Nathaniel Philbrick: Im Herzen der See (Rezension)

Nathaniel Philbrick erzählt die wahre Geschichte jener Ereignisse, die Herman Melville zu seinem Roman Moby Dick inspiriert haben: Im November 1820 wird der Walfänger Essex mitten auf dem Pazifik von einem Pottwal gerammt. Das Schiff kentert, doch die 20 Mann starke Besatzung kann sich auf drei kleine Beiboote retten. Knapp 4000 Kilometer westlich der südamerikanischen Küste beginnt für die Männer eine beispiellose Odyssee: Drei Monate lang segeln sie in offenen, notdürftig aufgetakelten Booten und ohne ausreichend Proviant über eine feindliche See – und stoßen dabei an die Grenzen ihrer Menschlichkeit.
Im Herzen der See ist kein Roman, auch wenn man es vielleicht vermuten würde. Es ist die Zusammensetzung mehrere Berichte über den Untergang des Walfänger Essex und dessen Besatzung. Der Untergang des Schiffs bot Herman Melville die Inspiration zu Moby Dick, aber zwischen dem Roman und den wahren Begebenheiten liegen Welten.
Man darf also keinen wahnsinnigen Kapitän erwarte, der sich auf die Jagd nach einem Wal (weiß oder nicht) macht. Und doch ist die wahre Geschichte nicht weniger spannend und das Schicksal der Schiffsbesatzung nicht weniger bewegend.
Entmystifiziert und -romantisiert wird ein realistisches, hartes Bild des Walfangs geboten, sowie eine kleine Geschichte der Insel Nantucket.

Nie langweilig, sehr fesselnd und informativ, so stellt sich die Geschichte der Essex dar. Und durch die realistische Darstellung fühlt man sich fast direkt vor Ort.

Im Herzen der See ist keine Fiktion. Nathaniel Philbrick greift auf Augenzeugenberichten von Überlebenden, anderen Zeitzeugen sowie von zahlreichen Experten und Wissenschaftlernzurück. Karten und Fotos dienen als eindringliches Anschauungsmaterial und runden diesen spannenden Bericht sehr gut ab.

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