K. O. Bold: Skadlaris (Rezension)

Eine uralte Prophezeiung, ein Kampf zwischen Licht und Dunkelheit in einer phantastischen Welt – das sprachgewaltige High-Fantasy-Debut von K.O.Bold.
Die Dorfbewohner hätten nie erfahren dürfen, dass Coleen als Baby an der verfluchten Schlucht gefunden wurde. Unterschwellig brodelt seitdem der damit heraufbeschworene Aberglaube, bis er 13 Jahre später plötzlich auf brutale Art ausbricht. Nur knapp gelingt Coleen die gefährliche Flucht in die entfernte Hafenstadt Casserat, doch hier lauert der grausame »Devarroc« der die Stadt in Neumondnächten heimsucht. Vollkommen auf sich allein gestellt erhält Coleen an diesem Ort jedoch unerwartet Hilfe vom ehemaligen Sträfling Jeremiah. Er weiht sie in geheime Schriften ein, welche weitere verschlüsselte Hinweise zur Prophezeiung um das Schicksal der Welt enthalten. Aber damit kommen sie dem skrupellosen Lord in die Quere. Als in der nächsten Vollmondnacht der Drache »Skadlaris« angreift ist endgültig klar: der Kampf um die Prophezeiung hat begonnen und Coleen befindet sich mittendrin…

Ich gebe zu, dass ich mit gewissen Vorurteilen an das Buch herangegangen bin. Das Cover und der Klappentext hat mich zwar zum Kauf des Buchs bewogen, aber man kann sich ja täuschen.
Und ja ich habe Vorurteile gegenüber seitenstarke Fantasyerstlingswerken, die von Selbstpublishern herausgegeben werden. Vermutlich hätte ich das Buch ignoriert, wenn es nicht vom KNAUR-Verlag neu herausgegeben worden wäre.
Aber Zweifel blieben. Allerdings, hätte ich dem Buch keine Chancen eingeräumt, hätte ich es nicht gekauft.
Anfangs wurde ich in meinen Vorurteilen auch bestätigt: Die Geschichte zog sich, anscheinend wurde viel Wert auf unbedeutende Einzelheiten gelegt und Spannung habe ich auch vermisst-
Für die ersten 300 Seiten habe ich eine gefühlte Ewigkeit gebraucht, aber ich wurde belohnt und schlagartig wurde die Geschichte spannend. Die unbedeutenden Einzelheiten wurden wichtig, die Entwicklung der Haupt-Charaktere war nachvollziehbar und anscheinend unbedeutende Nebendarsteller tauchten öfter als vermutet auf.
Die Geschichte ist originell, kreativ und enthält überraschende Wendungen. Eine 08/15-Gut gegen Böse-Story darf man nicht erwarten (obwohl Böse böse ist und gut auch gut, darin gibt es keine Überraschungen).
Ich habe die letzten Seiten regelrecht verschlungen.
K. O. Bold ist mit ihrem Erstlingswerk Skadlaris ein stimmungsvoller Fantasyroman gelungen, dessen Vorteil darin besteht, dass er abgeschlossen ist und nicht Teil einer Reihe (auch wenn die Autorin angeblich an einer Fortsetzung schreibt).
Fantasyfreunde werden voll auf ihre Kosten kommen: Es gibt eine gut beschriebene Welt, authentische Bösewichte, Drachen und andere Monster, geheime Schriften, Intrigen … Nur keine Elfen, Zwerge oder Magie …

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