Tom Hillenbrand: Goldenes Gift (Rezension)

Komm, süßer Tod.
Als ein Imker zu Tode kommt und dessen Bienenstöcke verschwinden, beginnt der Luxemburger Koch Xavier Kieffer zu recherchieren. Hat der Tod mit dem weltweiten Geschäft mit dem Honig zu tun? Der ehemalige Sternekoch Xavier Kieffer lässt von einem Imker speziellen Honig aus der Luxemburger Unterstadt für sein Restaurant produzieren. Als der Mann plötzlich stirbt und seine Bienenstöcke nicht mehr aufzufinden sind, geht Kieffer der Sache nach.
Gemeinsam mit seiner Freundin, der Gastrokritikerin Valérie Gabin, findet er sich schnell im Mittelpunkt eines gigantischen Skandals wieder, der um den halben Globus reicht und sowohl die Reinheit des Honigs als auch das Überleben der Bienen gefährdet. Können sie verhindern, dass der Weltmarkt mit gepanschtem Honig geflutet wird? Können sie ihren Widersachern das Handwerk legen, bevor es zu spät ist?

Das Bienensterben ist ja nach wie vor sehr aktuell, aber auch Imker sterben im Moment sehr häufig (zumindest kommt mir das literarisch so vor).
GOLDENES GIFT ist inzwischen bereits der siebte Fall mit Xavier Kieffer. Nach Oliven, Schokolade oder Thunfisch erfährt der Leser nun einiges über die Machenschaften der „Honigmafia“ (bzw. den kleinen und großen Tricks und Verbrechen der Lebensmittelindustrie) und den modernen Möglichkeiten, welche die Gentechnik bietet. Fast könnte man meinen, dass der siebte Fall das gewohnte Konzept bietet, wie man es als Fan der Reihe gewohnt ist, aber doch ist es anders. Valerie bekommt eine größere Rolle, die allerdings nicht wirklich glaubwürdig wirkt, und ich hoffe aus ihr wird nicht ein zweiter unvernünftiger Xavier. Der Koch braucht einen Gegenpool, der ihn auf dem Boden der Tatsachen hält, und dazu ist Valerie eher in der Lage als Pekka, auch wenn ich zugebe, dass sie bisher dabei gut versagt hat. Aber dass sie selbst das Ruder in die Hand nimmt und sich zu illegalen Aktionen hinreißen lässt, das kam unerwartet. Die Rolle des DEUX EGLISES dagegen spielt nur am Rande eine Rolle. Auch die kulinarischen Besonderheiten Luxemburgs sind eher von geringer Bedeutung (aber es wird immer noch Rivaner getrunken). Aber Pekka, Per und Lobato sind ebenfalls mit von der Partie, neben einigen neuen aber ebenso liebenswerten Charakteren.
GOLDENES GIFT bietet das, was man als Fan der Reihe auch lesen möchte, vor allem viel Luxemburg. Aber, und es ist ein kleines aber, der Roman schwächelt ein bisschen. Nicht in der Beschreibung der Personen, des Essens oder Luxemburgs. Auch die Zusammenhänge zwischen gepanschtem Honig, Pestiziden und genetisch veränderten Bienen werden meines Erachtens gut erklärt. Auch ist der Roman am Anfang und am Ende durchaus (sehr) spannend und ein bisschen undurchsichtig, allerdings schwächelt er auch etwas im Mittelteil, wird langatmig und dadurch Langweilig.
GOLDENES GIFT ist gut, immer noch unterhaltsam, aber … in meinen Augen ist es der bisher schwächste Band der Reihe. Und doch freue ich mich auf die Fortsetzung. Es kann ja wieder besser werden.

(Rezensionsexemplar)

Die meisten Bände mit Xavier Kieffer wurden auf dem Buchgelaber rezensiert.
Ausnahme: Rotes Gold, darin geht es um Thunfisch.

Dieser Beitrag wurde unter Rezension veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.