Portrait: Atacamakolibri

Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Tribus: Mellisugini
Gattung: Rhodopis
Art: Atacamakolibri(Rhodopis vesper)

Atacamakolibri (John Gould)

Der Atacamakolibri erreicht eine Körperlänge von etwa 13 cm, wobei der bogenförmige Schnabel 33 mm ausmacht. Die Unterarten sind etwas kleiner. Die Oberseite ist grau-braun, wobei der Rücken hell grün bis goldenbronze glänzt. Der Bürzel ist rotbraun gefärbt. Die helle Unterseite ist weißlich grau. Die Kehle des Männchens ist violett, doch geht die Färbung seitlich ins Bläuliche über. Dies steht in starkem Kontrast zur weißen Brust. Die äußeren, schwarzen, 4 cm langen Steuerfedern des gabelförmigen Schwanzes wirken sehr dünn. Im Schlichtkleid ist die Kehle des Männchens braun geschuppt. Bei den Weibchen und Jungtieren ist die Unterseite durchgehend hellgrau, wobei die Färbung im Bereich der Kloake weiß ist. Der kurze, zweilappige Schwanz ist bronzegrün und weist Richtung Ende ein schwarzes Band auf. Die Enden der äußeren drei Schwanzfedern zieren deutliche weiße Flecken.
Männliche Jungtiere haben eine leicht gefleckte Kehle, die gelegentlich von glitzernden, runden Flecken durchzogen sind. Der halblange Schwanz ist deutlicher gemustert als dies bei den Weibchen der Fall ist.

Man sieht sie oft auf den oberen Ästen oder Elektroleitungen sitzen. Die Männchen fliegen während der Balz in einer U-förmigen Flugbahn vor den Weibchen. Meist fliegen sie zur Nahrungsaufnahme Leguminosen-Bäume, Agaven, Tabakpflanzen und Kakteen an. Gelegentlich sieht man sie auch an Blumen oder reifen Früchten, die auch von Ameisen oder andren Vögeln aufgesucht werden.

Sie kommen unregelmäßig bis häufig westlich der Anden vom Meeresspiegel bis in Höhen von 3800 Meter vor. Hier sieht man sie im Gebüsch, an Waldrändern, in Agrarlandschaften und in Gärten. Dabei bevorzugen sie die Vegetation der nebligen Gebiete und die feuchte Loma-Zone an der peruanischen Küste.

Sie brüten das ganze Jahr, aber am häufigsten im Zeitraum zwischen August und Dezember. Ihre taschenförmigen Nester bauen sie beispielsweise in den überhängenden Ästen der zur Gattung Inga gehörenden Art Inga feuilleei.

Ihr Ruf klingt wie ein schnelles flüssiges Geschnatter, durchzogen von mächtigen chew Lauten. Das Geschnatter klingt melodisch wie tzee-tzee-dee-dee, welches sich erst steigert und dann abflaut.

Es sind drei Unterarten beschrieben worden, die sich in ihrer Färbung, ihrer Größe und ihrem Verbreitungsgebiet unterscheiden:
Rhodopis vesper vesper (Lesson, 1829) Die Nominatform findet man von Piura bis in die Región de Tarapacá.
Rhodopis vesper koepckeae (Berlioz, 1974) Die Unterart hat einen etwas kürzeren 19 mm langen Schnabel, sowie deutlich weniger rostbraun am Bürzel. Das Verbreitungsgebiet beschränkt sich auf die Küstenzonen Perus nahe dem Cerro Illescas in der Sechura-Wüste in der Region Piura.
Rhodopis vesper atacamensis (Leybold, 1869) Die etwas kleinere Unterart kommt von Chañaral in der Región de Atacama über Copiapó bis in die Región de Coquimbo vor. Ihr Schnabel wird nur ca. 22 mm lang.
Gelegentlich findet man in der Literatur die Unterart Rhodopis vesper tertia Hellmayr, 1932, die aber heute als Synonym für die Nominatform gilt.

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