Norbert Golluch: Was macht das Wildschwein im Garten (Rezension)

Wilde Tiere in der Stadt!
In diesem coolen Sachbuch finden Jungs und Mädchen ab 8 Jahren viele interessante und spannende Informationen über zugewanderte Tiere in unseren Städten – ob Wildschwein, Fuchs oder Waschbär, Asiatischer Marienkäfer oder Raubvogel.
Zugewandert und exotisch
Warum ziehen immer mehr Tiere um – vom Land in die Stadt oder aus anderen Ländern in unsere Regionen? Warum tauschen sie Feld, Wald und Wiese gegen die Großstadt und den Stadtpark? Viele Wildtiere oder Exoten aus anderen Ländern, sogenannte Neozoen, sind in den letzten Jahren zu Stadtbewohnern geworden. Die Neuzuwanderer bringen das Gleichgewicht der Natur und der heimischen Arten durcheinander, dringen in deren Lebensraum ein und verdrängen sie zum Teil. Sie machen die Artenvielfalt in Deutschland und anderen europäischen Ländern reicher, bringen aber auch Probleme und Gefahren mit sich. Das wirft viele Fragen auf, die dieses Buch beantwortet:
• Warum und auf welchen Wegen kommen Wildtiere und exotische Tiere in unsere Städte?
• Wovon leben sie dort?
• Welche Tierarten wandern in die Stadt?
• Wie leben sie mitten unter den Menschen und warum stört sie so viel Nähe nicht?
• Sind Wildtiere für Menschen gefährlich?
Neben den informativen Texten gibt es viele Fotos und ausführliche Steckbriefe zu den Tieren, sodass der Leser einen guten Einblick in die beschriebene Tierwelt bekommt.


Es gibt Bücher, die sich zwar an Kinder wenden (und Wie kommt das Wildschwein in den Garten ist ein solches, empfohlen für Kinder zwischen 8 – 10 Jahren), aber für Erwachsene nicht weniger interessant und informativ sind. Dieses Buch sollten auch Eltern lesen, wenn sie nicht wollen, dass ihre Kinder besser Bescheid wissen als sie. Und das Buch ist voller Informationen zu Tieren, die es früher vielleicht nicht gegeben hat und die den Alteingesessenen (sprich: den Eltern …) nicht bekannt sind. Und Kinder stellen manchmal Fragen, die man als Erziehungsberechtigter beantworten sollte ohne „blöd dazustehen“.
Langer Rede kurzer Sinn: Wie kommt das Wildschwein in den Garten ist ein Buch für jeden, der sich für die Tierwelt interessiert und wissen will, was sich neuerdings in den Städten herumtreibt.
Dabei wird der Text auf bunten Seiten präsentiert und jedes Tier wird in Wort und Bild vorgestellt, wobei die Informationen kurz gehalten sind (um mehr Tierarten vorzustellen).
Neben neuen Einwanderern wie Halsbandsittiche, Nutrias oder Nilgänse werden auch „neue“ Stadtbewohner vorgestellt: Wildschwein (natürlich), Rotfuchs und Falken …

Was ich etwas unnötig fand, war das sogenannte Gefahrenpotential der Tiere. Jedes Tier aus dem Buch hat dieses Potential. Damit kann die Gefährlichkeit eines Tieres für einzelne oder mehrere Menschen oder die Gefährlichkeit der gesamten Tierart für die Umwelt gemeint sein.
Das Potential geht von 1 bis 5 (keine oder nur geringe Gefahr bis zu Lebensgefahr, sehr gefährliche Tierart)
Zu den eher harmlosen Tieren gehören z. B. Mauersegler und Rotkehlchen (wer hätte das gedacht), Gefahrenpotential 4 hat der Dornfinger, eine Spinnenart, obwohl dessen Biss nicht gefährlicher oder schmerzhafter als ein Wespenstich ist (ich habe allerdings nicht das Bedürfnis mich freiwillig beissen zu lassen), Ratten (Haus- und Wander…) haben ein Gefahrenpotential von 5.

Abgesehen von dieser Kleinigkeit ist das Buch zu empfehlen. Jedem.

(Rezensiosnexemplar)

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