Markus Peter Kretschmer: De-Extinktion – Die Rückkehr der Urzeittiere (Rezension)


Stellen Sie sich vor, die Schlagzeilen über Mammuts, Jurassic Park und „zurückgeholte“ Urzeittiere wären nicht nur Sensationslust – sondern echte, überprüfbare Wissenschaft. De-Extinktion – Die Rückkehr der Urzeittiere nimmt Sie mit genau dorthin, wo Popkultur, Genlabor und Ethikdebatte aufeinanderprallen – verständlich erklärt, fundiert und voller Aha-Momente.
De-Extinktion, also das Wiederbeleben ausgestorbener Tiere, ist allgegenwertig, selbst wenn man es nicht wahrhaben will. Aber seit Michael Crichton DINOPARK geschrieben hat und dieser Roman eine ganze Filmreihe nach sich zieht ist sich auch der Laie nicht mehr sicher, ob das ScienceFiction ist, oder nicht. Und dann kann man in den Medien von DireWolves (Schattenwölfen) und genetisch manipulierten Mäusen mit Mammutmerkmalen lesen, die so vieles Wahrscheinlich macht. Firmen wie Collossal Bioscience oder Organisationen wie Revive and Restore versuchen das Aussterben rückgängig zu machen. Nur, wie viel Sinn macht das und wie weit ist die Forschung schon? Kann man damit rechnen bald wieder Dodos oder Riesenalken zu treffen, oder Quaggas auf den afrikanischen Steppen? Auerochsen in Europa und Beutelwölfe in Australien. Und auch wenn Crichtons Dinoinsel fiktiv war, wie wäre es mit Tyrannosaurus und Co auf Malta?
Mit De-Extinktion legt Markus Peter Kretschmer ein nachdenklich stimmendes Werk vor, das sich an der Schnittstelle von Wissenschaft, Ethik und Zukunftsvision bewegt. Der Titel verweist bereits auf das zentrale Thema des Buches: die Möglichkeit, ausgestorbene Arten mithilfe moderner Technologien wieder zum Leben zu erwecken – und die tiefgreifenden Konsequenzen, die sich daraus ergeben. Wobei man auch zugute halten muss, dass DIE RÜCKKEHR DER URZEITTIERE sehr reißerisch klingt, und natürlich auch Erwartungen im Leser weckt. Aber das Buch ist alles andere als reißerisch, informierend und trotzdem nicht langweilend. Und vielleicht auch ein bisschen erschreckend. Hier hat der Mensch wirklich die Gelegenheit GOTT zu spielen und welchen Nutzen und welche Gefahren das mit sich zieht wird in DE-EXTINKTION nicht verschwiegen. Ethische Fragen werden aufgeworfen und die Sinnlosigkeit des Unterfangens, Dinosaurier wieder zu beleben. Ein Faktencheck zu DinoPark/JurassicPark. In geringem Maße mag De-Extinction sinnvoll sein, wenn es um das Erhalten von Tieren geht. Die genannte Firma Colossal Bioscience versucht sich nicht nur an Mammuts und anderen Tieren der Urzeit, sie sind auch an anderen Forschungen beteiligt, welche die bedrohte Tierwelt bewahren soll. Aber ein Mammut gibt mehr her als ein Nördliches Breitmaulnashorn.
Markus Peter zeigt in seinem Buch die Möglichkeiten, die verwendet werden, um das Wiederaussterben einiger Tiere rückgängig zu machen und wie weit die Forschung dabei ist, inklusive der Schwierigkeiten die es mit sich bringt Tiere vom Aussterben zurück zu holen (was in DinoPark gut funktionierte ist weit von der Realität entfernt, so dass in Bernstein eingeschlossene Stechinsekten für die De-Extinktion anderer Tiere nicht in Frage kommen). Und dass die Wissenschaft noch nicht so weit ist zeigt sich in der bisher einzigen funktionierenden De-Extinktion: Der Pyrenäensteinbock starb ca. 2000 aus, jedoch wurde mit Hilfe der Zellprobe 2003 ein Pyrenäensteinbock-Kitz geklont. Es war das erste Tier, das von einer ausgestorbenen Tierart geklont wurde. Das Kitz starb aber schon nach einigen Minuten. Und weiter ist man bisher nicht. Selbst wenn man im Zoo oft auf Auerochsen trifft, das sind Rückzüchtungen, bzw. Abbildzüchtungen, die dem Ur ähneln, aber sich doch unterscheiden (in Größe und Verhalten beispielsweise).
De-Extinktion ist ein interessantes Thema, das weit über das Klonen von Dinosauriern hinausgeht. Und so umfangreich Markus Peter Kretschmer informieren will, so ist bei weitem nicht alles gesagt, was gesagt werden könnte. Einen kurzen und durchaus interessanten Überblick bekommt man dennoch geboten.
Dem Autor gelingt es, wissenschaftliche Möglichkeiten und moralische Verantwortung in ein spannungsreiches Verhältnis zu setzen. Ein empfehlenswertes Werk für alle, die sich für die Zukunft des Lebens, die Rolle des Menschen in der Natur und die ethischen Grenzen des Machbaren interessieren.

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DIE WEISSEN STEINE, Webseite von Markus Peter Kretschmer

(Rezensionsexemplar)

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