach unglaublich niedlich“, lacht Revierleiter Mario Chindemi. Anfangs noch etwas zurückhaltend, taute der Neuankömmling immer weiter auf. Nicht zuletzt durch das Engagement der betreuenden Pfleger. „Immer wieder haben wir uns zu ihr ins Gehege gesetzt, viel Zeit im Stall verbracht und Kontakt aufgenommen. So bauen wir nachhaltig Vertrauen auf“, verdeutlicht der Tierpfleger, der auch die ersten Ausflüge von Hope auf die Außenanlage begleitete. Mit rund 17 kg ist das kleine Wombat-Weibchen noch ein Leichtgewicht. Ihr künftiger Partner Apari bringt bereits rund 30 kg auf die Waage. Ausgewachsen können die Beuteltiere etwa 40 kg schwer werden. Ihren neuen Partner wird Hope vorerst noch nicht kennen lernen. Sie soll sich in Ruhe eingewöhnen. „Wenn sie später dann einmal in die Hitze kommt, schauen wir einfach mal wie das erste Rendezvous verläuft“, erzählt Chindemi. Das Apari nun eine Partnerin hat, ist nicht selbstverständlich. Australische Nacktnasenwombats werden innerhalb Europas derzeit in nur im englischen Zoo von Hamerton und in Duisburg gehalten. Hope´s Name steht somit auch ein Stück weit für Hoffnung, dass es zwischen ihr und Apari funkt. Denn sie sind derzeit das einzige junge Pärchen dieser sympathischen Tierart in ganz Europa. Dem gebürtigen Duisburger Apari wäre es vergönnt, denn hinter ihm liegt eine bewegende Geschichte: Anfangs noch von seiner Mutter Tinsel umsorgt, verstieß diese ihn nach wenigen Monaten. Die Tierpfleger sprangen sofort ein und zogen den Winzling liebevoll und mit viel Engagement auf. Aus Apari wurde ein stattlicher Kerl, der sein Junggesellenleben nun vorwiegend mit Fressen, Schlafen und Buddeln ausfüllt. „Für ihn kein Problem“, wie Chindemi erklärt, „denn Wombats sind Einzelgänger die sich nur zur Paarung über den Weg laufen. Dennoch freuen wir uns natürlich, dass wir eine Partnerin für ihn haben“.

Allwetterzoo Münster 11.01.2021
Erster Spatenstich für die Meranti-Halle Arbeiten für großes Projekt beginnen nur im kleinsten Kreis
Eigentlich sollte der erste Spatenstich anders inszeniert werden, größer und pompöser – dem Anlass entsprechend. Denn es handelt sich nicht um irgendein Projekt, sondern um das größte, dass der Allwetterzoo Münster seit seiner Eröffnung im Jahr 1974 erlebt hat: den Bau der Merantihalle. Der erste Spatenstich für die neue Meranti-Halle wurde im relativ kleinen Kreis abgehalten. Neben Mitgliedern des Allwetterzooteams und der Projektfirma BAnTec GmbH, waren unter anderem der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Ludger Hellenthal, der Vorsitzende des Zoovereins, Helge Peters, sowie von der Stadt Münster der Oberbürgermeister Markus Lewe und die Kämmerin Christine Zeller bei diesem symbolträchtigen Event anwesend. „Wir hätten gerne deutlich mehr Menschen eingeladen und diesen Tag richtig groß mit allen gefeiert, aber Corona hat uns da einen Strich durch die Rechnung gemacht“, eröffnete Sebastian Rohling von der Pressestelle des Allwetterzoos den Termin. Im Beisein der wenigen Gäste und Medienvertreter sagte Münsters Oberbürgermeister: „Es ist wirklich schön, heute hier zu sein. Dieser Spatenstich ist ein positives Signal in diesen besonderen Zeiten.“ Markus Lewe betonte, dass es wichtig sei zu signalisieren, dass es auch in diesen schwierigen Zeiten weitergeht. Ein Termin wie dieser im Allwetterzoo ist dafür nahezu perfekt. „Der Allwetterzoo steht für so vieles. Entspannung, Bildung und vor all dem für den Natur- und Artenschutz sowie den Erhalt der Biodiversität. Auch die neue Tropenhalle steht für all das, die zukünftig eine echte Bereicherung für unsere Region sein wird.“ Zudem räumte der Oberbürgermeister etwas schuldbewusst ein, dass er ja noch gar kein Mitglied im Zooverein sei. Das wolle er aber umgehend ändern – und damit Vorbild für hoffentlich viele weitere Münsteraner sein, die durch die Mitgliedschaft den Allwetterzoo in diesen herausfordernden Zeiten unterstützen können. Besonderen Dank äußerte auch der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Ludger Hellenthal, als er mit Spaten in der Hand auf dem Baufeld steht: „Dass wir heute hier sein können, das ist sowohl der Lohn all derer, die außer- wie auch innerhalb des Allwetterzoos tätig sind. Dieses gemeinschaftliche Großprojekt wird schon seit knapp drei Jahren geplant, und endlich geht es los.“ Damit holt der Allwetterzoo die Ferne in die Heimat und kann nicht nur den Menschen etwas bieten, die ohnehin ein besonderes Augenmerk für Natur- und Artenschutz haben. Vielmehr kann die Meranti-Halle Sehnsüchte nach exotisch, tropischen Gefilden stillen, für die ansonsten lange und klimabelastende Flugreisen von Nöten wären. „Dass der Bau endlich in die aktive Phase geht, ist nicht zuletzt auch der Stadt Münster zu verdanken, die den Bau der 21,5 Millionen Euro teuren Meranti-Halle finanziell unterstützt“, dankte Hellenthal den Befürwortern. Er merkte aber an, dass der Allwetterzoo auch auf die Unterstützung von weiteren Förderern und Sponsoren angewiesen sei. Und da kam es gerade recht, dass Helge Peters, 1. Vorsitzender des Zooverein Münsters zur Überraschung aller einen großen Beleg präsentierte. „Wir vom Zooverein möchten mit gutem Beispiel voran gehen. Aus diesem Grund bin ich stolz im Namen aller rund 13.000 Zoovereinsmitglieder, Ihnen Frau Dr. Schehka, diesen Scheck in Höhe von 100.000 Euro überreichen zu dürfen.“ Eine Summe, die die Geschäftsführerin mit Freude entgegen nahm, müssen doch 1,5 Millionen Euro der Gesamtbausumme vom Zoo aufgebracht werden. Eigens dafür wurden bereits diverse Kooperationsprogramme erstellt, um das Engagement sowie die Unterstützung von Dritten auch langfristig im Zoo sichtbar zu machen. Eine überwältigende Architektur in Kombination mit innovativen, nachhaltigen Maßnahmen. Ein exotisches Urlaubsgefühl, inmitten einer tropischen Tierwelt. Eine der außergewöhnlichsten Eventlocations in ganz Deutschland – im Herzen Westfalens. Für all das steht die neue Merantihalle des Allwetterzoos in Münster“, freute sich die Geschäftsführerin Dr. Simone Schehka und griff gemeinsam mit den Anwesenden zum Spaten. „3000 Kubikmeter Boden werden ab dieser Woche abgetragen und weggebracht. Insgesamt werden wir 8000 Kubikmeter Erde hier im Allwetterzoo bewegen“, beziffert die Zoodirektorin die ersten anstehenden Arbeiten. „Dann folgen die Bohrungen für die Geothermie. Verteilt auf zwei Bohrfelder werden es insgesamt 36 Löcher, die bis 250 Meter tief in die Erde reichen werden. Mittels Geothermie, kombiniert mit Betonkernaktivierung, werden wir die Meranithalle zu 100 Prozent klimaneutral betreiben können.“ Die Energie für die Erdpumpen wird mittels Photovoltaik gewonnen. Der Sonnenstrom betreibt auch die Pumpen für die Wasseraufbereitung. „Und wenn alle Stricke reißen sollten, bekommen wir zertifizierten Ökostrom von den Stadtwerken Münster. Wir gehen aber davon aus, dass wir nur sehr selten darauf zurückgreifen müssen.“ Die neue Tropenhalle hat eine Grundfläche von 4.000 Quadratmetern. Inklusive der Außenanlagen wird insgesamt auf einer Fläche von 11.000 Quadratmetern gebaut. Im höchsten Punkt weist die Folien-Kuppel-Konstruktion der neuen Halle eine Höhe von 16 Meter auf. „Das ist auch gut so, wollen wir doch unsere Besucher in tropische Höhen entführen“, sagt die Geschäftsführerin Dr. Simone Schehka. „Uns ist das Erlebnis der Tropen auf allen Ebenen wichtig. Über Hängebrücken in drei und sieben Metern Höhe können Besucher den Brüllaffen in die Augen schauen und die Faultiere in den Baumkronen beobachten. Und ein spektakulärer Unterwassereinblick ermöglicht den direkten Blick auf die schwimmenden Riesenotter.“ So wird es am Ende möglich sein, die neue Tropenwelt auf drei verschiedenen Ebenen zu erleben. Weitere tierische Bewohner werden unter anderem Tapire und Ameisenbären sein, die ebenfalls eine Heimat in der neuen Merantihalle bekommen. „Es wird auch ein begehbares Gehege mit Lemuren geben. Auf einem Abenteuerweg können die Tiere dann hautnah erlebt werden.“ Um eine möglichst naturnahe Bepflanzung der Meranti-Halle gewährleisten zu können, arbeitet das Team des Allwetterzoos hier vor Ort sehr eng mit dem Botanischen Garten der Uni Münster zusammen. Aber auch der Zoo Leipzig steht mit Rat und Tat zur Seite. Dabei geht es von kleinsten Blüh- und Wasserpflanzen bis zu größeren Gehölzen, die am Ende ein möglichst natürliches Tropengefühl vermitteln sollen. Neben den tierischen Highlights werden die Stadt Münster sowie das gesamte Münsterland mit der Meranti-Halle aber um noch eine weitere Attraktion reicher. „Wir bauen auch neue Veranstaltungsräume. Egal ob Kongress, Tagung oder Hochzeit. Die Gesellschaft kann die gesamte Zeit durch eine große Glasscheibe das Treiben in der Meranti-Halle beobachten – ohne die Tiere zu stören und ohne schwitzen zu müssen. Zum Empfang oder in der Tagungspause können die Gäste dann auf einen Balkon und damit in die Tropenhalle eintreten und die Dschungelatmosphäre hautnah spüren“, wirbt der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Ludger Hellenthal. Gemeinsam mit der Geschäftsführerin ist er sich sicher, dass diese in der Region einmalige Eventlocation nicht nur für den Allwetterzoo eine echte Bereicherung ist. Infos zum Namensgebenden Baum Meranti bezeichnet eine Gruppe tropischer Laubhölzer, die verschiedenen Arten der Gattung Shorea aus der Familie der Flügelfruchtgewächse entstammen. Meranti-Bäume, beziehungsweise Urwald- oder Baumriesen, gehören zu den höchsten Bäumen der tropischen Regenwälder. Der wahrscheinlich größte Baum, der bisher in den Tropen entdeckt wurde, misst sogar 89,5 Meter. Er zählt zur Art der Yellow Meranti und wurde auf Borneo gefunden. Würde man etwa 20 britische Doppeldeckerbusse übereinander stapeln, käme man auf diese Höhe. Um so groß zu werden wie dieser Baumriese, braucht es seine Zeit: Die Giganten sind einige hundert Jahre alt. Aufgrund ihrer enormen Größe haben einige der Bäume sogenannte Brettwurzeln, die sie stützen. Baumriesen, wie die Meranti-Bäume, sind insbesondere durch die Holzwirtschaft gefährdet, die die Bäume für hartes aber gut zu verarbeitende Holz schätzt. Für die Gewinnung von Tropenholz wird allerdings massiv tropischer Wald gerodet. Ein großer Teil des Holzeinschlags ist dabei immer noch illegal. Das hat direkte Auswirkungen auf die lokale Flora und Fauna sowie auf das globale Klima, da die Wälder immer mehr schrumpfen.

Thüringer Zoopark Erfurt 11.01.2021
Ende für die Magischen Lichternächte 2020/21 im Thüringer Zoopark Erfurt
Die gegenwärtige Entwicklung der Corona-Pandemie führt leider dazu, dass die Magischen Lichternächte als besonders Besuchererlebnis bis zum geplanten Ende am 14. Februar 2021 nicht wieder geöffnet werden können. Bereits erworbenen Tickets werden selbstverständlich erstattet. Für eine Rückzahlung ist es zwingend notwendig das Kontaktformular des Zoopark unter https://www.zoopark-erfurt.de/kontakt zu nutzen. Unter Angabe des Namen, der Buchungsnummer und der Kontodaten erhalten Sie innerhalb weniger Tage eine Erstattung auf ihr Konto. Ende 2021 soll der Thüringer Zoopark Erfurt dann wieder erleuchten. Die Magischen Lichternächte werden fortgeführt und die Besucher können sich schon jetzt auf dieses Winter-Highlight freuen.

Tiergarten Worms 11.01.2021
Tiergarten Worms: Rückblick auf das Corona-Jahr
Knapp sieben Wochen Schließzeit im Frühjahr 2020, eine starke Limitierung der Besucherzahlen, keine regulären Ferienspiele, kein Tiergartenfest, kein Herbstmarkt und eine erneute Schließung seit November – der Tiergarten Worms blickt auf ein schwieriges Jahr zurück und bedankt sich vor allem bei seinen treuen Besuchern für die Unterstützung. Der Pandemie zum Trotz, mit der richtigen Portion Mut und einem enormen Ehrgeiz hat der Tiergarten als einer der ersten Tiergärten und Zoos in Rheinland-Pfalz beim Lockdown im Frühjahr wieder öffnen können. Die unermüdlichen Anstrengungen der beiden Tiergartenleiter samt Mitarbeiter*Innen haben den Tiergarten nach vielen Erfolgsjahren vor noch stärkeren Blessuren bewahren können. Und dennoch sind die Aussichten auf das neue Jahr nicht gut. Es beginnt, wie es endete: mit einem gravierenden Lockdown und vielen Sorgen. Mit genau 218.190 Besuchern, die in 2020 nur in den Phasen der zwischenzeitlichen Öffnung kommen konnten, brachen die Besucherzahlen im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent ein. Kein Rekordjahr und doch ist dies unter den aktuellen Pandemiebedingungen als kleiner Erfolg zu werten. Betrachtet man allein die Einschränkungen und Reglementierungen, die man den Tiergarten-Besuchern aufgrund der Anordnungen und Auflagen zumuten musste: Sperrung der Tierhäuser, Streichelgehege und des Spielplatzes und begrenzte Ticketkontingente, einer Voranmeldung des Besuchs, der jegliche Spontaneität missen ließ, die Liste der Hürden für einen Besuch war lang. Es galt eine ganze Bandbreite an Informationen an die Besucher heranzutragen, ohne sie zu verschrecken. Nicht zu vergessen ist, wir alle fanden uns im April 2020 überhaupt das erste Mal inmitten dieser unvorstellbaren Ausnahmesituation wieder. „Wir haben das beste Publikum, das man sich nur wünschen kann, motivierte Mitarbeiter*Innen und mit dem Freundeskreis Tiergarten e.V. einen wichtigen Partner an unserer Seite, dafür können wir uns glücklich schätzen. Die Besucher haben das Konzept verständnisvoll und diszipliniert mitgetragen, es überwog die Freude über die Wiedereröffnung, auch wenn es zig Einschränkungen gab. Im Grunde waren unsere verfügbaren Ticketkontingente fast durchgehend ausverkauft, dafür sind wir mehr als dankbar“, so Uwe Franz, Beigeordneter derStadt Worms. Gleichzeitig schlugen die Belastungen durch den erhöhten Personalbedarf aufgrund der Pandemiepläne und das Wegbrechen sämtlicher Einnahmequellen enorm zu Buche. Einnahmeerlöse der Tiergartenfeste, wie dem Herbstmarkt, aber auch kleinere Sonderveranstaltungen, die über das Jahr hinweg hätten stattfinden sollen, mussten fristlos gestrichen werden. Belastungen, die der gemeinnützige Tiergarten allein in 2020 verkraften muss. Die Zeiten sind hart, der größte Zoo in Rheinland-Pfalz, der Zoo Neuwied, bangt bereits um seine Existenz. Seit Anfang November des vergangenen Jahres dauert der Lockdown nun schon an, weiterhin fehlt jeglicher Planungshorizont. Die pandemiebedingten finanziellen Einnahmeverluste durch ausbleibende Ticketverkäufe aus Tages- und Veranstaltungsgeschäften wiegen in der gesamten Branche schwer. „Die Situation für uns und viele unserer Kollegen ist sehr angespannt. Die Arbeit und insbesondere die Versorgung der Tiere lässt sich nicht über Kurzarbeit erledigen. Die Arbeit der Tierpfleger unterscheidet sich kaum von normalen Öffnungstagen: Gehege werden gereinigt, Tiere gefüttert und beschäftigt“, so die beiden Tiergartenleiter Wilfried Adelfinger und Marco Mitzinger. „Gegen Mitte des vergangenen Jahres sah es für den Tiergarten Worms sogar so aus, als könnte man den Ausfall der Besucherzahlen während des Lockdowns nahezu kompensieren. Wobei zu diesem Zeitpunkt schon klar war, dass man an das Rekordjahr 2019 nicht anknüpfen würde können“, resümiert Nina Scharer, Geschäftsführerin der Tiergarten Worms gGmbH, „dann spitzte sich die Situation mit der Schließung zum 2. November und der anhaltenden Planungsunsicherheit wieder dramatisch zu“. Freundeskreis Tiergarten Worms e.V. Eine wichtige Stütze ist der Freundeskreis des Tiergarten Worms e.V., der wie es Geschäftsführerin Michaela Schmitt beschreibt „seit den Wolfsnächten 2020 zur Untätigkeit verdonnert ist“. Corona macht den Mitgliedern des Freundeskreises sehr zu schaffen, weiß sie aus den vielen Gesprächen zu berichten. Da keine Veranstaltung, mit Ausnahme eines Pop-up-Events im Herbst stattfinden konnte, gab es für sie und die ehrenamtlichen Helfer auch keine Möglichkeit, Einnahmen aus gastronomischen Angeboten für den Tiergarten zu erzielen. Viele Rückfragen und Anrufe hat sie in Folge erhalten und alle suchten nach Möglichkeiten, den Tiergarten weiter zu unterstützen. „Die Anteilnahme war und ist ungebrochen groß, viele machen sich große Sorgen und suchen nach Möglichkeiten, dem Tiergarten zu helfen – auch finanziell“, berichtet Schmitt. Eine riesige Welle an Unterstützung habe sie so erfahren dürfen, und die Nachfrage nach Patenschaften für die Tiere nahm merklich zu. Über 100 neue Patenschaften konnte sie für den Tiergarten vermitteln, in 2019 waren es 32.Durch die Übernahme einer Tierpatenschaft für zunächst zwei Jahre werden die Futter- und Pflegekosten für die Tiere unterstützt. Als am Ende des Jahres wieder Wunscherfüller für die „Tierische Wunschliste“ gesucht wurden, fand Michaela Schmitt für jeden das richtige Weihnachtsgeschenk. Geschenke für die Tiere waren gelistet, aber auch für Tierpfleger und die Futterküche – knapp 100 davon konnten angeschafft werden, darunter auch Exotisches, wie etwa ein Futterautomat für die Paviane. Wer den Tiergarten Worms in dieser schwierigen Lage unterstützen möchte, kann dies unter anderem mit einer Spende oder dem Kauf von Jahreskarten tun. Besitzer einer Jahreskarte werden die Gültigkeit derselben erneut um die Zeit der Schließung verlängern können, vorerst gilt es aber die genaue Dauer des Lockdowns abzuwarten. Bereits im Frühjahr sollten Jahreskartenbesitzer hier keinen Nachteil durch die behördlich angeordnete Schließung erfahren. Ihre Spende kommt tierisch gut an… Unterstützen Sie den Tiergarten Worms durch Ihre Spende! Spendenbescheinigung: Bitte tragen Sie auf Ihrem Überweisungsträger Ihre vollständige Adresse ein. Gerne senden wir Ihnen dann eine Spendenbescheinigung zu. Spendenkonto: IBAN DE84553500100022040414

Zoologisch-Botanischer Garten Wilhelma Stuttgart 11.01.2021
Rückblick 2020 und Ausblick 2021 – Wilhelma startet mit Glücksferkeln und Hoffnung ins neue Jahr
Das Corona-Jahr hat auch bei der Wilhelma ins Kontor geschlagen. Doch zerfällt die Bilanz des Zoologisch-Botanischen Gartens in Stuttgart für 2020 in zwei Gegensätze. Während sich die Zahl der Gäste aufgrund der Infektionsschutz-Maßnahmen glatt halbiert hat und die bisher weitgehende Eigenfinanzierung unmöglich machte, konnte die Wilhelma ihre inhaltliche Arbeit in Zoologie, Botanik, Parkpflege und Artenschutz fortsetzen und dabei einige Erfolge aufweisen. Statt jeweils rund 1,67 Millionen Besucherinnen und Besuchern in den beiden Vorjahren passierten 2020 exakt 805.001 Gäste die Tore. Der Bau moderner Gehege, seltene Geburten, neue Tierarten, umgestaltete Spielplätze, verstärkte Kooperationen und hoher Besuch waren die Höhepunkte im abgelaufenen Jahr. Für 2021 stehen bedeutende Neu- und Umbauten sowie die Vorbereitung der Gepardenzucht auf dem Programm. Zudem sollen neue Bären einziehen. Wann der Park nach der aktuellen Corona-Schließung wieder öffnen darf, steht noch nicht fest. Derzeit gilt die Schließung bis mindestens Ende Januar. Im Frühling und Winter zusammen musste die Wilhelma 2020 ein Drittel des Jahres vorsorglich komplett schließen, und im Sommerhalbjahr herrschte durchgehend ein Besucherlimit. „Bei 800.000 Gästen sehe ich daher das Glas eher als halbvoll an“, sagt Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin. „Gerne hätten wir mehr Menschen den Park zugänglich gemacht. Aber wenn durch die Beschränkungen mehr gesund geblieben sind, war das ein notwendiger Kompromiss. Zum Glück gab es kaum Ansteckungsfälle in unserer Belegschaft und wir haben keine Tiere durch COVID-19 verloren.“ Erleichtert habe es die Arbeit, dass die Wilhelma als Landesbetrieb das Land im Rücken habe, das Verluste ausgleichen könne. „Wir mussten den Betrieb ohne einen Tag Pause aufrechterhalten, um unsere exotischen Tiere und Pflanzen über die Runden zu bringen“, betont der Direktor. „Darauf, dass die Kolleginnen und Kollegen dies zur Einhaltung der Mindestabstände in kleineren Teams und Wechseldiensten so gut bewerkstelligt haben, können sie stolz sein. Ich bin ihnen sehr dankbar für den tollen zusätzlichen Einsatz über all die Monate.“ Zu den Besonderheiten gehörten 2020 die Geburten bei extrem seltenen Tierarten: Wertvolle Kälber kamen bei den Okapis, den Bongos und den Säbelantilopen zu Welt. Unter den Menschenaffen hatten die Bonobos Nachwuchs. Als Neuzugänge sind jetzt erstmals in der Geschichte der Wilhelma Yaks und Kirk-Dikdiks zu sehen. Die Grunzochsen leben auf der neuen Anlage für Asiatische Huftiere. In diesen im Juli eröffneten Gehegen leben außerdem Trampeltiere und Mesopotamische Damhirsche. Die Dikdiks gehören zu den kleinsten Antilopen der Welt und teilen sich ihr Domizil mit den großen Bongo-Antilopen, was für die Betrachter einen enormen Kontrast ergibt. Zu den Verbesserungen des vergangenen Jahres zählten auch die Erneuerung und Umgestaltung vieler Spielplätze, allen voran des Hauptspielplatzes vor dem Amazonienhaus. Auf seinen 1000 Quadratmetern hat er ein Dschungelflair erhalten und ist im Mai freigegeben worden. Das nationale und sogar internationale Renommee der Wilhelma stärkten zusätzlich die Fachbereiche der Botanik und der Parkpflege. Im Frühjahr gewannen ihre Zierpflanzen-Gärtnerinnen und -Gärtner bei der Deutschen Kamelienblütenschau im sächsischen Pirna mit einem prachtvollen Exemplar der Sorte „Nuccio’s Pearl“ unter rund 1000 Mitbewerbern den Preis für die schönste Blüte Deutschlands. Mit ihrer im Aufbau befindlichen „Erhaltungssammlung für Kaffee-Varietäten“ war die Wilhelma auf der Fachmesse für Gastronomie INTERGASTRA ein begehrter Anlaufpunkt für Kaffeeplantagen-Besitzer und Kaffeeröster aus der ganzen Welt. Neuland hat der Zoologisch-Botanische Garten mit der Kooperation mit dem Inselstaat Palau betreten. Durch die systematische Erfassung und Nachzucht von nur dort vorkommenden Pflanzen soll der von den Effekten der Klimaerwärmung bedrohten Südsee-Flora in Stuttgart das Überleben gesichert werden. Die Erhaltung der heimischen Vielfalt stand im Mittelpunkt der Visite von Österreichs Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka, der im Juli bei einem viertägigen Staatsbesuch in Baden-Württemberg in der Wilhelma Station machte. Das Thema liegt dem Mitbegründer der Umweltbewegung „Natur im Garten“ besonders am Herzen. Sie hat sich der Förderung naturnaher Gärten verschrieben hat, damit der Artenreichtum auch in den vom Menschen geschaffenen Refugien bewahrt bleibt. „Gerade in Zeiten des Klimawandels und Artensterbens ist es wichtig, botanische Raritäten zu bewahren und die Vielfalt der Natur, wie hier in der Wilhelma, den Menschen zugänglich zu machen“, zeigte sich Sobotka beeindruckt. Eine Auszeichnung im Rahmen der UN-Dekade zur Biologischen Vielfalt erhielt der Fachbereich Parkpflege der Wilhelma zusammen mit dem BUND-Kreisverband Stuttgart für den gemeinsamen Schmetterlingsschutz. Durch naturnahe Wiesenpflege schaffen die Kooperationspartner seit zehn Jahren in der Landeshauptstadt insektenfreundliche Grünflächen und kartieren die dort wachsende Artenvielfalt unter den Faltern. Trotz der Herausforderungen im eigenen Betrieb konnte die Wilhelma im „Katastrophenjahr“ auch Regionen in größter Not aushelfen. Die Buschbrände in Australien und Waldbrände im brasilianischen Pantanal hatten 2020 nie dagewesene Ausmaße angenommen. Mit umgerechnet 80.000 beziehungsweise 25.000 Dollar aus ihrem Artenschutz-Budget und Spenden ihrer Gäste unterstützte die Wilhelma die Soforthilfe vor Ort. Die Gelder dienten der Rettung und Notversorgung von Tieren mit Brandverletzungen und der Beschaffung von Ausrüstung für Feuerwehrleute und Veterinäre. Einen unverhofft schönen Abschluss fand das schwierige Jahr mit der Geburt von „Glücksschweinchen“ bei den Schwäbisch-Hällischen Landschweinen auf dem Schaubauernhof. Rechtzeitig zum Jahreswechsel brachte Hedda am zweiten Weihnachtstag überraschend sechs Ferkel der seltenen heimischen Rasse zur Welt. Die Zuchtsauen Hedda und Arielle hatten lange nicht mehr geworfen. Alle Versuche, sie und Eber Porsche zu verpaaren, waren fehlgeschlagen. Bei einer üblichen Tragzeit von drei Monaten, drei Wochen und drei Tagen könnten sie dreimal im Jahr werfen. Doch seit 2018 war Stille im Stall. „Wir hatten unsere Anstrengungen schon eingestellt und nicht mehr damit gerechnet“, sagt Revierleiter Stephan Paspalaris. „Weil bei Schweinen Ultraschalluntersuchungen oft keine eindeutigen Ergebnisse liefern, waren wir jetzt völlig überrascht.“ Direktor Kölpin freut sich über den lebhaften Zuwachs: „Den Symbolcharakter der Glücksferkel nehme ich gern als gutes Omen auf, schließlich wir können im neuen Jahr positive Nachrichten gebrauchen“, sagt er. Denn die Wilhelma hat 2021 eine Menge vor. Als Erstes wird bereits Ende Januar auf der umgebauten ehemaligen Eisbärenanlage die Ankunft einer Gepardin aus dem Zoo Salzburg erwartet. Mit ihr und den beiden Wilhelma-Katern Zawadi und Haraka soll die Zucht der bedrohten Raubkatzen beginnen. Nachdem Brillenbär Ambrose im November altersschwach gestorben ist, sollen ebenfalls im Frühjahr neue Artgenossen einziehen. Große Vorfreude herrscht auf die Fertigstellung des KVI: Das Kürzel steht als Arbeitstitel für ein neues, sehr vielfältiges Haus, in dem viele kleine Säugetiere, Vögel und Insektivoren (also Fleischfressende Pflanzen) zu sehen sein werden. Das Gebäude hinter dem Wintergarten soll im Sommer öffnen. Zu den Bauvorhaben gehört auch Phase zwei der neuen Asienanlagen im oberen Parkbereich. Gegenüber der Huftieranlage soll im Laufe des Jahres ein asiatischer Bauernhof entstehen. Und ganz ambitioniert sei schon ein Blick auf das Ende des gerade begonnenen Jahres erlaubt: Das Großprojekt Terra Australis steht in den Startlöchern. Das frühere Menschenaffenhaus ist dafür bereits entkernt. Sobald die Baugenehmigung vorliegt, geht es an den Innenausbau, damit bei gutem Baufortschritt Ende 2021/Anfang 2022 charismatische Botschafter vom Fünften Kontinent einziehen können: wie Koala, Baumkänguru und Quoll.

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