Literarische Weltreise – Südamerika


Die Weltreise des Morgenwald-Blog geht weiter … (wie man an den Terminen sehen knn schon eine Weile). Diesmal geht es um Australien. Die weiteren Regeln für die Weltreise (und das Gewinnspiel vom Mairdumont-Verlag) gibt es (immer noch) hier.

Europa ist ein ziemlich einfacher Kontinent, was Literatur anbelangt. Europäische Autoren werden recht häufig gelesen. Afrika war da schon etwas schwieriger. Von Asien habe ich das auch gedacht, aber beim Schreiben sind dann doch einige Bücher zusammen gekommen. Selbst bei Australien habe ich einiges zustande bekommen, obwohl das wohl eher ein Kontinent ist, dessen literarischen Werke bei mir kaum ankommen.  Aber es wird schwieriger. Südamerika ist diesmal das Ziel der reise und da sieht es eher dürftig aus. Auch auf meinem SuB und meiner Wunschliste findet sich kaum etwas. Deswegen ist diese Weltreise auch eher eine kleine.
Die Links führen entweder direkt zu Amazon oder zu meiner Rezension.

Arthur Conan Doyle: Die vergessene Welt (Brasilien)

Manuel Puig: Der Kuss der Spinnenfrau (Argentinien)
In Der Kuss der Spinnenfrau sitzen der homo- oder transsexuelle Molina und der marxistische Revolutionär Valentín in einer Gefängniszelle und Molina erzählt Valentín Arregui Filme, vor allem Hollywoodfilme der 1930er und 1940er Jahre. Dabei verliebt sich Molina in Valentín. Beide Männer nähern sich einander an, und die starren Geschlechterrollen lösen sich auf. Molina wird schließlich entlassen, führt dann aber einen Auftrag für die Widerstandskämpfer von Valentín aus und wird dabei erschossen. Valentín bleibt im Gefängnis, sein Ende ist unklar. Im letzten Kapitel deliriert er jedoch unter den Folgen der Folter. Sein Tod ist also nur noch eine Frage der Zeit.
Auffallend ist dabei die völlige Abwesenheit eines Erzählers, vielmehr besteht der Roman nur aus gesprochener Rede, Bewusstseinsströmen und gegen Ende aus Polizeiberichten. Völlig von der Handlung losgelöst erfolgt in 9 Fußnoten eine wissenschaftliche Abhandlung über das Wesen und die Ursachen der Homosexualität. Der Erzähler tritt also nur durch die Auswahl der Textstücke zutage. Wie im filmischen Verfahren der Montage werden sie so von ihm geordnet und gegenübergestellt.
Valentín und Molina kommunizieren über die Filme, die in gewissem Sinne eine Allegorie zu ihrer eigenen Situation darstellen. Es werden schwierige Liebesverhältnisse dargestellt, die Opferbereitschaft der liebenden Frau, die Situation der Unterdrückung und das Gefangensein.(Wikipedia)
1983 schuf Manuel Puig eine theatralische Bearbeitung seines Romanes, die 1985 im Londoner West End in englischer Sprache am Bush Theatre uraufgeführt wurde.
1985 erschien die Verfilmung des Romans in der Regie von Héctor Babenco. Siehe: Kuß der Spinnenfrau. In den Hauptrollen spielen William Hurt, Raúl Juliá und Sônia Braga.
1992 wurde das auf Puigs Roman basierende Musical Kuss der Spinnenfrau von John Kander, Fred Ebb und Terrence McNally im Londoner West End uraufgeführt.

Tja, das wars auch (fast) schon.
Beide Romane habe ich gelesen, die nachfolgenden stehen alle auf meiner Wunschliste.
Und alle haben eines gemeinsam: Die Galapagos-Affäre
Der von Journalisten geprägte Begriff Galápagos-Affäre bezeichnet Ereignisse, die sich zwischen März und November 1934 hauptsächlich unter deutschen Ansiedlern auf der zum Galápagos-Archipel gehörenden Insel Floreana ereigneten und im Zuge deren drei Menschen unter teilweise ungeklärten Umständen zu Tode kamen sowie drei weitere spurlos verschwanden. Die Ereignisse, die niemals restlos aufgeklärt wurden, beschäftigten weltweit die Massenmedien und regten bis in die jüngste Vergangenheit auch literarische und filmische Verarbeitungen an.
Georges Simeon: Hotel „Zurück zur Natur“
Georges Simenon war von den Geschehnissen derart beeindruckt, dass er unmittelbar darauf, im März 1935, im Zuge seiner Weltreise einen Zwischenaufenthalt auf Tahiti einlegte und diesen dazu nutzte, die Geschehnisse in seinem Roman Ceux de la soif (der Titel ist eine Anspielung auf die Bergpredigt, Mt 5,6 BDS) zu verarbeiten – das Buch erschien jedoch erst drei Jahre später, im Jahre 1938. Die Figuren der Handlung sind darin eng den realen Personen nachempfunden, soweit Simenon die Geschehnisse rekonstruieren konnte; viele Details der realen Vorgänge waren Simenon jedoch unbekannt, andere wurden von ihm frei erfunden. Die Personen der Handlung treten unter veränderten Namen auf, und es bleibt offen, ob die Baronin (im Buch: Gräfin) und Philippson (im Buch: Arenson) Selbstmord verübt haben oder ob sie von Dr. Ritter (im Buch: Dr. Müller) ermordet wurden (Lorenz (im Buch: Kraus) kommt in Simenons Version nicht als Täter in Frage), der Tod Ritters/Müllers wird auf einen Schlaganfall zurückgeführt.
Die anderen Bücher behandeln die Galapagos-Affäre aus unterschiedlichen Sichtweisen (aber auch hier werden die tatsächlichen Ursachen/Vorkommnisse nicht vollständig geklärt)
Margret Wittmer: Postlagernd Floreana
Marcus Fedor Straub: Das Ende der Galapagos-Affäre
Georg Bremer: Satan kam nach Eden
Nicolas Montemolinos: Drama auf Floreana

Aufmerksam wurde ich durch die Galapagosaffäre übrigens durch diesen Film:

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6 Kommentare zu Literarische Weltreise – Südamerika

  1. monerl sagt:

    Hallo Martin,
    bei Südamerika haben wir alle Teilnehmer gemeinsam, dass wir uns recht schwertun, Literatur von dort aufzuzählen.
    Deine vorgestellten Bücher kenne ich nicht. Danke für die Information zu der Galapagos-Affäre. Das alles hatte ich so nicht gewusst. Bin gespannt, wann es die erste Rezension hierzu auf deinem Blog gibt.
    GlG, monerl

    • Martin sagt:

      Hallo monerl,
      Südamerika ist echt knifflig. Ich kenne zwar viele Autoren aus dem Kontinent, aber ich lese sie nicht (oder sie schreiben keine Bücher über Südamerika).
      Was die Galapagos-Affäre betrifft habe ich bisher nur (seit kurzem) „Hotel ‚Zurück zur Natur‘ auf meinem SuB liegen … mal schauen wann ich das lese.
      LG
      Martin

  2. Petrissa sagt:

    Hallo Martin,

    von der Galapagos-Affäre habe ich noch nie was gehört. Schade, dass es da keine Aufklärung gab. Aber ich werd mir das Thema mal anschauen.
    Echt arg, wie wenig man über den Kontinent weiß.
    Ich finde es schon auffällig, wie sehr sich die Literatur auf der Nordhalbkugel bewegt. Auch wenn Australien jetzt nicht arm ist, vermute ich schon, dass es etwas mit dem gesellschaftlichen Nord-Süd-Gefälle zu tun hat.

    Liebe Grüße
    Petrissa

    • Martin sagt:

      Hallo Petrissa,
      das mit der Galapagos-Affäre ist mir auch eher zufällig untergekommen. Ich wusste bis dahin auch nicht, dass Deutsche die Inseln besiedelt hatten.
      Nun ja…lesen bildet, auch wenn man tatsächlich manche Regionen eher meidet oder ignoriert, warum auch immer.
      Liebe Grüße
      Martin

  3. Hallo ihr Lieben, ich bin der Autor von „Das Ende der Galápagos-Affäre“ (und ehemaliger Galápagos-Naturführer). An dem Buch habe ich über 10 Jahre geschrieben/recherchiert. Schaut doch mal rein, wenn euch diese Story interessiert. Ich habe über 40 Original-Schwarzweiß-Fotos der Galápagos-Affäre einlizenziert und im Buch abgebildet (zudem enthält es viele Farbfotos von Floreana und anderen Galápagos-Inseln). Gerade ist die 2te aktualisierte Auflage erschienen:
    link zum Buch beim Verlag: https://tredition.de/autoren/marcus-fedor-straub-20704/das-ende-der-galapagos-affaere-paperback-107590/
    (Gibt’s auch als e-Book und Hardcover-Version).
    Link auf Amazon: https://www.amazon.de/Das-Ende-Galápagos-Affäre-tragischen-Insel-Mythos/dp/3746977525/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1540140433&sr=8-2&keywords=das+ende+der+gal%C3%A1pagos-aff%C3%A4re
    Viel Vergnügen beim Lesen und alles Liebe. 🙂

    Marcus Fedor Straub

    • Martin sagt:

      Hallo Marcus,
      vielen Dank für den Hinweis.
      Ich denke zwar oft an die Affäre, und dass ich die Bücher dazu mal lesen sollte, aber dann vergesse ich es. Zumal ich sie ja auch erst besorgen muss (nur der Simenon liegt schon bei mir rum).
      Vielleicht nehme ich die Neuauflage deines Buchs einfach zum Anlass mir die entsprechenden Bücher zu besorgen und auch gleich zu lesen.
      Liebe Grüße
      Martin

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