TTT: Freestyle


Der erste Freestyle in diesem Jahr und der erste an dem ich teilnehme. Den Freestyle gibt es schon länger beim TTT, aber bisher konnte ich nicht teilnehmen, weil ich meist im Urlaub war und da andere Dinge im Kopf habe … und selbst wenn ich hätte teilnehmen können… ein Thema ist mir nicht eingefallen, da ich keinen verpassten TTT nachholen wollte… denn das ist einer der Möglichkeiten beim Freestyle:
Ein verpasster TTT oder eine Liste zu einem Thema nach eigener Wahl-
Aleshanee hat in den letzten Jahren immer zehn buchige Vorsätze vorgestellt, das habe ich mir auch überlegt, aber ich würde keine 10 zusammenbringen… also habe ich mich zu einem ungewöhnlichen eigenen Freestyle entschieden, der mehrere (hypothetische) TTTs vereint:
1. Sachbücher (werden viel zu wenig vorgestellt, und viel zu selten gelesen …)
Habe ich bereits hier vorgestellt
2. Bücher von meiner Wunschliste (das Thema kommt ja öfter in verschiedenen Variationen)
10 Wunschbücher: Autoren unbekannt
Welche Bücher schlummern schon viel zu lange auf eurer Wunschliste (Da schlummern sie übrigens immer noch …)
Wunschlisten-Bücher, die noch dieses Jahr einziehen sollen (bis auf zwei haben es sogar alle geschafft)
3. Bücher, die keiner kennt (das gelingt mir ja regelmäßig)
4. Bücher, mit einem ungewöhnlichen Thema

Und so habe ich einen ungewöhnlichen Freestyle:
10 ungewöhnliche Sachbücher von meiner Wunschliste, die niemand kennt und die ich noch nie genannt habe und vermutlich auch nie wieder erwähnen werde

Joachim Boessneck: Die Tierwelt des Alten Ägypten: Untersucht anhand kulturgeschichtlicher und zoologischer Quellen

Bobby Derie: Sex und Perversion im Cthulhu-Mythos (AffiliateLink)
Ein intimer Blick auf H. P. Lovecraft und sein literarisches Erbe Glitschige Lust im Cthulhu-Mythos: Ist ein Tentakel wirklich nur ein Tentakel? Wie seltsam war H. P. Lovecrafts Beziehung zu seiner Ehefrau tatsächlich? Verdrängte der angeblich asexuelle Autor jegliche Lust in sein unheimliches Werk? Jedenfalls scheute er sich nicht, echte Perversionen zu schildern – die Schwängerung einer Frau durch Yog-Sothoth in ›Das Grauen von Dunwich‹ oder die Paarung von Menschen mit seltsamen Meereskreaturen sind nur zwei Beispiele dafür. Oder war Lovecraft ein heimlicher Homosexueller? Offenbart sich mehr in der Erzählung ›Das Ding auf der Schwelle‹, in der Edward Pickman Derby mit seiner Frau Asenath schläft, in deren Körper jedoch der dämonische Geist ihres verstorbenen Vaters steckt? Nach der Analyse von Lovecrafts Leben und Werk geht Bobby Derie auf die weitere Entwicklung des Cthulhu-Mythos ein. Auch 80 Jahre nach dem Tod des Meisters wird Lovecrafts bizarre Cthulhu-Erotik immer noch fortgeführt – von Schriftstellern, die den Sex viel drastischer schildern, als Lovecraft es sich jemals getraut hätte. Die bisher informativste Studie zu diesem heiklen Thema.

Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde: Die Zurschaustellung „exotischer“ Menschen in Deutschland 1870-1940 (AffiliateLink)
Größte Sehenswürdigkeit! Sudanesen im Zoologischen Garten! – Völkerschauen, in denen Menschen aus Afrika, Asien und Amerika ausgestellt wurden, faszinierten bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs ein großes Publikum in ganz Europa. Anke Dreesbach schildert, wie die Spektakel organisiert und finanziert, durchgeführt und in der Öffentlichkeit wahrgenommen wurden. Indem sie zeigt, welches Wissen über fremde Kulturen zirkulierte und welche Praktiken des Umgangs mit fremden Völkern es in europäischen Gesellschaften gab, leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Kulturgeschichte des Kolonialismus.

Donna J. Haraway: Unruhig bleiben: Die Verwandtschaft der Arten im Chthuluzän (AffiliateLink)
Was kommt nach dem Menschen?
In Donna Haraways Büchern wimmelt es von Cyborgs, Primaten, Hunden und Tauben. Die Grenze zwischen Mensch und Maschine sowie zwischen Mensch und Tier verschwimmt. In ihrem neuen großen Buch ruft die feministische Theoretikerin das Zeitalter des Chthuluzän aus, das eben nicht – wie im Anthropozän – den Menschen ins Zentrum des Denkens und der Geschichte stellt, sondern das Leben anderer Arten und Kreaturen, seien es Oktopusse, Korallen oder Spinnen. Und nicht nur das: Es sollen neue Beziehungen entstehen, quer zu Vorstellungen biologischer Verwandtschaft. Im Zuge dessen setzt sich Haraway auch mit dem Klimawandel auseinander. Einmal mehr erweist sie sich als eine originelle und radikale Denkerin der Gegenwart.

Lydia Kang: Abgründe der Medizin – Die bizarrsten Arzneimittel und kuriosesten Heilmethoden der Geschichte (AffiliateLink)
Eine schaurig-schöne Reise durch die Abgründe der Medizingeschichte – rezeptfrei und mit Gänsehautgarantie!
Wieselhoden als Verhütungsmittel, Aderlass gegen Blutverlust oder glühende Eisen bei Liebeskummer: Aus heutiger Sicht mögen solche Behandlungsmethoden völlig absurd erscheinen. Aber es gab Zeiten, da glaubte man fest an ihre Wirkung. Entweder weil man wissenschaftliche Erkenntnisse bewusst ignorierte oder die Medizin einfach noch nicht so weit war. Dieses reich bebilderte Buch ist ein ebenso informatives wie unterhaltsames Sammelsurium dessen, was den Menschen im Laufe der Jahrhunderte fälschlicherweise als Heilung versprochen wurde – und nicht selten das genaue Gegenteil bewirkte.

Sandrine Lemaire: MenschenZoos – Schaufenster der Unmenschlichkeit (AffiliateLink)
Verdrängt und vergessen sind die Menschen, die man wie Tiere hinter Barrieren ausstellte. Millionen von Menschen sahen in der westlichen Welt Völkerschauen. Die Schaulustigen, z.B. in Hamburg, Berlin, Leipzig, Dresden, Köln, Düsseldorf, München, Wien und Basel, waren fasziniert von den „Wilden“. Carl Hagenbeck war Europas führender Veranstalter. Die MenschenZoos trugen entscheidend dazu bei die rassistische Denkweise der „Wissenschaft vom Menschen“ auf breite Bevölkerungskreise auszudehnen. Die „MenschenZoos“ zeigen uns die Entstehung unserer bis heute fortbestehenden Vorurteile.

Susann Lewerenz: Die «Deutsche Afrika-Schau» (1935-1940): Rassismus, Kolonialrevisionismus und postkoloniale Auseinandersetzungen im nationalsozialistischen Europa (AffiliateLink)
Diese Arbeit untersucht den kolonialrevisionistischen Diskurs und die damit verbundenen rassistischen Praktiken gegenüber Schwarzen im NS-Regime. Im Mittelpunkt dessen steht die Deutsche Afrika-Schau. Diese zwischen Varieté und Völkerschau angesiedelte Wanderschau, in der in Deutschland lebende schwarze Menschen auftraten, wurde von 1936 bis zu ihrem Verbot 1940 zunehmend staatlich kontrolliert. Das Spannungsverhältnis zwischen rassistischer Ausschließung und kolonialrevisionistischer Instrumentalisierung, das die Schau durchzog, eröffnete den Schaumitgliedern einen prekären, maßgeblich von den Kategorien ‘Rasse’ und ‘Geschlecht’ bestimmten Handlungsraum. Dieser wurde Ende der 1930er-Jahre zu einem Ort postkolonialer Auseinandersetzungen um Erinnerung und nationale Zugehörigkeit.

Jan Mohnhaupt: Tiere im Nationalsozialismus (AffiliateLink)
Tiere in Alltag und Ideologie der Diktatur: Jan Mohnhaupt erzählt ein bisher vernachlässigtes Kapitel der NS-Geschichte.
Kartoffelkäfer als Kriegswaffe, Schweine zur „Volkserziehung“ – Tiere wurden von den Nazis vereinnahmt. Die Hundezucht diente ihnen als Vorbild für ihren Rassenwahn. Insekten waren Teil der Kriegsvorbereitung. Und der Hirsch sollte den Mythos vom „deutschen Wald“ stützen. In Tagebüchern, Fachzeitschriften, Schulfibeln und Propagandamaterial stößt Jan Mohnhaupt auf Tiere und ihre besondere Rolle im Nationalsozialismus. Im Stil einer historischen Reportage begibt er sich auf ihre Spuren, von den Pferden an der Ostfront bis zu den Katzen in deutschen Wohnzimmern. Er macht deutlich: Auch in diesem Ausschnitt der NS-Geschichte zeigt sich das nationalsozialistische Weltbild überraschend klar.

Hans Hermann Schomburgk: Bwakukama; Fahrten Und Forschungen Mit Büchse Und Film Im Unbekannten Afrika (AffiliateLink)
Der Krieg ist Schuld daran, daß dies Werk erst iet;t er scheint, denn weder als Offizier im Felde noch später in der Heimat hatte ich Lust, die Arbeit zu vollenden. Zu nichtig erschienen mir alle Erlebnisse in Afrika gegen das, was wir im Kriege täglich vor Augen sahen. Erst vor einem lahre begann ich wieder, den Bitten großer Zeitschriften folgend, über meine Erlebnisse zu schreiben. Mein Verleger weiß, welche Mühe es gekostet hat, mich zur Vollendung des vorliegenden Werkes zu bewegen. (Aus dem Vorwort)

Hilke Thode-Arora: From Samoa with Love?: Samoa-Völkerschauen im Deutschen Kaiserreich – eine Spurensuche
Zwischen 1895 und 1911 reisten meist ranghohe Samoaner mit Völkerschauen nach Deutschland –für die Samoaner die einzige Gelegenheit, politische Kontakte mit der Kolonialmacht zu knüpfen, für das Publikum Amüsement und die Möglichkeit, Sehnsüchte nach exotischen Welten zu stillen. Der Band ist eine detaillierte Rekonstruktion der Völkerschauen und eine Spurensuche nach deutschen und samoanischen Interessen.Die Schauen gastierten in Vergnügungsparks, zoologischen Gärten und sogar auf dem Münchner Oktoberfest: Das Publikum reiste »für fünfzig Pfennig um die Welt« und konnte »typisch« samoanische Kultur wie Tänze, Musik und Waffenspiele erleben. So wurden die Vorstellungen geprägt, die man sich von fremden Kulturen macht(e).

Mehr Freestyle-TTTs gibt es bei Aleshanee.

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7 Antworten zu TTT: Freestyle

  1. Petra Berger sagt:

    Hallo Martin, ich wünsche dir und deinem Partner ein gesundes und frohes neues Jahr, angefüllt mit tollen Büchern. Die Ludwig Verschwörung habe ich tatsächlich 2x gelesen und von Alisha Bionda kenne ich zwei Bücher. Ansonsten kenne ich kaum etwas. Liebe Grüße Petra

    • Martin sagt:

      Hallo Petra,
      ich habe zwar keine Ahnung worauf du dich bei deinem Kommentar beziehst, aber ich hoffe du bist gut ins neue Jahr gekommen und wirst ein interessantes Lesejahr haben.
      LG
      M

  2. Aleshanee sagt:

    Schönen guten Morgen und ein Frohes Neues Jahr!

    Haha, das ist ja ein witziger Zusammenschluss an Themen, den ich sehr gelungen finde, ich mag die Idee! 😀
    Die Buchtitel und Cover sagen mir alle nichts und ich muss auch gestehen, dass mich jetzt keins so direkt vom Thema her anspricht.
    „Abgründe der Medizin“ erinnert mich an diese anderen Bücher… ich weiß nicht mehr, wie die heißen – irgendwas mit „Horror der frühen Medizin“ oder so ähnlich. Ich glaube, die hast du auch gelesen oder mal gezeigt? Das ist schon ein echt interessantes Thema, aber ich weiß gar nicht, ob ich da so genau mit den ganzen Details darüber lesen wollen würde ^^

    Auf jeden Fall hast du wieder interessante Bücher herausgepickt und ich bin sicher, dass hier viele kaum was davon kennen 😀 Ein Hoch auf die Büchervielfalt!

    Liebste Grüße, Aleshanee

    • Martin sagt:

      Hallo Aleshanee,
      DER HORROR DER FRÜHEN MEDIZIN habe ich tatsächlich schon ein paar Mal vorgestellt, Bücher dieser Art lese ich gerne, weil ich mich für die Geschichte der Medizin sehr interessiere. Aber nicht nur dafür, was man ja sehen kann.
      Ist mein erster Freestyle, bisher habe ich dabei mit Abwesenheit geglänzt.
      Und was die Büchervielfalt anbelangt …. ein Hoch auf den TTT, der diese zum Vorschein bringt, egal ob man mit den Büchern persönlich etwas anfangen kann oder nicht.
      Liebe Grüße
      Martin

  3. Steffi Bauer sagt:

    Hallo Martin,

    ich wünsche dir erstmal ein gutes und gesundes neues Jahr. Na schön, dass du dieses mal beim Freestyle dabei bist.
    Das Thema ist auf jeden Fall aufs einem interessante Zusammenschluss entstanden. Aber bei Sachbüchern bin ich auch einfach raus. Dafür kann ich nur wenig Interesse aufbringen.

    Hier geht’s zu meinem Beitrag

    Liebe Grüße und einen schönen Donnerstag,
    Steffi vom Lesezauber

  4. Andrea sagt:

    Huhu Martin 🙂

    Gesundes neues! Ich hoffe, du bist gut rüber gerutscht!
    Was für ein absolut origineller und genialer Titel! Da hätte ich definitiv keine passenden Bücher gefunden, zumal ich in dem Bereich auch kaum lese.
    Kennen tue ich von den Büchern wenig überraschend keins. „Abgründe der Medizin“ klingt nach einem interessanten Thema, würde ich jetzt aber auch nicht unbedingt sofort lesen wollen.

    Lieben Gruß
    Andrea

  5. calipa sagt:

    Huhu Martin,

    Ein Gesundes neues für dich, ich hoffe du bist heil in 2026 angekommen!

    Du hast einen tollen Beitrag geschrieben! Wie so oft, kenne ich leider keinen deiner vorgestellten Titel, allerdings meine ich, das mein Vater das Buch von Jan Mohnhaupt „Tiere im Nationalsozialismus“ auch gelesen hatte.

    Liebe Grüße
    Calipa

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