Das heutige Highlight sollte der Besuch der SemperOper bei Nacht sein. Davor mussten wir aber noch von Halle nach Dresden, über den Zoo Leipzig und den Tierpark Riesa.
Im Zoo Leipzig war es glatt, zumindest eine Warnung wäre angebracht gewesen. Und wenn es eine gab hätte ich sie mir sichtbarer gewünscht.
Es hatte aber auch den Vorteil, dass nicht so viele Besucher im Zoo waren, das haben wir auch schon ganz anders erlebt.
Gondwana- und Pongoland musste man (wegen der Vogelgrippe) über Desinfektionsmatten betreten und verlassen, begehbare Volieren, wie die Geiervoliere, die Flamingovoliere und auch die Känguruanlage (wegen der Kraniche) waren gesperrt (aus tierpflegertechnischen Gründen).
In Gondwanaland wurde ich hinterrücks von einer Kronentaube „überfallen“. Es kam eine Warnung, dann spürte ich den Hauch des Todes. Der Vogel berührte mich nicht sondern landete nur vor mir. Keine Ahnung wie ich ohne Warnung reagiert hätte.
Ein weiteres „Kronentaubenabenteuer“ hatten wir am Baumkronenpfad, wo eine Taube vor uns eine Händebrücke entlang ging … schön gemütlich. Sie flog nicht davon und sie ließ sich auch nicht überholen. Die Menschenmenge hinter ihr störte sie nicht.
Bevor wir uns dann wieder in die Kälte der realen Welt begaben, machten wir ein kleines Mittagessen im Restaurant. Uns lächelten die Gyosas an, aber geschmacklich konnten sie nicht überzeugen … ob das grundsätzlich so ist oder am Restaurant lag? Vielleicht muss ich noch anderswo Gyosas essen.
Im Zoo selbst wurden wir Zeuge, wie eine Löwin einen Baum besprang. Das hatten wir noch nie gesehen war aber wohl keine Seltenheit … so wie der Baum aussah.
- Löwe im Baum (Zoo Leipzig)
- Löwe im Baum (Zoo Leipzig)
- Löwe im Baum (Zoo Leipzig)
Nach viereinhalb Stunden Zoobesuch ging es weiter nach Riesa. Vogelgrippe bedingt waren einige Vögel nicht zu sehen und über einige Volieren hatte man Planen gespannt.
Und dann fuhren wir nach Dresden, wo wir, nachdem wir im Wenzel gegessen hatten in die Oper gingen.
Die Führung begann um 21 Uhr und dauerte eine Stunde.
Wir waren drei Gruppen, aber nicht die einzigen in der Oper. Auf der Bühne wurde gerade umgebaut. Dementsprechend viele Bühnenarbeiter und andere waren vor Ort.
Die Führung nannte sich SEMPEROPER BEI NACHT …war aber eine normale Führung durch die Oper, in der wir viel über die Geschichte und Architektur erfuhren … nur dass es draußen dunkel war.
Die Semperoper in Dresden ist die Spielstätte der Staatsoper Dresden, die als ehemalige königliche Hofoper Sachsens eine lange geschichtliche Tradition hat.
Die Oper befindet sich am Theaterplatz im historischen Stadtkern von Dresden in der Nähe der Elbe. Sie ist nach ihrem Architekten Gottfried Semper benannt, der sie im Auftrag von König Johann 1871 bis 1878 im Stil der Neurenaissance erbaute. Nach der Zerstörung 1945 wurde die Semperoper 1977 bis 1985 rekonstruiert.
Frühester Vorläufer war das Opernhaus am Taschenberg, das 1667 eingeweiht, aber 1708 zur katholischen Hofkapelle umfunktioniert wurde. Das Opernhaus am Zwinger, welches von 1719 bis 1849 bestand, wird oftmals als „Vorgängerbau“ der Semperoper bezeichnet. Das bis zu 2000 Besucher fassende Dreirangtheater unweit des heutigen Porzellanpavillons des Zwingers wurde jedoch nur bis 1763 als Oper genutzt. Danach hat man bis 1841 das sogenannte Morettische Opernhaus verwendet, während das Opernhaus am Zwinger zum Redouten- und Konzertsaal wurde.
Von 1838 bis 1841 errichtete der Baumeister Gottfried Semper (1803–1879) ein neues königliches Hoftheater. Der Rundbau in den Formen der italienischen Frührenaissance wurde als eines der schönsten europäischen Theater berühmt. Auch eine oberhalb der Bühne angebrachte Digitaluhr des Dresdner Uhrmachers Gutkaes erregte Aufsehen. Das erste Opernhaus Sempers lag erheblich näher zum Schloss als sein heute noch bestehender zweiter Theaterbau; vor der Oper wurde 1840 der Vorläufer des heutigen Theaterplatzes angelegt. Am 21. September 1869 wurde das Gebäude bei einem Brand völlig zerstört.
Schon vier Wochen nach der Brandkatastrophe begannen die Bauarbeiten an einem Interimstheater am Zwingerwall hinter den Ruinen des alten Theaters. Nach nur sechs Wochen Bauzeit wurde die mit einfachen Konstruktionsmitteln errichtete Spielstätte, die rund 1800 Besuchern Platz bot und im Volksmund den Beinamen „Bretterbude“ trug, mit Goethes Iphigenie auf Tauris am 2. Dezember 1869 eröffnet.
Gottfried Semper musste 1849 wegen seiner Beteiligung an den Maiaufständen fliehen und durfte viele Jahre lang sächsischen Boden nicht mehr betreten. Im Ausland schuf er in dieser Zeit zum Beispiel gemeinsam mit Carl von Hasenauer das Wiener Burgtheater. Nach der Zerstörung der ersten Semperoper 1869 wurde bereits 1871 mit dem Bau des zweiten Hoftheaters begonnen. Während der Bauarbeiten durfte Gottfried Semper immer noch nicht nach Sachsen zurückkehren, sein neuer Entwurf wurde deshalb unter Bauleitung durch seinen ältesten Sohn Manfred Semper (1838–1913) von 1871 bis 1878 am Theaterplatz ausgeführt. Die feierliche Eröffnung erfolgte am 2. Februar 1878 mit Carl Maria von Webers Jubelouvertüre und Goethes Iphigenie auf Tauris.
Der Theaterbau verfügt über eine prachtvolle Innenausstattung. Manfred Semper erteilte Ludwig Teubner, einem ehemaligen Mitarbeiter Gutkaes’, den Auftrag, eine neue digital anzeigende Uhr nach dem Vorbild Gutkaes’ zu erstellen. Die Ausführung der Plafondmalerei sowie die Gestaltung des Frieses über dem Proszenium erfolgten nach Entwürfen Sempers durch James Marshall.

Semperoper am Theaterplatz (mit dem König-Johann-Denkmal) um 1900; im Hintergrund der Schlot des Fernheizwerks, rechts das alte Hotel Bellevue an der Elbe und links im Hintergrund das markante Gebäude der Zigarettenfabrik Yenidze
Zur Vergrößerung der Garderoben, Schaffung neuer Magazine, und Erweiterung der Bühne legte der Dresdner Architekt Wilhelm Kreis Ende der 1930er Jahre eine Erweiterungsplanung vor, die, unter Veränderung der Seitenfassaden, einen Anbau hinter dem Bühnenturm im gleichen architektonischen Stil vorsah. Die Planungen wurden wegen des Zweiten Weltkrieges zunächst nicht weiter verfolgt.
Dieser zweite Bau erlitt am Ende des Zweiten Weltkriegs durch den Luftangriff auf Dresden in der Nacht des 13. Februar 1945 schwere Schäden. Infolge des Luftangriffs brannte der Bau zu großen Teilen aus. Das Feuer zerstörte den Zuschauer- und Bühnenbereich und die Rückwand des Bühnenhauses stürzte ein. Nur die Wandelgänge blieben vom Feuer verschont.
Ab 1948 konnte der Spielbetrieb im Großen Haus des Staatstheaters fortgesetzt werden, das in jener Zeit als Mehrspartenhaus für Oper, Ballett, Schauspiel und Konzert diente. Die feierliche Eröffnung fand am 22. September 1948 mit Beethovens Fidelio statt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg bereiteten 1946 bis 1955 Sicherungsarbeiten sowie konzeptionelle Studien 1968 bis 1976 den Wiederaufbau vor.
Am 24. Juni 1977 erfolgte die Grundsteinlegung für den unter der Leitung von Wolfgang Hänsch als Chefarchitekt erfolgenden Wiederaufbau. Hierbei wurden einerseits der Zuschauerraum erweitert, andererseits die Wände im Bühnenbereich nach außen versetzt, um dem gestiegenen Platzbedarf des modernen Opernbetriebes gerecht zu werden. Die Anzahl der Sitzplätze wurde auf 1300 verringert. Ansonsten wurde das Gebäude Sempers Plänen entsprechend wiederaufgebaut.
Angefügt wurde ein moderner Bau, der als Probebühne, zweite Spielstätte, Funktionsgebäude und Sitz der Verwaltung genutzt wird. Verbunden ist er mit dem Operngebäude über Brücken. Die Außenfassade ist an den Ecken mit vier Sandsteinmasken von Peter Makolies geschmückt, die in der Zeit von 1982 bis 1984 gefertigt wurden. Die Masken haben eine Größe von 2,7 mal 5,2 Metern. Der Neubau erstreckt sich bis in den Bereich Bernhard-von-Lindenau-Platz/Terrassenufer.
Im Jahr 1983 fand eine verwaltungstechnische Trennung zwischen Oper, Ballett, Staatskapelle und dem Schauspiel statt: Es entstanden das Staatsschauspiel und die Staatsoper Dresden, letztere umfasste Oper, Ballett und Staatskapelle.
Am 13. Februar 1985, dem 40. Jahrestag der Zerstörung im Krieg, konnte die Semperoper mit Carl Maria von Webers Oper Der Freischütz wiedereröffnet werden – es war dieses Werk, mit dem das Opernhaus am 31. August 1944 geschlossen worden war. Zum 30. Jahrestag der Wiedereröffnung fand im Mai 2015 ein Semperopenair wiederum mit dem Freischütz statt.
Im Jahr 1985 wurde eine zentrale Theaterkasse eingerichtet. Sie befindet sich in der benachbarten Altstädtischen Hauptwache.
Obwohl sie schon Staatsoper war, erhielt die Oper zusätzlich nach der Wende den offiziellen Titel „Sächsische Staatsoper“. Das Hochwasser der Elbe im August 2002 fügte dem Opernhaus einen Schaden von 27 Millionen Euro zu. Drei Monate nach der Hochwasserkatastrophe eröffneten am 9. November 2002 Tänzer des Semperoper Balletts und die Sächsische Staatskapelle die Spielzeit mit dem Ballett Illusionen – wie Schwanensee.
Im Rahmen der 800-Jahr-Feierlichkeiten der Stadt Dresden fand am 13. Januar 2006 als Fortführung einer von 1925 bis 1939 bereits bestehenden Tradition erstmals wieder ein Dresdner Opernball im Saal und auf der Bühne statt. Für diesen seither jährlich veranstalteten Ball wird die Bestuhlung der Oper teilweise entfernt.
Mit Beginn des Jahres 2013 wurden Staatsoper und Staatsschauspiel wieder unter dem Dach der Sächsischen Staatstheater vereinigt.






