29.12.2025, Deutsche Wildtier Stiftung
Neujahrswünsche: Diese Wildtiere stehen für Glück – und eine intakte Natur
Zum Jahreswechsel wünschen sich die meisten Menschen Glück, Gesundheit und Zuversicht. Als Sinnbild dieser Sehnsucht zieren Schornsteinfeger, Hufeisen oder Marzipanschweinchen Blumengestecke und Neujahrskrapfen. Aber auch heimische Wildtiere gelten als Symbole für Erfolg, Hoffnung und Neubeginn. Die Deutsche Wildtier Stiftung stellt fünf tierische Glücksbringer vor – und erklärt, warum sie auch ökologisch echte Hoffnungsträger sind.
Marienkäfer – gepunkteter Nützling
Der Marienkäfer ist wohl das bekannteste Glückssymbol Europas. Schon im Mittelalter galt er als „Geschenk der Jungfrau Maria“ – die Bauern freuten sich über den Käfer, weil er ihre Ernten vor Schädlingen schützte.
Ein einziger Marienkäfer frisst täglich bis zu 150 Blattläuse und ist damit ein natürlicher Helfer im Garten und auf dem Feld. Wer im neuen Jahr einen Marienkäfer entdeckt, darf sich also freuen: über einen fleißigen Nützling – und vielleicht auch ein Stückchen Glück.
Kranich – Zeigerart für intakte Feuchtgebiete
Wenn im Frühjahr das Trompeten der Kraniche zu hören ist, gilt das als Zeichen für das Ende des Winters und den Beginn eines neuen Zyklus. In vielen Kulturen, insbesondere in Asien, steht der Kranich für Glück, Weisheit und ein langes Leben. Eine japanische Legende besagt: Wer 1.000 Papierkraniche faltet, dem wird ein Wunsch erfüllt.
Kraniche sind sehr wählerische Vögel, die auf ungestörte, feuchte Lebensräume angewiesen sind. Wo sie sich niederlassen, sind Moore, Sumpfgebiete, Bruchwälder und Feuchtwiesen also in einem guten Zustand.
Rothirsch – Gärtner seines Lebensraums
Der König des Offenlandes steht für Stärke, Anmut und Erneuerung. Dass der Rothirsch jedes Jahr sein Geweih verliert und neu bildet, wurde schon früh als Sinnbild für den Kreislauf von Werden und Vergehen verstanden. So wurde der Hirsch zu einem Fruchtbarkeits- und Glückssymbol.
Ökologisch prägt das Tier des Jahres 2026 unsere Landschaft auf besondere Weise: Im Wald, in den er sich vor dem Menschen zurückzieht, hält er kleine Lichtungen offen, auf denen sonnenliebende Kräuter und Gräser wachsen können – ideale Lebensbedingungen für Schmetterlinge, Wildbienen und Waldameisen. Bei ihren weiten Wanderungen tragen vor allem junge Hirsche Samen verschiedenster Pflanzen über viele Kilometer im Fell mit sich oder scheiden sie mit ihrem Kot aus und sorgen so für ihre Verbreitung.
Schmetterling – Wichtiger Bestäuber
Schmetterlinge sind das Sinnbild für Neubeginn, Hoffnung und Freiheit. Aus einer Raupe wird durch Metamorphose ein anmutiger Falter. In vielen Kulturen, besonders in Asien, gilt der Schmetterling als Symbol für ein langes Leben, Erfolg und eine glückliche Partnerschaft.
Ökologisch spielen Schmetterlinge eine zentrale Rolle als Bestäuber: Sie flattern von Blume zu Blume, um durch ihre Rüssel Nektar zu saugen. Dabei werden sie mit Pollen bedeckt, den sie beim Anflug an die nächste Blüte weitergeben.
Eule – Hüterin des Waldes
Mit ihren großen Augen, dem lautlosen Flug und ihrer nächtlichen Lebensweise wird die Eule oft als unheimlich wahrgenommen. In der griechischen Antike aber war die Eule als das heilige Tier der Göttin Athene ein Symbol für Weisheit, Klugheit, Weitblick und auch für Schutz der Stadt. In Japan steht die Eule bis heute für Glück und Schutz. Sie gilt als Talisman für Erfolg im Beruf und in der Schule.
Abseits von Glauben und Mythologie bringt die Eule in unseren Wäldern einen ökologischen Nutzen: Als geschickte Jägerin reguliert sie die Bestände von Mäusen und anderen Kleinsäugern.
02.01.2026, Deutsche Wildtier Stiftung
Erste Hilfe für Gartenvögel im neuen Jahr
Futter, Hygiene und vor allem Ruhe sind jetzt überlebenswichtig
Für viele heimische Vogelarten ist der Jahreswechsel eine Belastung – das Silvesterfeuerwerk setzt sie vor allem in den Städten unter Stress. Gartenvögel wie Rotkehlchen, Amseln, Meisen und Finken verlassen oft in Panik ihre Schlafplätze und fliegen auf ihrer Flucht teils weite Strecken. Dabei verlieren sie wertvolle Energie – in der ohnehin nahrungsarmen Winterzeit. „Ein Singvogel kann in einer frostigen Nacht mehr als zehn Prozent seines Körpergewichts einbüßen – dieser Energieverlust macht einem kleinen Vogel zu schaffen, wenn er kein fettreiches Futter als Nachschub bekommt“, sagt Christine Rückmann, Naturpädagogin der Deutschen Wildtier Stiftung. Deshalb sind gerade in den Wintertagen nach Silvester geschützte Rückzugsorte und ein ausreichendes Nahrungsangebot wichtig.
Gärten mit heimischen, fruchttragenden Pflanzen bieten Vögeln ganzjährig wertvolle Energie. Die Vogelbeere etwa ist für bis zu 63 Vogelarten eine wichtige Nahrungsquelle im Winter. Und wer Obstbäume nicht komplett aberntet und Fallobst liegen lässt, deckt damit den Tisch für tierische Gartenbewohner. Rotkehlchen beispielsweise stellen in der kalten Jahreszeit ihre Ernährung zu einem großen Teil von Insekten auf Sämereien und Früchte um.
Bieten Garten und Balkon nicht genug Vogelnahrung, ist artgerechtes Futter das Mittel der Wahl. Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Zaunkönig, Amsel und Star sind Weichfutterfresser und fressen feine Sämereien, Früchte oder tierische Kost. Für sie eignen sich Haferflocken, Mohn, Kleie, Rosinen und Obst oder spezielles Weichfutter aus getrockneten Mehlwürmern. Körnerfresser wie Finken, Spatzen oder Feldsperlinge haben kräftige Schnäbel und knacken gern ungeschälte Sonnenblumenkerne, Hanf und Sämereien. Allesfresser wie Meisen, Spechte oder Kleiber nehmen auch Körnerfutter an, darunter Sonnenblumenkerne, Hanf oder Mohn. Für alle Gruppen sind Fett-Körner-Mischungen wie Meisenknödel ideal – allerdings nur ohne Kunststoffnetze, denn darin können sich die Tiere verheddern.
Beim Füttern ist allerdings nicht nur das Was entscheidend, sondern auch das Wie: Die Futterstelle sollte trocken und sauber sein. Futtersäulen haben sich besonders bewährt, da sie den Inhalt vor Feuchtigkeit schützen und eine Verschmutzung durch Kot verhindern. Futterhäuschen müssen regelmäßig gereinigt werden. Bürste und Wasser reichen dafür, Chemikalien können gesundheitsgefährdend für Wildtiere sein. Die Futterstelle selbst sollte frei hängen oder stehen, sodass Vögel heranschleichende Katzen rechtzeitig bemerken. Mehrere kleinere Futterstellen sind besser als eine große, weil sich so Infektionen weniger leicht ausbreiten. „Wer Probleme mit Ratten oder Waschbären hat, die sich das Vogelfutter schnappen, kann die Futterstelle zur Nacht hin ins Haus räumen. Denn diese Räuber sind meist dämmerungs- und nachtaktiv“, rät Rückmann.
Sorgen um die Vogelgrippe sind beim Winterfüttern unnötig: Das Virus ist für Gartenvögel nicht gefährlich; betroffen sind vor allem Wasser- und Hühnervögel. Tote Vögel an der Futterstelle können aber mit Salmonellen oder Trichomonaden infiziert sein. Wer verendete Vögel an seinem Futterhäuschen findet, sollte sie nur mit Handschuhen anfassen und im Plastikbeutel über den Restmüll entsorgen. Das Futterhäuschen muss dann gründlich gereinigt und mit stark verdünnter Essigessenz desinfiziert werden. Sind auch die Futterreste am Boden entfernt, steht der weiteren Winterhilfe für die gefiederten Besucher nichts mehr im Wege.
