Verbrechen aller Art üben auf Menschen eine besondere Faszination aus, aber wer würde darauf kommen, dass das Böse gleich hinter dem Gartentor lauert? Wirft man einen Blick in den Mikrokosmos zwischen Beet und Topf, kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Denn von Insekten über Pflanzen bis hin zu kleinen Säugetieren – der Garten ist voller Verbrecher! Werde zum Kommissar im eigenen Garten: 20 Fälle vom Vandalismus bis zum heimtückischen Mord sind zu lösen. Wer ist verdächtig? Lässt sich der Täter anhand seiner biologischen Merkmale überführen? Welches Motiv hatte er? Geh‘ auf Spurensuche! Oder schlägst du dich etwa auf die Seite des Bösen, um Blattläuse, Schnecken und Co. loszuwerden?
True Crime einmal anders … oder der alltägliche Alltag im Garten. Das mag man sehen wie man will, aber tatsächlich bietet MORD IM NACKTSCHNECKEN-MILIEU ein interessantes Konzept. Beschrieben werden, ganz krimilike, Tatort und Indizien, es gibt Zeugenaussagen und Verdächtige, und am Schluss auch den Täter, der aufgrund des Ausschlussverfahrens ermittelt wird. Aber das ist noch nicht alles, denn … der Leser kann zum Mittäter werden. Denn nicht alle Bösewichte will man nicht im eigenen Garten haben, der Übergang zwischen Gut und Böse kann fließend sein. Mag sein, dass niemand den Waschbär im Garten haben will, aber diverse Mäusearten sind durchaus nützlich (wenn sie dort bleiben wo sie bleiben sollen).
Mit MORD IM NACKTSCHNECKEN-MILIEU gelingt der Diplom-Biologin Elke Schwarzer ein ungewöhnliches Sachbuch, das Naturbeobachtung und Krimiparodie auf ebenso unterhaltsame wie lehrreiche Weise verbindet. Statt eines klassischen Gartenratgebers erwartet die Leser eine Sammlung von zwanzig „Kriminalfällen“, die sich im Mikrokosmos des Gartens abspielen, vom mysteriösen Blattfraß bis zum „Giftmord“ an Pflanzen. Jeder Fall wird wie eine echte Ermittlungsakte aufgebaut: mit Tatortbeschreibung, Indizien, Verdächtigen und schließlich der Auflösung, bei der ein Tier, eine Pflanze oder sogar der Mensch als „Täter“ entlarvt wird.
Die Stärke des Buches liegt in seiner originellen Erzählweise. Schwarzer nutzt den Tonfall eines Detektivromans, um biologische Zusammenhänge verständlich zu machen. Dadurch werden selbst alltägliche Vorgänge, etwa Schneckenfraß, Schädlingsbefall oder Konkurrenz zwischen Arten, zu spannenden Rätseln. Diese Mischung aus Humor und Wissenschaft vermittelt Wissen spielerisch und lädt dazu ein, den eigenen Garten mit neuen Augen zu betrachten. Zahlreiche hochwertige Farbfotos und Illustrationen ergänzen die Texte und helfen dabei, die „Verdächtigen“ eindeutig zu identifizieren. Die Kapitel sind kurz und in sich abgeschlossen, sodass man das Buch sowohl am Stück als auch zwischendurch lesen kann.
MORD IM NACKTSCHNECKEN-MILIEU ist ideal für Gartenliebhaber und Naturfreunde mit Sinn für Humor. Und vielleicht findet auch der TrueCrime-Fan Gefallen und der Krimiautor Inspiration.
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(Rezensionsexemplar)

