Ende des Jahres erscheint der neueste japanische Godzilla-Film: GODZILLA MINUS ZERO.
Vor Kurzem habe ich es geschafft mir GODZILLA MINUS ONE anzusehen.
GODZILLA MINUS ONE erzählt nicht nur spektakuläre Zerstörung, sondern ein zutiefst menschliches Drama. Der Film führt Godzilla zu seinen Wurzeln zurück und macht ihn wieder zu einer Naturgewalt, die Schrecken und Hoffnungslosigkeit gleichermaßen verkörpert.
Die Handlung spielt im zerstörten Japan der unmittelbaren Nachkriegszeit. Im Mittelpunkt steht der ehemalige Kamikaze-Pilot Kōichi Shikishima, der mit Schuldgefühlen, Traumata und dem Verlust seiner Heimat ringt. Anders als viele moderne Kaiju-Filme nimmt sich Minus One Zeit für seine Figuren. Ihre Ängste, Hoffnungen und Beziehungen verleihen der Geschichte ein emotionales Gewicht, das den späteren Konfrontationen mit Godzilla zusätzliche Intensität verleiht.
Godzilla selbst ist so furchteinflößend wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Er ist kein Antiheld und kein Beschützer der Menschheit, sondern eine unaufhaltsame Katastrophe. Sein Design verbindet klassische Elemente mit einer modernen Interpretation. Die visuellen Effekte sind angesichts des vergleichsweise geringen Budgets bemerkenswert und stehen vielen deutlich teureren Hollywood-Produktionen in nichts nach. Dabei behält er aber durchaus auch den Charme der vorangegangenen Godzillaproduktionen.
Musikalisch kann der Film auch überzeugen. Fans müssen nicht auf das legendäre Godzilla-Motiv verzichten … kein Godzillafilm kommt ohne es aus. Das gehört einfach dazu. Und dieses Motiv schafft es auch nach 70jahren immer noch Gänsehautmomente zu verursachen ohne dabei in irgendeiner Weise veraltet zu wirken.
Besonders hervorzuheben ist, dass der Film nie vergisst, wofür Godzilla ursprünglich stand: als Sinnbild für die Schrecken des Krieges und die Folgen nuklearer Zerstörung. Gleichzeitig erzählt Minus One von Schuld, Verantwortung und der Möglichkeit, nach einer persönlichen und nationalen Katastrophe wieder Hoffnung zu finden.
Angeblich einer der besten Godzilla-Filme, aber mich hat er nicht geflasht. Vieles erinnert an Godzilla, vieles ist so wie man es erwartet, aber auf mich wirkt der Film zu ernst. Ich vermisste den Humor, das Augenzwinkern. MINUS ONE wirkt sehr ambitioniert und anders als es die Vorgänger waren. Godzilla ist ein beängstigendes, furchterregendes Monster. DAS Monster schlechthin. Es muss nichts liebenswertes haben, das erwarte ich nicht. Godzilla DARF böse sein, aber die Handlung ist zu ernst, fast schon Arthaus. Und auch wenn es am Ende auf eine Konfrontation Mensch – Monster hinausläuft, wirkt der Weltkriegshintergrund etwas fehl am Platze. Es ist schwierig bei dieser Thematik die richtigen Worte zu finden, und die Ursprünge Godzillas findet man auch in den Nachwirkungen des Weltkriegs. Dadurch wirkt der Film zwar auch nach, länger als man es erwarten würde, aber … das war ein Godzillafilm, so wie ich ihn nicht erwartet habe. Und man mag sagen was man will, für mich ist es kein schlechter Film, aber … vielleicht ein bisschen zu ambitioniert und deswegen … nicht der beste Godzillafilm (das ist für mich nach wie vor FINAL WARS).
Es wurde auch eine Schwarzweiß-Version von MINUS ONE in einigen Kinos gezeigt, ich denke, dass das zum einen eine schöne Hommage an das Original ist und zum anderen bestimmt eine andere Wirkung hat. Leider kenne ich diese Version nicht.
GOZILLA MINUS ZERO ist die Fortsetzung von MINUS ONE.
Mehr Godzilla im Blog:
Gojira
Godzilla (seit 20024)
Monarch – Legacy of Monsters

