Wolfgang Schwerdt: Rotbartsaga – Die Abenteuer des legendären Schiffskaters Teil 1: Das Vermächtnis des Kapitäns Carl Carlszoon (Rezension)

Es war reiner Zufall, dass ich auf die Geschichte des legendären Schiffskaters Rotbart gestoßen bin – vielleicht aber auch nicht. Auf jeden Fall hat ein alter Holländer damit zu tun, dass ich Carlszoons Cottage an der Mündung des Mystic-River an der Nordwestküste von Connecticut USA entdeckte. Dort fand ich auf dem Dachboden Dokumente, Tagebücher und eine Unmenge Souveniers des holländischen Kapitäns Carl Carlszoon. Der reiste im 17. Jahrhundert um die Welt und hat in seinen Journalen viel über seinen treuen Begleiter, den Schiffskater Rotbart, berichtet. In diesem Buch mit dem Untertitel „Das Vermächtnis des Kapitäns Carl Carlszoon“ erzähle ich, wie ich auf die Rotbartgeschichte gestoßen bin und wie aus dem Sohn der Katzenspelunkenbetreiberin auf der holländischen Insel Texel der legendäre Schiffskater Rotbart geworden ist.
Fünf Reisen hat der sagenhafte Rattenfänger gemacht, die ihn in alle Teile der Welt geführt haben. Einzelne Episoden dieser Reisen sollen einen Vorgeschmack geben, was den Leser in den folgenden fünf Bänden der Rotbartsaga erwartet. In diesem Buch erfährt der Leser erst einmal die Geschichte wie alles begann, mit kleinen und großen Abenteuern des vierbeinigen Seemanns und seiner KollegInnen.
Das Buch verbindet Abenteuer, Geschichte, Seefahrt und natürlich Katzengeschichten in einer Form, die Leser von 12 bis 120 begeistert.
Ich habe eine Art Piratengeschichte mit Katzen erwartet oder zumindest Seefahrergeschichten mit Katzen, verglichen mit den beliebten Katzenkrimis, gemischt mit zahlreichen Illustrationen und Informationen zu Schifffahrt und Schiffskatzen.
Eine interessante Mischung aus Information und Fiktion.
Aber ich wurde enttäuscht. Die ersten Kapitel des Buchs ziehen sich mit langatmigen Beschreibungen wie der Autor auf den legendären Schiffskater Rotbart und den Kapitän Carl Carlszoon aufmerksam wurde. Danach gibt es Zusammenfassungen der Erlebnisse des Katers und seiner tierischen Freunde, die wohl ausführlicher in nachfolgenden Romanen beschrieben werden sollen.
Ich würde mich eher als Hundemensch bezeichnen, aber zumindest Katzenkrimis sind interessanter als Hundekrimis. Seefahrende Hunde sind mir noch nicht untergekommen, so dass mir ein direkter Vergleich fehlt.
Aber, da wo es spannend hätte sein können, langweilte es. Mich haben die angedeuteten Abenteuer Rotbarts nicht fesseln können, auchder Schreibstil hat mich nicht überzeugt.
Interessant war das Kapitel über Schiffskatzen und – hunde. Acht Seiten, die wirklich interessant waren.
Der erste Teil der Rotbartsaga ist interaktiv. Mit Hilfe verschiedener QR-Codes erhält man weitere Informationen in Form von Videos oder Blogbeiträgen. Manchmal wirklich interessant, manchmal eher nicht.

Mehr über das Projekt findet man hier.

Für mich stellte das Buch eine Enttäuschung dar. Ich hätte mir spannende Seefahrerabenteuer aus Katzensicht gewünscht. Aber aufgrund des Schreibstils, mit dem ich mich nicht anfreunden konnte, und der sehr nüchtern auf mich wirkte, ging die Spannung verloren.
Ich weiß nicht, ob die ausführlichen Abenteuer des Schiffskater Rotbart fesselnder geschrieben werden (der erste Teil, Schiffbruch vor Sumatra, ist 2018 erschienen), aber mein Interesse an der Rotbartsaga ist erloschen.

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