Charles Foster: Der Ruf des Sommers (Rezension)

Mauersegler legen bis zu 50.000 Kilometer pro Jahr fliegend zurück, können im Flug schlafen, und wo sie sind, ist Sommer: Sie sind weitgereiste Weltenbummler; ihr Verhalten ist so faszinierend wie universell.
Zwölf Monate lang folgt Charles Foster seinen Lieblingstieren. Er beobachtet, wie sie sich in Mosambik für den Flug gen Norden bereitmachen, verfolgt ihren Ritt auf dem Scirocco, der von der Sahara Richtung Mittelmeer fegt, und ihre Ankunft in Südeuropa. In England sieht er zu, wie die faszinierenden Vögel sesshaft werden und ihren Nachwuchs großziehen, um anschließend nach Afrika zurückzukehren.

2016 bekam Charles Foster den Ig-Nobelpreis (eine satirische Auszeichnung, um wissenschaftliche Leistungen zu ehren, die „Menschen zuerst zum Lachen, dann zum Nachdenken bringen“) für sein Leben in der Wildnis als Dachs, Otter, Wild, Fuchs und Vogel zu verschiedenen Zeiten. Darüber hat er ein Buch geschrieben (nicht über den Ig-Nobelpreis, sondern sein Leben).
DER RUF DES SOMMERS ist eine Ode an den Mauersegler, ein durchaus interessanter Vogel, aber Charles Foster beschreibt nicht, wie er versucht wie ein Mauersegler zu leben, vielmehr stellt der Autor ein Tier vor, das man im Sommer oft hört und vielleicht von seiner Silhouette her kennt, wenn man diese nicht mit der einer Schwalbe verwechselt. Aber Charles Foster begleitet den Mauersegler ein ganzes Jahr über und reist durch die ganze alte Welt. Und während er den kleinen Vogel beobachtet oder auf seine Ankunft wartet sinniert er über dessen Dasein, wird dabei nachdenklich, philosophisch oder naturwissenschaftlich.
Und so erfährt der Leser alles was er über Mauersegler wissen muss und noch viel mehr und selbst wenn er sich bisher mit diesen interessanten Tieren auseinandergesetzt hat, so ist es dennoch wert DER RUF DES SOMMERS zu lesen. Das hat auch der Mauersegler verdient …
Kein anderer Vogel verbringt so viel Zeit seines Lebens im Fluge, man geht davon aus dass er den Himmel nur zum Brüten und zur Aufzucht des Nachwuchses verlässt; schon der erste Flug nach dem Verlassen des Nests dauert wohl tage- oder gar wochenlang. Mauersegler trinken und schlafen im Flug. Sie gelten als Luftakrobaten und gehören mit Spitzengeschwindigkeiten im Horizontalflug bis zu 200 km/h zu den schnellsten Vögeln überhaupt. Einem Wanderfalken kann er mühelos davonfliegen, dieser besiegt ihn wohl nur im Sturzflug. Und die nächsten Verwandten der Segler sind die Kolibris …

(Rezensionsexemplar)

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