Kaspar Panizza: Teufelskatz (Rezension)

Eine Art Prolog ….
Das Fliegende Spaghettimonster (englisch Flying Spaghetti Monster, kurz: FSM) wird in der 2006 veröffentlichten Religionsparodie Evangelium des Fliegenden Spaghettimonsters als Gottheit bezeichnet, die mit dem Satz „Es werde Licht“ das Universum erschaffen haben soll. Autor ist der US-Amerikaner Bobby Henderson, der in der Diskussion um Lehrpläne des Biologieunterrichts im US-Bundesstaat Kansas Partei für die Evolutionstheorie und gegen die kreationistische Pseudowissenschaft Intelligent Design ergriff.
Der Vorlage etablierter Religionen folgend wurden in den folgenden Jahren kirchliche Strukturen und Gemeinden in verschiedenen Ländern aufgebaut und die staatliche Anerkennung als Religions- und Weltanschauungsgemeinschaft angestrebt und teils erlangt. Im deutschsprachigen Raum ist als Name dieser Weltanschauung Pastafarianismus (ein Kofferwort aus Pasta und der Rastafari-Bewegung) verbreitet, ihre Mitglieder bezeichnen sich selbst als Pastafari. Die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters e. V. (KdFSMD) wird seit 2011 in Deutschland als gemeinnützige Körperschaft anerkannt, die „ausschließlich und unmittelbar kirchliche Zwecke fördere“. Die KdFSMD versteht sich als eine den Religionsgemeinschaften gleichgestellte Weltanschauungsgemeinschaft und sieht sich in der Tradition des evolutionären Humanismus.

Die Ermordung eines ehemaligen Priesters durch einen Profikiller führt Kommissar Steinböck und seine Katze Frau Merkel direkt in die Niederungen der katholischen Kirche. Auf den Spuren des letzten Briefes eines Pfarrers versuchen Steinböck und sein Team, den jahrzehntealten Sumpf aus Mord und Vertuschung aufzuklären. Währenddessen wendet sich Frau Merkel der Kirche des fliegenden Spagettimonsters zu. Und wieder treibt die Katze Steinböck zur Verzweiflung und diesmal direkt in die Fänge des Polizeipsychologen.
Nach Saukatz der zweite Fall mit Frau Merkel: Frau Merkel und das fliegende Spaghettimonster. Das fliegende Spaghettimonster spielt zwar nur eine kleine (amüsante) Rolle, ebenso wie japanische Austauschpolizisten. Teufelskatz muss sich hinter Saukatz nicht verstecken, der zweite Fall bietet ebenso viel Lokalkolorit und unterhaltsame politisch nicht immer korrekte Gespräche. Und trotz all des Witzes mit tolpatschigem Auftragskillern oder Negern im Rollstuhl, wird ein ernstes Thema angesprochen. Kaspar Panizza erweist aber zumindest soviel Feingefühl, dass der Missbrauch von Minderjährigen (innerhalb und außerhalb der katholischen Kirche) nicht ins Lächerliche gezogen wird.
Pastafaris werden nicht unbedingt auf ihre Kosten kommen, dazu ist der Auftritt seiner Nudligkeit zu unbedeutend. Katzenfreunde kommen auf ihre Kosten, wenn man damit Leben kann, dass manche Menschen mit Katzen reden können (aber um realistisch zu bleiben werden diese Personen als verrückt bezeichnet …)

Ich mag Frau Merkels Art und ich freue mich auf weitere Bände. Und natürlich gefällt mir die Beschreibung meiner Heimatstadt.

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