| Ordnung: | Unpaarhufer (Perissodactyla) |
| Familie: | Pferde (Equidae) |
| Gattung: | Pferde (Equus) |
| Art: | Wildpferd (Equus ferus) |
| Unterart: | Hauspferd (Equus ferus caballus) |
Das Cheval du Morvan – auch bekannt als Morvandiau, Morvandainoder Morvandelle, ist eine ausgestorbene französische Pferderasse aus dem Morvan-Massiv im Burgund, von dem sie ihren Namen hat. Bereits vor der Französischen Revolution wurden im Morvan Pferde gezüchtet – sowohl als Reitpferde für die Fuchsjagd und als Kavalleriepferde als auch für den Einsatz als Zugtiere. Sie waren von kleiner bis mittlerer Statur und für ihre Kraft und Ausdauer bekannt. Mit dem Aufkommen der Industrialisierung und der Verbesserung des Verkehrswesens im 19. Jahrhundert starb das Cheval du Morvan aus. Als Zugpferd wurde es durch die Rassen Nivernais und Comtois verdrängt, als Reitpferd durch das Vollblut.
Der Morvan, gesehen von Château-Chinon aus, dem Ursprungsort des Morvan-Pferdes; bis ins 19. Jahrhundert lebten die Pferde in den umliegenden Wäldern
Vor der Französischen Revolution wurden im Morvan zahlreiche Reitpferde gezüchtet, sowohl für die Jagd als auch als Kavalleriepferde; Die schlammigen Wege in der Gegend und den umliegenden Provinzen waren nur zu Pferd passierbar. Die Rasse Morvan eignete sich besonders gut als Pferd für die leichte Kavallerie. Sie wurde vorwiegend in der Umgebung von Château-Chinon gezüchtet, wo Étienne François, Duc de Choiseul – seinerzeit Kriegsminister – auf seinem Landgut in Chassy ein Morvan-Gestüt eingerichtet hatte.
Das Morvan-Pferd wurde hauptsächlich in seinem Ursprungsgebiet gezüchtet, aber auch im Nivernais und im Charolais. Hochwertige Morvan-Pferde stammten aus der Gegend um Clamecy, und Morvan-Fohlen wurden auf den Märkten von Châtillon-en-Bazois, Billy-Chevannes, Montigny-sur-Canne, Saint-Révérien, Decize und Nevers im Département Nièvre verkauft.
Die Pferde wurden extensiv gehalten und lebten in halbwilden Gruppen in den Wäldern des Morvan. Im Sommer liefen sie frei gemeinsam mit dem Rindvieh; im Winter erhielten sie kein Zufutter, sondern mussten sehen, wie sie zurechtkamen. Im Gegensatz zu anderen Pferden der Region wurden Morvan-Pferde nicht mit königlichen Hengsten aus den staatlichen Gestüten (*Haras Nationaux*) gekreuzt.
Viele der während der Französischen Revolution und der Napoleonischen Kriege eingesetzten Kriegspferde waren Morvan-Pferde; dies führte zu einer Krise in den Zuchtbetrieben und dezimierte den Bestand der Rasse. Im Jahr 1791 ordnete der Kriegsminister die Beschlagnahmung von Stuten für Kriegszwecke an. Laut Pierquin de Gembloux hatten Morvan-Pferde einen guten Ruf als Kriegspferde.
Das Morvan-Pferd fiel der Industrialisierung und Kriegsbeschlagnahmungen zum Opfer und gehörte damit zu den lokalen Rassen, die im 19. Jahrhundert ausstarben.
Man nimmt an, dass der Aufstieg des Zugpferds in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Aussterben des Morvan-Pferdes beigetragen hat. René Musset vertrat die Ansicht, dass das Reitpferd weitgehend durch das Zugpferd verdrängt wurde, während Bernadette Lizet vermutete, dass die Zucht des Morvan-Pferdes aufgrund mangelnden Interesses zum Erliegen kam. Eugène Gayot nannte den Einsatz des Morvan-Pferdes in Kriegszeiten, die Agrarrevolution, den Bau neuer Straßen, die Eröffnung des Canal du Nivernais sowie die verstärkte Nutzung von Weideflächen für die Viehzucht als Faktoren für das Aussterben der Rasse. Marcel Mavré machte die verschiedenen Kriege des 19. Jahrhunderts dafür verantwortlich, wohingegen Bernadette Lizet weitere modernisierungsbedingte Faktoren anführte, darunter den Bau von Eisenbahnen.
Bereits um 1840 stellte Graf Achille de Montendre fest, dass Morvan-Pferde nur noch an wenigen Orten vorkamen. Nach Angaben von Eugène Gayot waren die Morvan-Pferde bis 1861 vollständig ausgestorben.
Laut Bernadette Lizet wurden die meisten Beschreibungen der Morvan-Pferde erst verfasst, nachdem die Rasse bereits ausgestorben war; sie waren wahrscheinlich übertrieben.
Morvan-Pferde besaßen vermutlich ein stichelhaariges oder eisengraues Fell. Sie waren für ihren robusten Charakter, ihren Mut und ihre Energie bekannt, was sie für harte Arbeit und lange Reisen prädestinierte. Sie galten als die widerstandsfähigste und kräftigste Rasse bei der Überquerung von Sümpfen und Mooren. Ihr Gang war zügig und trittsicher; Paul Diffloth zufolge waren sie in der Lage, auf schlecht ausgebauten Wegen ein Trabtempo von 12 km/h zu halten.
Morvan-Pferde waren vor dem siebten Lebensjahr meist noch nicht für die Arbeit geeignet, was sie jedoch durch eine lange Nutzungsdauer ausglichen. Die Quellen sind sich bezüglich ihres Charakters uneinig; einige heben ihre Folgsamkeit hervor, während andere von einem schwierigen Wesen berichten.
Morvan-Pferde waren gedrungen gebaut wie ein Breton-Cob, besaßen jedoch mehr Eleganz.


