Sandra Honigs/Marc Messing/Beate Pelzer: 111 Amphibien, die täglich unsere Welt verbessern (Rezension)

Skurril, faszinierend und wunderschön: Amphibien Sie sind winzig klein oder riesengroß, leben verborgen in der Erde oder hoch oben in den Kronen der Baumriesen. Sie sind unsichtbare Tarnkünstler oder knallbunt gefärbt, laut wie ein Presslufthammer. Sie können klettern, graben, schwimmen, tauchen und manche können sogar fliegen! Wären Sie auf Amphibien gekommen? Sicher nicht. Amphibien sind wichtige Bioindikatoren und unerlässliche Perlen in der Kette der Natur. Darüber hinaus sind Frösche, Salamander und Co. Vorbilder für Ingenieure, und die Sekrete ihrer Haut liefern essenzielle Bestandteile für Medikamente. Lernen Sie 111 wahre Multitalente kennen!
Es sind zwar nicht unbedingt 111 Amphibien die täglich unsere Welt verbessern, aber immerhin 110 interessante Arten, welche teils mehr, teils weniger bekannt sein dürften und aus verschiedenen Gründen teilweise auch für uns Menschen bedeutend sind.
Darunter sind so ungewöhnliche Arten wie der Axolotl, der neben einer erstaunlichen Regenerationsfähigkeit, auch ewig jung zu bleiben scheint, oder der Waldfrosch, der ein eigenes Frostschutzmittel produziert und auch sehr niedrige Temperaturen überlebt. Auch invasorische Arten wie die Agakröte oder ausgestorbene Individuen wie die Goldkröte werden vorgestellt. Der Amphibienfreund wird sicher auch die eine oder andere ihm unbekannte Art entdecken und wer sich bisher mit dieser angeblich ekligen und hässlichen Tiergruppe nicht weiter beschäftigt hat, sollte es vielleicht einmal versuchen … und dabei die Schönheit der Kröten entdecken (und vieles mehr).
Aufbau des Buchs ist vergleichbar mit anderen der Reihe (Katzen, Elefanten, …), jede Art bekommt eine Doppelseite: Beschreibung auf der einen Seite, Foto(s) auf der anderen. Allerdings wiederholen sich manche Erklärungen, z. B. bei den aquatischen Molchen, welche nicht erwachsen werden (wollen) oder bei den Baumsteigern und ihren Giften. Aber im Großen und Ganzen erfährt der Leser immer wieder etwas Neues, das manchmal Hoffnung macht, manchmal zum Nachdenken anregt (nicht nur bei der hübschen, aber ausgestorbenen Goldkröte). Alle drei Autoren arbeiten übrigens im Düsseldorfer Aquazoo Löbbecke Museum, wissen also wovon sie schreiben.
Aber so ganz ernst ist das Buch nicht, denn trotz der ernsten Lage vieler Amphibien wird ihre Situation auch mit einem Augenzwinkern betrachtet, denn merke: Wer Colorado-Kröten ableckt, hat das Märchen vom Froschkönig falsch verstanden. Und ich verstehe nicht warum man Feuersalamander roh essen sollte (bzw. warum man das überhaupt machen sollte, egal in welcher Zubereitung).
Ach ja … ich sprach von 110 Arten, die vorgestellt werden. Was es mit der 111. Art auf sich hat erfährt man wohl nur, wenn man das Buch liest. Und lesenswert (und informativ) ist es.

(Rezensionsexemplar)

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