Brigitte van Hattem: Quito und die Galapagosinseln 2020 (Rezension)

Autorin Brigitte van Hattem war noch keine zwölf Jahre alt, als sie sich schwor, einmal im Leben auf die Galapagos-Inseln zu fliegen. Es dauerte dann aber doch noch fünfzig Jahre, bevor sie sich diesen Traum verwirklichte. Die Inseln gehören zum Weltnaturerbe der UNESCO und wurden 1978 unter strengen Naturschutz gestellt. Aber hatten Flora und Fauna wirklich so lange auf die Autorin gewartet?
In dem reich bebilderten Buch „Quito und die Galapagos-Inseln 2020“ nimmt Brigitte van Hattem die Leser mit auf ihre im Januar 2020 durchgeführte Traumreise. Dabei ist dieses E-Book kein Reiseführer im klassischen Sinne, sondern für Menschen gedacht, die gerne wissen wollen, warum es für den Blaufußtölpel so wichtig ist, wirklich blaue Füße zu haben und wieso Fregattvögel die Jagd lieber den Weibchen überlassen. Es ist zudem für alle diejenigen gedacht, die nur über ein begrenztes Budget und/oder eine begrenzte Lebenszeit verfügen und sich fragen, ob eine Reise nach Ecuador oder auf die Galapagos-Inseln etwas für sie ist.
Harte Zahlen, geographische beziehungsweise geschichtliche Details finden sich in diesem Reisebericht nicht. Doch Brigitte van Hattems Reiseerinnerungen berühren. Der Leser spürt, dass jeder einzelne Tag dieser ganz besonderen Reise von der Autorin dankbar wahrgenommen wurde. Sie schildert ihre Eindrücke, Erlebnisse und Begegnungen mit so viel Herzblut, dass man sich dem als Leser kaum entziehen kann.

Insgesamt dauerte diese Reise nur zehn Tage, zwei davon in der Luft, dreieinhalb in Quito
und Umgebung und viereinhalb auf den Inseln. Man muss nicht gleich dorthin auswandern um schöne Erlebnisse zu bekommen (siehe hier, obwohl das nicht wirklich schöne Erlebnisse sind. Aber auch die Galapagos-Affäre findet in Quito und die Galapagosinseln 2020 Erwähnung. ). Und auch wenn es nur ein kurzer Urlaub war, so hat die Autorin doch einiges zu berichten und zu zeigen.
Es ist kein Reiseführer, aber ein Reisebericht, noch dazu ein amüsanter, der bereits am Anfang von diversen Erschwernissen berichtet. Manch ein Reisender kann bestimmt davon ein Lied singen.
Der Reisebericht wird mit zahlreichen Fotos ergänz, und auch wenn die Autorin behauptet, keine gute Fotografin zu sein, so sind die Bilder durchaus gelungen (jedenfalls von meiner Sicht aus, schließlich bin ich auch kein guter Fotograf und habe nur wenig Ahnung von der Materie, aber mir geht es in Büchern meist nur um den Text, nicht um Abbildungen …).
Der Reisebericht selbst ist teilweise humorvoll, aber doch positiv, auch wenn nicht unbedingt alles so läuft, wie es sich die Autorin wünscht.
Aber ihre Ansprüche sind nicht hoch und sie macht das Beste aus der Lage. das zieht sich durch das ganze Buch. Egal wie ärgerlich eine Situation wird, Brigitte van Hattem macht das beste daraus.
Nachdem sie Quito, die Hauptstadt Ecuadors verlassen hat und die Galapagos-Inseln betritt wird es interessant. Nicht Orte stehen im Vordergrund, es sind die Tiere, die sie dort vorfindet: Meerechsen, Schildkröten, Darwinfinken. Und nebenbei erzählt sie Wissenswertes über die einzelnen Arten, ohne den Rahmen ihres kleinen Berichts zu sprengen oder zu wissenschaftlich zu werden. Ihr angenehmer, leichter Erzählstil wird auch dann beibehalten.

Kurzweilige Unterhaltung mit dem ein oder anderen interessanten Detail, gewürzt mit zahlreichen Bildern, das wird geboten.
Und man bekommt ein bisschen Fernweh.

Als Kind fand ich die Galapagosinseln faszinierend und diese Faszination habe ich beibehalten. Ob ich irgendwann dort hin komme?
Brigitte van Hattems Reisebericht hat mich zumindest den Inseln etwas näher gebracht.

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