Andrea Camillieri: Rendezvouz mit Tieren (Rezension)

Andrea Camilleri liebte Tiere: Sein toskanisches Landhaus und seine Wohnung in Rom waren immer bevölkert von Hunden, Katzen und Vögeln. Kein Tier war gekauft, alle waren der Familie zugelaufen. Oder zugeflogen, wie die beiden Vögel Pimpigallo und der Distelfink: Der Wellensittich lernt nicht nur, den Gesang des Distelfinks nachzuahmen, sondern auch Camilleris tiefe Stimme.
Auf der Terrasse von Camilleris Landhaus erscheint eines Sommers eine harmlose Natter, Don Gaetano genannt, und wird zum jahrelangen Hausgast.
Den Kater Barone rettet Camilleri vor Jungen, die mit ihm Fußball spielen. Sein Rückgrat ist gebrochen, der Tierarzt verbindet ihn wie eine Mumie und gibt ihm noch zwei Jahre. Doch Barone, wie er wegen seines vornehmen Wesens getauft wird, lebt 18 Jahre bei der Familie.

Andrea Camilleri (* 6. September 1925 in Porto Empedocle, Sizilien; † 17. Juli 2019 in Rom) war ein italienischer Drehbuchautor, Theater- und Fernsehregisseur und Schriftsteller. Seine erfolgreichste Romanfigur ist der sizilianische Commissario Montalbano, den er nach dem spanischen Schriftsteller Manuel Vázquez Montalbán benannte. Die Kriminalromane mit Commissario Montalbano wurden in 30 Sprachen übersetzt und machten Camilleri international bekannt. Insgesamt verfasste Camilleri mehr als 100 Bücher und galt als eine kritische Stimme in der italienischen Gegenwartsliteratur.
Ich kenne aber weder die Bücher noch die Serie zu Commissario Montalbano, noch irgend ein anderes Buch des Autors, außer eben jenes, welches ich mir als Hörbuch zu Gemüte geführt habe. Gesprochen wird das Hörbuch von Hans Löw, der mit einer angenehmen Stimme, die kurzen Anekdoten Camillieris vertont. Schlecht macht er es nicht, aber so ganz überzeugen konnte er mich nicht, auch wenn ich nicht sagen kann, woran es lag. Vielleicht war es etwas zu emotionslos.
Camillieri selbst führt den Leser durch sein gesamtes Leben und die Tiere, die ihn dort begleitet haben. Dabei sind sehr unterschiedliche Geschichten zustande gekommen, die auch zum Nachdenken anregen. Und es sind nicht nur Hunde und Katzen, denen Camillieri seine Aufmerksamkeit schenkt.
Rendezvouz mit Tieren ist ein netter Zeitvertreib für Zwischendurch, vielleicht auch ein Kleinod für Fans, die den Autor von einer anderen Seite kennen lernen möchten.
Das Hörbuch hört sich schnell, es ist keine zwei Stunden lang, aber es enthält viele Geschichten.
Ich gebe allerdings zu, dass ich Bücher dieser Art als Jugendlicher gerne gelesen habe, als Erwachsener bieten sie mir aber nur in den wenigsten Fällen einen Mehrgewinn.
Und so muss ich zwar sagen, dass das Buch nicht schlecht geschrieben ist (sofern man das bei einem Buch, das man hört, sagen kann) und auch der Grund, warum dieses Buch existiert ein nobler ist, und bestimmt hilft, sich mit der Tierwelt auseinanderzusetzen (denn auch wenn jeder Hund und Katze kennt, bei Distelfink und Girgentanaziegen dürfte es schon schwieriger werden, wobei die Ziegen auch keine in Deutschland „heimische“ Haustierrasse ist, das dürfte noch verständlich sein), aber … außer kurzweiliger Unterhaltung mit netten Geschichten kann ich nicht mehr in diesem Buch sehen.

(Rezensionsexemplar)

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