Patricia Highsmith: Der Schneckenforscher (Rezension)

Patricia Highsmith (eigentlich Mary Patricia Plangman) (* 19. Januar 1921 in Fort Worth, Texas; † 4. Februar 1995 in Locarno, Schweiz) war eine US-amerikanische Schriftstellerin, die allerdings den größten Teil ihres Lebens in Europa verbrachte.
Ihr erster Roman Strangers on a Train wurde 1951 von Alfred Hitchcock verfilmt und machte sie weltweit bekannt. Zahlreiche weitere Romane und Storys von Highsmith wurden für das Kino oder Fernsehen adaptiert sowie für Rundfunk und Theater bearbeitet.
Ich habe tatsächlich noch nie ein Buch von Patricia Highsmith gelesen noch eine entsprechende Verfilmung gesehen.

Und dass ich von der Autorin nichts wusste (außer ihrem Namen und den Titeln einiger ihrer Bücher) wurde mir erst bewusst, als ich angefangen habe DER SCHNECKENFORSCHER zu lesen.
11 Kurzgeschichten, geschrieben zwischen 1945 und 1970 zeigen die Vielfalt der Autorin. Bereits die namensgebende Geschichte der Anthologie ist eine wahre Horrorgeschichte (versteckt unter einem harmlosen Namen).
Auch eine andere Geschichte handelt von Schnecken („Auf der Suche nach X. Claveringi“) und auch in „Die Schildkröte“ und „Leer ist das Vogelhaus“ handeln von Tieren. Nicht unbedingt verwunderlich, immerhin hat Highsmith auch ein paar Semester Zoologie studiert (allerdings erlaubt sie sich in ihren Tiergeschichten eine gewisse künstlerische Freiheit).
„Auf der Suche nach X. Claveringi“ ist meine Lieblingsgeschichte aus der Anthologie. Die Story könnte durchaus Vorlage für einen (billigen) Monsterfilm darstellen.
Natürlich sind es nicht nur Tiergeschichten, die im Schneckenforscher gesammelt wurden, und ursprünglich wollte ich die Rezension auch auf dem Buchgelaber schreiben, aber nachdem ich mich fast nur auf die Tiergeschichten bezogen habe, bin ich auf diesen Blog ausgewichen.
Aber ein Großteil der 11 Geschichten hat keinen Tierbezug.
Der Schneckenforscher enthält folgende Geschichten:
Der Schneckenforscher
Warten
Die Schildkröte
Als die Flotte im Hafen lag
Auf der Suche nach X. Claveringi
… geht seltsame Wege
Mrs. Afton geht zum Arzt
Die Heldin
Auf der Brücke
Barbaren
Leer ist das Vogelhaus
Die meisten der Geschichten haben mir gefallen. Ausnahme ist „Als die Flotte im Hafen lag“ (eine Frau auf der Flucht vor ihrem Mann). Im Gegensatz zu den anderen fand ich diese etwas vorhersehbar. Bei den anderen war ich mir nie sicher, wie sie enden würden und mehr als einmal erlebte ich eine Überraschung.

Oft lese ich Anthologien, die einem großen Qualitätsunterschied in den Geschichten aufweisen (selbst wenn sie von einem einzelnen Autoren geschrieben wurden). Der Schneckenforscher ist eine, bei der mir fast alles gefallen hat und alles ist ausgesprochen gut geschrieben (und/oder übersetzt)

Spannend, kurzweilig, überraschend, manchmal tiefgründig, manchmal mit subtilem Humor … so kann man Der Schneckenforscher bezeichnen.

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