Portrait: Weißhalssylphe

Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Tribus: Lophornitini
Gattung: Oreonympha
Art: Weißhalssylphe (Oreonympha nobilis)

Weißhalssylphe (John Gould)

Die Weißhalssylphe erreicht eine Körperlänge von etwa 14 bis 17 cm, wobei der schwarze Schnabel ca. 22 mm ausmacht. Der stark gegabelte ca. 8,5 cm lange Schwanz des Männchens ist bronzefarben mit weißen äußeren Steuerfedern und dunklen Rändern an den Innenfahnen. Die Färbung des Kopfes inklusive des äußeren Bereichs der Kehle ist bronzeschwarz. Die schwärzliche Kappe wird durch ein weißes Band getrennt, welches sich vom Nacken bis zur Brust zieht. Während die bronzefarbene Oberseite von kastanienfarbenen Flecken durchzogen ist, ist der mittlere Bereich der Unterseite nahezu weiß. Die Färbung der langen dünnen bartgleichen Kehle geht von smaragdgrün im oberen Bereich nach unten in ein Violett mit blauen Flecken über. Der vordere Oberkopf und der Oberkopf sind violettblau, wobei dieser in der Mitte ins Violettschwarze übergeht. Der Oberkopf wird durch einen glänzenden blauen Strich gesäumt. Die Weibchen sind sehr ähnlich, haben aber nur einen kleinen Kehlbart, der aus weißen Schuppen besteht.

Bei männlichen Jungvögeln fällt der ca. 6,5 cm lange Schwanz etwas kürzer aus. Der Schnabel ist gelblich und die grüne Kappe wirkt stumpf. Der Oberkopf ist geschuppt. Dazu haben sie eine glanzlose erdfarbene Kehle. An Schnabel und Zügel ziert sie ein aus weißen Flecken bestehender Strich.

Weißhalssylphen kommen in trockenen Andentälern, deren Hänge Buschvegetation aufweisen, vor sowie in offenen Wäldern. Diese Wälder bestehen gewöhnlich aus Pfefferbäumen (Schinus), Vertretern der Gattung Tecoma, die zu den Trompetenbaumgewächsen zählen, sowie Melonenbäumen. Zusätzlich kann man sie in gemischten Polylepis/Escallonia-Wäldern mit dichtem dornigem Gebüsch beobachten. Gelegentlich findet man sie auch in Anbaugebieten mit Eukalyptus. Sehr oft kann man sie an allein stehenden Felsen entdecken.
Es wurden zwei Unterarten beschrieben, die sich in ihrer Färbung und ihrem Verbreitungsgebiet unterscheiden:
Oreonympha nobilis nobilis (Gould, 1869) – Nominatform kommt im Tal des Urubamba und um die Stadt Cusco sowie in Teilen des Tales des Río Apurímac in Höhen zwischen 2500 und 3800 Metern vor.
Oreonympha nobilis albolimbata Berlioz, 1938 – Der vordere Oberkopf und der Oberkopf des Männchens sind blaugrün mit einem weißen Saum, der von grünen Sprenkeln durchsetzt ist. Beim Weibchen gehen die Kehlschuppen zu einem Zügelstrich über, der sich bis zur Oberkopfseite zieht. Diese Unterart ist von Cotaruse bis Mutca (im Distrikt Chalhuanca) am Río Chalhuanca sowie bei Yauli, Acoria und Lircay in der Region Huancavelica präsent.

Sobald andere Kolibris in der Nähe sind, verhalten sie sich sehr gereizt und unterwürfig. Wenn sie auf den Ästen sitzen, stellen sie oft den Schwanz schräg nach oben. Ihre Nahrung beziehen sie von Kakteen, Agaven, Tabakpflanzen und Eukalypten. Dabei schwirren sie vertikal vor den Blüten und öffnen und schließen die Schwanzfedern. Gelegentlich klammern sie sich auch bei der Nektaraufnahme an die Blüten.

Es wird vermutet, dass die Vögel in Höhlen und Felsspalten brüten. Die Jungtiere kommen in der Zeit von Januar bis Dezember zur Welt.

Ihr Ruf klingt wie eine absteigende piepsige Serie, der ein kräftiges Zwitschern folgt. Dieses klingt wie Swee swee chew-chew-chew. Gelegentlich geben sie auch ein nüchternes Dzzrt von sich.

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